Vom „funktionierenden“ zum selbstbestimmenden Menschen

Zu fragen, was man in einer Situation zu lernen hat, nimmt so manchem Szenario die Schärfe, da es im Kern nur darum geht, sich in seinem menschlichen Verhalten zu entwickeln.
Was den beruflichen Alltag betrifft, wird sich ja fleißig entwickelt, weil es in der Regel mit Anerkennung (Geld, Eigentum, Besitz, Hab und Gut, Pöstchen) verbunden ist.

„Streng dich an, damit du mal was wirst“, ist hierbei das übliche Argument, um den jungen Probanden für das Leben (eher: für die Simulation des Lebens), die „Anstalt“ vorzubereiten. Das Menschliche wird dabei gerne „außen vorgelassen“. Wer braucht schon „Sein“? Es hat ja nur was mit Entwicklung der Vernunft und des Gewissens, Selbstbestimmung usw. zu tun.

„Mein Handy…, mein Handy und… mein Handy.“

„Ich bin Groot.“

Doch auch der Mensch der alten Ordnung zeichnet sich durch ein Sein aus: ein wenig über sich bewusst sein. so ist er prima manipulierbar und wenn er mal aufmuckt, dann nur mit Kampf und Widerstand. Welche in jedem Fall dafür sorgen, dass er sich nicht entwickelt und irgendwann reumütig zurückkehrt oder sich einfach verdünnisiert.

Das mangelnde Fundament seines „Seins“ wird ihm in extremen Situationen oder bei fundamentalen Veränderungen zum Verhängnis.

Doch wie sieht es aus, wenn die „Ausgebildeten“ nicht mehr „gebraucht“ werden? Dann kommt in der Regel der Zusammenbruch und alles ändert sich, weil jene ihre Lebensgrundlagen auf Äußerlichkeiten und Entsprechungen aufgebaut haben und beim „Rückzug“ auf ein eher dünnes persönliches Fundament „fallen“.

„Keine Familie, kein Haus, kein Auto, keine Jacht. Kein Leben?“

Der einseitig(!) ökonomisch konditionierte Mensch (also wenig Ökologie (Begriff für vernunftvolles Handeln)) kann also keine wirkliche Basis einer Gesellschaft sein.

„Der Mensch (Gesellschaft) gewährleistet durch (arbeitsteilige) Wertschöpfung (Ökonomie) seine Lebensgrundlagen, bei sinn- und vernunftvollem Einsatz (Ökologie) der natürlichen Ressourcen (Natur), dabei auch seinen eigenen, inneren Entwicklungsprozess im Auge.“  Version 2.0

Nicht selten begegnet mir im Dialog die Frage: „Ja, wie willst DU das den ANDEREN denn beibringen?“

Schon interessant, wie sich Menschen im direkten Dialog selbst aus einer Betrachtung „herausdividieren“, wenn es um grundsätzliche Fragestellungen in Bezug zur Gesellschaft geht. Ein Phänomen mangelnder Selbstwahrnehmung und Handlungsbereitschaft. Jene wissen meist worum es geht, tun jedoch nichts, was ihr öffentliches Bild des braven Deutschen oder sein Hab und Gut gefährden würde.

Lieber gibt man sich eifrig den gewohnten Denk- und Verhaltensweisen hin und bereitet sich jetzt schon mal darauf vor, dem Feind eines Tages „eins aufs Maul hauen“ zu können. Dass der Feind nur eine Erfindung „Ichs“ des Betrachters ist, wird dem Betrachter recht selten klar – denn er funktioniert ja nur.

Doch selbst, wenn wie sehr man sich gesellschaftlich voneinander abzugrenzen versucht, um sich, die seinen sowie Hab und Gut vor „Anderen“ (im Kern vor Veränderungen an sich) schützen und notfalls verteidigen zu wollen, ist erkennbar, dass bereits zusammengearbeitet wird – und zwar am kollektiven Untergang.

An diesem Punkt verkommen die verbliebenen Reichs- und Staatsgruppen sowie vorhandenen, sie bekämpfende Strukturen mehr nur bedeutungsarme Auffangbecken der Beschäftigung und Erhaltung des Gestern.

Wenn es um die Infragestellung des Systems selbst geht, tut sich nicht nur der eine oder andere schwer, denn mit dem Verlust der Bedeutungshoheit altsystemischer Strukturen, sind auch die damit verbundenen Stellungen, Pöstchen, Titel und das ebenfalls künstliche Ansehen verlustig.

An diesem Punkt gehört man weder zu dem einen Alten, noch zum anderen Alten, da sich beides von einer, dem abkehrten Haltung nährt. Das nennt sich auch „konservative Einstellung“.

Das System der alten Ordnung hat im Grunde genommen nur eine Funktion: Man lernt wie es nicht funktioniert. Selbst dann, wenn man noch so viele „Sichteinlagen“ auf dem Konto als „sein Eigen“ bezeichnen mag, ebenso was materielle und soziale Besitztümer betrifft.

„…und die Sklaven haben sich bewaffnet.“ „Ich kann das nicht leiden, dieses Wort…das ‚S-Wort‘, das ‚S-Wort‘.“ „Verzeihung. Die gefangenen Arbeiter haben sich bewaffnet.“ „Okay, das ist besser. Das ist viel besser.“ Thor: Ragnarök, 2017

Hat man erst einmal verstanden und verinnerlicht, dass es sich in der Mehrheit um klassische konservative Politik- und Staatskonzepte handelt, zu denen nicht nur die Reichsthematik insgesamt gehört, dann wird die Liste möglicher „Lösungen“ – nach langem Wühlen auf dem Dachboden – recht kurz.

Die teilgesellschaftlich wahrgenommene Tatsache, dass es keine echten Staaten gibt, sondern diese nur noch Unternehmen sind, ist hierbei nur ein Signal, dass das Alte schon lange den „Rubikon“ überschritten hat (früher sagte man: „über den Jordan gegangen ist“) – auch wenn jene, die sich gewohnt betreuen lassen und jene, die betreuen wollen, beiden dies nicht so recht glauben wollen.

„Ja, aber ich muss doch…“ „…ist nur ein Zeichen, nicht Herr über die eigene Persönlichkeit, nicht Herr über sein „Ich“ zu sein.“

Ein weiteres Phänomen der alten Ordnung ist die gewohnte Organisationsform der Hierarchie, die sich durch Vorgesetzte und Untergebene zum Ausdruck bringt.

Das ganze Tamtam existiert nur, weil man in der Kindheit dafür gesorgt hat, dass der junge Mensch weiter in der Abhängigkeit von Autoritäten bleibt. Den Grund für seine weitergeführte Betreuung sagt man ihm natürlich nicht: Nur Unvernünftige, Gewissenlose werden betreut.

„Nur Gierige brauchen eine Re-Gierung.“

Wer an dieser Stelle leichtfertig von anarchischen Gedanken spricht und bereits die ersten Bomben zur Beseitigung der „Herrschaften“ vor Augen hat, sei das Thema „Vernunft und Gewissen“ nahegelegt. Und dass er selbst mal darüber nachdenkt, ob er nicht ein kleines Bisschen „zu einfach gestrickt“ ist.

Staaten sind nur großräumig angelegte Betreuungsanstalten, die solange existieren, wie ihre gläubigen Angehörigen in der Vorstellung herumlaufen, sie seien vernünftig und hätten ein Gewissen. Wo war nochmal der Hinweis auf auf das Staatsgebiet der BRD?

Wenn man erkannt, verstanden und verinnerlicht hat, warum keine Staaten und auch keine entsprechenden Institutionen mehr notwendig sind, kann sich das ganze „Reichs-Gerubbel“ ersparen. Es ist alles eine rein mentale Angelegenheit: Gestern bleibt gestern – egal ob von den Jungens der BRD oder denen des DR.

„Das Gestern wird immer leiser und mit ihm seine Verkünder.“

Dass sich die Mehrheit im gesellschaftlich tolerierten Haben, Schein und Konsum bewegt, lässt sie auch so scheinlebendig ausschauen, denn sie werden mit Geld gesteuert und das bekommen sie nur durch vorgegebene und marktgerechte Arbeit.
Fremdbewusstsein, -liebe, -wertschätzung, -wahrnehmung und -achtung u.a., sind ihre sie funktionieren lassenden Begleiterscheinungen – künstlich beibehaltene Fremdbestimmung.

Das System wird durch Konsum am Laufen gehalten, wo klar erkennbar ist, dass sich die Gesellschaft gegenseitig und der Natur die Butter vom Brot nimmt und sich zwischen Erzeuger-Verbrauchern und Verbraucher-Erzeugern die bunte Vielfalt der Kaufleute angesiedelt hat.

Dass was sie funktionieren lässt, sind ihre anerzogenen Denk- und Verhaltensweisen, nicht sie selbst. Sie könnte sich ja ändern, wenn sie nur wüssten, dass sie nicht ihre Denk- und Verhaltensweisen sind, siehe „Entwicklungsauftrag des Menschen: der Esau-Segen.

So zwischendurch: „Erzeuger“ und „Verbraucher“ sind lediglich Bezeichnungen in einer künstlichen Ordnung. Denn jede Art von Energie kann nicht verbraucht werden. Sie wird immer nur von einer Form in eine andere transformiert.

Es wurde viel getan, um dem Menschen eine Art Leben – und sich gegenseitig vorgaukeln zu wollen. Dabei werden die Nachfahren stets von ihren Vorgängern „justiert“ und wer sich nicht „justieren“ lässt, passt nicht ins Bild.

Das ist jedoch nicht weiter „schlimm“, da es ja auch um Entwicklung geht und wenn die meisten am Untergang arbeiten, arbeiten andere an einem individuell-gesellschaftlichen Ausweg.

Um dies zumindest eine Weile verhindern zu wollen, betätigt man sich der irrigen Vereinbarung, dass nur Mehrheiten etwas bewegen oder den „richtigen“ Weg zu bestimmen meinen. Es geht jedoch über das Gewohnte – ja, auch den üblichen „Staats-, Rechts- und Reichskäse“ hinaus.

Deswegen macht es auch keinen Sinn, erst mal den nächsten Schritt (z.B. einen Rechtsstaat) in die Realität umzusetzen, weil man vielen ansieht, dass sie sich damit wieder nur eines dieser klassischen Komfortsofas zu zimmern versuchen.

Das trifft auch auf das Streben für einem Friedensvertrag zu, der nur im Außen ein Teil einer Scheinwelt bedeuten würde, wie auch dem Rest so manchen Wunschdenkens. Die Waffen ruhen… bis zum nächsten Mal. Also Kiki, und nicht weit genug gedacht.

Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit sind innere Eigenschaften und Erscheinungsformen des entwickelten Menschen, die sich von Vernunft und Gewissen ableiten. Alles andere ist nur ein „so tun, als ob“ – Schauspiel.

Das Gegenteil von Freiheit (gefühlte und erlebte Bedingungslosigkeit) ist die Bedingtheit. Jetzt kann sich so mancher auch Denken, warum Bürger des Bundes nur Freizügigkeit statt Freiheit genießen und in so mancher alten Verfassung von „Freiheiten“ gesprochen wird – so, als ob es auch „Gesundheiten“ gäbe.

Wenn die Institution „Kirche“ in Jahrhunderten denkt, so macht es Sinn, auch darüber hinauszudenken. Eine echte Herausforderung.

Vor allem deswegen schon, weil Raum und Zeit auf der Systemebene überhaupt keine Bedeutung haben. Also nur fadenscheinig das Umdenken in die Zukunft verschoben werden kann.

„Das Alte muss erst weg, dann können wir das Neue machen!“ „Und wann kommst du dann wieder?“ Dialog mit einem Bekannten, der schon „weg“ ist

Solange den üblichen Konzepten hinterhergerannt oder noch nachgetrauert wird, die nur einen neuen Anstrich des alten Hamsterrades bedeuten, solange braucht sich keiner Gedanken darüber zu machen, dass sich für ihn etwas ändert. Am wenigsten, wenn man nur darauf wartet, hofft und das Gefühl hat, dass es irgendwie „schlimmer“ zu werden scheint.

Denn sind alle vom Menschen – auf Basis einer Bestrafung – geschaffenen Konzepte (der Abgrenzung) nur Illusionen an die er nur glaubt, um weitere Verletzungen seiner Persönlichkeit („Ich“) unterbinden zu wollen. Dabei trennt er sich selbst von seinem Entwicklungsprozess ab.
Dabei reicht bereits die erste und einzige Verletzung, um ihn später immer wieder nur daran zu erinnern.

„Wie versichert sich ein Mensch die Macht über einen anderen? Antworten Sie!“ „Indem er ihn leiden lässt.“
„Richtig Winston, indem er ihn leiden lässt. Gehorsam ist nicht genug. Macht bedeutet, einen menschlichen Geist in Stücke zu reißen und nach eigenem Gutdünken wieder zusammenzusetzen.“ Hörspiel „1984“

Missgunst und Misstrauen sind bei so manchen Spezi die Alltagsbegleiter. Neid ist im Grunde ein Verhalten, andere dabei zu beobachten und ihnen zu missgönnen, wie sie sich von einem Moment zum anderen aus ihrer Freude heraus entfalten, während die Beobachter vergrämt, voller Wut, Hass – nicht selten gewaltbereit – durchs Leben gehen, während sie predigen dass „andere“ eine Gefahr seien.

Haben Sie schon mal darüber vorgedacht, warum Menschen überhaupt so reagieren?

Was den Mensch und seine persönlichen Entwicklung betrifft, lernt man im Elternhaus, im Kindergarten und in der Schule recht viel, wenn es darum geht, ein angepasster, gehorsamer (brav und artig) und arbeitender Mensch zu werden, der sich für die „Gesellschaft“ einsetzt.

Alles andere hat man selbst zu entwickeln oder weiter nur zu funktionieren. Es ist Ihre Entscheidung!

P.S. Das System ist nicht die BRD oder andere „Böse“. Beides sind nur Erscheinungsformen innerhalb des Systems der alten Ordnung. Was die „alte Ordnung“ ist? Das ist lediglich ein Satz von anerzogenen Denk- und Verhaltensweisen. Im außen brauchen Sie also keine Feinde zu suchen. Egal, was Ihnen Ihr „Ich“ sagt.