Theologie und Praxis

„Polizei Hamburg. Fahrzeugkontrolle. Zeigen Sie mir Ihre Papiere!“ „Sehen Sie nicht, ich bin Papst Franziskus.“ „Das kann jeder sagen. Also. Bitte die Papiere, Fahrzeugschein, Führerschein… Sie wissen, warum ich Sie angehalten habe?“ „Ja, aber sehen Sie nicht?“

„Ich bin beauftragt, hier Kontrollen durchzuführen und nicht, um mit Ihnen zu diskutieren.“ „Mein Herr, ich…“ „Die Papiere, bitte…“ „Also, ich bin…ich…“ „Ich fordere Sie letztmalig auf, mir Ihre Papiere vorzuzeigen…“ „Ich bin…“ „Legen Sie bitte Ihre Hände auf das Steuerrad, damit ich sie sehen kann.“ „Ich…“

„Sie wissen, dass Sie sich in einen Notstandsgebiet befinden? Steigen Sie bitte aus dem Wagen. Personenkontrolle. Zeigen Sie mir Ihren Personalausweis.“ „Ich, ich besitze keinen Personalausweis.“

„Sie wissen, dass Sie immer einen mitführen müssen. Sind Sie so ein Reichsbürger? Die haben wir die letzte Zeit öfters. Wie heißen Sie?“ „Das…das verbitte ich mir. Franziskus ist mein Name. Den habe ich mir selbst gegeben.“ „Selbst gegeben. So, so. Also ein Künstlername. Und wie ist Ihr Nachname?“

„Mein Herr, ich bin der Bischof von Rom.“ „Da rüber. Stellen Sie sich vor Ihren Wagen, legen Sie beide Hände auf die Motorhaube. Warten Sie hier.“

Zwei Minuten später.

„Aufgrund des Kennzeichens konnte zumindest der Halter des Wagens identifiziert werden. Ich bitte Sie also letztmalig um Ihren Nachnamen und auch Ihre Meldeanschrift, sonst muss ich Sie zur Feststellung der Personalien mit auf die Wache nehmen.“ „Vatikanstadt. Vatikan. Ich habe keinen Nachnamen. Ich bin ein souveräner Mensch.“

„Ach so, also doch so einer von diesen Reichsbürgern. Womöglich wollen Sie mir jetzt Ihren selbstgemachten Personenausweis oder Ihre Geburtsurkunde vorzeigen.“ „Ich, ich… bei Gott… “

„Lassen… Sie… Ihre Hände auf der Motorhaube, sonst bin ich gezwungen, andere Mittel zu ergreifen. Die Befragung ist noch nicht zu Ende.“ „Aber so glauben Sie mir doch. Und was erlauben Sie sich eigentlich?“

„Ruhe. Ich führe hier die Befragung. Sie sind zur Feststellung Ihrer Personalien hiermit festgenommen. Halten Sie die Hände nach hinten, ich lege Ihnen jetzt Handschellen an.“

Auf der Wache: „Heinz, draußen wartet wieder so ein Reichbürger, der sich seinen Namen selbst gegeben hat und sich nicht ausweisen kann.“

Befragung: „Sie behaupten also Franziskus mit Vornamen zu heißen? Aber wer Sie wirklich sind, das wird sich hier noch herausstellen. Wen meinen Sie hier vor sich zu haben und so eine Show abziehen zu wollen? Sie werden sich noch wundern. Wir können hier ganz andere Saiten aufziehen.“ „Ja, aber…“

„So. Was haben wir denn so alles? Fahren ohne Führerschein und ohne gültige Papiere, Verstoß gegen die Ausweispflicht, Bedrohung eines Beamten, Widerstand gegen die Staatsgewalt, Verdacht auf illegale Einwanderung und Verstoß gegen das Aufenthaltsgesetz. Das wird teuer.
Wir müssen Sie zur endgültigen Identifizierung und weiterer erkennungsdienstlicher Massnahmen heute Nacht leider hierbehalten. Seien Sie froh, dass wir Ihren Wagen nicht noch nach Waffen durchsucht haben. Obwohl…

Abführen.“

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