Über die zunehmende Unordnung und ihrem Ursprung

Es ist doch immer wieder erfrischend, wenn man beim gemeinsamen Telefonat noch das eine oder andere Thema findet, was sich mit Systemstrukturen, dem damit verbundenen Einfluss des Menschen und der Rückbezüglichkeit auf sich selbst – also seine Wahrnehmung, sein Fühlen, Denken und Handeln. Wir stehen mit der Außenwelt in ständiger Wechselbeziehung.

Warum die Welt kompliziert wurde
Die mehrheitliche Konditionierung nach dem Prinzip: „Du bist solange gut, solange mir dies gefällt“ führt dazu, dass der Mensch bereits in den jungen Jahren, sich im Außen orientiert, um den „Vorgaben und Gewohnheiten“ in der Familie zu entsprechen (vordringlicher Materialismus, bedingte: Liebe, Anerkennung, Aufmerksamkeit, Zugehörigkeit und somit auch Manipulierbarkeit).

Sicher gibt es auch Ausnahmen, wo der Mensch sich auf einer nahezu bedingungslose Weise entwickelt hat und gern umgibt sich so mancher auch mit diesem Gedanken – zumindest solange, bis er in eine Situation gerät, wo er sich doch über andere erhebt – Beobachtetes und Erlebtes. Nicht selten wird auch das Wort „Souveränität“ von jenen vollmundig propagiert, doch sieht die Realität später anders aus.

„Theorie und Praxis sind halt zwei unterschiedliche Paar Schuhe.“

Die Einhaltung des Vertrages: „Du bist solange gut…“ führt dazu, dass der Mensch im Außen und in der Fremdbestimmung verweilt (artgerechtes Verhalten) und so selbst nur ein mangelndes Selbstvertrauen entwickelt.

Dieses mangelnde Selbstvertrauen wiederum versucht er durch Erringen von Aufmerksamkeit, Gehabe, Anerkennung und Materialismus (als Statussymbole einer „Wertegesellschaft“) im Außen zu erreichen – gleichzeitig herrscht das Bestreben, dadurch entsprechende Sicherheit im Außen (und im Inneren) erlangen zu wollen.

„Meine Frau, mein Haus, mein Auto, meine Jacht.“

Da dieses innere „Schwarze Loch“ sich mit noch soviel Materie, Besitz, Hab und Gut nicht füllen lässt und die so geschaffene Ruhe nur eine Weile anhält, bis die innere Unsicherheit wieder herrscht, nimmt dabei die Komplexität im eigenen Handlungsumfeld stetig zu.

Das ganze Verhalten ist das eines Süchtigen und die Ursache ist der Regel die gleiche (siehe oben) – lediglich die Behandlungsmethoden und „Suchtmittel“ sind unterschiedlicher Natur.

Ein konditioniertes Defizit mit weitreichenden Auswirkungen, wenn es um Beschäftigung, Geschäftemacherei, Produkte, Dienstleistungen zur Behandlung von „Problemen“, Symptomen und Syndromen geht. Willkommen in der aktuellen Welt zunehmenden Durcheinanders und Komplexität.

Und je komplexer eine Struktur (z.B. Unternehmen oder Familienbesitz) wird, umso mehr Energieaufwand und Aufmerksamkeit ist dazu notwendig, um alles zusammen und am Laufen zu halten und gleichzeitig sollte sie Struktur ja auch noch eine Funktion (Aufgabe) erfüllen. Um beides zu gewährleisten (Strukturerhaltung und Aufgabenerfüllung), kommen unterschiedliche Energieformen zum Einsatz – in der Regel sind es Geldmittel, Wertschöpfung und Ressourcen.

Und wie im kleinen, so im Großen und dann zieht man in den Krieg, um sich durch fremde Wertschöpfung und Ressourcen zu Hause die eigenen Strukturen erhalten zu lassen.

Und jetzt stelle man sich einfach mal eine Verwaltung vor, die sich zunehmend komplexer gestaltet (durch Symptombekämpfungen und -beschäftigung) und die ökonomischen Strukturen sollen dies aufrecht erhalten.

Man sieht, ohne Betrachtung der verursachenden Verhaltensmuster, würde sich das ganze Szenario der alten Ordnung nur wiederholen, was den eigentlichen Interessenten sicher willkommen wäre. Auf der anderen Seite hat die zugenommene Komplexität natürlich auch einen Entwicklungsvorteil: Ein heranwachsender Fötus ist das materielle Gegenstück zum kollektiven Bewusstsein irgendwann ist eine gewissen Form der Komplexität erreicht und es erfolgt eine Veränderung: eine Geburt.

Und Bewusstwerdung hat etwas mit Informationen und zunehmenden Informationsgehalt und -dichte zu tun.

Man sieht, man kann dem alten System auch etwas Positives abgewinnen und das alles seinen Sinn hat.

„Man könnte sagen, wir sind Marionetten. Aber ich glaube, wir sind Marionetten mit Wahrnehmungsvermögen – mit einem Bewusstsein. Manchmal können wir die Fäden sehen – und vielleicht ist dieses Bewusstsein der erste Schritt zu unserer Befreiung.“ Stanley Milgram, Experimenter

P.S. Man sieht, dass ein innerer Klarwerdungsprozess sich auch im Außen zeigt, durch eine zunehmende Ordnung und Abnahme von unnötigen Abhängigkeiten.

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