Hoppla, wo geht’s ab?

Ich unternehme nun mal eine kleine zeitliche Rundreise. Aus Fulda kommend, bin ich es gewohnt, mit Menschen zusammenzuarbeiten, die etwas bewegen wollen – vorausgesetzt, es handelt sich um „logisch“ nachvollziehbare Projekte und Themen und die Akteure verfügen über die entsprechenden praktischen Fähigkeiten.

Gleiches gilt auch bei der täglichen Kommunikation wie auch bei der Auflösung behindernder Engpässe in Abläufen. Engpässe wirken sich in der Regel auf ein Projekt und seine Teilnehmer Energie zehrend und zeitraubend aus.
Aufgaben-, Sach-, Ziel- und Zweckorientierung sind in der Zusammenarbeit dabei ein Novum. Denn es gilt das Prinzip: Gewährleistung der Lebensgrundlagen. Das heißt jetzt natürlich nicht, das Lachen verboten ist.

Zu den Grundlagen einer wirksamen Zusammenarbeit gehören die „Chemie“ sowie Wissen, Fähigkeiten, Können und Erfahrung des Einzelnen sowie Freude bei dem was man macht – sowohl für sich, wie auch das Projekt (Sache) insgesamt. Jedes Projekt ist stets eine Herausforderung.
Engagement ist der Schlüssel, Aufgaben und Zuständigkeiten (Verantwortung und Befugnisse) sorgen, neben einer funktionierenden Ausrüstung (Betriebsmittel) sowie der projektorientierten Ablauforganisation und spielerischem Umgang mit Wissen und Können – auch im Dialog für entsprechenden Erfolg und Freude sowohl für das Team wie auch den Kunden auf allen Ebenen – nennen wir es insgesamt mal unternehmerisches Engagement.

„Die Gesellschaft gewährleistet durch arbeitsteilige Wertschöpfung (Ökonomie) ihre Lebensgrundlagen, durch (normalerweise) sinn- und vernunftvollen (ökologisch) Umgang mit den natürlichen Ressourcen (Natur).“

Soviel knapp zum Idealzustand, den ich bereits erlebt habe und sicher der eine oder andere kennt.

Mit der öffentlichen Darstellung ganzheitlicher Neuorientierungen ökonomischer Systeme nach dem Schubäus Modell, erfolgte der Exit aus dem gewohnten, ökonomischen Gewebe. Die eigentliche und fundamentale Bedeutung des Modells kann man in so manchem Beitrag auf diesem Blog erfahren – vor allem, was es für den Menschen in einem ökonomischen Umfeld selbst ausmacht – vorausgesetzt, man beschäftigt sich damit. Deshalb auch das Wort „fundamental“.

Mich nervte stets, dass dieses auf Praxis basierende Modell, was sich bei der Neuausrichtung die universalen (holistischen, kosmischen, ganzheitlichen) Prinzipien zu Nutze macht, zunächst so für sich im Raume stand.

Das nach einer schrittweise erfolgten Neugestaltung der wertschöpfende Mensch zum einen keinen Vorgesetzen mehr vorfand, der ihm sagt, was er zu tun und zu lassen hat, darüber hinaus die Produktivität eine beachtliche Verbesserung erfuhr und notwendiger Produktionsfreiraum entstand, der zu wesentlich weniger Produktions- und Energieaufwand zur Erhaltung der Organisationsstruktur führte, sind nur einige wenige Phänomene. Hieraus ist auch das Mensch-Gesellschaftsprojekt „Hinüber in die neue Zeit“ entstanden.

Und irgendwann bin ich unterwegs und lerne viele andere Menschen kennen, die etwas bewegen wollen, engagiert klingen und so freut mich dies und auch bei dem, was sie vorhaben. Das geht zumindest solange, bis es heißt: „Lass’ uns zusammen etwas unternehmen.“

Heute ist erkennbar, dass ohne unternehmerisches Engagement, Entschlossenheit und dem festen Entschluss des Einzelnen entsprechend zu Handeln, so manches Projekt zum Scheitern verurteilt ist. Ungeachtet dass es auch sinn- und geistlose Themen gibt, die man insgesamt besser lässt.
Hinzukommt die Beobachtung, die über die letzten drei Jahre gezeigt hat, dass sich viele selbst etwas vormachen, was ihre Fähigkeiten und Können betrifft. Natürlich bedarf es eines Verständnisses, für jeden Teilnehmer. Ich schreibe das, weil ich sowohl die Sicht des Mitarbeiters wie auch Unternehmers kenne.

Wer jedoch starken Lernbedarf hat, kann mit seiner Einstellung alles zum Stillstand bringen. Jetzt erkennt man auch, warum so mancher Mensch oder Prozess sich in einer Hierarchie „oben“ befindet und dann nichts mehr vorangeht.

Es ist erschreckend. Hier findet die gesellschaftliche Selbsthaltung und Selbstversklavung statt, weil alle sich womöglich kennen und man ja „gleich“ sei – zumindest dem Munde nach. Jeder hat seine Berufung; die wenigsten kennen sie jedoch.

Sie versuchen sich dann nicht selten durch geschickte Manipulation und Instrumentalisierung entsprechende Macher alsbald zu nutze zu machen. Das Prinzip, was da wirkt, heißt: „Ich habe ein Idee, mach du mal, wie ich mir das vorstelle.“ Ich weiß, ich habe Euch über die Jahre beobachtet.

„Wir geben Dir Geld, damit Du das machst, was wir wollen.“ Aus selbem Munde wurde das Wort „Souveränität“ in die Welt entlassen. „Dann macht mal.“ Es waren im Übrigen zwanzig weitere, die da auch mitreden wollten.

Ein Kollege hatte kein Geld und so kam der Gedanke auf, gemeinsam mit ihm Medien zu entwickeln. Schnell stellte sich heraus, dass er das „vollmundig Angesagte“ überhaupt nicht mal im Ansatz konnte. Ein gemeinsames Projekt endete im gestaltungs- und programmtechnischen Alleingang. Eine für sein Unternehmen individuell gefertigte Website, hat er dann später gegen ein bemitleidenswürdiges Etwas eingetauscht. Ich sage dies extra mal provokant.

In einem anderen Fall ging es um die Entwicklung eines spirituellen Ruhe- und Dialog-Ortes. Schnell stellte sich heraus, dass der Impulsgeber außer dem Impuls selbst keine Vorstellung über den Inhalt hatte, sondern nach dem: „Es gefällt mir oder es gefällt mir nicht“ handeln ließ. Das Projekt kam alsbald zu Ende, als ich ihm den Ball zuspielte, wo er gefordert war, wenigstens einige Grundgedanken zu Papier zu bringen. Drei Tage später rief er mich an und brüllte ins Telefon: „Mit dir kann man ja gar nicht zusammenarbeiten!“

In einem anderen Fall ging es darum, Vorträge zu organisieren, um Menschen und Mitglieder informieren zu wollen. Das sich mir darbietende Chaos innerhalb der vorgefundenen Organisation, die fast manisch anmutende Betriebsamkeit und damit verbundenes Klagen und fehlende organisatorische Übersicht, machte eine Zusammenarbeit unmöglich.
Zudem wurden Anrufer und Kollegen belogen, dass sich die Balken bogen. Ein Phänomen der Selbstüberschätzung. Die dort propagierte Märchenstunde beruhte darauf, jedem seine Meinung, egal wie sie war, nur oft genug nachplappern zu wollen, auch wenn die Meinungen sich dabei offensichtlich widersprachen, nur um den Posten zu behalten. Ich distanzierte mich innerhalb weniger Tage sehr energisch davon.

Wer noch weitere Projekte mag….

Bei all diesen Projekten war das Thema Freiheit, Gleichheit, Gelassenheit und Toleranz die Handlungs- und Betrachtungsgrundlage. Man sieht, es bringt auf diese Weise wenig – verpufft.

Und so gibt es reichlich Beispiele, die alle nicht nur eines gemeinsam haben: Menschen, die irgendetwas tun wollen, obwohl ihnen die Fähigkeiten fehlen. Man könnte jetzt sagen: „Jener kann es doch lernen.“  Das mag dann stimmen, wenn der Ausgleich des Mangels keine Auswirkungen auf die anderen Teilnehmer hätte. Ein Unternehmen ist keine soziale Einrichtung, ein Engpass kann für alle jedoch zu einem sozialen Grab werden und die Spaßgesellschaft sägt sich selbst den Ast ab, auf dem sie sitzt.

„Das Prinzip der wundersamen Brotvermehrung funktioniert anders.“

So mag jeder weiterhin tun und lassen, was er mag, was ihm Spaß macht. „Alles kann, nichts muss“ – wie im Swinger-Club und alle drei Wochen fummelt man dann wieder ein bisschen am Projekt herum. Es stellt sich mir die Frage, warum die Mehrheit der Menschen, die ich kennen gelernt habe, keinem normalen ökonomischen Prozess mehr angeschlossen sind.

Okay, das hängt zum einen auch mit dem Wandel zusammen, dass es Menschen gibt, die diesen Weg beschreiten. Und das ist so gewollt – von ihnen selbst, weil das System von Menschen geschaffen, sich zunehmend als unmenschlich präsentiert. Es war auch nie für etwas anders gedacht, als den Menschen den Spiegel ihrer Denk- und Verhaltensmuster vorzuhalten.

Ich gebe an dieser Stelle offen zu, dass ich mich früher sehr oft (gewohnt) in die Rolle des „Ausführenden“ begeben habe, um Geld zu verdienen. Es ist interessant, wenn man Menschen Macht verleiht, wie sie ihr wahres Wesen zeigen und seien sie noch so nett und lieb.

Erst viel später kam mir der Gedanke, daraus die Grundlagen über gesellschaftliche Verhaltensmuster abzuleiten – diese also direkt aus der erlebten Praxis – sozusagen als ein gesellschaftlicher „Günther Wallraff“.

Dies sind alles keine Vorwürfe, lediglich nur Anhaltspunkte zum darauf Herumdenken.

Zusammenarbeit scheint also etwas ganz anderes zu sein, um es mal vorsichtig auszudrücken.

Ich nehme das sehr ernst, weil es für mich nicht nur eine Willensbekundung oder Absichtserklärung bedeutet und dann wird getanzt, geklatscht, gelacht und jeder Macher „vor den Karren gespannt“, was letztlich zu dieser materiellen Welt und ihren Unsäglichkeiten führte, die mancher immer noch zu retten versucht.

Man sieht, es gibt noch viel zu tun. Und mir ist nun klar geworden, dass ich hier nichts mehr zu suchen habe.

3 Comments on Hoppla, wo geht’s ab?

  1. Lieber Alexander,
    Deine Darstellung ist mal wieder excellent und treffend, wie so viele Beiträge.
    Du hast es wahrlich erkannt, Du hast hier nichts mehr zu suchen, denn Du hast Alles gefunden. Bleibt letztlich nur eins > MACHEN!
    Ich schreib das mal so frech, denn ich habe in anderen Bereichen 20 Jahre geforscht und suchte auch nach einem „Team“. Habe es jetzt aufgegeben und werde in kleinen Schritten mein Ding machen, sonst wäre nämlich mein Leben umsonst gewesen, den Gefallen werd ich niemandem tun.
    Herzliche Grüße
    Birgit

  2. gelungene Gedankengänge, danke,auch fürs Gespräch mit wakenewsDetlef, ein Klassiker für mich,ca.8mal wieder gehört und weiter getragen.. wie lange noch wollen die Fische sich über s schmutzige Wasser beklagen?
    danke Alex
    LG uns hilge
    Mario hilgenfeld bei fb

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