Gesellschaftliche Runderneuerung

Klassische Politik gleicht dem Versuch, einen Teil eines einzigen Vanillepuddings so umzufärben, dass auf der einen Seite keine Geschmacksbeeinträchtigung stattfindet – während man dem Wähler (der, weil er nicht schreiben kann, mit seinem Kreuzchen, seine Verantwortung und somit Würde abgibt und letztlich damit nur seine Betreuer wählt) erzählt, dass der umgefärbte Teil besonders schmackhaft sein soll.

„Sie geben bei einer Wahl ihre Stimme an der Wahlurne ab.“

Politik in ihrem eigentlichen Sinn, besteht in der Gestaltung wirksamer Strukturen – die sich an den Regelwerken der Natur orientieren.
Die Hierarchie, als „Widersacher“ der natürlichen Ordnung entsteht, wenn man den Menschen fremdbestimmt an seinem natürlichen Entwicklungsprozess hindert und sich auf diese Weise nicht an den Regelwerken der Natur orientiert.

Es ist eine irrige Vorstellung, die Unvernünftigen als solche belassen zu wollen, nur um zu sagen, weil sie unvernünftig sind, wäre dies der eigentliche Auftrag, sie zu betreuen, um so die Fremdbestimmung weiter aufrecht erhalten zu wollen.
Dies, während man den Betreuten ein angenehmes Leben auf dem Komfortsofa offeriert – auch so manchen „Hinzugekommenen“, die bei näherem Hinschauen nicht viel anders konditioniert sind, als die „Heimatangehörigen“.

„Gewalt ist das Werkzeug der Unwissenden – und ihrer Gegner.“

Das kollektive Schweigen und Verdrängen über das Thema „Vernunft und Gewissen“ zeigt im Grunde genommen, dass die einen gern weiter betreuen wollen und die anderen sich gerne betreuen lassen, solange sie dafür entlohnt werden. Da Betreuung ja „Arbeit“ ist, muss die natürlich auch beglichen werden, was über Steuern und Abgaben geschieht. Vorschriften machen ist ja anstrengend – vereinfacht ausgedrückt.

„Der Mensch ist in Vernunft und Gewissen begabt, was nicht bedeutet, dass das was vorliegt, bereits ausreichend ist und somit ein Hinweis auf den eigenen Entwicklungsauftrag ist.“

Um sicher zu gehen…
…gibt man dem Menschen einen künstlichen Lernprozess vor, der sich in der Regel durch Anfüllen mit Wissen über das vom Menschen künstlich geschaffene System zum Ausdruck bringt, wo vordringlich eine Wissensvermittlung stattfindet, während im Hintergrund die gewohnte mentale Gleichschaltung praktiziert wird.

Ein Beispiel ist das Thema „Erdkunde“, wo von „Ländern“ gesprochen wird. Während Afrika oder Europa „Kontinente“ sind, die aus „Ländern“ (politisch) bestehen. Es sind lediglich Überlagerungen, die durch den Unterricht ein Glaubensgebilde konditionieren, diese Unterteilung sei so.

Ein anderes Beispiel liefert die Mathematik, wo von „natürlichen Zahlen“ gesprochen wird, jedoch Zahlen Erfindungen des Menschen sind, da es in der Natur keine Zahlen gibt. Es sind lediglich von ihm geschaffene Symbole, um das, was er wahrnimmt, beschreiben zu können, während er das, was ihn schuf vergessen hat.
Das wiederum vermittelt die Religion, indem sie den höheren Aspekt auf den Glauben an Textpassagen und darin erwähnten Personen zu minimieren versucht, anstatt sie als Symbole und Beschreibungen von Prozessen und Aufgaben, die den Menschen selbst betreffen zu erkennen.

Sicher geschieht alles nach dem Glauben des Einzelnen, doch was bedeutet das, wenn nur geglaubt wird, dass man sei „individuell“, während jedoch erkennbar ist, dass die Masse im Grunde gleichgeschaltet und manipulierfähig erzogen wurde.

Die für das System der alten Ordnung lebenswichtige Vorarbeit für die später fortgeführte Gleichschaltung (im Kern die Implementierung der Obrigkeitshörigkeit) leisten die Familien selbst, wo in der Regel nicht darüber gesprochen und nachgedacht wird, dass die gewohnte „Erziehung“ unter dem Aspekt einer aufrechterhaltenen Fremdbestimmung stattfindet, während man „Geld verdienen muss“.

Nachgelagerte Institutionen wie Kindergärten, Schulen, gesellschaftliche Umfelder, Vereine, Unternehmen und die größte lokale Betreuungsanstalten Staat und Kirche – innerhalb der Welt als eine einzige Betreuungsanstalt – bauen auf dieser mehrheitlich vorliegenden Gleichschaltung auf. Die „Systemausbildung“ ist in der Regel dann abgeschlossen, wenn der Glaube an das Geld als Wertbehälter und „gerechte Vorgesetzte“ abgeschlossen ist.

Die gesellschaftlich tolerierte und kollektiv als „Vernunft“ verpackte Unvernunft, ist der Motor der alten Ordnung. Und wie man es drehen und wenden mag, haben die Deutschen die Aufgabe auf dem Tisch, die Welt neu zu denken.
Doch scheint dies noch nicht bei den „Beauftragten“ angekommen zu sein. Viel zu sehr versucht man sich weiter in der Mehrung, Bewahrung, Sicherung und Verteidigung von Erreichtem oder übt sich im gewohnten Blick in die noch weiter zurückliegende Vergangenheit (Reichsglaube). Das ist auch der Grund, warum hier das Telefon unablässig nicht klingelt.

„Fritzchen, ich geb’ dir jetzt mal zwei Mark. Dann drückst du die Oma mal ganz lieb. Sag’ aber nichts deinem Bruder.“ „Oma, das kostet aber extra.“ Jürgen von der Lippe)

„Es war ja schon immer so.“

Damit das nicht auffällt und möglicherweise über diesen Umstand nachgedacht wird, sorgt man für viel gegenseitige Beschäftigung, Ablenkung und Unterhaltung und wer sich dann immer noch nicht „systemkonform“ verhält, so genügt es, ihm auf eine mögliche „Entlastung“ seiner Besitztümer hinzuweisen und schon ist er wieder brav. Andere reagieren mit heftigen Verdrängungen, wenn sie mit Gedanken des Neuen in Berührung kommen und brechen den Kontakt für immer ab.

Die Ablenkung funktioniert unter anderem aus dem Grund, weil sich durch den Prozess der Bestrafung, der junge Mensch von seinem natürlichen Entwicklungsprozess entfernt hat und zunehmend verdrängt, was nach Neuem „riecht“ – es sei denn es ist ihm erlaubt – stark vereinfacht ausgedrückt. Er hat gelernt „brav“ und „artig“ zu sein.

„Der große Bruder liebt dich wieder, Winston.“ sinngemäßes Zitat, 1984

Dass Geld, Eigentum, Besitz, Hab und Gut auch nur Erfindungen sind an die geglaubt wird – da im Grunde genommen niemandem etwas gehört – sorgt dafür, dass das kleine „Ich“ auf seinen „Großen Bruder“ hört. An dieser Stelle zeigt sich ganz zart die Illusion, mit der die Mehrheit unterwegs ist.

„Ja, aber ich muss doch Geld verdienen, um zu leben.“ Teilnehmer des Systems

Das System der alten Ordnung (also mehrheitliche Denk- und Verhaltensmuster) war nie dazu gedacht, dass es zum Leben kommt. Aus diesem Grunde muss sich ständig aufgerappelt werden, damit nicht alles wieder zusammenfällt. Ein System strukturell heilen zu wollen, was ständig damit zu tun hat, sich mit seinen Gläubigen selbst abzuschaffen, ist in diesem Fall der Heilungsversuch nur das künstliche Verlängern seines Sterbeprozesses. Die Gesellschaft hängt bereits an der Maschine.

Des Geldes wegen
Es geht auch nicht um Geld oder kein Geld, was auch nur ein gewohntes Totschlagargument ist, sondern um die Art und Weise, wie es zu einem gelangt, ob man ihm hinterherrennen muss oder ob es als Geschenk daherkommt.
Der Zweifler wird in allem sein Misstrauen zum Ausdruck zu bringen versuchen, weshalb „Alles geschieht nach Eurem Glauben“, ein Hinweis auf den eigenen Weg ist und damit auch die eigene Entscheidung ist – eine, die jederzeit ansteht.

Und um es so auszudrücken, dass es wenig bringt, alles planen und vorher wissen (mit Beweisen) zu wollen: „Jede Theorie über den Geschmack von Mars®, scheitert an erlebter Praxis.“

Die dem Leben abgewandte Haltung, in der sich die Mehrheit durch eine einstige Bestrafung und damit verbundenes Verdrängungsverhalten bewegt, ist die Grundlage klassisch konservative Politik. Deshalb ist sie auch in der Lage „Varianten von Gestern“ ihren Wählern zu verkaufen.

„Neues = Veränderung = Bestrafung -> „Gestern war alles besser = Sicherheit = Zugehörigkeit“

Ich schreibe diese Gedanken nieder, weil das, was in der Mehrheit „gelebt“ wird, mehr einem Überleben gleicht, da man anhand künstlicher Regelwerke versucht, die geschaffenen Strukturen aufrechtzuerhalten – ein System, was sich im Grunde genommen dadurch auszeichnet, dass es sich gegen den Lebensprozess an sich wendet.

Wer das verstanden hat, hätte jetzt einen guten Grund, den „Schuldigen“ den „Platz an der Laterne“ zu zeigen. Doch wie heißt es so schön? Auch der „Feind“ ist nur eine Erfindung jener Denk- und Verhaltensmuster, die das System verkörpern, um das eigene Handeln weiter rechtfertigen zu wollen.

Wenn man einen Moment der Ruhe verweilt und beobachtet, kann man auch erkennen, dass alles so sein muss, da man mindestens zwei Systemzustände benötigt, um daraus einen dritten Weg abzuleiten. Und bisher wurde gelernt, wie es nicht funktioniert – selbst jene, die davon profitieren, weil sie nur einer kollektiv vereinbarten Illusion hinterherlaufen.

Wem kann man schon böse sein? Es wurde bisher insgesamt nicht anders gewusst, besser erkannt.

„Wer seine Denk- und Verhaltensmuster nicht kennt, die das System verkörpern, wie kann er sich ändern, wenn er der Meinung ist, er sei seine Denk- und Verhaltensmuster?“