Wenn mehrheitlich von „Ursachenforschung“ gesprochen wird…

http://tinyurl.com/3ygno5n (FAZ)

…endet die Suche meist mit der Anprangerung und Verurteilung der Schuldigen. Kollektiv schreit man dann nach mehr Kontrollen und klatscht sich nach „Projektende“ erfolgsverwöhnt auf die Schultern. Doch der nächste Skandal lässt sicher nicht lange auf sich warten.

Warum?

Weil mit der Suche und Verurteilung der Schuldigen nur ein Symptom bekämpft wird und nicht die tatsächlichen Ursachen; die finden wir in den unzeitgemäßen Organisationstrukturen der Mehrheit heutiger Unternehmen. Doch dazu fehlt den „Schuldigensuchern“ das fachübergreifende Wissen, die eigentlichen Ursachen gar zu lokalisieren oder zu regulieren.

Gelerntes Denken und Handeln: Probleme dort lösen zu wollen, wo sie sichtbar in Erscheinung treten, sorgte so für die zunehmende „Verkomplizierung“ unserer Systeme, erzeugt „Ausblühungen“ mit denen sich dann alle „über Kreuz“ wieder mit beschäftigen. Schafft so aus der Sicht des Ganzen nur weitere Unzulänglichkeiten. Was für ein Unsinn. Wohin soll das führen?

Ein System schafft sich selbst ab. Und ich sage es hier direkt: „Es geht Sie etwas an!“
In der Tat beschäftigen sich alle mit sich selbst, greift jeder dem anderen in die Tasche. Und dies bei zunehmender Staatsverschuldung, die „dazwischen“ ihr Schärflein abgreifen muss. Mittlerweile sind dies ca. 40% an jedem Produkt oder Dienstleistung. Und immer noch glauben Unternehmer und Mitarbeiter jedes Jahr neue Verhandlungen „einberufen“ zu müssen, weil die Preise steigen.

Wenn die Mehrheit sich nur mit Verwalten und Problemkaschieren auseinandersetzt, wird sich die Lage schrittweise nur weiter zuspitzen. Die einen meinen immer noch die Kapitäne zu sein, während sie sich jedoch nur noch mit dem Stopfen von Löchern in der Bordwand beschäftigen.

Auf kurze Sicht werden die Krisen (fehlen zeitgemäßer Lösungsmuster, bei konkret überschrittenen Systemgrenzparametern und mangelnder Anpassungsfähigkeit.) sich wieder einstellen, sind die Regelprinzipien, nach denen die Systeme funktionieren (sollen) in globalen Umfeldern unwirksam.

Komplexität ist immer selbst gemacht
Taucht ein Problem vermehrt auf, entwickelt sich automatisch ein neuer „Problemlöser“, der mit Dienstleistungen und Produkten die „Probleme“ aus der Welt schafft. Meist hat dies zur Folge, dass der „Problembelöste“ durch die zugenommene Komplexität einer permanenten „Betreuung“ im neuen „Lösungsthema“ bedarf.

Die tatsächlichen Ursachen sind zum einen nicht gelöst, beeinträchtigen weiter das System. Zum anderen führt die „Lösung“ zu weiteren Problemen, die an anderer Stelle im Unternehmen in Erscheinung treten. Das berühmte Spiel beginnt von vorne. Ein anderer „Problemlöser“ hat den Auftritt. „Tata!“
Ist irgendwann ein gewisses Maß an Komplexität erreicht, kommt das System zum „inneren“ Stillstand. Exitus. Der Unternehmer hat meist vorher innerlich schon das „Handtuch geworfen“, sieht schlecht aus, ist ständig krank, träumt davon alles nur noch loswerden zu wollen oder greift nach allen Mitteln, die ihm sein Umfeld bietet. Tatsächlich wirksame Hilfe wird jedoch kategorisch abgelehnt. Lauert hinter jeder Geste der Argwohn. Meist ist es dafür auch schon zu spät, obwohl man es über Jahre hinweg gepredigt hat. Man kann dem Ende nur noch wissentlich zuschauen.

Bis dahin haben externe „Betreuer“ den Kunden optimal bedient, jedoch ohne sich der tatsächlichen Sachverhalte im Klaren zu sein. Den Fachexperten fehlt meist das Wissen, die Ursachen zu lokalisieren oder gar dauerhaft wirksam zu lösen.

Doch es gibt auch die andere Seite, wie ich selbst über Jahre erleben durfte, dass Unternehmer die Hinweise ignorierten, weiter versuchten mit konventionellen Lösungen der Lage Herr zu werden. Selten führte und führt dies zum Erfolg.

Da wird beispielsweise von einer Webseite als Lösung gesprochen. Bei näherer Betrachtung stellt sich jedoch heraus, dass es grundsätzlich an der Bereitschaft fehlt, neue Wege zu gehen, die in der Regel wesentlich effizienter sind, weil insgesamt Marketing als Prozess unwirksam integriert ist.

Beharrt der Unternehmer weiter auf der Meinung durch eine Webseite seine Probleme lösen zu wollen, derartige Projekte sollte man grundsätzlich ablehnen, da sie dem Unternehmen nichts bringen, denn bleiben die eigentlichen Ursachen ungelöst.

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