Veränderungen

Ich dachte spontan an eine Liste jener Funktionen und Begriffe, die repräsentativ für die alte Weltordnung stehen, die sich aus unbewusst-konkludent-vereinbarter und „beibehaltener“ Unvernunft und damit einhergehender „Notwendigkeit der Betreuung“ über die  letzten Jahrtausende ergeben und bis zum heutigen Tage als „geistiger Virus“ erhalten hat. In der Regel unbeachtet, wirkt und beeinflusst er maßgeblich das gesellschaftliche Denken und Verhalten und auch der Grund, warum sich Geschichte wiederholt.

So komme ich zunächst auf die natürliche Kernursache, auf der die Ordnung zurückzuführen ist.

Junger Mensch kommt durch seine Mutter zur Welt; es besteht ein natürlich-materieller Bedarf, der durch Außen zu stillen ist. Der vordringlichen Orientierung im Außen besteht ein weiterer Prozess: der geistige Lern- und Entwicklungsprozess, der sich in der Regel durch das Erleben von eigenen Erfahrungen auszeichnet.

Die Mutter-Kind-Beziehung ist die „erste“ Beziehung und da die Mutter das Kind nur „schützen“ will, bestimmt sie über seine Entwicklung durch das Prinzip: „Du bist solange gut, wie mir das gefällt.“ (Das Prinzip der Gleichschaltung).

„Willst Du nicht mein Bruder sein…“

„Solange Du Deine Füße unter meinen Tisch stellst…“

„Immer schön brav und artig sein…“

Daraus ergibt sich: Betreuung im Kindergarten, Noten (Bewertungssystem) in der Schule, Politik als beauftragte Gestalter, Gerichte, Polizei, Armeen, Gesetze, Kampf, klassische Organisatiosform eines Staat, Verwaltung, Volk, Steuern, Gebiet, Land, konventionell-traditionelle Rangordnungen und Vorgesetzte in jeglicher Form und auf jeglicher gesellschaftlicher Ebene.

Methoden: bedingte Liebe, Anerkennung, Zugehörigkeit, Aufmerksamkeit, Belohnung und Bestrafung, Schuldzuweisung, Stigmatisierung, Behandlung, Ausgrenzung, Fremdbestimmung, Sucht und Suche, Eroberung und Unterwerfung, Durchsetzung, Besetzung, Oktroyierung &c.

Geistige Haltung zur Erhaltung des Bestehenden: Neurosen, Psychosen, innere Leere, Projektion statt Selbstreflektion, innerer Mangel, geringes Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen (durch Projektion zu Misstrauen), Selbstwertschätzung, Ohnmacht und Macht, Polarisierung (Gut und Böse) &c.

Organisationsform: Hierarchie.

Ökonomisch-ökologische Aspekte und Handlungsmuster: Zunächst der Hintergrund „ökonomisch-ökologischen Handelns“, der sich aus dem beibehaltenen materiellen-geistigen Bedarf des Individuums ergibt und kollektiv „vereint“, durch „projizierte Unvernunft“ zu Vorgesetzen und der Hierarchie führt.
Und damit sich jeder darin „artig“ eingliedert, bedarf es „Marktlücken“ (also Engpässe), die es mit Fachexperten zu besetzen gilt. Und irgendwann ist ein System so komplex, dass es Energie mehr zu seiner Aufrechterhaltung benötigt, als zur Erfüllung seiner Aufgabe und es folgt der Exitus – solange kein Umdenken stattfindet.

Falsch gelernte Angst beherrscht zum Systemende hin die Köpfe der Mehrheit, auf der Suche nach Schuldigen und Auswegen – innerhalb gesellschaflticher Konventionen – die zu jenen Problemen führen, derer man sich gleichzeitig zu erwehren versucht. Dies durch einen selbst vorenthaltenen Umdenkprozess.

 „Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“ A. Einstein (Hinweis: Da steht Denkweise, nicht Wissen!)

„Du stehst mit Deiner Meinung alleine da.“ „Wenigstens ist es meine eigene.“

„Wir müssen die Menschenrechte einfordern!“ „Von wem? Ist es nicht eher deine eigene Aufgabe an dich selbst? Denn Vernunft ist jener wesentlicher Mechanimsmus, dem sich der Einzelne für sich zu stellen hat und erkannt und verstanden so auch nach außen wirkt und schrittweise zu einer neuen Ordnung führt.“

„Wir können erst mildtätig sein, wenn wir Geld haben.“

Mechanismen zur Aufrechterhaltung der „Ordnung“ sind: Das Rechtssystem, das Geldsystem, konditionierte und dadurch „gewohnte“ Denk- und Verhaltensmuster – aktuell die Mehrheit aller Konventionen, an denen man festzuhalten gedenkt, während sich daraus die wahrgenommenen Probleme (selbst) erzeugen.

Es gilt also eine Brücke zu bauen zwischen den wahrgenommenen Problemen (Phänomene, Symptome) hin zu einer neuen Sicht- und Handlungsweise. Denn vor dem Umhandeln benötigt es eine Umdenken.

„Ja, ich weiß…“ „Reicht aber nicht…“

Die gegenseitige „Unterhaltung“ erfolgt durch wechselseitiges Triggern der entsprechenden Muster, ähnlich einer kollektiven Waschmaschine. Und wer da nicht mitmacht, wird stigmatisiert. Basta.

Gespräche der letzten Zeit zeigen, dass es für das Individuum auf einen einzigen Punkt hinläuft, dass er sein eigenes Hiersein (bisher Gelerntes und Handeln) zur Gänze in Frage stellt und zu einer neuen Bedeutung führt. Das ist die eigentliche Befreiung, der eigentliche Kampf, der eigentliche Dschihad – woran man wächst oder selbst (entscheidend) daran scheitert.

An dieser Stelle kann man auch erkennen, dass die Aufgabe nicht nur westliche Gemeinschaften betrifft. Denn wo hört Westen auf, wenn man im Westen angekommen ist?

Rückbetrachtet, geschah dieser Moment meiner eigenen Infragestellung bereits in 2008, als ich erkannte, dass mein eigenes Handeln (Medienentwicklung und Kommunikation) zum damaligen Zeitpunkt gar nicht weit genug ging, da es nicht ausreichte, einem Unternehmen nur ein technisch-gestalterisch ausgefeiltes Kleidchen zu verkaufen.
Nach dieser ernüchternden Erkenntnis war ich selbst eine ganze Weile nicht mehr in der Lage, auf die alte Art und Weise (oberflächlicher Kaschierung) tätig zu sein.

„Und wer nichts arbeitet, muss ja faul sein,“ sagt der Skalve zu seinem gegenüber.

Auch erkenne ich jetzt, dass ich keine Lösungen mehr entwickle, die sich rein mit oberflächlicher Zurschaustellung beschäftigen, denn diese funktionieren nicht. Der Grund, warum viele Projekte uninteressant sind, solange die Bereitschaft nicht gegeben ist, dass auch der Auftraggeber sich auf den Prozess tiefergehender Betrachtungen einlässt.

Denn Kommunikation muss, um authentisch zu sein aus den Tiefen eines Systems kommen – dazu bedarf es jener Betrachtung und nebenbei ergibt sich nicht selten auch die Erkenntnis über bisher unbekannt Potentiale – so wie bei beim Individuum selbst.

Daraus ergibt sich jene Kraft aus dem Inneren, welche mit keinem lauten Geblöke, Geschreie, Gewalt oder was sonst in dieser Richtung geht vorgetäuscht werden kann.

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