Über die Menschenrechte

Nicht selten fühlt sich der eine oder andere gelegentlich ermutigt, bei einer persönlichen Einschränkung, die Menschenrechte aus seinem Rechtsfundus zu kramen – so in den letzten Jahren des Öfteren beobachtet.

„Wir müssen die Menschenrechte einfordern“, entwich es – dabei die Fäuste ballend – bisweilen aus manch „unbescholdenem“ Munde und dann wurden fleißig Unsäglichkeiten aufgezählt.

Die Tage kam die Frage rein, ab wann im Kern eine Beeinträchtigung der Menschenrechte überhaupt stattfindet – besser: bereits vorliegt.
Denn gefordert wird ja nur allzu gern, wobei der eigene Balken im Auge geflissentlich übersehen wird.

Hinweis: Philosophische Betrachtungen sind keine für sich stehenden Angelegenheiten fernab der Gesellschaft, sondern wirken sich direkt im Alltag auf Wahrnehmung, Fühlen, Denken und Handeln und damit verbundene Auswirkungen aus.

Philosophie ist ein immanenter Bestandteil menschlichen Seins und Agierens und jenem System, jener Welt, die sich daraus ergibt und in welchem Verhältnis der Mensch dazu steht und die er zu ergründen und zu verstehen versucht (Bewusstwerdungsprozess. Man kann „Welt“ als eine Art Wechselwirkung zwischen Materie und Geist betrachten – der Mensch, als eigenverantwortlicher Akteur oder Werkzeug eines größeren Ganzen, zwischen verweilen und sich entwickeln.

Wer dies anzweifeln mag, sei gesagt: Auch der Mensch der alten Ordnung zeichnet sich durch eine Philosophie und davon abgeleitet einem Sein aus: einem sich wenig über sich selbst bewusst sein.

„Aus den Denk- und Verhaltensmustern aus denen die Probleme entstanden sind, kann man keine Lösungen entwickeln.“, Einstein 2.0

System: Etwas geschieht dann mit System, wenn ihm wiederkehrende Regelwerke zugrunde liegen, deren Auswirkungen in der täglichen Anwendung zu ähnlichen Ergebnissen und Erscheinungsformen führen. Das ist auch der Grund, warum es wenig nutzt, sich nur auf Inhalte, Angelegenheiten und Unsäglichkeiten zu konzentrieren, die aus(!) der Anwendung der Regelwerke hervorgehen, wenn die Regelwerke nicht hinterfragt werden, die Wahrnehmen, Fühlen, Denken und Handeln beeinflussen.

Besagte Regelwerke sind jene Konditionierungen, Denk- und Verhaltensmuster, die im Menschen „angelegt“ sind, die er in Frage zu stellen hat, wenn er über Absichtserklärungen und Willensbekundungen hinaus vorhat, dass sich etwas ändert – nirgends woanders.

Allzu gerne werden all jene Artikel eingefordert, die nach dem ersten Artikel folgen. Dabei bestimmt der erste Artikel im Wesentlichen die Existenz – also die Art und Weise des Lebens des Menschen im Umgang mit sich selbst, in der Gemeinschaft und der Natur und gleichfalls auch das Vorhandensein und die Notwendigkeit der nachfolgenden Artikel überhaupt.

Dazu einige Beispiele, die miteinander verknüpft sind:

„Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Grundgesetz, Art.1, Satz 1

Eine unantastbare Würde muss nicht schützt werden. Schützen will sich immer nur das „Ich“ vor weiteren Verletzungen und Kränkungen.
„Schützen“, erstmals hervorgegangen aus der eigenen Bestrafung für eigenständiges sich entwickeln wollen durch eine Autorität (in der Regel auch ein verletztes „Ich“), was nicht selten eine Infragestellung der Autorität selbst zur Folge gehabt hätte.
Bestrafung und Belohnung sind Methoden der Kontrolle zur Unterwerfung und Entsprechung (Und was man selbst nicht hat oder kann, wird in der Regel auch keinem anderen gegönnt. Das nennt man Neid.).

„Die Rechtsfähigkeit des Menschen beginnt mit der Vollendung der Geburt.“ 1§ BGB

An dieser Stelle entscheidet der Mensch zwischen positivem und überpositivem Recht, was er in der Regel nicht weiß und so in die Fiktion hinein gelangt. Überpositives Recht nennt sich auch Vernunftsrecht. Da, schau‘ her!

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen.“ Artikel 1, Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

Vernunft und Gewissen gehören zu den beiden wesentlichen Aufgaben menschlicher Entfaltung und beeinflussen maßgeblich den Umgang mit sich selbst, mit seinem Umfeld und der Natur im Ganzen. Beider Entwicklung und Vorhandensein lesen sich am Handeln des Menschen ab. Begabung weist auf die Aufgabe der Entwicklung hin, nicht auf ein entfaltetes Vorhandensein.

Die gesellschaftlich tolerierte Unvernunft, gern verkauf als „Vernunft“ und damit verbundenem Mangel an Gewissen, zeigt sich in den weltweit dargebotenen Auswirkungen. Beginnen kann der Mensch nur bei sich selbst. Dazu ist es notwendig zu erkennen, dass es bei Geschehenem nicht um Schuld oder Unschuld geht, was ebenfalls nur Erfindungen sind, um den eigenen Grips nicht beanspruchen zu müssen. Schuldzuweisung ist Selbstentmachtung, durch Abkehr vom natürlichen Lernprozess.

„Der Mensch (Gesellschaft) gewährleistet durch arbeitsteilige Wertschöpfung (Ökonomie) seine Lebensgrundlagen, bei sinn- und vernunftvollem Einsatz (Ökologie) der natürlichen Ressourcen (Natur).“

Durch die als „normal“ angesehene Fremdbestimmung (in gewohnter künstlicher Fortführung durch: „Du bist solange gut, solange mir das gefällt.“), vergeht sich der Mensch sowohl an sich selbst, an dem ihm anvertrauten jungen Menschen sowie an den selbst aufgestellten Regelwerken.

Dies, wenn er sich der Aufgabe der Entfaltung von Vernunft und Gewissen, entzieht, sich oder andere durch Belohnung (für unbewusst und betreut bleiben wollen), der Bedrohung und Bestrafung und anderer das Leben in seiner Entfaltung beeinträchtigenden Handlungen.

Alles andere gehört in der Tat in eine Betreuungsanstalt, was Staaten im Kern sind und allen damit verbundenen, geschaffenen Institutionen (Kindergarten, Schule, Staat), Methoden (Belohnung und Bestrafung unter dem Aspekt der Beibehaltung der Betreuung und damit verbundener Unterlassung der individuell-gesellschaftlichen Entwicklung, siehe Eingangsfrage) und Werkzeugen der Fremdbestimmung (die Mehrheit der Konventionen, Politik, Legislative, Judikative, Exekutive und Verwaltung, Steuern und Abgaben sowie das Geldsystem im Ganzen).

Wem gerade aufgefallen ist, dass die Ökonomie hier zu kurz kam, hat dies den Grund, dass der Akt der Wertschöpfung (Veränderung von Materie) sowohl zum Zwecke der geistigen Entwicklung des Menschen wie auch zur Gewährleistung seiner materiellen Existenz gedacht ist. Der Aspekt der Fremdbestimmung in nahezu allen Bereichen, lässt den Menschen sich selbst ausbeuten, während er sich dabei selbst der Menschenrechte beraubt, die er bei anderen einzufordern meint.

Zur Aufrechterhaltung der Mehrzahl ökonomischer Teilsysteme bedient man sich heute noch der der Hierarchie mit ihren Vorgesetzten (im Auftrag handelnd, jedoch ohne eigenen Wertschöpfungsanteil), einer Struktur, die sich über die Zeit, durch Zunahme ihren eigenen Komplexität zunehmend in angrenzende „Lebensbereiche“ einmischt, um sich selbst zu erhalten – es entsteht zunehmend eine symbiotisch-parasitäre Beziehung und damit verbundener Konflikte. Konflikte aufgrund einer überholten Form der Organisation: der Hierarchie.

Das gilt im Kern für alle Strukturen, die sich an den Wertschöpfungsprozessen anheften, um ihre eigenen Lebensgrundlagen gewährleisten zu wollen.
Das nennt sich Sklaverei, selbst wenn sich so mancher bewusst in dieser Rolle aufhält, er „müsse ja so handeln.
Umdenken ist also angesagt, was eine Überwindung konventioneller Denkweisen erforderlich macht, die auf Trennung und Abgrenzung abzielen.

Über die letzten zehn Jahre intensiver Systembetrachtungen, wo der Fokus auch auf der  Wirtschaft mit ihren vielen Absichtserklärungen, Experimenten und  Beschäftigungsorgien zur Verbesserung der eigenen Produktivität lag sowie der Politik mit ihren vielen Versprechungen, der Bildung, dem Rechtssystem, der Gesellschaft und ihrer künstlich geschaffenen politischen und monotheistisch-klerikalen Ideologien, war es irgendwann an der Zeit, den Fokus auf den Menschen selbst zu legen.

Und je mehr ich mich damit auseinandersetzte, wurde mir klar, dass man sich der der meist vergeblichen Suche nach Lösungen kollektiv im Außen und auf der Suche nach Schuldigen hervortat, hervortut und vertut.
Dies alles in der Vorstellung mit genug Scheinbeschäftigung, was einem Umrühren von Gemüsesuppe gleichkommt, der man mit ständigem Umrühren einen anderen Geschmack zu verleihen versucht, um der sich zuspitzenden Lage wieder „Herr werden“ zu wollen.

Durch Symptombekämpfung (ein Verhalten aus der Verdrängung heraus) verwandeln sich einstige Strukturen zunehmend in marode und pflegebedürftige Gebilde, deren ziel nicht mehr ist, wer ist der Beste, sondern, wer überlebt am längsten. Mehrheitliche Lösungsansätze führen dabei nur zu einer Verschlimmbesserung, selbst wenn die Errungenschaft noch so toll glänzen, über die Verzögerung (Zeit wird als Verzögerung zwischen mindestens zwei Zuständen wahrgenommen) die Auswirkungen werden nicht selten gerne übersehen oder entpuppen sich später als neue Beschäftigungsfelder.

Dies, indem man durch stets prinzipiell gleiches Handeln (Symptombekämpfung) auf andere Ergebnisse gehofft wird –  Hauptsache jeder ist beschäftigt und wird dafür belohnt, damit er ja seine „Schulden“ abtragen kann, die sich durch seine Kredite und damit verbundene Zinsen (die nicht mitgeschaffen werden) entstanden sind. Der Sklave, der sich selbst versklavt, weil er nicht umzudenken bereit ist.

Erkennbar, dass sich alles so erfüllen muss, wie es so mancher bereits erahnt.

Dabei ist der erste Schritt zur Lösung so einfach: Es braucht lediglich Selbstvertrauen, Mut und Entschlossenheit.

P.S. Neulich ist die Polizei herumgelaufen und hat mit möglichen Tätern vorab schon mal schriftliche Vereinbarungen getroffen, damit es nach dem 25. Mai keine Probleme mit dem DSGVO gibt, wenn Fahndungsfotos in der Öffentlichkeit auftauchen…

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