Bewusstsein vs. Systemtreue

4:58 Uhr. Scheinbar wird man ab und zu in die Kiste der Esoteriker und Spirituellen geworfen, wenn man den Begriff „Bewusstsein“ verwendet. Ebenso interessant, ist dabei zu beobachten, wie sehr sich dagegen „Ausbildung“ als statischer Gesellschaftszustand etabliert hat. Ausgebildet höchstens, um dem vom Menschen künstlich geschaffenen System und seinen Vorgesetzten dienlich zu sein.

Hinzukommt eine Stigmatisierung all jener, wenn sie sich als wandlungs- bzw. anpassungsfähig erweisen und sich zunehmend gegen die gesellschaftlichen Konventionen zu bewegen scheinen – zumindest aus Sicht der im System Verbliebenen. Der Begriff „gesellschafts- oder verfassungsfeindlich“ wird dann hin und wieder gern ins Spiel gebracht.

Zunächst gilt es zu erkennen, dass dieser Begriff ebenfalls nur dazu gedacht ist, Systemabtrünnige oder Andersdenkende stigmatisieren zu wollen. Des Weiteren stelle ich die pauschale Frage in den Raum, wer eigentlich! über die Bedeutung von „gesellschafts- oder verfassungsfeindlich“ bestimmt. Man sieht, Souveränität und Freiheit sind die eigentlichen Reizworte.
Wobei Freiheit auf der einen die Abwesenheit von Bevormundung wie fehlender Betreuungsverhaltensmuster auf der anderen bedeutet.
Das wiederum zeigt, wo Umdenken eigentlich stattfindet, vorausgesetzt das Erkennen, dass Selbstreflektion gesellschaftlich vereinbart zu einer Projektion* (Schuldzuweisung, Abgabe der Verantwortung, die anderen ‚müssen‘ erst, mangelndes Selbstbewusstsein als Misstrauen) umfunktioniert wurde.

In der Regel sind es Systemtreulinge, die sich an die Prinzipien der „ersten Ordnung“ halten: belohnte Integration bei Anerkennung vorgesetzter Strukturen, der Bestimmung des Menschen über einen anderen und deren Verteidigung und nur dem „perfekten Schein“ unterworfen. Die Schule des Lebens, wo man lernt, wie es gesamtgesellschaftlich gesehen nicht funktioniert.

„Der belohnt hörige Sklave, ist der Feind der Freiheit.“

An dieser Stelle tritt eine Möglichkeit der Abwägung zwischen der Denke der alten Ordnung und den Ansätzen neuzeitlicher Denkweisen klar zu Tage: Eine Art Grenze, die erst durch die Entscheidung des Individuums selbst überschritten wird. Die Entscheidung, als kleinste Veränderung: der berühmte Quantensprung, den man nicht mehr rückgängig machen kann. Nachfolgend erlangtes Wissen und Erkenntnisse lassen sich hierbei nur verdrängen, wenn man sich in der Vorstellung einer „Rückkehr zum Gewohnten und Liebgewonnenen“  hingibt.
Und was dies im Einzelfall bedeutet, kann sich sicher jeder selbst ausmalen. Bei einer Frau führte das zu 14 Wochen in der psychiatrischen Anstalt, weil sie sich mit dem Thema „Chakren“ im Stillen beschäftigt hatte. Und wie wir wissen, ist die Psychiatrie im Alten ein erträgliches Geschäftsmodell. Die Frau wollte, als die Grenze überschritten war, ihr altes Weltbild, gelernte und gewohnte Vorstellung von Gott „zurück“, wie sie selbst sagte.

Es macht also Sinn, sich dem Entwicklungsprozess anzuvertrauen, führt jedes Festhalten (durch Verdrängung) an gewohnten Vorstellungen zu selbstgeschaffenem Druck und Schmerz. Es zeigt sich, dass es ein rein mentaler Prozess ist. Wenn „die Welt untergeht“, findet lediglich ein Bedeutungswandel des Wahrgenommenen statt – das ist es im eigentlichen Sinne auch schon der ganze Zauber. Den Bedeutungswandel zuzulassen, ist damit auch das einzige Opfer, was es dabei zu bringen gilt.

Zwar heißt es, dass der Wandel auf mehreren Ebenen stattfindet, jedoch erlebe ich es als eine Art die Ebenen durchdringende Wendeltreppe. Der Wechsel von einer Ebene zur nächsten erfolgt durch eine Erkenntnis (polarisationsfreie Sinnerkenntnis) in Verbindung mit einer Entscheidung und Selbstvertrauen beim nachfolgenden Handlungsschritt.

Die Ebenen selbst durchwandert man in Form einer Infragestellung. Wenn ich zurückblicke, war es bewusst zunächst das Recht, daraus die Verantwortung, daraus die Verhalten, daraus die Konventionen – vereinfacht ausgedrückt.

Und erst auf der nächsten „Ebene“ lässt sich ein Gesamtrückblick auf die vorhergehende Ebene erkennen, während das Erkannte Sinn ergebend seine Bedeutung und Priorität verändert und mehr und mehr sich der Blick auf das Wesentliche im Bezug zum Individuum offenbart.

Erst auf diesem Wege lassen sich wirksame Lösungen entwickeln und der Frust bleibt aus, wenn man die Entwicklung gelassen begeht, weil man erkennt, dass Zeitprojektionen, also Vorstellungen und nicht selten kollektives Wunschdenken zu nichts führen, als zu notwendiger Ent-Täuschung, weil Gestriges nach vorne (in die Zukunft) projiziert wurde.

Eine spannende Zeit. Viel Liebe, Freude, Heil und Segen allen.

* Projektion auch bei einem gewollten** Friedensvertrages (im Außen), wenn der innere Frieden im Individuum selbst nicht vorliegt, wäre es auf diese Art und Weise gewohnt nur eine kollektive Selbsttäuschung.

** wollen = kriegen = nicht auf natürlichem Wege erhalten (künstliches Empfangen).

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