Der rote Faden – Teil 12: Klassische Religion

Die alte Weltordnung und ihre anfängliche Initialisierung durch die Bedingung: „Du bist solange gut, solange mir das gefällt“ und was sich alles daraus entwickelt, sind meines Erachtens hinreichend genug beschrieben: der prinzipielle Weg vom ersten Kontakt des neugeborenen Menschen, seinem Aufwachsen in der Familie, über den Kindergarten, die Schulzeit bis hin zu seinem Platz in der hierarchisch organisierten Ökonomie.

Was jetzt noch ansteht, ist das Thema „Religionen“ und damit verbundene Literatur. Denn zeigt sich, wenn man den Kopf damit vorher füllt, bevor man selbst angefangen hat, darüber nachzudenken, ist man in der Regel auf irgendwelche Indoktrinationen selbst hereingefallen.

Denn durch die vordringlich materielle Ausrichtung (aus der Ich-Programmierung heraus: im Außen, im Haben, in der belohnten Abhängigkeit), sieht man dann in allen Personen und Namen in den heiligen Büchern immer nur Menschen, Dinge und Wunder, die irgendwie „unglaubwürdig“ wirken – bis man auf die geistig-abstrakte Ebene der Prinzipien aufmerksam wird und so manches plötzlich Sinn ergibt.

Aus Jesus wird dann das „Bewusstsein“, bzw. „Bewusstwerdungsprozess“ des Menschen, Adam wird zum „Geben“, Eva zum „Empfangen“.

Die Schlange bleibt die Versuchung (sich etwas zu nehmen(!), also künstliche Überlagerung des bedingungslosen Empfangens und schon geht’s ab, und raus aus dem Paradies.

„Nimm dir noch einen Apfel, bevor du gehst, Eva.“

Paradies setzt sich zusammen aus „para“ und „dies“ – also „neben“ dem „dies hier“, was wiederum ein Hinweis auf die geistige Ebene ist, durch einen Umdenkprozess von der anfänglichen gewohnten, bedingten Welt, wie wir sie kennen, durch Selbstumkonditionierung hin zu einer bedingungslosen Einstellung und Welt(Anschauung).

Am Anfang entstanden Himmel (Geist) und Erde (Materie, der Spiegel). Gestalten ist der Wertschöpfungsakt der Formveränderung von Materie.

Zehn Gebote regeln sich dann von selbst, wenn man von der Fremdliebe und damit verbundener Abhängigkeit, Machtspiele und hierarchische Ambitionen, hin zur Selbstliebe gelangt, sich also im Innen(!) mit „Wert“ erfüllt.

„Erliebend, erlebend.“

Die zehn Gebote sind dabei ein Hinweis auf Auswirkungen, wenn das Ich an seinen Konditionierungen festhält und sich über die natürliche Ordnung und die Prinzipien des Lebens erhebt.

Die Bibel liefert zwar auch die Zielvorstellungen, überlässt dem Leser jedoch den Weg (Umdenkprozess) hin zum Para-dies. Ist ja immer noch jedermanns eigene Entscheidung und Angelegenheit, sich aus „der Soße der Konditionierungen der alten Ordnung herauszuwinden.

Stets auf der abstrakten Ebene bleibend: Wenn alsdann die „unbefleckte Empfängnis“ stattfindet, ist dies die Erkenntnis von Maria (Mutter), dass sie es in der Hand hat (weil alle Frauen den Menschen in diese Welt hineingebären), ob der Mensch unter der Bedingung („Du bist solange gut…“) aufwächst, fremdgesteuert und obrigkeitshörig, und in der Unvernunft verbleibend ist – oder ob der Mensch unter einer bedingungslosen Liebe und zu einem selbstbestimmenden, sich selbst entfaltenden und selbstbewussten Menschen heranwächst, wo sich durch sein Tun die Bedingungslosigkeit im Geben und Empfangen zum Ausdruck bringt – also im Kern hin zur Vernunft.

Erst durch die Entwicklung seiner Vernunft (intuitiv getriggertes, bedingungsloses Geben und Empfangen) findet der Mensch zu innerem Frieden und Freiheit (Abwesenheit von jeglichen Bedingungen und Engpässen). Und in der entfalteten Vernunft findet der Mensch auch die wahre Gerechtigkeit – in seinem Inneren.

Treffen sich zwei Juden. Fragt der eine: „Was ist dir lieber? Fünf Millionen Euro oder fünf Töchter?“ Sagt der andere: „Fünf Millionen Euro.“ Entgegnet der andere: „Falsch. Wenn du fünf Millionen Euro hast, willst du noch mehr. Wenn du fünf Töchter hast, hast du genug.“

Über die Vernunft geschieht damit auch die langsame Auflösung der alten Ordnung und ihrer Organisationsform der Hierarchie, die wiederum ein Abbild des jeweiligen „Meta-Ichs“ darstellt und der Widersacher der natürlichen Ordnung darstellt, was im Hebräischen „Satan“ heißt und im Endeffekt nichts anderes ist, als eine Schule, um zu lernen, wie es nicht funktioniert. (Die Entfaltung der Vernunft verändert das Ich in seinem Wesen – in seiner Programmierung.)

Zu wissen, wie es nicht funktioniert (weil die Denk- und Verhaltensmuster des Ichs, was sich nicht entwickeln wollte sozusagen im Wege standen), eröffnet eine Sicht auf die Dinge, wie diese intuitiv gefühlt-gedacht am einfachsten miteinander in Wechselwirkung stehen und funktionieren, was sich wiederum auf die Ordnung im Außen und in der täglichen Organisation jeglicher Abläufe zum Ausdruck bringt.

Aus dem einstigen Beschäftigtsein des Ichs, was sich durch Arbeit abzulenken glaubte, um sich nicht verändern zu wollen, entfaltet sich durch die innere Arbeit zunehmend ein Mensch, der das Geistige so ins Tägliche, damit seine Entwicklung in sein Leben lässt und sich so an den natürlichen Lebensprozess annähert, während er im Alten sich selbst vom natürlichen Lebensprozess abzukoppeln versuchte. Das Unmenshcliche zu erfahren war die Aufgabe – mehr jedoch, war es eine unlebliche Erfahrung.

Über den Weg des „Baumes der Erkenntnis“ erstand diese Welt aus Haben, Kontrolle und Bedingung, die Prinzipien des Lebens zeichnen sich durch Bedingungslosigkeit und innere Selbsterfüllung (Bewusstwerdung, Sein) beim Menschen aus, während auf der anderen Seite, die Strukturen sich weg von einer hierarchischen Ordnung, hin zu einer natürlichen Ordnung bewegen.

„Geben ist (in der Tat), seliger, denn nehmen.“

 Durch bedingungsloses Geben, erfolgt ein Selbstheilungsprozess. Gleiches gilt für das dabei bedingungslose Empfangen.

„Jedes Geben ist ein Geschenk, wie auch sein Empfangen.“

„Am Tun wird man sie erkennen.“

Die Tempelreinigung ist dabei der Akt, sich der gelernten Denk- und Verhaltensmuster aus der alten Ordnung Schritt für Schritt zu entledigen. Denn auch die Kaufleute existieren nur, als die nach Außen verschobene Vernunft.

Die alte Weltordnung aus unbewusst sein wollenden Wertschöpfern (Esau) und ihren Brüdern den Kaufleuten (Jakob) mit den Müttern, die die Tradition (Denk- und Verhaltensmuster) der gewohnten Ordnung weitergeben und so in der alten Ordnung bewahrten und sicherten.

Die „roten Linsen“ von Jakob für Esau, sind dabei nur etwas scheinbar Wertvolles, was der Wertschöpfer gegen etwas wirklich Wertvolles eintauscht, die Fähigkeit zur Wertschöpfung und Gestaltung. (Das fühlt sich noch nicht so ganz rund an.)

Als Jakob mit Gott stritt (was also eine rein interne Angelegenheit in Jakob selbst war), nannte man ihn nachher den „Gottesstreiter“, was im Hebräischen „Israel“ heißt, den Rest kann man sich denken.

Und wenn Henry Kissinger mit seiner Aussage aus 2012 in der World Tribune recht behält, geht das alte Testament zu Ende, mit ihm die Alte Ordnung. Dass wir in der Zeit der Offenbarung leben, wird jedem mittlerweile auch bewusst sein.

Und eines Tage Maria einen ganz anderen Gedanken hat…

Die Frage, die sich für jeden stellt, ob er lieber „30 Silberlinge“ sein eigen nennt und sich selbst und sein Bewusstsein verrät oder ob er sich dazu entschließt, sich im wahrsten Sinne des Wortes „selbst zu befreien“.

Denn die Welt in der wir Leben manifestiert sich nur in der Materie. Jedoch findet sie ihren Anfang in den Konditionierungen, Denk- und Verhaltensmustern des Ichs und davon abgeleitet, die Sicht- und Handlungsweisen.

„Man erntet stets das, was man sät. Zeit, etwas Neues (in sich) zu säen.“

 „Wahrheit ist das, was funktioniert.“ Ernst von Glasersfeld

Wenn man es auf eine abstrakte Ebene führt, dann entfällt die Polarisation und jeglicher Anspruch auf Rechthaberei und Besitzstand, wie sie ein Muster des Ichs sind. Haben und zu sichern und daran festzuhalten.
Das Ich macht sich den Feind selbst, um sich weiterhin von seiner eigene Entwicklung und damit verbundene Umprogrammierung seiner selbst bewahren zu wollen. Wenn also „etwas“ geschützt wird, dann nur das Ich vor seiner Umprogrammierung. Besitz (besetzen), Hab und Gut, sind nur Mittel der Sicherung und Schutz vor Veränderung im Außen.

Also geht es im Kern um die Beibehaltung oder die Veränderung der Programmierungen.

Denn im Kern „gehört“ niemandem irgendetwas, weder das Land noch ein anderer Mensch. Denn das „Mein“ schafft das „Dein“.

Jetzt fällt mir wirklich nichts mehr ein.

Musikalische Untermalung: „James Bond-Skyfall“, Adele

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