Verdienen, verdingen, verkaufen, versuchen – Ende Gelände

Der heutige Beitrag ist dazu gedacht, einzelne Szenarien aufzuzeigen, um darüber vorzudenken.

Sicher kennen Sie diese „allgemeine“ Aussage, „man müsse sich ja gegenseitig helfen“. Ich habe mir die Mühe gemacht, dieser Sache rückblickend nachzugehen und festgestellt, dass unter „helfen“ und „gegenseitig“ meist eine recht merkwürdige, als „normal“ deklarierte Form der Zusammenarbeit gehandhabt werden soll, die jedoch alles andere „normal“ ist.

Wirksame Zusammenarbeit entsteht dann, wenn jeder im Sinne seines Könnens i. V. m. Auf dieses Können zugeschnittenen Aufgabe, im Sinne des Gesamtergebnisses sein Bestes dazu beitragen kann und mag. Wie sieht jedoch so manche Realität aus?

Einer macht es, während fünf drum herumstehen, ständig mitreden und mitbestimmen wollen, wie dies und dass zu geschehen hätte. Ich sage extra hätte, weil dieses Verhalten der gewohnten Fremdbestimmung entspringt – zu finden in der kleinsten Hütte.

Recht früh habe ich das abgestellt, da hier eine „abnormale“ Form der Zusammenarbeit gelebt wird. Denn wer sagt dem Bäcker, welches Mehl zu verwenden und wie er die Brötchen zu backen hat?

„Wir geben dir das Geld, damit du es nachher so machen sollst, wie wir uns das vorstellen.“ „Dann spart Euch das Geld, da ihr es ja selbst machen könnt.“ Sinngemäßer Dialog in 2015

Kennen Sie das? Sie hören von einer Situation, folgen einer unscheinbaren Einladung das eine oder andere aktiv zu unterstützen. Und noch während Sie sich vor Ort ein Bild machen, entwickelt sich das Szenario „wie von Geisterhand“ zu einem Irrenhaus, wo alle irgendwie wild am Wursteln, Fuhrwerken und Bekämpfen von Symptomen sind und Sie nach Möglichkeit „natürlich“ auch noch mitmachen sollen (Wobei das keiner offen zum Ausdruck bringt).

Derartigen Szenarien geht nicht selten ein „Becircen“ mit vielen „süßen Worten“, „Versprechungen“, Aufzählung von „Möglichkeiten“ und „Machbarem“ voraus.

Da ich mich hin und wieder mit anderen zu aktuellen Situationen austausche, beobachte nicht nur ich ein Phänomen, was bei näherer Betrachtung darauf hinweist, bei herangetragenen „Problemen“ (Herausforderungen) nichts mehr zu unternehmen, die sich grundsätzlich mit der Erhaltung des Alten beschäftigen.

Dabei erreicht mich hin und wieder das eine oder andere Thema aus der Vergangenheit, wo bereits damals klar war, dass das übliche Traktieren jener zu nichts führt, dabei a) ein unumkehrbarer Veränderungsprozess in Gang gesetzt wurde und b) diejenigen durch ihre eigene „Vorarbeit“ den „Karren selbst in den Dreck gefahren“ hatten und die Häscher in Erwartung bereits vor der Tür standen oder nun stehen.

„Ein Mann kommt mit einem gebratenen, halben Hähnchen zum Tierarzt: „Herr Doktor, kann man da noch etwas machen?“

Um es so auszudrücken, deutlich zeigt sich, das Alte nicht mehr zu unterstützen. Es geht dabei auch nicht darum, ob man für oder gegen etwas ist. Solange, man ihm Aufmerksamkeit gibt, reicht es aus.
Der gewohnte Denker würde jetzt fragen: „Worauf soll denn dann die Aufmerksamkeit gelegt werden?“ „Auf das Neue. Dies selbst zu erkennen, ist wiederum Aufgabe des Einzelnen selbst und kann nicht im Sinne der Auferlegung gehandhabt werden.“

Wer mit diesem Gedanken nichts anzufangen weiß, liegt es einfach daran, dass er dabei an alles denkt, woran er sich zu klammern meinen müsste, nur nicht an die Aufgabe und Notwendigkeit, sich selbst zu entwickeln, im sinne der Regelwerke und Prinzipien des „Neuen“ – also das Leben selbst und nicht denen der Simulation, in der er üblicherweise unterwegs ist.

Das Alte offenbart sich mehr und mehr als ein Zerrbild seiner selbst und seiner Verfechter und belohnt gläubigen Anhängerschaft und dass es sich endlich zu Grabe bringen mag. Dabei wirkt der gesellschaftliche Verfallsprozess („Wir wollen, dass ihr es mal besser habt, als wir, wenn ihr so seid, wie uns das gefällt.“) automatisch.

Beflügelt wird dies mit den einströmenden Informationen alternativloser Unsäglichkeiten, die es ab demnächst für die breite Masse zu ertragen gilt.
Der Druck steigt, der gewohnte Denker sieht sich in der Regel in der Rolle eines „Opfers der Umstände“, also in seiner anerzogenen Haltung der Schuldzuweisung – und genau aus diesem Grund steigt der Druck weiter.

Führt sich jemand selbst in Bedrängnis – was in der Regel der Fall ist – besteht die Aufgabe meist darin, dass es „nachher“ wie gewohnt (im Alten) weitergehen soll. Wenn dabei vorher bereits ein Leidensprozess erkennbar war, sollte dieses Niveau nachher mindestens erhalten bleiben.

Da sich das Alte zunehmend zu Grabe trägt, ist es reine Zeitvergeudung, an seiner „Erhaltung“ wirken zu wollen. Die Betroffene können, bzw. wollen dies meist nicht erkennen und so kann man sich auch jegliche Diskussion ersparen.
Auf der anderen Seite wird jeder, der nicht an der Erhaltung (nach vorgegebenen Regeln) mitmacht, als „Feind“ deklariert und ausgeschlossen. Das wiederum erhöht zusätzlich den Druck auf die Verbliebenen. Der Irrsinn nimmt seinen Lauf.

„Den ärgsten Feind findet man dort, wo man ihn zuletzt erwartet.“ Julius Cäsar, 75. v. Chr.

„Durch das Erfinden eines äußeren Feindes erschaffen wir uns gewöhnlich reale Feinde. Und das wird dann zu einer realen Gefahr für das „Ich“, obwohl es auch dessen Schöpfung ist.“ Dr. Peter Fonagy, PH.D., FBA

„Etwas wie einen äußeren Feind“ gibt es nicht. Egal, was die Stimme in ihrem Kopf Ihnen sagt. Alle Feindbilder, die wir haben, sind nur  Projektionen des „Ichs“, als der Feind selbst.“ Dr. Deepak Chopra, M. D.

„Daran erkennen wir, dass all unsere Feinde unsere eigene Erfindung sind.“ Dr. Peter Fonagy, Ph. D., FBA

„Ihr größter Feind, ist Ihr eigenes Selbstbild. Ihr „Ich“. Dr. Obadiah S. Harris, Ph.D.

An diesem Punkt zeigt sich auch klar und deutlich, dass man die Handlungsprinzipien der alten Ordnung nicht mit denen der neuen Ordnung mischen kann/darf und soll. Das regelt sich recht schnell von selbst und das sich zeigenden Feedback sagt: „Das Alte ist nicht mehr deine Baustelle!“

Während man sich früher im Alten durch „entlohnte“ Spezialisierung gegenseitig zu helfen schien, sorgte man durch die Übernahme „der Probleme der anderen“ jedoch nur dafür, dass sich der „Problemgeber“ selbst nicht entwickelte. „Weitermachen wie bisher“, lautete die Parole.

Wenn ich hier oder da den einen oder anderen erlebe oder am Telefon von ihm erfahre, dass er in seinem Tun nicht weiterkommt, sich im Kreise dreht, sich sogar widerspricht (das Gesagte entspricht nicht dem Getanen) oder sogar dabei ist, sich durch seine Entscheidungen weiter und weiter abzuschaffen, weise ich kurz darauf hin und wenn darauf gar nicht reagiert wird, erspare ich mir weitere Bemühungen.

„Einen Jagdhund braucht man nicht zur Arbeit zu tragen – einen Pekingesen auch nicht.“

P.S. „Zur Freiheit bedarf es nur des Mutes. Doch wisse: Es gibt immer nur ein Mitkommen und kein Mitnehmen.“