Der Veränderung ins Auge schauen

Handelsblatt (11./12.03.2011), Seite 11: „Der deutsche Sozialstaat auf Abruf“

Zitat: „…Der Staat muss sich in den nächsten Jahren an schrumpfenden Einwohnerzahlen anpassen. Deutschland wird weiter exportieren, aber weniger Menschen werden die Früchte des Erfolgs genießen…

In einem weltweiten Arbeitsmarkt werden auch künftig nur die gut Ausgebildeten und Tüchtigen ihr Auskommen finden. Das Gespenst der Nutzlosigkeit…wird für die Ungebildeten und Ungelernten wohl nie mehr verschwinden…

Da Fleiß und Erfindungsreichtum nicht aussterben, wird Deutschlands Wirtschaft weiter produzieren, wahrscheinlich auch weiter erfolgreich exportieren. Aber an den Früchten diesr Erfolge werden nicht alle teilhaben können. Das ist kein Wunsch und keine Forderung. Das ist die Wirklichkeit, die auf das deutsche Haus zukommt. Vor vielen Jahrzehnten ist sie losgelaufen. Bald wird sie an die Tür klopfen. Unsere sozialstaatliche Normalität ist eine Normalität auf Abruf…“ Gabor Steingart, Chefredakteur, Handelsblatt

Was unser Land benötigt, ist eine neue Form der Organisation in den ökonomischen Systemstrukturen. Da ist es nicht verwunderlich, wenn Gabor auch auf die weiterhin rückläufige Geburtenrate verweist. Ein klares Zeichen der Natur: Wo die Grundversorgung nicht gewährleistet ist, stellt die Natur die Produktion ein.

Im Gegenzug verweise ich auf die Gedanken des Schubäus Modells:

„9 Millionen Mitarbeiter – in allen Branchen und Größenordnungen – leiden an inzwischen an Burnout. Sie fallen aus und müssen über längere Zeit behandelt werden. Es werden ständig mehr. (http://www.welt.de/wirtschaft/karriere/article3659218/Mobbing-und-Burn-out-kosten-jaehrlich-6-5-Milliarden.html)

363 Milliarden Euro werden jährlich allein in Deutschland nutzlos vergeudet. Das sind, laut Proudfoot Consulting, 84 Tage oder über 4 Monate, in denen ausschließlich Wunden geleckt und an Symptomen laboriert wird. (Produktivitätsstudie Proudfoot Consulting, 2005)

Macht- und Befehlshierarchien beherrschen die Szenerie in allen Unternehmen und verhindern somit die Neugestaltung, Optimierung und Vernetzung der Prozess-, Funktions- und Informationsstrukturen.

Und das ist nur die Spitze eines Eisberges.

Alle Beteiligten (Unternehmer, Politiker, Wissenschaftler, Berater, Informatiker und Seminaristen) sind übereinstimmend der Meinung, das ist so und sollte auch so bleiben.

So sind und bleiben alle nicht unmittelbar an der Produktivität tätigen: Unternehmer, Führungshierarchien, konventionell gestrickte Beraterstrukturen und Organisationswissenschaftler außer Stande, das kostspielige Chaos, zeitgemäßen Anforderungen entsprechend, anzupassen. Altlasten durch neue Organisationsstrukturen abzulösen, und nicht endendes Laborieren an Symptomen, durch dynamisch vernetzte Beziehungsmuster zu ersetzen.

Aus diesem Grunde braucht die Wirtschaft neue Beraterstrukturen, die in der Lage sind, durch ganzheitlich, systemisches Denken und Handeln, optimal wirksame Organisationen zu gestalten und mit passgenauen Informationstechnologien synergetische zu vernetzten.“ Karl Heinz Schubäus (82), Beratergeneralist

Die Ökonomie ist die Basis einer Gesellschaft. Ihre vordringliche Aufgabe: Gewährleistung der Lebensgrundlagen auf Basis natürlicher Ressourcen. Ihre Wirksamkeit bestimmt die Zukunft ihrer Gesellschaft. Andere Nationen haben die Zeichen der Zeit erkannt, während man sich hier weiter im Bedenkenträgertum und Festhalten an Erreichtem klammert.

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