„Wir müssen erst die Probleme lösen!“

Das Argument, was man vor einiger Zeit an mich herangetragen hat, ich müsse mich mit den naheliegenden „Problemen“ beschäftigen, mag nur auf den ersten Blick sinnvoll erscheinen.

Jedoch entpuppt es sich nur als ein „ewiger Krieg“, in der Vorstellung, man müsse erst das Alte „beseitigen“. Was jene dabei übersehen ist, dass diese Haltung selbst aus dem Alten kommt und sie jenes selbst verkörpern, dem sie zu entfliehen versuchen.

Was jene übersehen, dass es sich bei den vielen wahrgenommenen Problemen, nur um Symptome handelt – egal wie schwerwiegend sie erscheinen mögen – und egal, wie schwer das jetzt zu verstehen sein mag.

Und so manchem zuckt dann los: „Ja, was willst DU denn DAGEGEN tun?“

„Dagegen“ – nur ein weiterer Hinweis, welche Denke die Köpfe beherrscht. Das klassische „Ich“ lernt nur dafür oder dagegen zu sein – beides Geisteshaltungen, die in jedem Fall ein Weiterdenken außen vor lassen.

Die Probleme entstehen bereits aus der Denke heraus – doch noch mehr durch die Programmierungen des Einzelnen, nach denen er „funktioniert“.

„Die Auseinandersetzung mit wahrgenommenen Problemen, welche im Kern nur Symptome des Systems sind, führt nur zur Schaffung weiterer Probleme.
Dies mit der Erkenntnis, dass am Ende das System durch Insuffizienz in sich zusammenbricht – unaufhaltsam.“

„Wir müssen kämpfen, uns zur Wehr setzen, Widerstand leisten und der Ungerechtigkeit entgegentreten.“

„Die Politik will sich nun der Notsituation in der Pflege annehmen.“ „Gesetze und beruhigende Worte werden nicht über eine längst überdauerte Organisation in nahezu allen gesellschaftlichen Lebensbereichen hinwegtäuschen.“

Kaum jemand versteht, dass „das System“ nicht etwas ist, was er im Außen nur entsprechend zu „behandeln“ hat, sondern es befindet sich in ihm selbst: seine in der Gesellschaft als „normal“ tolerierten Denk- und Verhaltensmuster.

Es bedarf eines Um- und Weiterdenkens, statt gewohntem „so tun, als ob“.

Es ist nur allzu einfach, lediglich eine Unsäglichkeit nach der anderen aufzulisten. Die meisten sehen sich als Aufklärer (anderer).

Jedoch übersehen sie dabei die wesentliche Aufgabe, das niedergeschriebene für die eigene Entwicklung zu nutzen und sich wie Sherlock Holmes auf die Entdeckung der „Ursache der Ursachen“ zu machen.

Das ist die eigentliche, die wesentliche aller Herausforderungen.

„Herr Berg, Ihre Texte sind zu lang“, schrieb mal eine Frau. Ob sie beim Sex nach zwei Minuten auch schon auf die Uhr schaut?

Offen gesagt: Man muss große Herausforderungen schon lieben, sonst braucht man erst gar nicht damit anzufangen.

Und hier (in dieser Gesellschaft) ist die Herausforderung am größten, da es nicht um äußere Sachverhalte, sondern um innere Sachverhalte geht, die im Wesentlichen die Geschehnisse beeinflussen – dies mit weltweiten Auswirkungen.

Hat man erst einmal den Zusammenhang zwischen der „Organisationsform“ (Hierarchie) und konditionierten Denk- und Verhaltensmustern (der Mensch als Unterjochter seines eigenen „Ichs“) erkannt, so lässt sich sehr leicht das Vorhandensein des Systems in nahezu jedem anderen „Land“ (politisch abgegrenzter Raum, im Kern eine Betreuungsanstalt) ableiten.

Selbst dann, wenn das Ganze entwicklungstechnisch, sprachlich und kulturell unterscheidet.

Okay, das Opfer wird immer eine Ausrede finden, um sich als solches auch weiterhin zu sehen.

„Wir müssen unsere Grenzen schützen.“

Jene wundern sich, warum sie soviel Ungerechtigkeit erfahren, wo sie ja doch so „unschuldig“ sind.

Die meisten verhalten sich als Opfer, wollen es jedoch nicht wahrhaben – sich „schützen“, klagen, kämpfen, Widerstand leisten, flüchten, abgrenzen, ignorieren, beschweren, demonstrieren gehören auch dazu.

„Am Ende wird immer das geerntet, was gesät wurde: Dass notwendige Entwicklung nicht ewig vor sich hergeschoben werden kann.“

So ist es wesentlicher Natur, „sich“ wirklich selbst kennenlernen und entwickeln zu wollen.

Dazu dient das (im Außen) Wahrgenommene, um es in Frage zu stellen, um so über sich selbst hinauszuwachsen. Denn wie man selbst „funktioniert“ bestimmt, wie und was man wahrnimmt. Man „bekommt“ immer das (serviert), was man sich „nimmt“.

„Das klingt ja alles sehr philosophisch und nett. Doch erst muss das Alte weg, dann können wir das Neue machen.“ „Und wann kommst du dann wieder?“

Musikalische Untermalung:

P.S. Wie gesagt: Wahrgenommene Probleme sind nur Symptome des „Systems“.
„Das System“ ist im Ganzen das Produkt aller vom Wesen her gleichgeschalteten Denk- und Verhaltensmuster seiner Systemteilnehmer, die sich durch ankonditionierte Verdrängung als unbeteiligte und unschuldige Opfer des Systems wahrnehmen.