Vom Willen und einem symbolischen Akt

Gerade eben kam der spontane Gedanke, darüber ein paar kurze Gedanken zu Wege zu bringen.

“Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht“, sagte einst Bertolt Brecht.
Die Frage ist, ob es ausreichend ist, nur genug Widerstand aufzubringen, ist Widerstand nur ein weiteres Verhalten, sich persönlich aus einem Umdenk-, Veränderungs- und Anpassungsprozess durch Verdrängung heraushalten zu wollen.

Wenn „Merkel weg muss“, dann ist das nichts anders, als die akustische Untermalung eines Wunsches nach Verdrängung.
Willenserklärungen und Absichtsbekundungen alleine reichen jedoch nicht aus.
Und an diesem Punkt, entpuppt sich so manches Gedankengut, lediglich als Ausdruck selbstgeschaffener Machtlosigkeit und Wunschdenken, was ebenfalls durch das „Ich“ erzeugt wird.

Denn was bei allem außer Acht gelassen wird, ist Widerstand in der Regel nur eine Einstellung zur Sache, die sich aus der Konditionierung und dem damit verbundenen Willen zur Beibehaltung dieser Konditionierungen heraus ergibt. Das „Ich“ lässt den Menschen für sich tanzen.

„Das „Ich“ ist der beste Betrüger, den man sich vorstellen kann. Weil man es nicht sieht.“ Dr. Yoav Dattilo, Ph. D, aus „Revolver“

„Und der größte Betrug ist: „Ich bin du!“ Dr. Steven C. Hayes, Ph. D. , aus „Revolver“

Weitere Hinweise zum „Ich“ finden sich im Beitrag „Ich, äh…“.

Wer nun der festen Meinung ist, es ginge nur um „die Anderen“, denen man nur genug Widerstand entgegen bringen müsse, damit sich bei „denen“ etwas verändert, der irrt sich.

Denn agiert er lediglich als ein williges Opfer seines eigenen „Ichs“, was sich zur Aufgabe gemacht hat, sich selbst(!) nicht ändern zu wollen.

„Menschen verteidigen notwendigerweise ihr eigenes „ich“. Wir nennen das: „ohne Grenzen“. Sie werden lügen, betrügen, stehlen, morden. Sie werden alles tun, was notwendig ist, um das aufrechtzuerhalten, was wir „die Grenzen des Ichs“ nennen.“ Andrew Samuels, Ph. D.

Statt dass der Mensch gewohnt sein „Ich“ mit allen Mitteln (im Außen) verteidigt, macht es eher Sinn, den Willen (also die Konzentration von Energie zu Überwindung eines als unzulänglich empfundenen Zustandes) zur Abwechslung gegen sich selbst richten. Unbedingte Voraussetzung dafür ist hier die Absicht, sich entwickeln(!) zu wollen.
Denn sonst führt es nur zu selbst geschaffenem Leid und damit verbundener Selbstzerstörung.

Oder er gibt auf und meidet fortan Situationen und Menschen, die ihm das Gefühl geben, er müsse sich ändern. Das ist auch eine Form der Verdrängung.

„In einem Lebensprozess, wo es um Entwicklung geht, macht es wenig Sinn, sich gegen das Leben selbst stellen zu wollen.“

Der Auflösungsprozess löscht nicht etwa die Dinge aus, sondern erhalten sie nur ihre eigentliche Bedeutung, als die, die sich das „Ich“ – was daran festzuhalten versucht – vorstellt.

„Es sind die nicht Dinge, die uns beunruhigen, sondern die Bedeutung, die wir den Dingen verleihen.“

Sicher kommt man ohne Geschehnisse, ohne deutsche Geschichte, ohne Gesetze, ohne Verfassung, ohne Beschuldigung nicht aus. Doch nur, um ihre gewohnte Bedeutung in Frage zu stellen.

Einer Bedeutung, die sich in der Regel aus der Beibehaltung und Fortführung autoritärer Systemstrukturen heraus ergibt und sich der belohnte Willige hinter seinem Betreuer zu verstecken versucht, um sich „schützen“ (lassen) zu wollen.

„Verzeiht, ich weiß, ihr meint es gut. Ihr habt es nur nicht zu Ende gedacht. Ihr wollt die Welt beschützen. Aber ihr wollt nicht, dass sie sich ändert. Wie kann die Menschheit gerettet werden, wenn sie sich nicht entwickeln darf?“ Ultron, „Avengers: Age of Ultron“

Nur das „Ich“ will sich schützen, schützen vor Veränderung, schützen vor dem Lebensprozess selbst.

„Ja, aber die anderen…“

Es ist der falsch gelernte Umgang mit der Angst, die den Menschen in der Regel zurückhält, damit er in seinem geistigen Gefängnis weiter verweilt.

Gleich welchen Zettel (Personenausweis, Lebenderklärung, Gelber Schein, Urkunde 146) man in Händen hält, in der Vorstellung, bereits das Ziel erreicht zu haben: Es ist lediglich der erste Schritt – von vielen weiteren – zu sich selbst.

„Vor einer Milliarde Jahre wurde uns das Leben geschenkt. Macht etwas daraus.“ Lucy, 2014

Bessere musikalische Untermalung: „Fortunate Son“, Creedence Clearwater Revival

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