Über die Entwicklung von Lösungen

Gern spricht man von Lösungen. Nicht selten wird „die berühmte Lösung“ jedoch mit „dem glorreichen Ziel“ verwechselt. Untermauert wird das Ganze dann auch noch mit einem: „Ich will das aber!“

„Ich will Kühe!“

In der Regel geht dabei ein selbstgeschaffener Leidensdruck mit einher, den man anderen „Verursachern“ allzu gern unterzujubeln gedenkt, um im Kern nur weiter seine Ruhe haben zu wollen. Auf der anderen Seite beginnt so mancher „etwas“ – in der Regel sich selbst – „bewegen“ zu wollen.

„Ich will eine Lösung! Alles andere interessiert mich nicht.“
„Ich will die Schweine hängen sehen!“

Das System – im Kern also die eigene, konditionierte Psyche – ist dabei sehr schlau, denn verleitet die oft dargebrachte Ablenkung allzu leicht die Systemteilnehmer, sich nicht oder nur ungenügend mit Veränderungen und damit verbundenen Anpassungen beschäftigen zu wollen – wie es irgendwie nur lange genug geht.

„Paradigmenwechsel hat nichts mit Austausch von Zündkerzen zu tun und dann geht die gewohnte Fahrt weiter.“

Inwieweit weit genug gedacht wird, sieht man in der Regel, dass wenn sich Lösungen lediglich durch „wegnehmen von anderen“, „ausschließen von anderen“ oder „Recht haben/wollen“ „Gewinnen und Verlieren“ „Polarisierung und Schuldzuweisungen“ hervortun.

„Eine Lösung ist dann erst gegeben, wenn alle im Boot sind. Und wer sich selbst dazu entscheidet, nicht mitmachen zu wollen, so ist dies seine eigene Entscheidung.“

Je größer der wahrgenommene Leidensdruck (Widerstand gegen Veränderung), desto mehr wird aus dem „Freiwillig“ ein gefühltes „Unfreiwillig“ – also ein gefühltes gezwungen werden. Und nur allzu schnell bewegt man sich im Alten.

Auch Flucht (als räumliche Verdrängung) ist dabei keine Alternative, da das „System“ in einem selbst wirkt und überall dabei ist.

Wenn sich neue Situationen entwickeln, so frage ich mich: „Was kann ich daraus lernen?“ Damit umgeht man das Spiel und den Kampf an sich und gelangt beim Handeln zur notwendigen Sachlichkeit. Vergesse ich diesen Gedanken, so bewege ich mich zunächst gewohnt in der Verteidigung.

Die Entwicklung der Sichtweise: „Überall gibt es etwas zu lernen“ arbeitet nicht nach der Vorstellung: „Heute so, Morgen so“, sondern ein ständiges Arbeiten an sich selbst – bis es sich irgendwann als gewohntes Verhalten „einstellt“.

„Das Ganze ist einfach eine sportliche Herausforderung.“

Doch nicht jeder ist dazu bereit, dies auch zu tun. Aufgeben ist dabei ein Aufgeben von sich selbst – zumindest eine Weile, bis es einen wieder packt. Es sei denn, man ignoriert das Ganze dann einfach – also nur durch gewohnte Verdrängung und mit dem Ergebnis, dass „es“ irgendwann verstärkt zurückkommt.

Eigene Erfahrungen haben gezeigt, das Wissen zu Beginn des Wandelprozesses zunächst mit „Wissen“ verwechselt wird. Denn allzu oft hört man dann das berühmte: „Ich weiß, ich weiß!“ Hinterfragt man dies jedoch, so ersetzt sich das „Gewusste“ schnell durch „Bekanntes“ oder „schon mal davon Gehörtes“. Klar Signale, um an sich zu arbeiten.
Denn führen nur eigene Entscheidungen und Erfahrungen erst zu einem Selbstbewusstsein, was sich bisher durch ein vorgekautes und nachgebetetes Fremdbewusstsein, durch Ruhigstellen und Unterhalten auszeichnete.

Es ist gefährlich zu behaupten, dass man etwas weiß, wenn das Handeln sich anschließend nur durch schnelles Kopieren von vorgefertigten Textbausteinen, Meinungen und Videolinks allein hervortut.
Denn schnell gelangt man in Situationen, wo dieses „Gewusste“ längst nicht mehr ausreicht und die Argumentationskette dann in sich zusammenfällt, weil es nicht genügt, es nur auswendig zu lernen und herunter zu beten.

Die Bildung einer tiefgründigen, eigenen Meinung ist aus meiner eigenen Erfahrung ein lohnenswerter Schritt für einen selbst.

Was sich als psychische Belastung und Leidensdruck hervortut, ist letztlich der wahrgenommene Widerstand gegen Veränderung in einem selbst. Somit ist erkennbar, dass der eigentliche Wandel in einem selbst stattfindet.
Und nicht selten zeigt sich, dass man sein bisheriges Leben auf einer Illusion aufgebaut hat, die alsdann zu Ende zu gehen scheint. Mangelndes Selbstvertrauen, durch fehlende eigene Erfahrung, tut dann darin ihr übriges.

Auch hier liegt der Entschluss beim Individuum selbst, dem Ganzen durch eigene Erfahrungen und Erkenntisse eine andere Bedeutung zuzumessen. Mit Aufgeben hat das nichts zu tun und am Ende überlebt auch nicht der Stärkste.

Das mag dem einen oder anderen jetzt alles fremd sein und seinen Vorstellungen von Sicherheit und Verteidigung entbehren. Wer kämpfen will – auch dies ist letztlich sein eigener Entschluss – spielt er nur jenes Spiel, was die anderen spielen, was am Ende ein Nullsummenspiel ist.

Also weiterdenken.

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