US-Haushaltsdefizit – Zeichen der Zeit

http://tinyurl.com/67unmyp (Handelsblatt)

Kürzungen allein werden die Situation nicht verbessern. Ganz im Gegenteil. Das Problem wird nur verschoben. Verschoben auf die, die sich der Sparmaßnahmen nicht widersetzen können, was nur zu weiterem Vertrauensverlust führt. Da bei hierarchischen Systemstrukturen, Maßnahmen stets nach „unten fallen“. Ein klares Zeichen für unzeitgemäße Organisationsmuster. Der Druck an der Basis wird unerträglich, die Karriereprobanden und Betroffenen, im Taumel eines selbstgeschaffenen „Wackelpudding-Fundaments“ in Zeiten des globalen Wandels. Ein Land „selbsternannter Freiheit und Befreier“ schafft sich ab. Denn 38 Mrd. US-Dollar Einsparmaßnahmen, wirken gegenüber 14,3 Billionen US-Dollar Schulden eher wie ein verzweifelter Versuch, die Kurve nochmals bekommen zu wollen. Da nutzt es auch nichts, wenn die beiden Stammparteien sich einigen. Denn was wollen sie noch teilen? Und vor allem: für wen?

Worüber sich die US-Regierung, wie auch mehrheitlich westliche Systeme kaum Gedanken machen – woher sollte sie dies auch wissen – ist ein Blick auf die globalen Veränderungen, die sich rein auf der ökonomischen Ebene globaler Verschiebungen abspielen. Denen man sich mehrheitlich – wie auch in unserem Land – wie auch in der EU, nur oberflächlich widmet, außer Stande, diese als reine Zeitzeichen zu interpretieren, die auf Unzulänglichkeiten in der Systemdynamik und notwendiger Anpassungsfähigkeit hinweisen.

All die Länder, die sich jetzt in der Krise befinden, lassen sich nicht dadurch herausführen, indem man alles beim Alten lässt, abwartet oder sich durch gehobene Nachfrage „euphorisiert“. Strukturen lassen sich nicht dadurch retten, indem man versucht, alles mit erheblichen Geldmitteleinsatz „retten“ oder durch „zu Tode sparen“ ersticken zu wollen, was letztlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein bedeutet. Dies gilt gleichermaßen für Irland, Portugal, Spanien usw. USA macht es auf planetarischer Ebene vor: Sie ist Schuldner Nr.1.

Denn ist es mehrheitliches Wunschdenken, sich durch künstliche Organisationsgebilde in eine „neue Zeit“ retten zu wollen, im Irrglauben, weil „früher“ so funktionierte, dass gelerntes Handeln auch heute noch so wirksam sei.
Nichts ist fataler, als die mehrheitliche Vorstellung, es gäbe grundsätzliche Handlungsmuster, die immer angewendet, zu den selben erhofften Ergebnissen führen. Auch dann, wenn sich das „Wirkumfeld“ bereits soweit verändert hat, dass eine vollkommen andere Situation vorliegt.

Und warum das Ganze?

Die Antwort ist einerseits so einfach, für die geprägte Mehrheit jedoch so schwer zu akzeptieren: Die Mehrheit hat nicht gelernt in dynamischen Systemen (dynamisch vernetzten Beziehungsmustern), wechselseitigen Abhängigkeiten, kybernetischen, symbiotischen, synergetischen und kausalen Wirkprinzipien zu denken und zu handeln (gestalten und nicht gestalten zu lassen).

Man kann es nur immer wieder wiederholen: Der Mensch lernte (und lernt) Probleme dort lösen zu wollen, wo sie sicht- und spürbar in Erscheinung treten. Dadurch schuf er sich selbst die Komplexität in den Systemen, die ihm nun um die Ohren fliegen. Anfänglich funktionelle Systemstrukturen degenerierten zu altersschwachen Pflegefällen, bei gleichzeitigem Bedarf, alles mit allen Mittel „erhalten“ zu wollen.

Einzig gelernte „Gegenmaßnahmen“: Mehr Arbeiten (Tun) für immer weniger, Mehr Druck und Schuldzuweisungen, mehr Geldmitteleinsatz und somit auch Verschuldung. Geld wird bekanntlicherweise aus dem Nichts geschaffen und durch Zins und Zinseszins in ein exponentielles Wachstum gebracht, was die Probanden in einen Teufelskreis der Wachstumsspirale führt, letztlich zum Zusammenbruch (meist macht man dann eine sogenannte „Währungsreform“) führt.

Während andere die Zeichen der Zeit für sich nutzen, bewegt sich die westliche Welt nach wie vor in einem hausgemachten, isomorphen „Todesstrudel“ mangelnder Anpassungsfähigkeit und hoffnungsgeprägtem Wunschdenkens. Da täuschen auch nicht die viel beschworenen und propagierten Wachstumsprognosen hinweg. Sie stellen nur ein kurzes „Aufblicken“, ein Hinweis dar, endlich die richtigen Wege zu gehen.

Der weit verbreitete Irrtum, das Prinzip „vom Mehr des Selben“ sei die Lösung für all die „sichtbaren“ Probleme, mit denen man sich ( durch einmal gelernte Methoden und Verhaltensmuster) auseinandersetzt, führen in einem Teufelskreis: Die Lösung ist das Problem.

Alles in allem kann und darf man niemandem Schuld zuweisen, denn es wurde nicht anders gelernt. Aber wer lässt sich dis schon gerne sagen, herrscht weiterhin die weitverbreitete, kollektiv anerkannte Verantwortungsverschiebung.

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