Von Auferwählten und Durchgegrenzten

Durch die Schaffung künstlicher Kategorien auf menschlicher Ebene, grenzen sich die Beteiligten untereinander nur selbst aus.

Da ist es auch vollkommen Wurst (ob aus Schwein oder Rind), um welche Landsmänner und -weiber oder Religionsangehörige und -angehöriginnen es sich für gewöhnlich handelt.

Der als gewohnt konditionierte, geistige Zustand vereinbarter Lebensabgewandtheit(!), hat bei näherer Betrachtung nahezu alle fest im Griff – solange sie in ihren gewohnten Konditionierungen herumeiern.

„Dschihad.“ „Gesundheit.“

„Wer überall Feinde sieht, darf sich nicht wundern, wenn jene eines Tages vor der Türe stehen.“

„Werdet wie die Kinder,… jedoch benehmt euch nicht so.“

„Watson! Sie sehen, jedoch erkennen Sie nicht.“ Sherlock, Serie

Es bleibt ein Augenrollen, wenn von „auserwählten Völkern“ gesprochen wird, welche lediglich Glaubensgemeinschaften sind und wie sich auf der anderen Seite jene ermutigt sehen „dagegen“ ein Wort zu erheben. Ob sich jene selbst dafür halten?

Der Feind liest im Buch des Fremden und erkennt darin nur jenen Feind, den er in sich trägt. Was man in sich trägt, ist das, was man im Außen wahrnimmt. Wer das allzu gerne leugnet? Das das klassische „Ich“, als getarnter Gutmensch. Am Tun kann man sie jedoch erkennen.

„Man kann nur das im anderen wahrnehmen, was man selber in sich trägt.“ vermutl. Sigmund Freud

„Sie wissen nicht, was sie tun.“ „Sie tun nicht, was sie wissen.“

Auf allen(!) Seiten ist man dem eigenen „Ich“ auf den Leim gegangen, was sich mit der gegenseitigen Feindbildprojektion ein Spielchen macht.

Dieses ganze Brimborium findet nur statt, um sich aus dem Ursache-, Auswirkungs-, Lern- und Entwicklungsprozess herausrechnen zu wollen und wirkt wie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung, wo sich man Ende Täter/Opfer und Opfer/Täter ein Stelldichein im Außen geben, was sie selbst bestellt haben. während ihnen entgangen ist, dass sie beide nur ein Opfer ihres „Ichs“ gewesen sind (und der nach Außen verschobene Kampf im Kern im Inneren stattzufinden hat).

Das macht wiederum den Eindruck, dass sich das klassische „Ich“ am Ende in einem Nullsummenspiel ohne Gewinner und Verlierer wieder findet, während die eigentliche Aufgabe ausblieb, sich durch Infragestellung des vorhandenen Systems wieder dem Lebensprozess zuzuwenden.

Stattdessen wird wieder irgendein „Käse“ fabriziert oder „kleine Brötchen gebacken“.

Geschichte „wiederholt“ sich in ihren Erscheinungen, weil die sie erzeugenden Denk- und Verhaltensmuster über vielen tausend Jahre die gleichen sind, die sich nur solange wiederholt, solange sich der Mensch unter der Fuchtel seines „Ichs“ aus dem Ganzen herauszurechnen versucht und als objektives, unschuldiges zu betreuendes Opfer der Umstände sieht.

Es gibt keine Schuld. Sie ist nur ein popelige Erfindung des „Ichs“, um der eigentlichen Aufgabe aus dem Weg zu gehen: der Entwicklung des Menschen, die im Kern in seinem „Ich“ stattfindet. Verstanden, warum das ganze Tamtam, Gejorre und Gezeter stattfindet?

Wie sinnig auf einmal der Esau-Segen wird – vorausgesetzt, man betrachtet ihn als Gleichnis im Sinne menschlicher Entwicklung, statt neidvoller Missgunst wegen fehlender Materie, die nur auf die üblichen Denk- und Verhaltensmuster hinweist, von denen man sich – aus Sicht des Wandels – langsam mal verabschieden mag.

Doch wie gut, dass es Raum, Zeit und Kategorien gibt, in die man den als unangenehm empfundenen Quälgeist wegpacken kann.

„Die Anderen sind noch nicht soweit.“

„Die Juden sind an allem Schuld oder die… oder die… oder… oder… oder… .“

„Wovon du jetzt sprichst, kommt ja sowieso erst in tausend Jahren.“

„Das haben wir schon immer so gemacht.“

Kategorien sind lediglich Überlagerungen, Umhüllungen und künstliche Gebilde der Abgrenzung. Nicht die Eliten „teilen und herrschen“, sondern auch der selbsternannte Unbewusste, der denkt, er sei sein „Ich“ und sich „gezwungen“ fühlt, so handeln zu müssen.

“There’s a man goin‘ ‚round takin‘ names
And he decides who to free and who to blame
Everybody won’t be treated all the same
There’ll be a golden ladder reachin‘ down
When the man comes around.”
The man comes around, Johnny Cash

Dem einen oder anderen mag es wie Gewäsch klingen, doch wäre dies lediglich sein Eingeständnis, an den eigenen Denk- und Verhaltensmustern festhalten zu wollen, die jenes System erzeugen.

Was bleibt, ist ein verständnisvolles Augenrollen.

P.S. Nimm dem Menschen all jene Kategorien, die seine Abgrenzung symbolisieren, was bleibt ihm dann am Ende?

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