Kurz in Szene gesetzt

(v1.1) Wer des Öfteren ins Kino geht, dem wird die visuelle Qualität und Vielfalt nicht entgangen sein. Jene, wie sie in der Realität nur mit hohem Aufwand zu realisieren wäre. Hohe Rechenleistung, ausgefeilte Software und Experten mit feinem Gespür, machen es möglich.
Kaum ein Bild, was nicht durch 3D-Effekte aufgepeppt und in der anschließenden Postproduktion nochmals veredelt wird. Bilder, wie sie sich dem Zuschauer fiktiver nicht präsentieren können – täuschend echt.

„The persons and events in this motion picture are fictitious. Any similarity to actual persons or events is unintentional.“ „Die Personen und Ereignisse in diesem Spielfilm sind fiktiv. Jegliche Ähnlichkeit mit tatsächlichen Personen oder Ereignissen ist unbeabsichtigt.“

Der gewohnte Kinobesucher setzt sich in der Regel in den Kinosessel, um sich durch ein Schauspiel eine Weile vom Alltag abgekoppelt unterhalten – also „fremdbegeistern“ zu lassen. Offen gefragt – wer wirft heute noch einen Blick in die Bibel und die die Gleichnisse darin wirklich verstanden, die sich durch mitunter durch Personizifizierung präsentieren?

Wer ahnt, dass der Begriff „Brüder“ im Gleichnis von „Esau und Jakob“, nur eine symbolische Beziehung zwischen Mensch und seinem „Ich“ meint, welches sich im Streit mit dem Leben (Gottesstreiter, hebr. „Israel“) gegen dieses entschieden hat und sich selbst und andere täuscht – während im Esau-Segen (während dem „Ich“ alles materielle zukam) dem Menschen die Aufgabe zukommt, sich über sein „Ich“ hinaus aus dem entstanden „Joch“ (sein „Ich“ (Denk- und Verhaltensweisen) herrscht über ihn) zu befreien.

Der gewohnte Mensch hat mit der Reise zu Geld (30 Silberlinge), Macht, Eigentum und Besitz die eigene Entwicklung förmlich verkauft. Die so reduzierte Sichtweise lässt ihn für die Unsäglichkeiten blind werden, dabei das Leben selbst aus den Augen verlierend, klammert er sich an ein Stück mit Zahlen bedrucktes Papier.

„Die Menschen betrachten sich als einzigartig. Ihre gesamte Existenztheorie beruht auf ihrer Einzigartigkeit. „1“ ist ihre Maßeinheit. Aber so ist es nicht. All unsere Kommunikationssysteme sind nur ein hilfloser Versuch. „1“ plus „1“ gleich „zwei“. Mehr haben wir nicht gelernt.

Aber „1“ plus „1“ war noch nie gleich „zwei“. Tatsächlich gibt es keine Zahlen und keine Buchstaben. Wir benutzen Symbole, um unsere Welt auf menschliche Größe zu reduzieren, damit sie verständlich ist.

Wir haben ein System erschaffen, dass uns das Unergründliche vergessen lässt.“ Lucy, 2014

Was vor den Augen des Menschen als Film abläuft, offenbart sich ihm als eine Geschichte oder eine Geschichte, basierend auf „wahren“ Begebenheiten – überzeichneter(!) Begebenheiten.

Dass sich der Zuschauer anerzogen selbst in einer Fiktion bewegt, kann er dabei nicht erkennen, hat das, was „da drüben“ auf der Leinwand abläuft, bereits die Aufgabe „Fiktion“ zu sein übernommen.

„Der Einzelne steht wie gelähmt vor einer Verschwörungstheorie, die so monströs ist, dass er sie einfach nicht fassen kann.“ J. Edgar Hoover, Leiter des FBI und Freimaurer

Ich versuche es mal in einen Satz zu packen: Der Mensch sitzt im Kinosessel, beobachtet ein künstlich erzeugtes Filmszenario, in dem ein amerikanischer (Staaten sind Fiktionen aus „natürlichen Personen“ (der Mensch in der Rolle als Rechtssubjekt (entweder des positiven oder des überpositiven Rechts) Schauspieler („so tun, als ob“) namens Chris Evans die Rolle des Steve Rogers (offensichtlich eine Fiktion) spielt, der zudem im Film in der Rolle des Superhelden „Capitain America“ (die Fiktion der Fiktion) unterwegs ist – während die Denk- und Verhaltensweisen des Menschen (im Kern sein „Ich“) ihm glauben machen, er sei in der einzigen Realität unterwegs, wo ihm sein „Ich“ vorgaukelt, er sei es. Ist schon witzig.

Die Filme aus den „Marvel Studios“ sind sowohl, was ihre „Unter-Haltungsqualität“ (der Grund ins Kino zu strömen und den Film zu sehen) und auch Symbolik betrifft, von außerordentlicher Qualität, weil sie durch ihre Art der Überzeichnung – wie in der Bibel – dem Leser/Zuschauer mehr und weniger komplexe Gleichnisse vermitteln. Über deren Symbolik (auf der abstrakten Ebene des Schauspiels) ist der Mansch in der Lage den Bezug zu sich selbst herzustellen – vorausgesetzt, er macht sich auf den Weg (seiner Entwicklung) dies erkennen zu wollen. Offensichtliche Hinweise für den Einsteiger sind bspw.:

„Die Menschen sind seltsam. Sie denken Ordnung und Chaos wären im Grunde genommen Gegensätze und wollen das Unkontrollierbare kontrollieren. Doch es liegt Anmut in ihrem Scheitern.“ „Vision im Dialog zu Ultron“, Avengers: Age of Ultron

So erscheint die üblich diskutierte „künstliche Intelligenz“, mehr als ein Spiegelbild des Menschen selbst – der Versuch der Schaffung eines Schlusssteins, sich seiner eigenen echten(!) Entwicklung selbst entledigen zu wollen (oder sucht er eine Hülle, um sich zukünftig materiell unsterblich zu machen)?

„Der Mensch denkt, Gott lenkt. Der Mensch dachte, Gott lachte.“

Hat man verinnerlicht, in welchem Bedeutungsrahmen der Mensch in Leben und Entwicklung seinen Platz hat – jenseits gewohnter, gesellschaftlicher Entsprechung, Reduzierung auf Schule, Ausbildung, Job, Arbeiten, Geld verdienen, Spaß- und Beschwerde(n) &c. – sitzt er sozusagen in der ersten Reihe als durch das Leben selbst handelnder Beobachter seiner eigenen Mitentwicklung.

Das was dem gewohnten Menschen dabei auf seinem Lebensweg an Unsäglichkeiten begegnet, kann er gewohnt ablehnen, ignorieren &c. Jedoch entgeht ihm dabei das Beste: seine eigene Entwicklung. Es sind im Kern auch keine Probleme, die andere gefälligst zu lösen haben, wenn man sie schon dafür bezahlt oder sie dazu auserwählt, sondern Herausforderungen für jeden.

Dabei liegt die Erkenntnis darin, dass nicht jedes wahrgenommene „Problem“ gleichzeitig dort zu lösen ist, wo es sicht- und spürbar in Erscheinung tritt, sondern findet in der Regel seine Ursache(n) unbeachtet im „Kleinen und Feinen“: Das Thema der Zusammenhänge.

„Dunkelheit. Die wahrhaftige Dunkelheit, ist nicht das Fehlen des Lichts. Es ist die Überzeugung, dass das Licht nie zurückkehren wird. Aber das licht kehrt immer wieder zurück.
Es zeigt uns Vertrautes, ein zuhause, Familie und völlig Neues oder längst Übersehenes. Es zeigt uns neue Möglichkeiten und fordert uns heraus, danach zu streben.“ „Lois Lane“, Justice League

Was der Mensch im Rahmen der gewohnten KI „noch“ zu übersehen scheint, dass er – nach wie vor – an seinen eigenen, einseitig anerzogenen Regelwerken zu knabbern hat (die er für „normal“ hält) und es sinnvoller ist, sich erst einmal selbst zu entfalten, bevor er sich daran wagt (jedoch nur übt und am Ende scheitert), so etwas wie Scheinleben hervorbringen zu wollen.

„Verzeiht, ich weiß, ihr meint es gut. Ihr habt es nur nicht zu Ende gedacht. Ihr wollt die Welt beschützen, aber ihr wollt nicht, dass sie sich ändert. Wie kann die Menschheit gerettet werden, wenn sie sich nicht entwickeln darf?“ Ultron, Avengers: Age of Ultron

„Ultron“ symbolisiert eine KI, die jedoch in der Absicht unterwegs ist, das Vorherige zu zerstören. Die von ihm selbst jedoch geschaffene „künstliche Person“ „Vision“ (Android), hat dieses Verhalten jedoch überwunden.

„Auf die an „Vision“ gerichtete Frage von „Capitain America“: „Bist du auf unserer Seite?“ antwortet „Vision“: „Ich glaube, so einfach ist das nicht.“ „Dann sollte es aber schnell so einfach werden“, drängt „Hawkeye“. Mit: „Ich bin auf der Seite des Lebens.“, schließt Vision die Frage ab.“ Dialog aus „Age of Ultron“, Avengers 2

Mit dieser Antwort überwindet „Vision“ die gewohnte Polarisation – und damit verbundene Erscheinungsformen und Umstände – mit Hilfe des Kategorischen Imperativs.

Der Kategorische Imperativ ist ein Werkzeug der Entwicklung. Überall dort, wo Gegensätze (unbarmherzig) aufeinandertreffen, ist er der Mechanismus zur Überwindung der Getrenntheit, was nichts mit dem faden Geschmack eines Kompromiss zu tun hat, wie bspw. zwei unterschiedlich helle Tafeln Schokolade vom selben Hersteller. Vorleben ist sinnvoll.

„Wenn sie über das Leben, den Sinn des Lebens nachdenken – ich meine, ganz von Anfang an – die Entwicklung der ersten Zelle, die sich aufteilt in zwei Zellen. Die einzige Bestimmung des Lebens ist seit jeher, weiterzugeben, was man gelernt hat. Es gab nie ein höheres Ziel. Wenn mich mich also fragen, was sie mit all diesem Wissen anfangen sollen, würde ich sagen: Geben sie es weiter. So wie jede einfache Zelle im Laufe der Zeit.“ „Prof. Samuel Norman“, Lucy 2014

„Richten wir unser Augenmerk auf einen Sonderfall. Es gibt ein Lebewesen, dass sein Gehirn besser nutzt, als wir. Der Delphin.

Dieses erstaunliche Tier nutzt schätzungsweise bis zu 20% seiner cerebralen Kapazität. Dies bedeutet, es ist in der Lage über ein Echolotsystem zu kommunizieren, dass jedem von Menschen erfundenen Sonarsystem überlegen ist. Nur dass der Delphin das Sonar nicht erfunden hat, sondern auf natürliche Weise entwickelt.

Und dies ist der entscheidende Punkt unserer philosophischen Betrachtung, die wir heute anstellen. Können wir daher daraus schließen, dass der Fokus des Menschen viel mehr auf Haben liegt, als auf Sein.“ „Prof. Samuel Norma“, Lucy 2014

Allen ein schönes Wochenende.