Wie die neue Zeit sichtbar wird

Was die Neue Zeit betrifft, tut man sich doch recht schwer, was denn diese Neue Zeit ausmacht. So mag ich einige Gedanken formulieren, wie man sie – für jeden, der genauer hinschaut – sichtbar wird. Im Grunde genommen ist es ganz einfach…

Wie sich unübersehbar herausstellt, hat sich der Mensch doch eine recht komplexe Welt geschaffen – eine Welt zunehmender „Unordnung“. Das Phänomen zunehmender Unordnung ist in der Natur auf der einen Seite normal, jedoch kann der Mensch diese von ihm „Unordnung“ im gewissen Maße auch zurückführen in eine Art „höhere Ordnung“ – kompakt ausgedrückt. Doch mag ich es nicht allzu kompliziert formulieren. Also war dies nur ein Gedanke, um darüber vorzudenken.

In so vielen Blogs, Nachrichten und sonstigen Informationen wird gerne von Personengruppen gesprochen – ob religiöser, politischer oder sonstiger ideologischer Richtung – von deren Kanzeln gern hinabgepredigt wird und so findet der Streit Einzug – wie auch der Kampf und das Gegeneinander.

Heute morgen konnte ich mich an einen Sonntag aus meiner Kindheit erinnern, als ich diesen Cowboy im Fernsehen sah, der erschossen wurde – ich glaube, der Schauspieler hieß Robert Taylor – und ein paar Tage später erschien er wieder in einem Ritter-Film.
Ich war in etwa fünf Jahre alt und sehr verwundert: Wie konnte jemand, der erst erschossen worden war, plötzlich wieder woanders auftauchen? Für mich war es solange Realität, bis meine Mutter mir erklärte, dass dies „nur ein Film sei“, wo die Leute nur „so tun, als ob“.

Urteilen Sie bitte nicht vorschnell, es wüsste ja jeder, dass da nur so getan wird. Denn solange diese Erklärung fehlt, ist es Realität. Erlebtes.

Beim Spiel mit den anderen Kinder war dies nicht viel anders. „Räuber und Gen-Darm“ hat sich im Kern nicht geändert, nur weil das Handeln sich plötzlich um Geld dreht.
Geld ist im Kern ein niedriger Beweggrund, die vielen Dinge dafür zu tun. Allein deshalb ist es sinnvoll, ihm nicht hinterherzulaufen.

Von diesem Gedanken nun ausgehend sieht man, dass sich in der vereinbarten Realität (nicht die Wirklichkeit selbst, die ist nochmal was anderes) des Alltags die Situation nicht viel anders gestaltet.

Wer nun fragt, wie ich es mit dem Geld handhabe? Die Dinge, die ich schreibe helfen jedem, der sich mit dem System beschäftigt, der den Schmunzes nicht mehr mitzumachen gedenkt und hinterfragt, was die wesentliche „Nummer“ darin ist.

Es sind Geschenke, die mich erreichen – wem danach ist. Man gibt, man empfängt. Denn „Hinter dem Horizont“ ist es im Grunde genommen ganz einfach, die Dinge ergeben sich von ganz alleine, wenn man sich dem Leben selbst widmet.

Ein Erlebnis
Es war Winter irgendwann Anfang der 70er und ich spielte mit den Kindern aus der Nachbarschaft. In einer kleinen Holzbaracke gab es den „Bäcker“, der Brot verkaufte, was aus Schnee war – eingewickelt in Zeitungspapier.
Ich tat ebenfalls so, als ob ich das Brot wollte, er gab es mir und wollte 50 Pfennig dafür. Ich gab ihm einen Schneeball. Doch er wollte diesen nicht, sondern die 50 Pfennig, die ich in der Tasche hatte.
Ich schaute ihn und seine vier, fünf Kollegen an, die plötzlich ziemlich ungehalten waren und ebenfalls auf besagte 50 Pfennig bestanden. Ich sagte: „Wir spielen hier nur, tun so, als ob.“ Für ihn und seine Kollegen war es jedoch ernst und keiner wollte es verstehen.
So fiel man über mich her, um eben diese 50 Pfennig an sich bringen, was am Ende zu einer riesigen Schlägerei führte.

Ich will damit zum Ausdruck bringen, dass es sich lohnt, sein Leben aus heutiger Sicht nochmals zu hinterfragen, denn nur so können wir das System verstehen, was sich nicht einfach mit der Auflistung von Schuldigen abhandeln lässt oder mit gewohnten Antworten damit abgetan wird, man könne ja sowieso nicht tun. Das ist das, was unsere Eltern uns beigebracht und wir – in der Rolle als Kinder – in der Regel unhinterfragt als „Realität“ angenommen haben.

Haben Sie erkannt, worin die wesentliche Aufgabe liegt?

Ein anderes Beispiel:

„Wissen Sie, warum Sie in der Rolle Als Polizeibediensteter existieren?“ „Nein.“ „Weil Sie vorgeschickt werden die Auswirkungen gesellschaftlich tolerierter Unvernunft oberflächlich zu behandeln.“ „Das stimmt und ich gehe davon aus, dass dies noch lange der Fall sein wird.“ Dialog aus 2017

Um es so auszudrücken: Dieser Mensch – in der Rolle als Polizeibediensteter – wird nach diesem kurzen Dialog nie wieder der sein, der er vorher war. Es verändert ihn bereits und es bedarf keiner vielen Worte.

Denn wenige Tage später sah ich ihn in einem Restaurant mit seiner Familie. Als er mich erkannte, tat er alles, um den Blickkontakt zu vermeiden. Er wird nie wieder so sein.

Haben Sie verstanden, was derartige Worte bewirken? Und wieso es wenig nutzt, sich nur mit Unsäglichkeiten auseinanderzusetzen, Schuldige suchen und diesen eben jene Unsäglichkeiten vorzuhalten, ohne einen wirklichen Dialog zu führen?

Der Neue Anfang
Die wesentlichen Programmierungen des Menschen finden zuhause in der Familie statt und wird in der Regel von den Eltern aus eigenem Unvermögen heraus nicht hinterfragt, lieber lässt man sich gemeinsam „unter-halten“. Die Familien erzeugen selbst jene Gesellschaft der anerzogenen, tolerierten Unterwerfung und sie können etwas tun – es ändern.

„Die Menschen sind noch gut. Wir kämpfen, wir töten, wir hintergehen einander. Aber wir können uns ändern. Wir können es besser machen. Das werden wir, das müssen wir.“ Bruce Wayne, Batman vs. Superman: Dawn of Justice

Man kann sich nur aus dem kollektiven als „normal“ deklarierten Moloch durch die eigene Entwicklung herausbewegen, in dem man sich „an den Haaren“ selbst aus dem Sumpf zieht – was nichts mit dem üblichen Geplänkel um Geld, Eigentum, Besitz, Hab und Gut oder Karriere zu tun hat oder die vielen Rollen, die gespielt werden, außer die „einzige“ Rolle – nämlich Mensch zu sein.

Eines Tages erzählte mir ein Bekannter, der jüdischen Glaubens ist, neben den Missetaten anderer Diktatoren auch vom Holocaust und den sechs Millionen Juden in den Konzentrationslagern, die Hitler hat umbringen lassen.

Als deutsch sprechender Mensch schaute ich ihn an und sagte: „Es sind keine Juden umgekommen.“ Er blickte mich wortlos an. Ich ließ eine Spannung sich entwickeln und schaute ich ihn an und sagte mit ruhiger Stimme: „Es wurden immer nur Menschen getötet.“

Die Neue Zeit kann man hier mit eigenen „Augen“ erleben, wenn die übliche Diskussion über die Tötung von Millionen Menschen in Diktaturen der vergangenen Jahrhunderte gesprochen wird. „Denn es wurden immer nur Menschen getötet.“

Man kann keine Gläubigen oder Anhänger sonstiger Ideologien töten, da sie allesamt nur Erfindungen, nur Rollen, nur Hüllen sind, um sich voneinander abzutrennen.

Es ist an der Zeit, sich der vielen künstlich geschaffenen Rollen, ihren Methoden und Sichtweisen zu entledigen und wieder nach vorne zu blicken.

Um es so auszudrücken: Es ist vollkommen gleich, ob etwas geschehen ist oder nicht, da es den Wirkraum zwischen Geist und Materie betreten hat. Die Frage lautet – stets bezogen auf die eigene Entwicklung: Was konnte es ermöglichen?

Es geht nicht darum zu streiten, was wahr oder falsch ist und gerne mit Wahrheit und Lüge verwechselt wird. Die Aufgabe ist auch in keiner Weise damit abgeschlossen, andere nur als Lügner und Schuldige enttarnt zu haben, um dann von Wahrheit sprechen zu wollen. Es ist nur ein „Infinity War“ in dem sich die Gegner in ihrem Kampf nur gegenseitig opfern.

Und desto mehr zeigt sich das Bild, dass Wahrheit nicht das zu sein scheint, was so mancher gern für sich beansprucht, da sowieso alles nur auf einer Modellvorstellung (Weltanschauung) beruht, um das was man mit den Augen eines Menschen beobachtet, verstehen zu wollen. Eine Weltanschauung, die man somit verändern kann. Ob die anderen dabei mitmachen, sei ihnen überlassen.

„Wahrheit ist das, was funktioniert.“ Ernst von Glaserfeld

Noch besteht die Vorstellung, dass die angenommene Realität unverrückbar sei (während sie bereits bröckelt) und man Feinde und Andersdenkende bekämpfen müsse, was nichts anderes als ein anerzogenes Verdrängungsverhalten ist – während dabei erkennbar wird, dass fast die ganze Menschheit sichtlich in künstlich geschaffenen Strukturen und ihren Rollen unterwegs ist.

Jetzt haben Sie ungefähr eine Ahnung, wie weit man dazu schauen muss, um zumindest ein winziges Gefühl dafür zu entwickeln, was sich hinter Traditionen und Konventionen verbirgt, bzw. offenbart.

Darüber vorzudenken, welche fundamentale Auswirkung darin verborgen ist, wenn man den Menschen, denen man begegnet, als Menschen selbst sieht, gleich welche Sprache er spricht oder welche Hautfarbe er hat.

„Heute mehr als je zuvor, bedrohen Missverständnisse und Vorurteile unsere kostbare Existenz. Dabei kennen wir alle die Wahrheit. Es verbindet uns viel mehr, als uns trennt. In Zeiten der Krise bauen die Weisen Brücken, während die Narren Mauern errichten. Wir müssen einen Weg finden, gegenseitig auf uns Acht zu geben. So, als wären wir ein einziges Volk.“ T’Challa, Black Panther, 2018

Hat man erst die vielen Hüllen erkannt, ist es leicht. Es bedarf lediglich eines winzigen Momentes einer kleinen Unendlichkeit.

Sehen Sie die Neue Zeit?

P.S. „Es sind nicht die Dinge, die uns beunruhigen, sondern die Bedeutungen, die wir den Dingen verleihen.“ Epiktet 2.0

Anmerkung: Damit sich der Mensch entwickelt, braucht es sowohl das Wahre wie auch die Täuschung. Denn wie sonst, könnte er voranschreiten, wenn er immer nur auf einem Bein steht?

Musikalische Untermalung:

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