Was macht der „Michel“ in der 3. Klasse?

Gerade einen polarisierenden Beitrag auf „Conservo“ gelesen: „Deutsche sind in Deutschland Menschen der 3. Klasse“. Ich schreibe dazu spontan mal einen Extrabeitrag für Conservo.

Die Mär von der Steuer
Zunächst wird – und auch zu Recht – sich darüber aufgeregt, dass der Steuerzahler für alles immer herhalten muss. Wer sich dem Thema „Steuern“ mal wirklich nähert, wird herausfinden, dass es keine Steuerpflicht gibt und Zahlungen nur ein gewohntes Ritual darstellen – selbst wenn er noch so viele Gesetze vorgehalten bekommt.

Glauben auf der Seite der Zahler sowie auf der belohnten Seite der Angestellten vom Finanzamt (Wer bei www.upik.de nach „Finanzamt“ nachschaut, wird erkennen, dass es nur Unternehmen sind). Und wer nicht zahlt, wird einfach geplündert oder es wird „geschätzt“ – und dann geplündert.
Aus Angst davor, bleibt der wahre „Michel“ treu, artig und gläubig – noch.
Das Argument, damit würden Kindergärten und Straßen gebaut werden, ist nur ein Beruhigungsmärchen. Wer mag, schaut sich einfach mal die Veränderungen in den „Elster-AGBs“ an.

Im §6 stand bis vor dem 01.01.2015:

§ 6 Haftung
(1) Die Haftung für die Verletzung von Amtspflichten (§ 839 BGB, Artikel 34 GG) wird durch diesen Vertrag und insbesondere § 6 nicht beschränkt. Unbeschränkt haftet die Steuerverwaltung in den Fällen der Verletzung von Leben, Körper und Gesundheit sowie nach dem Produkthaftungsgesetz.

(2) Im Übrigen haftet die Steuerverwaltung nach den gesetzlichen Vorschriften des Schenkungsrechts.

Nun steht darin (Satz 1 und 2 wurden vertauscht)

§ 6 Haftung
(1) Die Haftung ist ausgeschlossen.

(2) Dies gilt nicht für

– die Haftung für die Verletzung von Amtspflichten (§ 839 BGB, Artikel 34 GG),

– die Verletzung von Leben, Körper oder Gesundheit, die auf einer fahrlässigen Pflichtverletzung oder auf einer vorsätzlichen oder fahrlässigen Pflichtverletzung eines gesetzlichen Vertreters oder Erfüllungsgehilfen beruht,…

Hinweisend darauf, dass die Abgabenordnung 1977 seit ihrer Bekanntgabe zum 01.01.1977 – aufgrund der ungenügend erfüllten zwingenden Zitierpflicht gemäß Artikel 19 Abs. 1 Satz 2 GG – nichtig ist.

Es macht Sinn die Lücken in den Gesetzen zu betrachten und schnell erkennt man, dass Blaise Pascal bereits im 17. Jahrhundert darauf hingewiesen hat.

Michel – wo die eigentliche Veränderung stattfindet
Was aber viel interessanter ist, was den Michel (es kann auch jeder andere Michel auf der Welt sein) zum Michel werden lässt.
Dies geschieht aus einer! Kernbedingung heraus, die ihn so sein lässt, wie er ist. Und aus diesem Grunde steigt auch der Druck in diesem Lande weiter an, weil gleichzeitig auch ein Wandel ansteht, der ein Umdenken unabdingbar macht.

Diese Kernbedingung lässt sich in einem Satz beschreiben, aus der das gesamte heute, weltweit zu findende System heraus entstanden ist und in der Regel von der „gewohnt denkenden“ Mutter auf das Kind übertragen wird. Dies, weil Mütter die Kinder zur Welt bringen: „Du bist dann gut, wenn du so bist, wie mir das gefällt.“ Das ist doch mal was.

Daraus haben sich die Mechanismen „Belohnung und Bestrafung“ entwickelt, die bedingte Liebe, Anerkennung, Zugehörigkeit, Aufmerksamkeit, Verhalten, Gewohnheiten, Konventionen, das Geldsystem, das Rechtssystem, das Schulsystem, sämtliche Einrichtungen und Vorgesetzen, die fortan darüber befinden, was für einen selbst „gut und richtig“ sein soll.

Im Weiteren entsteht daraus das einseitig konditionierte Ego (im Haben, Bekommen, Wollen, Kriegen, Erobern, Sichern, Bewahren und Verteidigen). Das ist die gesellschaftlich tolerierte Unvernunft (Vernunft ist eigentlich der intuitiv getriggerte Prozess zwischen Geben und Empfangen), die ihre Betreuungseinrichtungen nötig macht, Grundlage des weltweiten Geschäftsmodells ist und nebenbei die Hierarchie entstehen lässt, als Widersacher der natürlichen Ordnung.

Die vorweg genommene Entscheidung belässt den Betreuten in einem Zustand unterschiedlich ausgeprägter Willenlosigkeit und Unvernunft und damit das auch ganz prima funktioniert wird er noch dafür belohnt, wenn er das macht, was andere ihm sagen. Aber wehe, man ist mal nicht der Bruder…

Der eigentliche Aspekt des Wandels ist die öffentliche Überschreitung der gesellschaftlichen Konventionen, die sich aus dem ganzen Bedingungsschlamassel heraus entwickelt haben. Früher endeten solche Menschen auf den Scheiterhaufen – in Bamberg waren es mal 10% der Bevölkerung.

Heute gibt es ein Glück das Internet, als Entwicklungsstube der neuen Zeit, die so mancher aus unterwürfiger Haltung heraus mit einer neuen alten Weltordnung verwechselt. Weil kaum jemand fragt, was die alte Ordnung ausmacht (und man sich lieber mit Möhrchen, Rübchen, Ameisen und Erbsen beschäftigt – auch ein konditioniertes Verhalten, was man hinterfragen mag.).

Das ist oben im kurzen Ansatz beschrieben. Denn ohne zu wissen, was die eigentliche Ursache ist, braucht man über Lösungswege erst gar nicht nachzudenken, denn die führen unweigerlich in einen Kreisverkehr aus Selbstbeschäftigung mit eingebautem Klagen und Jammern.

„Doch: Wer sich nur beschwert, erleichtert sich nicht.“

Also: Umdenken ist angesagt. Problembetrachtung und -orientierung reichen dazu nicht aus.

4 Comments on Was macht der „Michel“ in der 3. Klasse?

  1. Hallo lieber Alexander,
    möchte dir hier mal kurz aus einem Antwortschreiben des Leiters der Landesjustizkasse den Rechtspflegedirektor Herrn Rxxxxx zitieren.
    „Bei dem von Ihnen genannten Firmenregister handelt es sich um eine private Veröffentlichung, die von der Landesjustizkasse nicht veranlasst wurde und keine rechtliche Bedeutung hat. Auf Ihr sonstiges Vorbringen braucht nicht näher eingegangen zu werden.“

    Nett gell

    • Hallo Gerald, ist wohl die übliche Märchenstunde. Es heißt, es wurde von der EU gefordert. Unternehmen sind halt Unternehmen.

    • Seh ich auch so. Habe aber festgestellt dass dieses Verzeichnis nicht aktualisiert wird. Oft ist der Vorgänger oder noch frühere Leiter in der Liste vermerkt. Darauf kann man schon rumdenken, wie Tobias so schön sagt.

      Zu deinen Vorschlag an anderer Stelle eine gerichtliche Entscheidung zu formulieren möchte ich auf § 30a des Gerichtsverfassungsgesetz hinweisen.

      Mal sehen was wir noch alles erleben dürfen.

      mit den besten Wünschen

    • Lieber Gerald, das ist alles nette Beschäftigungstherapie, siehe 1. BMJBBG Artikel 14. Ich schreibe die „Rechtssachen“ für all jene, die sich noch darin bewegen. Irgendwann erkennt man, dass es im Kern um wichtigere Dinge geht.

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