Von bösen Globalisten

Dass sich alles in ein globales Dorf verwandelt, kann kaum jemand mehr bestreiten.
Das hat natürlich auch Auswirkungen, die sich nicht eben mal mit ein paar Handkniffen bewerkstelligen lassen und nicht jedem gefallen und betrifft seine Gewohnheiten.

Schaue ich im Netz, so gibt es Stimmen, die der „Neuen Zeit“ eher bedenklich gegenüber stehen und sich bereits in „verchippter“ Unterwerfung wiederfinden, gefolgt vom Verlust ihres Hab und Gutes, einem gesperrten Konto, denn es gibt ja dann kein Bargeld mehr.
Eine allmächtige, regierende Kaste, deren Ziel es ist, die Masse weiter in ihrer unbewussten, fremdbestimmten und konsumorientierten Komfortzone aus „Arbeiten, Geld verdienen und Verbrauchen“ zu halten, während sich der entstaatlichte Verwaltungsmoloch (in seiner reinen Machtausübung) ein Stelldichein gegenüber seinen Untertanen gibt.
Und am Ende wird das dann noch fix mit der „neuen Weltordnung“ in Verbindung gebracht, während gleichzeitig die „Fingermänner“ um die Ecke lugen und kein Gespräch mehr geführt werden kann, was nicht abgehört wird.

Und so übertrifft ein Schreckensszenario das nächste (Wenn von „neuer Weltordnung“ gesprochen wird, frage ich gerne nach, was denn dann die alte Weltordnung sei, was in der Regel jedoch unbeantwortet bleibt.).

Betrachtungen, entsprungen aus der Sicht der „Opfers der Umstände“. Die „bösen Unterwerfer“ sind natürlich für alles verantwortlich und weil „man“ ja sowieso nichts machen kann – außer halt die Schuld weiträumig zu verteilen. Das geht ja immer. (Anmerkung: Ich wusste gar nicht, dass die Elite rote Augen hat.)

Gewohntes aus der alten Ordnung – aus Sicht der alten Ordnung, also mit den üblichen Denk- und Verhaltensmustern. Eindeutige Beweise, die auf eine Versklavung hinweisen – eine geistige Selbstversklavung.

„Nachts werden sie kommen und Dich und Deine Familie holen, dir Dein Leben und Deine Rechte nehmen. Wortloses Schweigen wird ihr Begleiter sein, wenn sie Dich auf Deinem letzten Weg „begleiten“.
Du wirst schreien, betteln und sie anflehen, doch werden sie Dich nur wortlos anschauen und Dir nicht glauben – egal, was Du ihnen schwörst.
Einsam wirst Du sein und fern von Deinesgleichen. Gepfercht mit den anderen Ausgestoßenen, Seelenlosen, Wortlosen und Leblosen.
Und die anderen? Sie werden nicht kommen, um Dich zu befreien. Denn sie werden belohnt hörig sein, wegschauen und weiter funktionieren.“

Sehr dramatisch und ich kann mir bereits die leeren Augen der wortkargen Erfüllungsgehilfen vorstellen. Es wurde von allen Seiten also immer noch nichts gelernt. Man muss ja Geld verdienen.

Offen gesagt: Niemanden braucht hier abgeholt und irgendwo hingebracht werden, denn sind die meisten bereits dort angekommen – im Kopf. Himmel und Hölle sind keine Orte, die man nach dem materiellen Tode vorfindet, sondern zwei Geisteshaltungen im Hier und Jetzt! Und…

„Ach so, die Welt geht gerade unter und sie müssen jetzt noch schnell einkaufen.“

Es sind nicht die Einstellungen eines „Opfers der Umstände“, sondern die eines der eigenen „Programmierungen“. Kaum jemand mag darüber etwas wissen wollen, denn er muss ja Geld verdienen.

Das (alte) System ist eine „Gemeinschaftsproduktion“ aller Denk- und Verhaltensmuster, die sich vordringlich durch erhalten, haben, nehmen, wollen, sammeln, festhalten, abgrenzen, verteidigen &c. zum Ausdruck bringt. Es handelt sich hierbei um gelebte Unvernunft, der verständlicherweise entgegengewirkt werden „muss“! Kapiert, warum es die Betreuer gibt?

„Wer nimmt, dem sei genommen. Wer gibt, dem sie gegeben.“

„Wir kontrollieren die Materie, weil wir den Geist kontrollieren. Die Wirklichkeit spielt sich im Kopf ab. … Die Naturgesetze machen wir. Wir entscheiden, ob sich die Erde um die Sonne oder die Sonne um die Erde dreht.“ „1984“, Hörspiel

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen.“ Art. 1, AEMR (Anmerkung: Und danach erfolgt die Konditionierung in der Familie, Mr. Anderson.)

Was die Mehrheit (und damit auch das Individuum) im Kern „gefangen“ hält, sind nicht einfach nur die „Anderen“, die ihnen arglistig Böses wollen (Sicher wird es an dieser Stelle wieder „Weichspül-Aber-Argumente“ geben).
Die „Anderen“ haben es nur deshalb so leicht, weil die Konditionierungen in der Mehrheit dies erlauben!!!

„Wer sich wie ein Opfer verhält, darf sich nicht wundern, wenn er wie eines behandelt wird. Das gilt auch für Kinder, Betreute und Sklaven.“

Nur wurde die Masse nicht darüber aufgeklärt, was ein Opfer im Kern wirklich ausmacht und warum alle doch immer „beschützt“ werden müssen. Die ganze alte Weltordnung ist eine reine „Opfernummer“.

Es sind nicht nur die Konditionierungen, mit denen sich zu wenig beschäftigt wird, die das System erzeugen. Hinzu kommt, dass nahezu alle für den Menschen geschaffenen Strukturen ebenfalls auf diesen Grundmechanismen beruhen: der Fremdbestimmung und der Verdrängung.

Kaum jemandem wird dabei gewahr, dass das ganze Zinnober nur darauf abzielt, den Menschen von seiner natürlichen Entwicklung abzuhalten – besser: sich selbst und gegenseitig(!) davon abhalten zu wollen. „Man“ muss(!) ja Geld (gelt) verdienen(!).

Um „das System“ zu verstehen, reicht es nicht aus, die „im Außen“ festgestellten Mängel zu beklagen oder zu bekämpfen. So lohnt es sich darüber nachzudenken, wo überall „Kampf“ stattfindet.
Denn macht es Sinn, sich der Dinge anzunehmen und nach den Ursachen zu schauen und nicht nur nach möglichen Schuldigen zu suchen, was wieder nur eine Verdrängung wäre.
Denn es ist eine Welt, die sich von der Verdrängung, der Verantwortungslosigkeit, der Unvernunft und der Gewissenlosigkeit nährt und damit begründet(!) auch die Existenz der Betreuer!

Aus der Betreuung kann man sich nur selbst herausentwickeln – bis keine Betreuung mehr notwendig ist – und das geht nicht so einfach von heute auf morgen. Es ist also reiner Humbug, darauf zu warten, dass „andere“ damit anfangen.
Auf diese Weise kettet man sich an die Konventionen der Gesellschaft und damit dem Verbleib mit allen Mitteln im Alten – während Veränderung gefordert werden. Gerade diese Konventionen gilt es über den Haufen zu werfen.

Wer wirkliche Veränderung fordert, kann tunlichst alle Lösungsmodelle beiseite legen, die eine Weiterführung von Betreuung beinhalten oder als Grundlage haben, da sie auf dem Prinzip der Fremdbestimmung aufbauen. In der Neuen Zeit, sind es lediglich Ergebnisse im Sinne von Erinnerungen – wie es nicht funktioniert hat.

So macht es Sinn, ein „anzustrebendes Ziel“ (so soll es sein) nicht mit einer „Lösung“ (Umwandlungsprozess) verwechseln zu wollen, was nur allzu gern gemacht wird, wenn von „schnellen Lösungen“ gesprochen wird. So nebenbei.

Ich bin ein Befürworter von Globalisierung. Die aktuelle ist jedoch, weil von gewohnter Denkweise durchzogen, von zerstörerischer Natur.
Zerstörung, deren Auswirkungen auf der mehrheitlichen Konditionierung der nahezu einseitig im Empfangen (und seinen Synonymen) programmierten Masse planetarisch zum Ausdruck bringt! Der unschuldige Gutmensch, der ja Geld verdienen muss. Die Unvernunft (Gier, Prinzip vom mehr des Selben) zeigt sich nebenbei in der exponentiellen Vermehrung der Menschen, wenn es schon mit dem Haben nicht klappt.

Spricht man einen Gutmenschen an, so wird er sich in der Regel als Unschuldiger darstellen und mit dem Finger auf andere zeigen – also eine „objektive“ Haltung einnehmen, könnte man sagen. Ja, er wird sie sogar verteidigen.

Die 500.000.000 Verbleibenden auf den Georgia Guidestones ist eine Zahl, die sich irgendwann ganz von selbst einpendelt, wenn der Mensch beginnt, sich mit seiner Unvernunft und daraus hervorgehendem gesellschaftlichen, strukturellen Auswirkungen auseinandersetzt, die wiederum Auswirkungen auf die Natur selbst haben.

„Stellt euch vor, ihr werft einen Blick in die Zukunft und erschreckt bei dem, was ihr seht. Was fangt ihr mit dieser Information an? Zu wem würdet ihr gehen? Zu wem? Politiker? Großindustrielle? Und wie würdet ihr sie überzeugen? Mit Daten, Fakten? Viel Glück.

Sie werden alle Fakten anzweifeln, die ihnen Sand ins Getriebe streuen und ihre Profite verringern. Aber was wenn, wenn man einen Weg finden würde, den Mittelsmann zu umgehen und den Menschen diese kritischen Nachrichten direkt in die Köpfe zu setzen?

Die Wahrscheinlichkeit umfassender Vernichtung stets unvermindert an. Der einzige Weg es auf zuhalten, war es zu zeigen. Den Menschen Angst einzuflößen.

Denn welcher vernünftige Mensch würde nicht wachgerüttelt, angesichts der potentiellen Zerstörung von allem was er kennt und liebt? Zur Rettung der Zivilisation führte ich ihr die Vernichtung vor Augen.

Was glaubt ihr, wie diese Vision aufgenommen wurde? Wie haben die Menschen auf ihre drohende Vernichtung reagiert?

Sie haben sie verschlungen, wie eine Delikatesse. Sie hatten keine Furcht vor ihrem Niedergang. Sie haben ihn aufgemotzt.

Man erfreut sich daran in Videospielen, in Fernsehsendungen, in Büchern und Filmen und von ganzem Herzen schloss die Welt die Apokalypse in ihre Arme. Sie rannte ihr voller Inbrunst entgegen. Niemand merkte, dass eure Welt in sich zusammenfiel wie ein Kartenhaus.

Es sterben Menschen an den Folgen von Fettleibigkeit, während unzählige andere verhungern. Kann mir das einer erklären?

Bienen und Schmetterlinge sterben aus. Die Gletscher schmelzen, Algenblüten links um euch herum. Die Warnungen könnten nicht deutlicher sein, aber ihr wollt einfach nicht hören.

In jedem Augenblick steckt das Potential für eine bessere Zukunft, aber ihr weigert euch das zu glauben. Ihr glaubt es nicht und darum unternehmt ihr auch nicht, was nötig wäre um sie zu verwirklichen. Also wartet ihr auf diese schreckliche Zukunft, die ihr euch ausgesucht habt. Und zwar aus einem Grund: Weil diese Zukunft im Hier und Heute nichts von euch verlangt, nicht einen Handschlag.

Ja, wir haben den Eisberg gesehen und die Titanic gewarnt, aber ihr steuert trotzdem darauf zu. Volle Kraft voraus.

Wieso? Weil ihr unbedingt sinken wollt. Ihr habt aufgegeben.“ David Nix, Tomorrowland, 2015

Die Exitstrategie aus dem Alten (dem Künstlichen) ins Neue (dem Natürlichen) besteht in der inneren Entwicklung des Individuums und es wird auch kein „so tun, als ob“ dabei helfen. Der Mensch hat sich im Kern neu zu erfinden.
Und erst mit seiner Entwicklung, werden sich ihm die Lösungen für die wahrgenommenen – ich nenne sie jetzt mal „Probleme“ – offenbaren. Probleme, die im Kern nur Symptome sind. So hilft auch gewohntes Denken nicht weiter, was in der Regel auf Verdrängungskonzepten basiert.

Durch die gewohnte Bekämpfung und Behandlung von Symptomen, wird die Welt immer komplexer, Strukturen immer insuffizienter und der Mensch entmenschlicht sich darin unter den gewohnten Konditionierungen zunehmend selbst. Und dies mit nur einem Ausgang, wenn nicht umgedacht wird.

Es geht hier also nicht einfach nur um böse Globalisten.

10 Comments on Von bösen Globalisten

  1. trotzdem nicht so prickeln das zu verstehen und trotzdem zu erleben wie es andererseits einfach so weiterläuft… politik und gesellschaft schaut zu…precht ist der einzige der das anspricht…diesbezüglich kann ich keinen frieden finden…so man vorstellungen hat…

    • Lieber Frank/Franco… ich bin nicht derjenige, der erst nach Lösungen suchen muss.

  2. Trigema-Chef Wolfgang Grupp im Exklusiv-Interview über soziale Gerechtigkeit
    Kommentare4
    Fabienne Rzitki
    Ein Interview von
    Fabienne Rzitki
    Aktualisiert am 16. Mai 2018, 17:17 Uhr

    Was ist soziale Gerechtigkeit und wie sozial sollte ein Unternehmer sein? Darüber haben wir mit Wolfgang Grupp gesprochen. Der Trigema-Chef erklärt im im Exklusiv-Interview, was er vom Mindestlohn, bedingungslosem Grundeinkommen und Eigeninsolvenz hält. Grupp fordert die Politik auf, endlich zu handeln, damit die Schere zwischen Arm und Reich nicht noch größer wird.

    Herr Grupp, wie sozial sind Sie als Unternehmer?

    Wolfgang Grupp: Das muss man von zwei Seiten betrachten: Als Unternehmer bin ich zunächst einmal nicht sozial. Ich bin Egoist und will Geld verdienen. Ich habe aber gemerkt: Wenn ich Geld verdienen will und es mir gut gehen soll, dann muss es meinem Umfeld auch gut gehen. Das heißt, ich muss unbedingt sozial sein. Denn je anständiger ich mit meinen Mitarbeitern umgehe, desto besser arbeiten sie für mich. Geben und Nehmen – das ist meine Logik. Wenn mir ein Angestellter konstant zur Seite steht, dann ist er bei mir gut aufgehoben. Das heißt, sein Arbeitsplatz ist sicher. Und ich stehe ihm zur Seite, wenn er ein Problem hat. So halte ich es in meinem Unternehmen seit 49 Jahren.

    Was halten Sie von Unternehmen wie Siemens, die aufgrund der Dividende überlegen, Arbeitsplätze in Deutschland zu vernichten, obwohl sie wirtschaftlich gut dastehen?

    Das zu beurteilen, ist schwierig. Firmen wie Trigema sind nicht mit Konzernen, die am Aktienmarkt gelistet sind, zu vergleichen. Denn ich als Firmeninhaber kann selbst entscheiden, ob ich viel oder wenig Geld verdiene. Unternehmen wie Siemens allerdings müssen sich danach richten, was die Aktionäre wollen. Und die Politik macht es ihnen da leicht, denn die Firmen können auch nur in dem gesetzlichen Rahmen agieren, der ihnen vorgegeben ist. Es wird immer schlimmer.

    Wie meinen Sie das?

    Dazu muss ich etwas ausholen: Das deutsche Wirtschaftswunder wurde nach dem Krieg von Unternehmern geschaffen, die voll und ganz für ihre Entscheidungen eingestanden sind. Wenn die in Konkurs gegangen sind, haben sie alles verloren – auch ihr Haus. Das galt als Schande. Viele dieser Unternehmer vom alten Schlag haben das nicht ertragen. Zudem sind früher viele der Vorstände selbst einmal Lehrling in ihrer Firma gewesen. Sie sind durch Leistung aufgestiegen. Heute ist das anders: Die Manager werden rein- und wieder rausgehievt. Wo bleibt da die Verantwortung, wo die Haftung? Ich sage: Wir müssen wieder zu mehr Verantwortung und Haftung zurück.

    Inwiefern setzt die Politik, setzt der Staat falsche Anreize?

    Ganz fatal ist die Möglichkeit der Eigeninsolvenz. Wenn die Verantwortlichen rechtzeitig aussteigen können, die Gläubiger aber ihr Geld verlieren und die Mitarbeiter in Hartz IV abrutschen, ist das alles andere als gerecht. Da muss man sich wirklich fragen, ob wir hier in Deutschland die richtigen Gesetze haben. Wenn das Rechtsstaat ist, dann tut es mir leid, aber das hat nichts mit Gerechtigkeit und schon gar nichts mit sozialer Gerechtigkeit zu tun.

    Masse oder Klasse: Können und sollten es deutsche Unternehmen mit Billigproduktionen aus Fernost aufnehmen

    Wir produzieren in Deutschland in einem Hochlohnland. Damit einher geht auch eine höhere Leistung und fachliche Kompetenz. Und da sollten wir vor allem auf Innovation und Qualität setzen statt auf Masse. Denn nur so kann ich meinen Angestellten auch einen guten Lohn zahlen. Wachstum in einer höheren Stückzahl zu sehen, ist in meiner Branche tödlich.

    Auch in der Autobranche ist das schwierig. Denn wer der weltgrößte Automobilhersteller werden will, muss ein Massenauto herstellen. In Europa wird das wegen der höheren Löhne aber schwierig. Besser wäre es gewesen, auf die Entwicklung neuer Technik zu setzen und zum Beispiel Elektroautos zu bauen. Daimler hätte das in den Neunzigern, als noch der Technologiekonzern hochgehalten wurde, gut gekonnt. Jetzt muss Daimler die Fehler von damals schnellstmöglich korrigieren.

    Ihre Mitarbeiter liegen Ihnen am Herzen. Sie wollen, dass es ihnen gut geht. Dazu gehören faire Löhne. Was verstehen Sie darunter?

    Ich kann nur sozial sein, wenn ich Geld verdiene. Und wenn ich Geld verdiene, brauche ich Mitarbeiter, die etwas leisten. Die an einem Strang ziehen. Die mithelfen und mitdenken. Unsere leitenden Angestellten waren fast alle Lehrlinge bei mir. Sie sind durch gute Leistung in höhere Positionen gekommen. Dafür müssen sie auch entsprechend entlohnt werden. Ein gerechter Lohn ist, den Mitarbeiter entsprechend seiner Leistung zu bezahlen und zwar so, dass er an seinem Wohnort davon leben und sich etwas leisten kann.

    Können Sie das verdeutlichen?

    Ich zahle einer Näherin einen Einstiegslohn von 9,80 Euro. Wenn sie gut ist, erhält sie bereits nach einigen Wochen eine Lohnerhöhung. So setze ich Reize, mehr Leistung zu bringen. Dass Geringverdiener aufstocken müssen, ist ungerecht.

    Die Politik hat in der letzten Legislaturperiode einen Mindestlohn eingeführt. Was halten Sie davon?

    Dass wir in Deutschland überhaupt einen Mindestlohn einführen mussten, ist eine Schande für uns Unternehmer. Wenn eine Firma jemanden beschäftigt, dann muss sie ihn auch entsprechend bezahlen. Egal, welchen Beruf er ausübt – selbst wenn derjenige Papierkörbe leeren muss. Und wenn ein Paketdienstleister seine Paketboten nicht gut bezahlen kann, muss er sich eben überlegen, das Porto zu erhöhen.

    Im Zuge der Debatte um soziale Gerechtigkeit und Hartz IV gibt es Forderungen nach einem bedingungslosen Grundeinkommen. Was halten Sie davon?

    Das kann ich nicht beurteilen. Ich kann nicht vorhersagen, ob dann der Mensch überhaupt noch arbeitet. Vielleicht gibt es ein paar, die dann lieber gar nichts tun. Wir brauchen in unserer Gesellschaft Menschen, die etwas leisten – allein auch, damit das Bruttosozialprodukt wächst. Allerdings gibt es ja ein gewisses bedingungsloses Grundeinkommen bereits. Geringverdiener werden vom Staat unterstützt. Das sind die sogenannten Aufstocker. Langzeitarbeitslose erhalten Hartz IV. Dazu kommen noch andere Sozialleistungen.

    Ein großer Teil der Vermögen in Deutschland ist in Händen von wenigen Superreichen. Früher waren die Vermögen breiter verteilt. Wie bewerten Sie diese Entwicklung?

    Das ist normal, solange die Politik nicht endlich erkennt, dass das, was sie macht, zu Ungerechtigkeit führt. Dass Firmen Insolvenz anmelden können und die Gläubiger und Arbeitnehmer dafür zahlen müssen, ist nicht in Ordnung. Wir brauchen unbedingt die Haftung und Verantwortung zurück in unserer Gesellschaft: Wer mit Millionen pokert und Gewinne macht, kann Multi-Millionär werden. Okay. Aber wer verliert, muss auch wissen, dass er der Erste ist, der dafür bezahlt.

    Solange man problemlos Insolvenz machen kann, in dem man vorher rechtzeitig alles zur Seite geschafft hat und Arbeitnehmer und Steuerzahler die Zechen bezahlen müssen, kann mit diesem Wirtschaftssystem etwas nicht in Ordnung sein. Es ist doch nur logisch, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinandergeht. Es verwundert doch sehr, dass Kanzlerin Merkel im letzten Jahr gesagt hat, es dürfe nicht sein, „dass die Steuerzahler für unternehmerische Risiken haften“ – und gleichzeitig will die Politik das Insolvenzrecht aufweichen.

    Sie sind sich sicher, dass die Haftung zu mehr sozialer Gerechtigkeit führt?

    Wenn wir die Haftung hätten, dann wären auch die Gier und Größenwahn eingedämmt. Jeder, der mit seinem eigenen Geld zockt, passt ein wenig mehr auf.

    Eine Anwaltskanzlei hat Ihnen vor nicht allzu langer Zeit ein unfassbares Angebot gemacht. Die waren bei Ihnen ja an der richtigen Stelle …

    Das müssen sie sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Ich erhalte ein Schreiben von einer Anwaltskanzlei, die sich um Insolvenzen kümmert. Ich sollte mir doch überlegen, Insolvenz anzumelden, weil ich dadurch reicher werden würde. Das darf doch nicht wahr sein. So lange die Politik so etwas gewähren lässt, dürfen wir uns über nichts mehr wundern.

    Was halten Sie von den internen Anweisungen der deutschen Post, dass Briefträger in zwei Jahren höchstens sechsmal krank werden dürfen? Halten Sie das für sozial?

    Das darf man der Post nicht ganz so übelnehmen. Man muss das von Fall zu Fall beurteilen. Ich habe absolutes Mitleid, wenn jemand schwer krank ist. Aber hier mal drei Tage und dort mal zwei Tage krank sein – da sind auch wir nicht scharf drauf. Wenn jemand neu eingestellt wird und froh ist, dass er einen Arbeitsplatz hat, und dann zwanzig Tage – also vier Wochen im Jahr – krank ist, ist das nicht so wenig. Ein Unternehmer muss das auch aus Gerechtigkeitsgründen den anderen Mitarbeitern gegenüber sehen. Weil der Mitarbeiter, der fast nie krank ist, natürlich ungern die Arbeit des anderen mitmachen will. Für die Moral im Betrieb ist das wichtig.

    Sie verteidigen seit 49 Jahren den Standort Deutschland. Haben Sie wirklich nie daran gedacht, mit Ihrer Firma ins Ausland zu gehen oder Ihren Wohnsitz zu verlegen?

    Deutschland ist meine Heimat. Ich habe deshalb als erstes meine Pflicht als Unternehmer in meinem Heimatland zu erfüllen. Wenn die erfüllt ist, kann ich versuchen, zu expandieren. Wenn nicht, dann brauche ich auch nicht ins Ausland. Und aus steuerlichen Gründen würde ich nie meine Heimat verkaufen. Ich mache alles aus wirtschaftlichen und unternehmerischen Gründen. Aus Steuergründen habe ich noch nie eine Entscheidung getroffen. Meine Firma ist auch nicht aufgeteilt oder überschrieben. Meine Kinder müssen die Erbschaftssteuer zahlen können. Aber ich würde der Politik natürlich empfehlen, diejenigen Erben, die mit voller Haftung ihre Firmen weiterführen, weniger oder gar nicht zu besteuern als die, die keine Verantwortung tragen.
    Zur Person: Wolfgang Grupp ist deutscher Unternehmer. Der Inhaber und Geschäftsführer von Trigema ist vielen bekannt durch die TV-Werbung mit dem Schimpansen. In Talkshows meldet sich der Unternehmer vor allem zu politischen Themen oft sehr lautstark zu Wort.
    Quelle : GMX

    • Lieber Franco, das ist lieb und nett gemeint. Doch ist es nur ein Puzzleteil – von weiteren, die damit im Zusammenhang stehen. Ich bin in das Thema bereits über 12 Jahre involviert. Es gilt jedoch noch darüber hinaus zu denken.

  3. „Es geht hier also nicht einfach nur um böse Globalisten“.
    Doch, denn genau die generieren ein System das die Eigenverantwortung beiseite schiebt, die Vorgaben in immer größeren „Organisationseinheiten“ definiert. Das Subsidaritätsprinzip des ersten Reichs und vorher wird auf den Kopf gestellt. Dies vergiftet den Menschen und die Gesellschaft in der er lebt in „allen“!!! Belangen. Der Mensch muß sich wieder als Mensch sehen und sich seiner unveräußerlichen Rechte und Pflichten besinnen.

    • Da kann ich Sie verstehen und auch beunruhigen: Die Vergiftung kommt durch das „Ich“ des Individuums selbst, was selbst für das „System“ verantwortlich zeichnet, während der Mensch denkt, er sei sein „Ich“.
      Ist es nicht etwas einfach gedacht, anderen nur die Schuld zuzuweisen und damit habe sich der Fall bereits erledigt? Davon schreibe ich in anderen Beiträgen.

    • Der Mensch bekommt erst eine Ahnung davon, sich ändern zu müssen, wenm er erkennt, daß er zeit seines Lebens von tendenzieller Berichterstattung (Lügen) beeinflusst worden ist.
      Ob er dann vom gemeinsamen Brett geht auf dem der Redner über dem Abgrund steht, hängt vom Grad des Zornes über diese Täuschung und der Einsicht über sich ab.

    • Das mag sein und ist von klassischer Sicht, die eigentliche Aufgabe dabei übersehend.

  4. Es macht sich immer gut weit reichende Gedanken zu verfolgen. Global gesehen, gibt es dann sicherlich weitreichender Freunde und Feinde. Und man muss aus einem größeren Umfeld wählen und selektieren. Aber das lernen wir ja schon seit ein paar Jahren mit dem Internet.

    • …wobei „Freund“ und „Feind“ lediglich zwei Erfindungen des „Ichs“ sind… 😉

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