Von Opfern und Gestaltern

Seit einer Weile betrachte ich das eine oder andere Projekt. Natürlich mag ich mich gerne einbringen, wenn es der Sache dienlich ist. Es geht ja auch darum, etwas zu entwickeln, dass es sich entfalten kann und nicht einfach nur so vor sich hindarbt.

Doch je länger ich die Dinge und damit verbundenes Treiben betrachte, um so mehr wird mir eines klar: dass wir es hier nicht nur mit konditionierten Opferverhalten und unbewussten Autounterwürfigkeiten zu tun haben, sondern  dies auch auf das Handeln Auswirkungen hat und den Akteuren dadurch gänzlich etwas zu fehlen scheint: die Fähigkeit zur praktischen Gestaltung, damit überhaupt etwas erwachsen kann. Dem bin ich nun mehr und mehr durch  Rückbetrachtung so mancher Projekte in den letzten drei Jahren auf die Spur gekommen.

Wenn von Gestaltung gesprochen wird, bleibt immer wieder ein fader Geschmack zurück. Warum ist dies so? Anfängliche als eherne Projekte von allen Seiten in die Welt getragen, verwandeln sich die Engagements – je mehr es in Richtung verantwortliches Tun geht – in Scheinbeschäftigungen, Ausflüchte, projekterodierende Kleinrederei, vorgeschobene Gründe und bereits im Anfang in den Raum gestellte oder bestehende Fehlbedingungen.

Getragen wird das Ganze von Euphorie, was im Kern nichts mit Begeisterung zu tun hat, denn gestalten heißt: einer Sache, einem Projekt Leben „einzuhauchen“.

Da das Bewusstsein für Selbstliebe und Selbstachtung fehlen (weil mehrheitlich so konditioniert), bedarf es auch stets der „Überzeugung“ anderer, was letztlich nur ein Akt „energetischer Befüllung“ darstellt, die man umgangssprachlich als „Motivation“ bezeichnet – in der Vorstellung, dass ein Teil der Energie wieder ins jeweilige Handeln fließt.

Man kann hier getrost von Insuffizienz jener sprechen, wenn erhaltene Energie mehr für die eigene Struktur (Euphorie) zurückbehalten wird, als sie in die Umsetzung einer Aufgabe (Handlung) fließen zu lassen.

Es bedarf der Selbstüberzeugung und Glauben an die eigene Wirksamkeit seiner Handlungen – im Sinne des Projektes, im Sinne der Sache.

Da hilft es auch nicht, wenn man sich mit vielen zusammensetzt, diskutiert und bespricht, wenn am Ende das Ganze in eher „dünnflüssige oder ausleibende Ergebnisse“ mündet.

Es zeigt sich: Man kann nur mit dem eigenen Herzen bei der Sache sein kann und sich nicht der Energie der anderen bedient, um selbst etwas zu erreichen.

Begeisterung ist etwas, was man sich nicht erkaufen kann. Wiederum bedeutet das, dass man selbst an sich und die eigene Sache fest glaubt, alles dafür in Kauf nimmt und zu tun und durchzuleben bereit ist.

Ein Grund, warum man immer nur sein Ding machen kann, weil man eine eigene Aufgabe in sich trägt – im Sinne einer übergeordneten Sache, an die man selbst glaubt und das Notwendige dafür zu tun bereit ist.

Geld ist somit auch ein sicht- und begreifbarer Ersatz für von außen zugeführte „Lebensenergie“. An der Geldmenge und der freiwilligen Bereitschaft der Investition in ein Projekt (durch wertschöpfende Leistung oder entsprechende Energiemittel), kann man auch den Glauben an die Sache an sich erkennen.

Jetzt versteht man auch, welche Bedeutung Manipulation hat oder hatte, ist man ein williges (höriges) Instrument anderer oder folgt man nur seiner eigenen, inneren Welt – was bedingt, dass man seine eigene Aufgabe erkannt hat.

Was ist deine eigene Aufgabe (im Leben)? Was bist Du bereit zu tun?