Ticket or leave it

Zum Anlass: Habe heute wieder einen Newsletter von der CDU bekommen. Man hat in seinem hessischen Koalitionsvertrag vereinbart, dass es Senioren- und Schülertickets in Hessen (Das „in“ ist immer witzig. Denn ein „Land“ kann man ja nicht sehen.) geben wird. Sichtlich macht man sich Sorgen.

„… Häufig müssen Senioren sehr genau auf ihre Ausgaben achten oder verzichten auch aus anderen Gründen auf ein eigenes Auto. Gerade für diese Personengruppe ist ein solches Angebot ein großes Plus an Lebensqualität. Zugleich kommen wir schrittweise unserem Ziel näher, ein einheitliches, kostengünstiges Angebot für alle hessischen Bürger zu schaffen…“ Newsletter, Hessen-CDU

Die Frage, die sich mir stellt: Woher kommt eigentlich das Problem, dass so viele zu wenig Rente bekommen? Liegt es vielleicht an der Währungsreform von DM zu Euro? Wer hat die Währungsreform eigentlich veranlasst? Ach so. Über das Geld hält man ja seine Untertanen zusammen.

In der E-Mail wird von Schülern, Senioren und Auszubildenden gesprochen. Wer bezahlt das alles eigentlich, während sich die Politik anschließend mit den Federn von anderen schmückt?

Zudem stellt sich die Frage nach dem Gleichbehandlungsgrundsatz, ob der überhaupt gegeben ist? Ist der überhaupt gegeben? Was ist mit jenen in der Rolle als Arbeiter oder den Hausfrauen, den Waldarbeitern, den Pflegepersonal?

Die Politik sorgt auf der einen dafür, dass neue Untertanen gut ausgebildet werden, die allerdings noch nicht wählen können, während man sich die Stimmen jener sichert, die ihre Positionen aufgrund der gesellschaftlich anerzogenen, konservativen Haltung noch eine Restbedeutung geben. Die anderen haben zu arbeiten und Geld zu verdienen. Gab es da nicht noch ein paar Reichsbürger? Was machen die überhaupt? Und wie wäre es mit einem Flüchtlingeticket?

Jemand sagt neulich, dass ca. 50% Beachäftigt sind, während die andere Hälfte Transferleistungen (Anmerkung: Heißt das, glaube ich.) Sonstiges oder gar nichts bezieht.

„Der Generationenvertrag bezeichnet einen fiktiven „Solidar-Vertrag zwischen jeweils zwei gesellschaftlichen Generationen“ (Wilfrid Schreiber) als theoretisch-institutionelle Grundlage einer im Umlageverfahren finanzierten dynamischen Rente.
Ziel ist die Einführung von Zurechnungsregeln für die Verteilung des Arbeitseinkommens Erwerbstätiger mit der Absicht, die individuellen Konsummöglichkeiten angemessen auf die drei Lebensphasen Kindheit und Jugend, Erwerbsphase und Alter aufzuteilen.
Der Begriff Generationenvertrag ist nicht juristisch, sondern bildlich zu verstehen, da zwischen den Generationen kein juristisch einklagbarer Vertrag geschlossen werden kann.Wikipedia

Das ist auf Gewohnheitsrecht basierende Versklavung nachfolgender Generationen, bei zunehmender Ausbeutung des Planeten. Wer ist da nochmals Partner im Koalitionsvertrag?

Im oben genannten Originalzitat steht in der letzten Zeile: …ein einheitliches, kostengünstiges Angebot für alle hessischen Bürger zu schaffen.“

So „alle“ können es ja demnach nicht sein. Vielleicht versucht man sich in der nächsten Legislaturperiode… vielleicht. Die Frage ist nur, ob es die noch geben wird?

In der E-Mail wird weiter unten gesprochen von: „Vertrauen in den Rechtsstaat ist Grundlage für Akzeptanz“. Ist es nicht eher so?

„Das Recht ist fragwürdig, die Macht ist unverkennbar und fraglos. So konnte man die Macht nicht mit dem Recht verleihen, weil die Macht dem Recht widersprach und behauptete, es sei ungerecht und sie wäre es, die das Recht sei. Und da man nicht machen konnte, daß das, was recht ist, mächtig sei, macht man das, was mächtig ist, zum Recht.“ (Blaise Pascal, 1623-1662, Fragment Nr.298) Zitat aus „Der verborgene Pascal“ von Theophil Spoerri, Seite 132)

„Es ist gefährlich dem Volke zu sagen, daß die Gesetze nicht gerecht sind, denn es gehorcht ihnen nur, weil es glaubt, daß sie gerecht sind. Deshalb muß man ihm gleichzeitig sagen, daß man ihm gehorchen muß, weil sie Gesetze sind, wie man den Vorgesetzten gehorchen muß, nicht weil sie gerechte Leute, sondern weil sie Vorgesetzte sind. Wenn es gelingt, dies verständlich zu machen und daß hierin die eigentliche Definition der Gerechtigkeit besteht, dann ist man jeder Auflehnung zuvorgekommen.“ (Blaise Pascal, 1623-1662, Fragment Nr.326) Zitat aus „Der verborgene Pascal“ von Theophil Spoerri, Seite 133)