To evolve

Wenn man erst einmal verstanden hat, dass sich das „Ich“ gegen Veränderung alle möglichen Mittelchen ausgedacht hat, um sein „Werk“ (das System) weiterführen zu wollen, dann wird schnell klar, wie tiefgreifend der Wandel wirklich ist – und er mit Sicherheit nicht „irgendwo anders“ oder nur „bei anderen“ stattfindet.

„to revolve = im kreise drehen, to evolve = sich entwickeln“

Revolution ist also nichts anders, als sich kollektiv nur schneller im Kreise zu drehen, während Anderdenkende entfernt und Prediger gewaltvoll ausgetauscht werden. Bei: „Die Tröge bleiben, die Schweine wechseln“, geht es ums System, nicht um die Benennung einzelner Akteure, die „schuld“ sein sollen.

Je mehr man sich dem Punkt nähert, dass es um das eigene „Ich“ geht, ums so ruhiger wird es um einen herum. Denn geht es da tatsächlich ans „Eingemachte“ – ans eigene Eingemachte.
Einstige „Mitstreiter“ verflüchtigen sich auf diesem Weg – auf die eine oder andere Art und Weise und es wird auch immer uninteressanter, sich um die Meinungen – im Sinne eines Dialoges – anderer zu bemühen, da jeder seinen eigenen Weg hat und sich Zusammenkünfte „kairosartig“ von selbst regeln:

„Whoever is unjust, let him be unjust still.
Whoever is righteous, let him be righteous still.
Whoever is filthy, let him be filthy still.
Listen to the words long written down.“
When the man comes around, Johnny Cash

Letztlich macht es auch keinen Sinn, jemandem hinterher zu rennen. Meine Erfahrungen haben gezeigt, dass die Menschen zwar „Veränderungen“ wollen, jedoch mehr im Sinne von –

  • wie sie am Schnellsten gleich oder „nachher“ davon selbst profitieren und so weitermachen können (wie bisher),
  • wie das wahrgenommene Problem und die Verursacher schnellst möglich verdrängt werden können,
  • dass sie ihr Erreichtes weiterhin gesichert und verteidigt sehen und wer das für sie in absehbarer Zeit erfolgreich bewerkstelligt,
  • dass alles anders wird, ohne dass sie sich selbst (besser: das „Ich“) ändern müssen
  • &c.

Darum geht es in diesem Wandel jedoch nicht.

Schon mal darüber nachgedacht, dass die bevölkerungstechnische Aufmischung notwendig ist, damit sich das Neue erkennbar in die Welt bringen kann? Und was soll überhaupt „anders“ werden, verbunden mit der Fragen, wie soll es denn „gemacht“ werden?

Während das „Ziel“ etwas Anzustrebendes ist und „Lösung“ ein schrittweiser Transformationsprozess dorthin, wird beides gerne miteinander verwechselt.
Auf der anderen Seite ist das Verhalten, „Lösungen“ immer in ihrer Vollständigkeit vorher(!) erfahren zu wollen, ein Phänomen eines sicherheitsgewohnten „Ichs“.

„Ja, aber wie…?“

Nur der Problemorientierte, der Haderer, der Zögerer sieht in allem Bedenken und Gefahren, während er dadurch bereits zum Opfer seiner eigenen Denk- und Verhaltensmuster geworden ist.

„Ich brauche einen Plan A, einen Plan B und einen Plan C.“

In der Regel wird sich dann eingekerkert und nur noch theoretische Pläne geschmiedet. Das Leben planen zu wollen, führt zur Abkehr und zu einer Simulation des Lebens selbst. Offen gefragt: „Ist es nicht schöner, das Leben selbst zu erlieben?“

„Theorie ist die Vorstellung, wie das Leben funktioniert.“ „Praxis ist, wie das Leben gelebt wird.“

Aufklärend
Warum man sich Überzeugungsarbeit (Ich glaube, ich habe den Satz schon mal geschrieben.) sparen kann, liegt einfach daran, dass man nicht jeden wach machen muss, der noch schlafen mag. Der wacht schon von selbst auf. Es liegt am Mem, was man ihm mitgibt und das kann klein und einfach sein, während es die Barriere des „Ichs“ überwindet.

„Das Recht wird es nicht richten, nur der Mensch, der sich selbst hinterfragt.“

Erst gestern wurde ein neues Gesetz verabschiedet, was zum Glück wirklich helfen wird: das Zwangspflichtaufwachgesetz (ZPW). Das steht sogar mit dem Netzdurchsetzungsgesetz in Verbindung: Meinungen, die sich nur ums Jammern, Klagen und Problemorientieren drehen werden solange ausgeblendet, bis sich die Verkünder zum Weiterdenken entschieden haben. Das klingt doch toll, und Zensur macht auf einmal Sinn.

Das Gesetz, dem jeder bedingungslos zu folgen hat, ist ein Ergebnis aus den letzten acht Treffen des „neurechten Colloquiums“, das sich rein aus nachgewiesenen(!) Ariern zusammensetzt. Tja, liebe Mädels und Jungens, „Gelber Schein“ und RuStaG 1913 sind mittlerweile von gestern.
Denn besser als Gestern, ist in Wahrheit das Vorgestern und wenn man weit genug zurückgeht, dann bekommt man an der Ausländerbehörde auch noch einen Neandertaler-Nachweis. Das wollen wir demnächst angehen.

Genug dem Sarkasmus.

Mal jeder ehrlich zu sich selbst: Fühlt es sich nicht ein bisschen dünn an, immer nur Probleme (Symptome, Phänomene) wälzen zu wollen, um andere für die wahrgenommene Situation verantwortlich zu machen? Da macht man sich doch selbst zum Opfer.

„Die Welt hasst uns, wir müssen uns verteidigen!“

Beides Phänomene mangelnder Selbstreflektion und Abkehr vom eigentlichen Lebens- und Entwicklungsprozess – neben der üblichen Einstellung am Gestrigen festhalten zu wollen, statt es in Frage zu stellen, um so über den Bedeutungswandel in eine neue Sicht- und Handlungsweise zu gelangen. Ziemlich einfach gedacht, oder?

Um auch nochmals das Thema „Ungläubigkeit“ auf den Punkt zu bringen: Sie hat im Kern nichts religiös Angehauchtes an sich, sondern ist ein Phänomen des „Ichs“, sich gegen Veränderung an sich schützen zu wollen, in dem es an Konventionen, Traditionen und Gewohntem festzuhalten versucht.

„Was ist los mit dir mein Schatz? Aha
Geht es immer nur bergab? Aha
Geht nur das was du verstehst? Aha
Is this what you got to know?
Love you do you didn’t show?“
„Da Da Da“, Trio

Bisher waren die betreuten Ungläubigen feinsäuberlich durch Staatsgrenzen (Achtung: Abgrenzung ist ebenfalls eine Eigenschaft des „ich“, sich vor Veränderungen schützen zu wollen.) gut voneinander getrennt.

Mittlerweile finden sie sich auf diesem Stück Boden zusammen. Das Phänomen dabei ist, dass die einen glauben, sie wüssten, wer die „wahren Ungläubigen“ seien – was jedoch nur eine Projektion ist – während man auf der anderen Seite auch den entsprechenden Eindruck dazu hinlässt.

Ja, wenn das kein ordentlicher Ansatz für Stress und blutige Nasen bedeutet.

Der Polizist, mit dem ich neulich ein längeres Gespräch führte, bestätige das Erkannte über die gesellschaftlich beibehaltene Unvernunft. Er gab sich dabei gelassen, dass sich so schnell nichts ändern wird. Ich sehe das mittlerweile auch so, weil es ja noch nicht den richtigen Schein gibt, der dem nachgewiesenen Deutschen das erlaubt.

„Deshalb würde bei ihm auch ein Gesetz funktionieren, was sein Atmen besteuert – während er sich ganz energisch im außen darüber beschwert, aber heimlich schon Luft in Dosen abfüllt.“

Man kann ja immer nur, wie man kann, bis man sich entschließt, anders „können“ zu wollen. Der Grund, warum man dem Gerichtsvollzieher nicht böse sein kann, er „funktioniert“ nun halt auch so. Und da draußen funktioniert so einige auch nur – und zwar auf Anordnung.

„Stanley, wie war das nochmal mit Deinem Experiment?“

Wer es noch nicht wusste: Im amerkanischen Film „Experimenter“ wird die deutsche(!) Buchausgabe zum „Milgram-Experiment“ gezeigt!

Um allgemein weiter zu beunruhigen: Nahezu alle haben sich auf ihre Art und Weise vom natürlichen Lebensprozess abgewandt, als sie sich zu national, klerikal und national-klerikal angehauchten Hierarchien zusammenfanden. Das musst jedoch so sein, damit man erkennt, wie es nicht funktioniert.

Noch zu viele lassen sich nur allzu leicht von ihrem „Ich“ wieder in solche Verwaltungskonstrukte einfangen von einem Kopfknast mit vorgegebenen Vorschriften in den nächsten… mit selbstgemachte Vorschriften für den Kopfknast.

„Waffen… Supermächte. Die Schwachen herrschen über die Erde. Dafür wurde ich verraten. Falsche Götter, Götzen. Nie wieder. Ich bin zurückgekehrt…“ En Sabah Nur, X-Men-Apocalypse

Dies, unter dem Aspekt kollektiv-oktroyierten Gedankengutes, ihr gemeinsam geschaffenes „Meta-Ich“ zu zelebrieren – einem Produkt aus „Einzel-Ichs“, die jedes für sich, sich im Modus seiner unbetrachteten Kernkonditionierungen bewegt und so am „System“ teilnimmt – solange diese unbetrachtet bleiben.

Die erste Ordnung besteht aus einem unfertigen Menschen, der einmal programmiert, an diesen Programmierungen festzuhalten gedenkt – abgespeichert in seinem „Ich“, was solange über ihn herrscht. Daraus entsteht das bekannte „System“, wo „BRD“ und „Deutsches Reich“ nur subatomare Randerscheinungen in der Geschichte sind.

Ungläubigkeit ist dabei ein Phänomen, um zu verhindern, die eigenen, gewohnten Denk- und Verhaltensmuster und sich daraus ergebenden Sicht- und Handlungsweisen in Frage stellen zu müssen. In der Regel wird das Argument vorgeschoben, dass das Gehörte sicher nur ein Märchen sei. Erlebtes.

Das alles unterliegt bereits einem Bedeutungsschwund und zum „Pontifexen“ ist mittlerweile ja jeder aufgerufen, siehe „Laudato Si“.

Um das System „zu verlassen“, bedarf es eines geistigen, keines räumlich-materiellen Weges. Von dort aus entstehen neue Gedanken und Möglichkeiten.

„Gedanken.Schaffen.Wirklichkeit.“

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