Warum alles seine Richtigkeit hat

Wird sich mehrheitlich gewohnt über die dargebotenen Ausnahmezustände aufgeregt und in altbekannter Manier in die Abwehrhaltung, des Widerstandes und der Demonstration begeben, läuft dennoch alles nach gewohnten Verhaltensmustern ab.

Es wurde ja nicht anders gelernt. Und da es von den anderen – denen man sich zugehörig fühlt – ebenfalls so gehandhabt wird, hält man das Ganze für „normal“ und „richtig“.

Im Wesentlichen findet das ganze Tamtam statt, damit die verbliebenen Schlafmichels in Bewegung versetzt werden und ihr gewohntes Komfortsofa verlassen. Reanimation.

Da Gewohnheiten und Liebgewonnenes in der Regel alles andere als einfach zu überwinden oder loszulassen ist, gestaltet sich die „oktroyierte Druckmotivation“ in ihrer üblich-subtilen Form.

„Ja, DU hast ja eine ganz andere Meinung, als alle anderen.“ „Stimmt, das liegt auch daran, dass ich auch ganz andere Informationen habe – als die Mehrheit. Informationen, die in ihrem Gesamtzusammenhang, eine ganz andere Bedeutung ergeben.“ „Erzähl mal, ich habe zwei Minuten Zeit.“

In der Regel sind es einige Wenige, die erkannt haben, worum es wirklich bei dem ganzen Brimborium geht und wie es im Wesentlichen miteinander zusammenhängt. Es ist wie eine überlagerte vernetzte Ebene auf der sich alles abspielt, während sich die Mehrheit konditioniert mit deren Auswirkungen in Form wahrgenommener Symptome beschäftigt.

Diese offenbart sich langsam, wenn man sich aus dem Umfeld gewohnter Polarisierung, Beschuldigungen und Symptombekämpfung herausbewegt und es unterlässt, sich wieder den nächsten „staatlichen Rattenkäfig und Betreuungsinstitut“ begibt, im Glauben, alles sei damit erledigt.

Frage auf Facebook zur aktuellen Politik: „Warum macht die kommissarische Reichsregierung nichts?“ „Ganz einfach, weil klassisch-hierarchische Strukturen alter Weltordnung, stets eine Exekutive benötigen.“

Man sieht, wie sehr die Menschen in alten Denkstrukturen verhaftet sind und diese in der Regel noch nicht einmal zu hinterfragen gedenken. Solche Dialoge enden meist abrupt und in Schweigen und ignorieren. Recht und Gesetz sind nichts, sondern nur Macht und Geld und auf der anderen nur die Bereitschaft übrig bleibt, sich selbst zu ändern. Wer sich anschickt wieder über andere richten zu wollen, findet sich im Umfeld der alten Ordnung wieder – und diese geht gerade zu Ende.

Das klingt hart, doch wer macht sich über seine eigenen Konditionierungen Gedanken, gerade weil man überall das gleiche Verhalten sieht, muss es ja wohl „richtig“ sein.

Was dabei übersehen wird, dass sich aus den vereinbarten Verhalten (Konventionen) in der Gruppe ein überlagerndes „Eigenwesen“ entwickelt. Nun ist auch verständlich, warum Gruppendynamik und Gruppenintelligenz anders funktionieren, als ein sich einzeln bewegender und entwickelnder Mensch.

„Du bist solange „gut“ solange uns das gefällt, was du sagst, denkst und in unserem Sinne tust.“

Dieser Satz führt in der Regel irgendwann zur kollektiven Selbsthaltung in der Gruppe. Und wenn Themengrenzen signifikant überschritten werden, führt dies automatisch zur Abspaltung und Neubildung. Zum Thema „Schwarmintelligenz“ hatte ich vor kurzem bereits einige Gedanken veröffentlicht.

Im Kern macht sich so mancher mehr und mehr Sorgen über die sich zuspitzende Situation und spricht von bürgerkriegähnlichen Zuständen. Dabei mag es jetzt sarkastisch klingen: „Doch jeder bekommt dass, was er sich nimmt.“

Zeit zum Umdenken.

Das wiederum bedeutet, dass er sich aus der von ihm gewonnenen Ansicht auch wieder herauslösen kann. Es sei denn, er sieht sich unbewusst als Opfer einer kollektiven Zwangsvorstellung, die wiederum mit seinen konditionierten Verhalten und Erwartungen im Einklang steht. Auch wenn er es noch so ignorieren und ablehnen mag.

„Ich musste die Klippen mit hinunter springen! Scheiß Lemminge!“

Man sieht an dieser Stelle wiederholt, dass sich die Herausforderung für den Einzelnen stellt, sich aus dem Dunstkreis konventioneller Denk- und Verhaltensmuster heraus zu bewegen, denn diese erzeugen jenes überlagernde System, was man gleichzeitig zu verlassen gedenkt.

Wer Unruhen bestellt, wird sich im „bestellten“ Chaos wiederfinden.

„Ja, aber die anderen… und die Situation…“ „Die spielen für einen selbst nur eine signalgebende Rolle im Sinne der eigenen Aufgabe – vorausgesetzt, man kennt diese.

Es ist deren Entscheidung und Verantwortung, nicht meine und nicht Deine. Und dennoch gehört alles zusammen und zwar so, dass es funktioniert und nicht einfach, weil es gerade mal ‚muss’.“

„Es ist zwar alles eins, doch hat der Fisch am Baum nicht verloren.“

„Der Fisch löst sich im Ozean nicht einfach auf, nur weil dieser größer ist.“