Bill Dung – Ein Kind geht in die Schule

Bin heute Morgen über einen FB-Post gestolpert, der mich geradewegs zu Pravda.tv führte: „Bundesverfassungsgericht stellt klar: Kinder gehören dem Staat“. Und Sicher mag sich so mancher darüber aufregen, doch ist die dort „widersprüchlich“ dargestellte Situation keineswegs eine solche.

Wann immer die Interessen des Staates den Interessen von Individuen gleichgestellt sind, sind die Interessen des Staates wichtiger und damit die Interessen der Individuen eben nicht gleichgestellt.“

Was bedeutet eigentlich „Staat“?

In der Regel wird er als etwas verstanden und empfunden, was „woanders“ ist und sich durch Gesetze, Verordnungen, „Re-Gieren“ und Entscheidungen über unseren Kopf hinweg in unser Alltägliches einzumischen versucht – meist mit Erfolg. Und das ärgert gewöhnlich den fleißigen (Deutschen). Aber wie er ja so konditioniert ist, kann er ja sowieso nichts machen oder pflegt sich im Jammertalen.

„Gierige brauchen halt auch eine Re-Gierung.“

Und so reicht es ebenfalls aus, wenn dann zum Thema „Bildung und Schulpflicht“ einige wenige „Ausbrecher“ medial-obligatorisch geprangert werden.
Dann funktioniert der Rest der Deutschen auch wieder ganz prima. Es sind halt auch einfache Menschen, die man mit einfachen Mitteln in die „richtige“ Richtung bugsieren kann.

Und da kommt auch noch ein Bundesverfassungsgericht und bestätigt die „staatliche“ Qualifikation, die man ja auch selbst „woanders“ hin verfrachtet hat.

Hinweis: Auch die Verletzung der Schulpflicht unterliegt dem Ordnungswidrigkeitsgesetz.

Auf gewohnter Wahrnehmungs- und Diskussionsebene findet sich in der Tat eine Art Trennung zwischen Familie und „Staat“. Doch sind lediglich die sichtbaren Werkzeuge zur Reglementierung der „Besitzlinge“ anders. Auf Prinzipebene unterscheidet sich die Familie nicht von so etwas wie einem Staat. Denn „das Etwas“ wirkt.

Denn Staat ist in der Regel nur ein anderer Begriff für die Art und Weise, wie sich Menschen zueinander organisieren. Und wo die Verantwortung abgegeben wird, entsteht klassisch die Hierarchie mit ihren Vorgesetzen nach dem Prinzip, dass andere darüber entscheiden, was für einen „gut und richtig“ sein soll. Und wer dabei nicht mitmacht, wird „bestraft“ und wer mitmacht, wird belohnt.

„Du bist nur dann gut, wenn du so bist, wie mir das gefällt.“

„Solange du deine Füße unter meinen Tisch stellst…“

Denn aus gewohnt abgegebener Verantwortung und „Beauftragung“ anderer, hat sich die Gesellschaft selbst ein übergeordnetes System geschaffen, was sich der Betreuung ihrer Zöglinge annimmt und durch „Fachorientierung“ ganz nett dafür sorgt, dass sich alle in der gewohnten Gleichschaltung familiär-gesellschaftlich vereinbarter Denk- und Verhaltensmuster innerhalb der Konventionen bewegen.

„Wie im Kleinen, so im Großen.“

Es macht halt auch Sinn weiterzudenken, statt weiter zu denken.

Mal sehen, wer es erkennt.

P.S. Wer immer noch glaubt, es genüge wieder nur auf Gesetze, Vorgesetze und Legimierte zurückgreifen zu wollen, hat den Groschen noch nicht fallen hören oder bewegt sich in der Hoffnung, ein solch derartiges Pöstchen für sich noch erheischen zu wollen, wo er wieder über andere zu befinden sich erkieren ließe. Gleiches gilt für jene, die an „Kreuzmachen-Jakob“ leiden.