Addendum: Das Prinzip wirksamen Handelns

Esau Mir fällt in diesem Zusammenhang noch auf, dass es als normal empfunden wird, dass alle mitreden und mitbestimmen wollen, was einer zu tun hat. Da hilft es selbst nicht, wenn in der Gruppe Meinungen diskutiert werden und dann Anforderungen von einem zugetragen werden.

Das macht nämlich gar keinen Unterschied, denn die Verantwortung beginnt mit der Handlung und nicht mit dem Reden. Reden ist nur reden. So etwas wie klassische Mitbestimmung und andere machen, ist demnach eine kollektive Illusion und nichts anders als jenes System, was man gleichzeitig zu verlassen gedenkt.

Doch im Kern geht es nicht ums Reden, sondern ums Tun. In diesem Sinne kann sich jede Gruppe nur dann wirksam organisieren, wenn Aufgaben nach Können vergeben werden und dies im Sinne einer gemeinsamen Sache der Gruppe.

Das Bestreben über das Tun eines anderen bestimmen zu wollen und wie er es auszuführen hat, ist in der Tat jenes Verhalten, was man mit Nutzen oder Gebrauchen bezeichnen kann. Es ist die Kernform der Sklaverei.

Denn sie betruht darauf, jemanden in einer Kontrolle (Betreuung) halten zu wollen, um die eigenen Interessen wahren zu wollen, weil im Kern das Vertrauen fehlt, dass der Macher in der Lage ist, etwas auch im Sinne der Sache umzusetzen.

An dieser Stelle entsteht dann die hierarchische Ordnung, wenn der Macher sich diesem einzigen Vertrag unterwerfen würde. Nicht selten versucht man diese Entscheidung durch Vorwürfe und Schuldzuweisungen zu forcieren.

Zwei weitere Verhaltensmuster finden sich bei der Empfehlung, wo unabhängig vom Macher bereits über den Wert seiner Arbeit bestimmt wird, ohne das jener anwesend ist oder man für Tätigkeiten weiterempfohlen wird, wo die Leistung umsonst sein soll oder in keinem Verhältnis steht.

Von solchen Strukturen, die darauf ausgelegt sind, dass man nur dann willkommen ist, wenn man das macht, was andere von einem erwarten, kann man getrost hinter sich lassen. Denn es ist nur eine „nette“ Form der Versklavung und Selbstversklavung, wenn man es zulässt.

Bestimmung über andere ist stets eine Form der Versklavung und jene, die diesem Verhalten auch im Privaten nachgehen, um „gemeinsam“ etwas zu erreichen, tun gut daran umzudenken. Ebenso jene, die sich darauf einlassen. Erst recht, wenn die gemeinsame Sache „Befreiung“ heißt.

Man sieht also, wie sehr das Ermächtigende und die Erwartung der Unterwerfung in jedem ruht. Dort fängt der eigentliche Umdenkprozess für jene an, die das System zu velassen gedenken, doch das System selbst verinnerlicht haben.

Das Prinzip für wirksames Handeln begründet sich auf Selbstbestimmung, Selbstvertrauen, Selbstwertschätzung, Selbstachtung und Selbstverantwortung.

Zum Opfer macht man sich bereits, wenn man anderen jene Entscheidungen überlässt, die man nur für sich selbst treffen kann, wenn es um das eigene Handeln geht, da man sich sonst instrumentalisieren lässt. Es ist nur ein anderer Begriff für nutzen und brauchen. Man kann Dinge benutzen, denn dafür wurden sie geschaffen. Menschen wurden nicht dafür geschaffen benutzt zu werden. Nur das Opfer lässt sich nutzen.