Der Mensch der Neuen Zeit

Es wäre nur zu einfach, ihn fix mit „selbstbewusst“ zu bezeichnen und damit wäre dann die Darstellung im üblichen Sinne abgeschlossen.

Der Mensch der Neuen Zeit ist getragen von Eigenschaften, die er bisher nur als vereinzelt stehende Worthülsen kennengelernt und nicht selten in den offenen Raum „hineingefordert“ hat, als ihm plötzlich der Verfall gesellschaftlicher Werte auffiel.

Und was bedeutet schon „selbstbewusst“, wenn man es nicht mit inhaltlicher Bedeutung füllt – es belebt?

Die Dinge zu beleben, geschieht durch den Menschen selbst, wenn er sich dazu entscheidet, es tun zu wollen, im Sinne eines größeren Ganzen – dann geschieht jenes Wunder, das „Wasser“ in „Wein“ zu verwandeln.

Selbstbewusst bedeutet, sich seiner inneren Mechanismen und Konstellationen bewusst zu sein, dass der Mensch ein „Ich“ hat und dadurch in der Lage ist, sich selbst zu verändern – die Freiheit(!) hat, sich zu entfalten.

Das einzige Wachstum, was unendlich ist, ist des Menschen innere Entwicklung – als integraler Bestandteil eines allumfassenden Entwicklungsprozesses.

Dem klassisch konditionierten „Ich“ ist dies abträglich, da es im Wandel an seiner „Programmexistenz“ nicht mehr festhalten kann.
Jener Umstand des Festhaltens, der sich aus einem für eigenständiges Denken bestraft worden zu sein heraus entwickelt hat und ihm durch festhalten sich selbst Leid zufügen lässt.

Das eigentliche „Loslassen“ ist ein Inneres, das Loslassen von den bisherigen, nahezu statisch wirkenden Denk- und Verhaltensmustern – und auch zu erkennen, dass Belohnung und Bestrafung lediglich Erfindungen waren, die sich aus bedingter Zugehörigkeit und damit verbundener Unterwerfung und Aufrechterhaltung einer „verfassungsmäßigen Ordnung“ heraus ergeben haben.

Freiheit ist für den Menschen der Neuen Zeit kein Zustand unendlicher, materieller Ausdehnung, sondern ein innerer Aspekt, der sich aus dem Vorhandensein von Vernunft und Gewissen heraus entwickelt – ebenso wie der daraus erstehende Frieden – ebenso in der Wechselwirkung mit anderen Menschen.

„Selbstregulierung und Wechselwirkung.“

Der Mensch der neuen Zeit ist sich der Bedeutung der Vernunft bewusst, da er sich jederzeit das Zerrbild aus dem Alten vor Augen führen kann: die gesellschaftlich tolerierte Unvernunft, die dort nur „Vernunft“ hieß.

Vernunft, ebenfalls der Hort der Gerechtigkeit, als ein weiteres Phänomen aus bedingungslosem Geben und bedingungslosem Empfangens und des Gewissens, was rechtens ist – frei von einem oktroyierten Schuldgefühl aus einer altsystemischen Fremdbestimmung.

Die Würde des Menschen der Neuen Zeit ist wirklich unantastbar und braucht nicht geschützt zu werden. Lediglich das „Ich“ fühlte sich in seiner „Würde“ verletzt, verfing sich in gewohntem Zetern und beschützt werden wollen.

Das Leben macht sich durch ein Fließen – durch Bedingungslosigkeit bemerkbar. Gelebte Vernunft verkörpert somit die aktive Teilnahme am Lebensprozess selbst. Das Leben ist ein Geschenk.

Lediglich das klassische „Ich“ bedingt das Leben, um es kontrollieren zu wollen, damit es jederzeit die „Notbremse ziehen“ kann, wenn sich eine mögliche Gefahr einer, seiner Veränderung abzeichnet. Kontrollierte Lebendigkeit ist das Wesen der Macht.

Jedoch nur so weit, wie das klassische „Ich“ selbst noch am Leben bleiben kann, was mehr einem zunehmenden Dahinsiechen gleicht. Aus diesem Grunde brauchte es „Mitstreiter“, um sich noch weiter über das Natürliche, das Bedingungslose erheben zu wollen und schuf im Außen die Hierarchie.

Es handelt sich bei diesen Worten nicht um irgendwelche Utopien, gar etwas Abstraktes oder weit in der Zukunft liegend.
Es betrifft den Menschen in jedem Moment selbst betrifft, sich darauf einzulassen, weil es nicht etwa was ist, was „irgendwo anders“ stattzufinden hat. Es zeigt, wie sehr der Mensch es selbst in der Hand hat.

Jederzeit.

Jetzt.

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