Dickes Pfund – oder: Fühlen Sie sich einfach mal ein

Sind Sie der Meinung, dass sich grundsätzlich dann etwas ändern wird, wenn es vom Prinzip her gleich bleibt? Oberflächlich (und inhaltlich) vielleicht schon. Aber was soll das bringen? So zum Einstieg:

Wie schaut es mit dem „Gelben Schein“ und sonstigen Personenpapieren aus? Ob es was nutzt, derartige Papiere vor sich her zu tragen?

Das wäre nur der übliche Personenkult und damit verbundene Freikarte für Betreuung und Fremdbestimmung – unter staatlicher Aufsicht.

„Und es macht, dass sie allesamt, die Kleinen und Großen, die Reichen und Armen, die Freien und Sklaven, sich ein Zeichen machen an ihre rechte Hand oder an ihre Stirn und dass niemand kaufen oder verkaufen kann, wenn er nicht das Zeichen hat, nämlich den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens.
Hier ist Weisheit! Wer Verstand hat, der überlege die Zahl des Tieres; denn es ist die Zahl eines Menschen, und seine Zahl ist sechshundertsechsundsechzig.“ Offenbarung 13 16-18

Zum Thema „Zahlen“:

„Die Menschen betrachten sich als einzigartig. Ihre gesamte Existenztheorie beruht auf ihrer Einzigartigkeit. „1“ ist ihre Maßeinheit. Aber so ist es nicht. All unsere Kommunikationssysteme sind nur ein hilfloser Versuch. „1“ plus „1“ gleich „zwei“. Mehr haben wir nicht gelernt.
Aber „1“ plus „1“ war noch nie gleich „zwei“. Tatsächlich gibt es keine Zahlen und keine Buchstaben. Wir benutzen Symbole, um unsere Welt auf menschliche Größe zu reduzieren, damit sie verständlich ist.
Wir haben ein System erschaffen, dass uns das Unergründliche vergessen lässt.“ Lucy, 2014

Oder wie schaut es mit den Gesetzen aus? Meinen Sie wirklich, dass bloßer Austausch und ihrer Verkünder (durch Wahlen), Anwender und Umsetzer und was sich davon ableitet, etwas am Thema „Gerechtigkeit“ ändern würde?

Siehe: Entscheidung zum Bundeswahlrecht am 25.07.2012.

„Das Recht ist fragwürdig, die Macht ist unverkennbar und fraglos. So konnte man die Macht nicht mit dem Recht verleihen, weil die Macht dem Recht widersprach und behauptete, es sei ungerecht und sie wäre es, die das Recht sei. Und da man nicht machen konnte, daß das, was recht ist, mächtig sei, macht man das, was mächtig ist, zum Recht.“ (Blaise Pascal, 1623-1662, Fragment Nr.298) Zitat aus „Der verborgene Pascal“ von Theophil Spoerri, Seite 132)

Der direkte Vergleich zwischen positivem und überpositivem Recht weist den Menschen auf seine wesentliche Aufgabe hin. Es liegt nur an seiner Entscheidung und anschließend diesen Weg zu beschreiten.

Dazu auch: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen.“ Artikel 1, Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

Meinen Sie, dass man dass einfach nur bei anderen einfordern braucht oder andere damit beauftragen, damit es dann gesellschaftlich „durchgeführt“ wird?

Oder wie schaut es mit „Frieden“ (Vertrag) und „Freiheit“ (Verfassung) aus?

Meinen Sie wirklich, dass man für Freiheit kämpfen muss und ein Stück Papier gesellschaftlich etwas daran ändern würde?

Verfassungen – viel spannender, Teil 1
Verfassungen – viel spannender, Teil 2
Verfassungen – viel spannender, Teil 3

Oder wie schaut es mit der Suche nach Schuldigen und Verantwortlichen aus? Ob es wohl damit getan ist, diese am Ende nur zu bestrafen?

Auf diese Weise wird sich ganz hübsch mit dem Gestern verhaftet. Übliches Agieren nur nach den beiden Methoden „Belohnung und Bestrafung“.
Akteure verkörpern so selbst das System, dessen sicht- und spürbare Auswirkungen(!) (Symptome, Phänomene, Erscheinungsformen des Systems) sie zu bekämpfen und zu überwinden versuchen.

„Wer sich zur Rache ansinnt, grabe besser zwei Gräber.“

„Gewalt ist nur das Werkzeug der Unwissenden und ihrer Gegnerschaft.“

Kampf, Widerstand, Ignorieren, Ab- und Ausgrenzen, Flucht, Schuldzuweisung, „Unglaube“ sind jedoch nur Verdrängungskonzepte. Kacke! Was?

Oder wie schaut es mit Klagen, Jammern, Greinen, Beschweren und Demonstrieren aus? Meinen Sie, dass diese geschaffenen Ventilfunktionen im Grunde etwas bewirken, außer nur dem Unmut Ausdruck zu verleihen und letztlich nur selbstgeschaffenen Leidensdruck abzulassen?

Oder wie schaut es mit der Vorstellung aus: Es muss sich erst im Außen (im Kern bei irgendjemandem oder woanders) etwas ändern, damit dann endlich genug Freiraum zur Verfügung steht, um sich „frei“ zu fühlen und Zeit zum Umdenken zu haben?

„Es sind nicht die Dinge, die uns beunruhigen, sondern die Bedeutungen, die wir den Dingen verleihen.“

Wenn das zu glauben schwerfällt, kann ich das gut verstehen. Vielleicht warten Sie doch lieber noch mal 1000 Jahre auf die anderen, mit den anderen, die auf auch nur warten.

Es ist bei allem nur ein individuell-gesellschaftlich konditionierter Kopfknast, aus dem sich jeder nur selbst und gleichzeitig mit anderen befreien kann! Alles Beobachtete ist dabei nur eine überzeichnete Außendarstellung.

„Zur Freiheit bedarf es nur des Mutes. Doch wisse: Es gibt immer nur ein Mitkommen und kein Mitnehmen.“

Oder wie sieht es mit der Vorstellung der „heiligen Familie“ aus, die bei allen Betrachtungen gesellschaftliche Problematiken gern mal außen vorgelassen wird und die es ja zu schützen gilt?

Das System (in Form einer geistigen Überlagerung der natürlichen Ordnung) findet mit nahezu jeder Geburt seinen Neuanfang in der Familie, durch künstliche Fortführung der Fremdbestimmung: „Du bist solange gut, solange mir das gefällt.“

Fremdbestimmung als eklatanter Verstoß gegen Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte.

Auf diese Weise wird der junge Mensch für die Gesellschaft gleichgeschaltet und kann so durch eigene Erfahrung seine Begabung in Vernunft und Gewissen nur unzureichend – nicht selten – gar nicht entwickeln und wird so zum instrumentalisierten „Kanonenfutter“ seiner Vorgesetzten.

Oder wie schaut es mit der Vorstellung aus, dass das Alte erst weg muss, weil dann erst das Neue gemacht werden kann? Wann wollen Sie denn wiederkommen, wenn Sie erst mal weg sind?

Die Mehrheit macht sich etwas vor – dramatischer: Sie macht sich aufgrund einer möglichen Sicherheit, Belohnung und Anerkennung kollektiv etwas vor.

Auf diese Weise sorgt sie selbst dafür, dass die „Nummer“ solange weitergeht, bis es knallt. Jene sind Teilnehmer der alten Ordnung und haben sich entschieden.

Gut, dass sich jeder jederzeit umentscheiden können und jedem dann immer noch die Aufgabe zukommt, sich selbst zu entwickeln.

Das pauschalisierte Annehmen von Oberflächlichkeiten wird dabei nicht weiterhelfen, denn dienen diese lediglich der Beruhigung des klassischen „Ichs“, um in sich das Gefühl zu erwecken, überhaupt irgendetwas getan zu haben.

Dies, damit im Inneren des Menschen alles fleißig so weitergehen kann und im Außen zu den unsäglichen Erscheinungsformen führt, mit denen wir es die ganze Zeit bereits zu tun haben.

Die Frage lautet: Was ist die Ursache für diese (wiederkehrenden) Erscheinungsformen? Und nicht: Wer ist daran schuld und trägt die Verantwortung?