Was wirklich zu überwinden ist

Ach, was muss die Zeit früher schön gewesen sein, wenn ich hingegen das betrachte, wie das heute so ausschaut. Ist schon alles ätzend, oder?

„Gestern war alles besser.“ „Dann muss es ja vorgestern noch besser gewesen sein. Und irgendwann ist es wohl so gut gewesen, dass man es jetzt schon nicht mehr aushalten kann.“

Es muss sich ja endlich mal was ändern! Und dann ändert sich mal etwas, und schon regen sich alle darüber auf. Okay, es sind im Kern nicht alle.

Und alsdann wird geklagt (Demonstrieren ist im Kern nur kollektives Klagen), diskutiert und gepostet, was das Zeug hält.

An diese Stelle ist zwischen jenen, die etwas Neues wollen und denen, die nur so tun, als ob sie etwas Neues wollen zu unterscheiden.
Anfänglich gestaltet sich  dies schwierig zu differenzieren, weil ja alle – zumindest mündlich, gleich klingen.
Aus diesem Grund gibt es ja auch das Sprichwort: „Am Tun wird man sie erkennen.“

Anfänglich mag das meiste Tun ja auch ein Ziel verfolgen.
Der (gemeinsame) Feind ist schnell ausgemacht. Euphorisch und motiviert geht man an die Sache heran und dann wird kämpferisch alles an Rechtfertigungsargumenten zusammengetragen, um dem erkorenen „Feind“ entgegen zu treten.
Doch wie hat es sich das meiste bis jetzt erwiesen? Als wenig erfolgreich, möchte man meinen und so mancher hat hingeschmissen.

Der „Feind“ ist eine Erfindung des eigenen „Ichs“, um sich auf der einen Seite gegen Veränderung zur Wehr zu setzen und auf der anderen dient er zur Rechtfertigung der eigenen Denk- und Verhaltensmuster.

„Weil die anderen so sind, muss ich auch so sein.“ damaliger Kollege in 2006/7

Das mit dem Hinschmeißen liegt einfach daran, dass die meisten Ziele, die individuell oder kollektiv gesetzt werden, den Regeln, Konventionen und Traditionen der alten Ordnung entsprechen, in(!) der sich für gewöhnlich auch gedanklich bewegt wird. Immer daran denken: Das System sind die meist unhinterfragten eigenen Denk- und Verhaltensmuster. Dies mit bspw. folgenden Erscheinungsformen:

Statt Frieden, will man nur seine Ruhe. Statt Freiheit, besteht nur der Wunsch nach mehr Freizügigkeit. Statt „ungerechte Vorgesetzte“, reichen „gerechte Vorgesetzte“.

Aus diesem Grund drehen sich die meisten nur noch im Kreis wie auch in fortwährender Beschäftigung mit den wahrgenommenen Unsäglichkeiten des Tages. Das wiederum lässt die „Medien des Mainstreams“ mit den „alternativen Medien“ im gleichen Licht erscheinen und eins werden.

Mit den Verhalten, Methoden und Werkzeugen des Systems erhält man das System!

An dieser Stelle trennt sich die „Spreu vom Weizen“ und so mancher tritt nicht selten den Rücktritt an – wenn nicht schon vorher.

Diese jene „Ordnung“ (Denk- und Verhaltensmuster), die kaum hinterfragt wird, da ab diesem Punkt gilt: „Jeder hat ja seine eigene Bewusstwerdung!“
Es ist nur eine Ausrede für all jene, die bereits aufgegeben haben und sich lieber in mit Spenden geförderter Beschäftigung mit dem Auseinandersetzen, was ihre Hörer gerne hören mögen.

Schaut man genauer hin, so entpuppt sich der Weg aus dem System der alten Ordnung nicht als einfacher Wechsel und das war es dann. Es ist wie ein Herauslösen aus den vom Menschen selbstgeschaffenen, ihn umgebenden Hüllen. Und damit kann in der Regel kaum jemand etwas anfangen – eben weil sich kaum damit auseinandergesetzt wird.

„Sie wussten alles – nur nicht das, was für sie selbst wichtig war.“

Denn so gebiert sich der Mensch aus sich selbst heraus, was gleichzeitig auch zeigt, wessen „Kind“ er wirklich ist.

Diese alte Ordnung ist also nicht etwa was Undefinierbares oder irgendein abstruses Gebilde. Sie formiert sich – vereinfacht ausgedrückt – aus von Menschen geschaffenen Regelwerken und Bedingungen. Diese basierend wiederum auf seinen Denk- und Verhaltensmustern. Die Bibel gibt hierbei den Hinweis auf den „Baum der Erkenntnis“.
Doch gibt es auch den „Baum des Lebens“. Dieser „funktioniert“ nach den Prinzipien des Lebens. Was vorher von menschlicher Bedingtheit durchdrungen war, verwandelt sich zunehmend in Bedingungslosigkeit – wenn man sich dazu entschließt.

Wem es noch nicht aufgefallen ist: Sie, die alte Ordnung, ist dazu gedacht, dass der Mensch lernt, wie es nicht funktioniert.
„Nicht funktioniert“, weil er die Regelwerke der Natur missachtet, nicht erkennt oder bis jetzt noch nicht erkannt hat.
Viel zu sehr alles, was sich darum rankt, ist dazu gedacht zu vergehen.
Gleich wie sehr Energie dort hineingesteckt wird, es wird immer nur in einer Art Überlebenskampf enden.

Und so gestaltet sich das Ganze mehr oder weniger als Kampf. Als Kampf gegen die Erkenntnis, dass es nicht funktioniert.

Dass es für Wenige zu funktionieren scheint, beruht nur auf der Tatsache, dass künstlich etwas geschaffen wurde, was jene sich selbst ausgedacht haben und von dem andere der fest entschlossenen Meinung sind, es ebenfalls haben zu müssen, zu wollen und notfalls auch zu kriegen: Das liebe Geld.

Der Glaube, dass Geld etwas Wertvolles sei, für so manchen sogar wertvoller als seine eigene Fähigkeit Werte zu schöpfen und zu gestalten, dass er dafür seine Gesundheit zu ruinieren bereit ist, zeigt, wie abhängig sich der Mensch von diesem „Mittel der Kontrolle“ und seinen „Erfindern“ gemacht hat. Und warum?

Weil der gewohnte Mensch es ja haben zu „müssen“ meint. Und dieses Hinterherrennen, lässt ihn selbst zum Abhängigen seiner Dealer werden.

Fremdwertgefühl und mehr oder weniger öffentlich „tolerierte“ Zurschaustellung von Eigentum und Besitz, Hab und Gut als Statussymbole, Ersatz und Überzeichnung für das meist spärlich besiedelte Sein.

Es besteht auch nicht die Frage nach Haben oder Sein. Denn auch das ist ein kollektiv vereinbarter Irrglaube. In der alten Ordnung  zeichnet sich der habende Mensch wohl durch ein Sein aus: ein wenig über sich bewusst sein.

Und genau dieser Aspekt der Unwissenheit über sich selbst und wodurch er „funktioniert“ und lenkbar ist, macht ihn solange zum willigen Werkzeug der Fremdbestimmung für jeden Unfug, den die ihm „vorgesetzten“ mit ihm treiben – bis er erkennt und nicht nur versucht zu verdrängen.

Der ganze Sermon funktioniert auch nur weil an Geld, Eigentum, Besitz, Hab und Gut geglaubt wird, dass eine Sache oder ein anderer Mensch einem „gehört“.

An dieser Stelle treffen die Machtgierigen auf die Ohnmächtigen. Beide sind jedoch nur Opfer ihrer eigenen Denk- und Verhaltensmuster. Und der Besitz von Geld oder der Wunsch danach sorgen dafür, dass dieser gesellschaftliche Vertrag „funktioniert“, weil daran geglaubt wird.

Die fiktionale Macht über das Leben des anderen ergibt sich durch die Möglichkeit jederzeit Geld, Eigentum, Besitz, Hab und Gut dies bei Verstoß (gegen die Regelwerke der Autorität) dem „Besitzer“ oder „Eigentümer“ wegnehmen zu können. Somit handelt es sich nicht um Recht auf Besitz und Eigentum, sondern nur um ein bedingt überlassenes Privileg darauf.

Solange also Geld, Eigentum, Besitz, Hab und Gut durch „mein“ und „dein“ getrennt werden, solange gibt es jene, die darüber verfügen, wem was wo und wie lange gehört, solange bewegt sich der Mensch innerhalb der alten Ordnung und ist der opportunen Willkür seiner Oberen ausgeliefert.

Und dies in einem sich zuspitzenden Wandel, wo auch die „Oberen“ nicht viel anders funktionieren, als jene, die ihnen untergeben sind. Am Ende frisst sich die Schlange selbst auf.

Die „Autorität“, also das sich über andere erhebende „Ich“ oder auch „der große Bruder“, stellt sozusagen die Regeln auf, an die sich jeder Teilnehmer des Systems zu halten hat. Der oberste Knoten ist der Glaube an das Geld und wie der Erhalt zu erfolgen hat und auf der anderen Seite der Glaube an die „gerechten Vorgesetzten“.

Und da das ganze System (weil es einer Fiktion folgt) an sich ein Betrug ist und nicht nur ein Teil, wo man dann am Rest festhalten kann, macht es wenig Sinn hier und da Flickwerk zu betreiben. Die Fiktion findet sich im Geldsystem, im Rechtssystem, im gesellschaftlichen Miteinander, in der Politik &c.

Wer jetzt bei „Fiktion“ auf den Tisch zu klopfen meint, was denn daran „Fiktion“ sein soll, sei gesagt, dass diese Fiktion auf der mentalen ebene stattfindet und sich durch von Menschen gemachte Regelwerke zum Ausdruck bringt, aus(!) denen die bekannten Institutionen wie bspw. „Staat“ und „Kirche“ hervorgehen.

So ist also die Hauptfrage, was den Menschen im Zusammenhang mit Geld, Eigentum, Besitz, Hab und Gut so reagieren lässt.
Um jedoch hier eine Antwort zu bekommen, reicht es nicht aus, dass die anderen ja auch so sind, oder andere ihn dazu zwingen. Das wäre nur gewohnte Rechtfertigung und Verdrängung.

Dabei geht es auch nicht um Geld haben oder nicht haben, sondern um die Art und Weise, wie es zu einem gelangt. Ob man sich dafür unterwirft, hinterher rennt oder ob es als ein Geschenk (ein Geschenk ist der Ausdruck des Lebens selbst) daherkommt. Der Geburtstag ist bspw. jener Tag, der uns daran erinnert, dass uns das Leben geschenkt wird, dass das Leben selbst ein Geschenk ist.

An diesem Punkt enttarnt sich das System, die alte Ordnung, der alte Bund, die Matrix.

Dabei ist klar und deutlich erkennbar, dass nicht jedem das Recht auch gleichzeitig Gerechtigkeit beschert. Ist Gerechtigkeit, wie seine Begleiter, Frieden und Freiheit Erscheinungsformen des sich in Vernunft und Gewissen entwickelnden Menschen.

An dieser Stelle kann ich jeden beunruhigen, dass ein „so tun, als ob“ kein Garant zum Eintritt in die Neue Zeit darstellt. Denn ist das „so tun, als ob“ ein Mangel an fehlender Authentizität – wobei das „so tun, als ob“ nicht selten mit einem fiktionalen Wert (Geld, Eigentum, Besitz, Hab und Gut) belohnt wird.

Wer jetzt fix meint, dass das ja alles „sowieso“ nur Täuschung sei, mag sich weiter in der Materie vertiefen und das System und somit in der Beobachtung auch seine eigenen Denk- und Verhaltensmuster dabei in Frage zu stellen, die ihn diese „Fiktion“ verkaufen. Es braucht auch eines tragfähigen Fundamentes, was nicht nur aus einer losen Ansammlung von Unsäglichkeiten besteht.

Denn wenn es wirklich anders werden soll, so liegt es am Ende doch wieder beim Einzelnen selbst. Und wer noch auf andere wartet, wartet – wie die anderen – nur auf sich selbst.

Es bedarf der Fiktion, um das Wahre zu erkennen. Erst mit Hilfe beider, beginnt sich der Mensch wirklich zu entwickeln.

Das, was ihm als Unsäglichkeiten entgegentritt, ist im Sinne seiner Entwicklung nicht dazu gedacht bekämpft oder ignoriert zu werden, sondern als Aufgabe sich selbst zu entfalten.

Dazu ist es notwendig, all die Dinge kennen zu lernen, vor denen man sich nur allzu gerne fernhält.