Vom Tauschen und Täuschen

Da kam doch noch was nach. Ich hatte es übersehen. Ach, kennen Sie „Myst“? Ein hervorragendes Spiel, wenn es darum geht, mal keine Feinde zu töten, sondern einfach nur Rätsel zu lösen. Rätsel lösen hat mir irgendwie schon immer gelegen.

Als ich noch klein war, habe ich alles auseinandergenommen, was ich in die Finger bekam – auch den grauen Personalausweis meiner Mutter. Es war so zwischen zwei und drei Jahren. Der Polizist meinte noch zu mir, dafür müsse er mich ja dabehalten. Idiot.

Verstanden habe ich recht schnell – nur nicht, was es bedeutet. Verstehen scheint also recht einfach zu sein – vorausgesetzt, es geschieht in der einen umgebenden Sprache. Ach so. Zurück.

Die gleiche Aufgabe Rätsel zu lösen findet sich ebenfalls beim gewohnt wahrgenommenen System mit seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen, Darstellern, Institutionen und Sachverhalten.

Dabei geht es nicht einfach darum, andere als nur Lügner, Peiniger, Plünderer  und Feinde zu bezichtigen, sie fortwährend zu beschuldigen, anschließend in der Hoffnung, sie bestrafen zu wollen und damit habe sich das Wesentliche an geistigem Akt auch schon erledigt. Weit gefehlt.

Diese gewohnten Sicht- und Handlungsweise bewegen sich nur innerhalb(!) jener Ordnung, gegen(!) deren sicht- und spürbare Auswirkungen (bekannt als „Probleme“ und erkorene „Schuldige“) gekämpft wird.

Wer sich also zur Rache ansinnt, sollte gleich zwei Gräber graben. Solange dies also der Fall ist, solange wird sich auch im Kreise gedreht und letztlich „nichts“ erreicht.

Das sind alles Geisteshaltungen, die jenes System aufrecht erhalten, gegen dessen sicht- und spürbare Auswirkungen „gekämpft“ wird. Ja, es hat sich gerade wiederholt. Extra. Denn das System ist nicht etwa „was“, was man nur nach außen verschiebt, Schuldige und Verantwortliche sucht und das war es dann. „gesellschaftliche Bauernschläue“ reicht hier nicht aus.

Es sind die eigenen Denk- und Verhaltensmuster, die einen so handeln lassen und damit diese zu betrachten, dies „gerne mal übersehen wird“, wurde sich das „so tun, als ob“ ausgedacht. Man nennt sie umgangssprachlich sarkastisch „Gutmenschen“ und jene, die sich für „30 Silberlinge“ kaufen lassen.

„Menschenfressermenschen haben auch ein Herz für Kinder
Menschenfressermenschen leben meistens viel gesünder
Menschenfressermenschen essen manchmal vegetarisch
Menschenfressermenschen sind nicht immer blond und arisch“

Menschenfresser, Rio Reiser

Okay. Wenn sich genug und immer schneller im Kreise gedreht wurde, kommt irgendwann – wenn nicht um- und weitergedacht wird – der Punkt, wo dem hartnäckigen Kämpfer diese Optionen übrig bleiben: Gewalt gegen sich, Gewalt gegen andere, Resignation und (psychologische) Regression – Rückfall.

„Tel Aviv. So ist das Leben.“

Diesen Ereignissen kann man dadurch entgegenwirken, wenn man das Bisherige, dem man eine unverrückbare Wirksamkeit zuordnete entschieden hinterfragt. Denn weisen alle bisherigen und aktuellen Signale darauf hin, dass eben nicht weit genug gedacht wurde.

Der berühmte „Blick über den Tellerrand“ ist nicht damit gemeint, sich nur wieder auf die erspähte Gemüsesuppe stürzen zu wollen.

Es geht bei dem Ganzen Weltszenario nicht darum, wen man recht fix als „Feind“ deklariert, um dann kämpferisch gewohnte Vorstellungen von „Demokratie“, Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit verordnen zu wollen (in der Regel sind es die durch Kaufleute erdachten kapitalistisch motivierten Marktprinzipien, wo wenige von der Arbeit vieler profitieren, siehe: „Entstehung der heutigen Ökonomie“.

Was Frieden, Freiheit, und Gerechtigkeit betrifft, kann ich aus eigener Erfahrung jeden beunruhigen: Nur wenige beschäftige sich damit, dass es sich bei den Vorstellungen dieser drei auf Seiten der Mehrheit nur um vereinbarte Illusionen dieser allzu menschlichen Eigenschaften handelt. Zeit, darüber mal vorzudenken.

Eigenschaften, die der Mensch selbst entschlossen in sich zu finden und zu entwickeln hat, mag er in die Neue Zeit gelangen – oder sich dazu entschließt sich weiter in einem Moloch kollektiv entschiedener Unsäglichkeiten wiederfinden zu wollen.

Auf einen „Erlöser“ im Außen warten zu wollen, wird sich nur als das Erleben einer „keinen Unendlichkeit“ herausstellen.

Was die Regeln an sich angeht
Wenn man ein Spiel geschenkt bekommt, wird in der Regel erst mal geschaut, was die Regeln des Spiels sind, nach denen später gespielt werden soll, damit es auch für alle ja „funktioniert“.

Beim Prozess der Infragestellung(!) des Systems geht es darum, erst einmal die Regeln herauszufinden, die sich dahinter befinden. Und diese sind nicht einfach: Der Stärkere gewinnt, es gilt das Faustrecht, für die Freiheit muss man kämpfen, Gerechtigkeit herrscht dann, wenn man gewinnt &c.

Das System in(!) dem die Mehrheit lebt, bringt sich durch mentale Unterwerfung des neugeborenen, jungen Menschen, die bereits in den Familien ankonditioniert wird zum Ausdruck. Die Familie ist in der Regel der erste Ort der Konditionierung.

„Da es ja schon immer so war“, wird sich kaum darüber Gedanken gemacht, was eigentlich wirklich geschieht, wenn der junge Mensch nach der Vorstellung: „Du bist solange gut, solange mir das gefällt“, aufwächst. Das nennt sich dann „Erziehung“. Da ist „ziehen“ drin, wie im Begriff „Freizügigkeit“.

„Alle Deutschen genießen Freizügigkeit im ganzen Bundesgebiet.“ Art. 11, Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland

„Freizügigkeit“, die ja in einem Gebiet gelten soll, welches selbst (wie auch sein Vorgänger, wie jedes Gebiet (gebieten)) nur eine Fiktion ist, wie viele Dinge, die sich der Mensch schuf und als „real“ erachtet – wenn es darum geht eine Ordnung auferlegen(!) zu wollen – während er sich vom Leben selbst abwendet.

Die Fiktion geschieht im mentalen Sinne: Das Leben simulierend, jedoch kein wirkliches lebend. Das Leben selbst funktioniert nach anderen Prinzipien als das, was sich der Mensch schuf. Der wesentliche Unterschied zwischen beiden Systemen findet sich in der Art und Weise im Umgang mit Bedingungen.

Das Leben selbst ist bedingungslos. Alles andere ist vom Menschen (besser: von seinen ankonditionierten Denk- und Verhaltensmustern gemacht).

Die meisten verstehen das nicht, weil sie zu sehr in dem, was als „System“ bezeichnet wird, „verwohnhaftet“ sind.

„Ja, dann geh’ doch in den Wald“, ist nicht selten ein recht fix vorgebrachte Argument, was jedoch nur ein Verdrängungskonzept darstellt.
Jene, die dies von sich geben, wissen in der Regel nicht, was sie sich damit antun, weil sie sich selbst ständig „ausblenden“ und nur in der Fremdbestimmung wahrgenommen fühlen.

Was die familiäre Vorkonditionierungen der jungen Menschen betrifft, nutzen nachgelagerte Institutionen nur die sich daraus ergebenen Verhalten der Obrigkeitshörigkeit für sich aus, wie bspw. das gesellschaftliche Umfeld, Kindergärten, Schule, Unternehmen und das was man als „Staat“ bezeichnet(e), um sich selbst erhalten zu wollen.

Dabei führt man den Menschen vom rechten Wege ab, um ihn in einer kollektiv vereinbarten Simulation von Leben einzuführen, ohne dass dies ihm bewusst ist.

„Montag ist große Dämonenschau mit anschließender Al k(l)aida-Sammlung.“

Um es anders auszudrücken, was die „gewohnte Nummer“ ist: „Kinder verschwinden zu lassen, ist unser persönlicher Krieg, den wir gegen Gott führen. So verlieren die Menschen ihren Glauben und dann werden sie zu Dämonen…“ Prisoners, 2013

Das ist der gefallene Engel, lieber „Herr Bischof“.

Dass dies dem gewohnten Menschen nicht auffällt liegt daran, dass er sich selbst auf arbeiten, Geld verdienen, dem Glauben an Geld, Eigentum, Besitz, Hab und gut sowie Vorteile für sich herauszuschlagen und unangenehm Erscheinendes zu verdrängen, reduziert hat.

„Sie wissen nicht, was sie tun.“

Bei der alten Weltordnung worin(!) sich das Ganze abspielt, geht es darum, ihre „Spielregeln“ zu erkennen, die sich dahinter befinden und welche „Regeln“ einen die Dinge selbst so sehen und handeln (im Sinne von Verhalten) lassen – was im Grunde genommen ein und dasselbe ist, nach denen „gespielt“ wird.

An dieser Stelle zeigt sich, wie sehr die erwählten Erhobenen und die sich belohnt Unterwerfenden etwas gemeinsam haben und sie so „untrennbar“ zusammenschweißt: einen Pakt gegen das Leben selbst.

„Der Hörer hört gerne seine Meinung von all jenen, die er dazu auserkoren hat, sie ihm erzählen zu dürfen.“

Der Gewohnte glaubt nur allzu gern, was seinen Denk- und Verhaltensmustern entspricht, damit er diese nicht zu ändern braucht. Denn sie sind seine – und für gewöhnlich – auch die Regelwerke des Systems.

Verstanden, dass es wenig nutzt, „ungerechte Vorgesetzte“ nur gegen „gerechte Vorgesetzte“ ersetzen zu wollen?

„Tauschen und täuschen haben den gleichen Wortstamm.“

Erkannt, worin Sie sich bewegen, woran Sie mitwirken, wenn Sie am Bisherigen festzuhalten bereit sind?

„Ja, aber ich muss doch arbeiten und Geld verdienen…“, „Ja, aber die Menschen brauchen doch Führung…“

Die ankonditionierte Selbstreduktion des Menschen auf arbeiten und Geld verdienen sorgt hervorragend dafür, dass er sich so selbst in eine Lage der Hilflosigkeit verfrachtet, wo er für seine eigene innere Entwicklung keine Zeit mehr hat, da er alle Werkzeuge seiner eigenen Entwicklung in fremde Hände gegeben hat – während er selbst zu einem wirksamen Teil einer das Leben verschlingenden Maschinerie geworden ist.

„Ja, aber ich muss doch…“ oder „Ich doch nicht…“

Spricht man so manchen darauf an, so leugnet er dies in der Regel. Er will sich nicht damit auseinandersetzen. Denn er meint in der Regel: „Er sei unschuldig“. Dabei weiß er nicht, dass er selbst von seinem „Ich“ (seinen ankonditionierten Denk- und Verhaltensmustern) manipuliert, so antwortet, während Schuld eine Erfindung ist, die sich bei Nichtentsprechung („Du bist nicht so, wie ich mir das vorstelle.“) ankonditioniert gefühlt zeigt.

„Wohlstand“
Dass sich der Mensch aufgrund fiktiver, ihm „wohlwollend“ überlassener Werte im Außen (Geld, Eigentum, Besitz, Hab und Gut), selbst von seiner Entwicklung und Selbstwert abschneidet, ist ihm dabei nicht bewusst. Er hat sich durch seine „Programmierungen“ dazu entschieden (worden).

Erst neulich sprach ich mit jemandem und sagte: „Wenn du das so siehst, dann hast Du dich ja schon entschieden.“ Er widersprach sehr energisch, obwohl vorher er seine festen Absichten noch selbst entschlossen formuliert hatte.

Aus der Trägheit der Masse erwachen
Der Alltag hat sich längst zu einer mehr oder weniger zähflüssig über das Leben hinweg wabernde Gewohnheitsmasse entwickelt, die in der Regel, wenn sie beeinträchtigt, notfalls mit Händen und Füßen verteidigt wird.

Denn schließlich leitet sich alles aus diesen Gewohnheiten ab, was man hat (!) – ob geistig oder materiell. Das Sein, wird in der Regel nie hinterfragt, denn das bringt ja kein Geld und keine Sicherheit. Selbstsicherheit und Selbstwert wurden zu Fremdworten.

„Opfer, Alder.“

An dieser Stelle erweist sich die Mehrheit als selbst gemachtes Opfer ihrer eigenen Denk- und Verhaltensmuster. Das was sie erlebt, beruht auf der Art und Weise, wie sie sich selbst konditionierte.

Auch der Mensch der alten Ordnung  zeichnet sich durch ein Sein aus: ein wenig über sich bewusst sein.

Selbstwertgefühl ist keine Medizin, die man sich eben mal bei Amazon bestellen kann, wobei mangelndes Selbstwertgefühl sich durch übermäßigen Konsum und Dauerbespaßung auszeichnet.

„Spätrömische Dekadenz.“

Sicherheit ist dabei nur eine Illusion, da sie ist von der Hand einer wohlwollenden Autorität kommt, der man sich wegen der „Sicherheit“ jedoch zu unterwerfen hat. Versicherungen sollen den Eindruck erkaufter Sicherheit vermitteln.

Um es mal so auszudrücken: Auch der Kaufmann ist auch nur eine geschaffene Spielfigur (er symbolisiert die gesellschaftlich unterbliebene Vernunft) innerhalb der alten Ordnung, um nebenbei auf die symbolische Tempelreinigung zu verweisen.

Wenn sie wissen nicht…
Durch die gewohnten, familiären Handlungsweisen in der Erziehung (Anpassung an das System) wendet sich der Mensch vom Leben ab und begibt sich in eine Simulation des Lebens, durch unbewusst konkludentes (aus dem natürlichen Vertrauen heraus) Einlassen in die Fremdbestimmung.

Die anfänglich noch natürliche Betreuung eines Hilfsbedürftigen, wird durch die Bedingungen: „Du bist solange gut, solange mir das gefällt“, künstlich verlängert und so zu einer „Dauereinrichtung“ auf dem „Lebensweg“ und jede Art von Geschäftsmodell.

Der Mensch gibt Verantwortung und Würde ab (die seinen Betreuern selbst nicht bewusst ist) und macht sich – nicht selten wegen der gebotenen Annehmlichkeiten selbst als Opfer – was er mit der Vorstellung Geld, Eigentum, Besitz, Hab und Gut zu verdrängen versucht.

Da er ja sonst nichts „hat“, hat er soviel Angst, dass ihm etwas genommen wird. Wenn dies geschieht, dann kommt „der Moment der Wahrheit“, dass alles Bisherige nur eine Illusion war, an die er glaubte.

Um es mal so auszudrücken: Das Leben beschenkt sich selbst und den sich darin bewegenden Menschen, warum sollte er selbst nichts schenken? Also nimmt er sich, wo es geht, und darf sich nicht wundern, wenn es ihm wieder genommen wird. Niemandem gehört irgendetwas oder irgendjemand.

Damit der Gleichgeschaltete weiter dem System und den Autoritäten ergeben ist, reicht es ihm damit zu drohen und Angst zu machen, ihm etwas wegnehmen zu wollen, um ihn so in Schach zu halten.

Um es so auszudrücken: Es gibt eine Übergangsphase von der alten in die neue Ordnung, jedoch nicht innerhalb der alten Ordnung selbst. Es wird vorher auch nichts mehr getestet, versucht, geübt oder probiert.

Das bedeutet: Es macht keinen Sinn, „ungerechte Vorgesetzte“ gegen „gerechte“ austauschen zu wollen – auch nicht in einer „angeheiligten Übergangsphase“, wo man zunächst erst einmal zurück in die Vergangenheit müsste. Das ist überflüssig – gleich wie sehr so mancher davon überzeugt sein mag. Es ist nur der Wunsch nach Sicherheit innerhalb eines Systems, was keine Sicherheit bietet. Nur das Leben, was sich selbst liebt und alles was daran glaubt, bietet wahre Sicherheit.

Entwicklung findet durch Infragestellung des Bisherigen statt, nicht durch seine Beibehaltung und/oder Wiederholung. Diese Zeiten sind längst vorüber und kommen auch nicht wieder. Sie waren immer konservativer Natur, also eine dem Leben selbst abgewandte Haltung, in der die Masse konditioniert „zuhause“ gefühlt wurde.

Weitergedacht ist Frieden nicht abhängig von einem inhaltlich zu definierenden Vertrag zwischen (einstigen) „Feinden“ – besser: als „Feinde“ ersonnene.

Es ist der selbst entschlossene, innere Weg des Einzelnen dorthin. Der Deutsche hat damit die ultimative Aufgabe sich selbst zu entwickeln. Und was macht er daraus?

So wie ich sehe, übt er sich noch… im Klagen… im Jammern und… fortwährender Betrachtung von Problemen… an denen er „natürlich“ kein Mitwirken hat, sondern sie nur als „Opfer der Umstände“ erfährt.
Zeit mit dem Üben, Testen, Probieren und „so tun, als ob“ aufzuhören.

„Spielen ist nur ein ‚so tun, als ob’. Nur wurde dies von der Mehrheit vergessen, die zum Opfer ihrer eigenen Denk- und Verhaltensmuster verkommen ist, während das Spiel zu ihrer einzig akzeptierten Realität wurde.“

Der Deutsche als Opfer der/seiner Umstände, der seine „Feinde“ erkoren hat und dabei „unschuldig“ dreinschaut.

Um es so zu sagen: Es gibt keine Schuld. Auch sie ist nur eine Erfindung, die sich aus einem gewohnt vorliegenden Unterwerfen und Opferverhalten entwickelt hat. Die Praxis der Schuldzuweisung ist damit nur das eigene Unvermögen, sich entwickeln zu wollen.

Und um es den deutsch Sprechenden nahe zu bringen: Es nutzt nichts, sich durch gewohnte Verdrängungskonzepte wie Kampf, Widerstand, Flucht, Ignorieren, Beratungsresistenz, „Unglaube“, Ab- und Ausgrenzen &c.) aus der erst dadurch entstehenden Situation winden zu wollen.

Der deutsch sprechende Mensch hat die Aufgabe, die Welt neu zu denken.
Und dieses Mal nicht im Sinne des „ewig Gestrigen“. Denn er wurde in der UN-Charta zum „Feind“ der Welt erklärt.

Und was ist ein „Feind“ im einfachsten Fall? Jemand der eine „unerträglich andere Meinung“ hat. „Feind“ ist jedoch auch nur eine Erfindung und Projektion aus dem „Ich“ jener, um die eigenen Denk- und Verhaltensmuster rechtfertigen zu wollen.

Aus diesem Grunde verschwinden auch all jene, die sich dafür entscheiden haben, das „ewig Gestrige“ und „Feindbilder“ zu propagieren, halt mal von der Bildfläche.
Klassisch mag das wie eine Meinungsunterdrückung wirken – jedoch nicht im Sinne global-gesellschaftlicher Entwicklung – der eigentliche Prozess hinter dem globalen Tamtam.

Und nicht wenige Akteure sind a) darauf vorbereitet oder b) davon angetan. Sie folgen den üblichen Handlungen, Gegebenheiten und Regelmäßigkeiten, die Sie letztlich selbst geschaffen haben.

Weil „alle“, die Ihnen begegnen, in der Regel so ähnlich unterwegs sind, scheint alles „richtig“ zu sein, und sich ein Hinterfragen der Gegebenheiten nicht so richtig einstellen zu wollen. Schließlich ist auch dies eine freiwillige Entscheidung.

Sie erkennen, wohin die Reise geht?

Stellen Sie sich vor, Sie haben festgestellt, dass es so nicht weitergehen kann. Sie bemerken auch, dass Ihnen überall Menschen begegnen, die Ihre Gedanken bestätigen.

Doch irgendwie wird die beobachtete Situation nicht besser. Sie selbst haben  schließlich keine Zeit, sich auch noch darum zu kümmern, denn Sie müssen ja arbeiten und Geld verdienen oder entschlossen kämpfen.
Miete, Steuern, Strom, Heizung, Versicherung, Kühlschrank und Urlaub müssen schließlich gewährleistet sein. Die Politik soll endlich was machen!

Doch die macht ja schon. Jedoch nicht in Ihrem Sinne, also zumindest nicht so, dass es Ihnen endlich mal besser geht. Es stimmt also etwas nicht.

Wozu haben Sie eigentlich ein Kreuz gemacht, wenn es nicht so läuft, wie Sie sich das vorstellen? Sie gehen also ins Internet, und da sieht die Situation genauso aus. Schon mal darüber vorgedacht, dass es nie dazu gedacht war, sondern nur auf kindlich geglaubten Märchenstunden basierte?

Tja. Was stellen Sie sich denn jetzt vor? In der Regel das Übliche? Weniger bis keine Steuern zahlen, niedrige Preise, gesichertes „Eigentum“, hohes Einkommen, drei Mal im Jahr in den Urlaub fahren, gerechte Politik.

Hinter vorgehaltener Hand: Ausländer raus; Parasiten und Schmarotzern bekommen kein Geld, die sollen mal schön arbeiten; Ruhe vor den anderen und was es noch so alles Hübsches gibt.
Das sagen Sie natürlich nicht öffentlich, weil Sie ja sonst als gierig und rassistisch bezeichnet.

Ich kann Sie da beunruhigen: Was Sie da zu formulieren versuchen, sind keine Lösungen, sondern nur gewohnte Ziele, die auf Verdrängungskonzepten und Außenorientierung beruhen und denen die Mehrheit wie eine Horde Kokainsüchtiger hinterherläuft.

Vor allem basieren jene Ziele auf Wunschdenken, im Kern um kurzfristige Bereicherung und Symptombekämpfung durch Verdrängungskonzepte, wenn es darum geht, die als „angenehm“ ersonnenen Vorteile für sich zu beanspruchen, während alles Unangenehme „irgendwohin verfrachtet“ werden soll.

„Gesellschaftlich tolerierte Unvernunft (verkauft als Vernunft) basiert auf der illusorischen Vorstellung einer Mehrheit, manipuliert durch ihre eigene Denk- und Verhaltensmuster. Somit ist Mehrheit kein Garant für Richtigkeit, sondern nur für Mehrheit.“

Innerhalb gewohnter Denkweisen werden Sie also keine Lösung finden – vor allem keine die funktioniert. Da kann ich Sie beunruhigen, und Aussitzen wird auch nicht funktionieren, da der Sitzplatz bereits am Abbröckeln ist.

Andere dafür opfern zu wollen, oder sich opfern zu lassen, dazu wurde das System von Opfern geschaffen.

„Würden sie ein Opfer bringen?“ „Ja, mein Nachbarn.“ „Ich meinte: Würden Sie selbst ein Opfer bringen?“ „Ja, meinen Nachbarn. Sagen Sie mir nur, wohin ich ihn bringen muss.“

Das System, was sich der Mensch geschaffen hat, ist ihm schon lange über den Kopf gewachsen – besser: Er hat sich noch nicht einmal Gedanken gemacht, was das System ist, mit dessen Auswirkungen er sich bisweilen oberflächlich herumschlägt. Mal ehrlich: Wer hat dazu schon Zeit? Schließlich muss man ja arbeiten und Geld verdienen.

Um zu verstehen, dass es nicht mit gewohnten Verdrängungs- und Ächtungskonzepten getan ist, ist es notwendig, das System selbst und seine Mechanismen zu verstehen. Hier einige Gedankenfragmente zum Sinnieren.

Kampf, Widerstand, Flucht, Ignorieren, „Unglaube“, Beratungsresistenz, Abgabe der Verantwortung, Symptombekämpfung, Problemverschiebung – und -kaschierung, „So tun, also ob“, Ab- und Ausgrenzen, gespielte Toleranz, sind Verdrängungskonzepte, um den eigenen Entwicklungsprozess „vorschriftsmäßig“ auszuhebeln.

Durch die Feindbildprojektion, also die Erschaffung eines Feindbildes, um die eigenen Denk- und Handlungsweisen rechtfertigen zu wollen, entsteht ein teuflisches Klima des Traktierens und der Strategie.

Der verdreht gelernte Umgang mit der Angst sorgt dabei für einen brisanten Dauerzustand aus zunehmenden Spannungen und deren üblichen Entladungen.

„Ja, ein Einzelner kann ja da gar nichts machen.“ „Bei den anderen sicher nicht, die sind für ihr Denken und Handeln selbst zuständig. Doch bei einem selbst.“ „Ja, aber ich muss ja arbeiten und Geld verdienen.“