Kurzes zum Widerstand

Immer wieder finden Gespräche statt, wo Betroffene durch „Gelbe Post“, Pfändungen, Kontosperrungen und Plünderungen erleichtert werden. Die ausführenden Organe sind hier in der Tat voll für ihr Handeln verantwortlich. Es ist lediglich eine Illusion, die Verantwortung an einen Vorgesetzen abgeben zu können.

Doch auch auf der anderen Seite liegt eine Eigenverantwortlichkeit vor: sich selbst weiter zu entwickeln. Durch die oben geannnten Signale geschieht dies halt auf eine sehr merkwürdige Art und man geht in die Verteidigung.

Wenn man sich das alte System anschaut, was durch „Belohnung und Bestrafung“ zusammengehalten wurde, transformiert der Zinseszins und die zunehmend komplexeren Strukturen Belohnung ganz langsam in eine Bestrafung. Und am Ende des Systems, ist nicht selten alles weg.

Gruselig ist es für all jene, die ihr bisheriges Leben ausschließlich auf Hab und Gut, dessen Sicherung und Erhaltung aufgebaut haben und sogar die eigene Gemeinschaft sich auf diesen Prinzipien begründete.

In einem System, dessen Verfall bereits mit dem ersten Gedanken unbewusst beschlossen ist, nimmt der Aufwand zum Erhalt des Besitzes die Besitzer zunehmend in Anspruch. Was bleibt, ist die Flucht oder die Instrumentalisierung anderer, um die eigenen Strukturen aufrecht erhalten zu wollen. Nicht selten lösen sich derartige Konstellationen in Wohlgefallen auf.

Die Macht der Gewohnheit konditionierter Verhalten und Konventionen (gesellschaftliche Verträge) ist jener Widerstand, der sich dann zum Ausdruck bringt. Festhalten im Außen ist lediglich ein Zeichen, sich im Inneren nicht ändern – besser anpassen – zu wollen.

Da nie in Betracht gezogen wurde, ob das Verhalten der Suche im Außen zur Befriedigung innerer Bedürfnisse überhaupt „rechtens“ sei. Denn das war ja schon immer so.

Widerstand ist ein Signal, den Ausweg aus der Waschmaschine von Gleiches mit Gleichem beantworten zu wollen, noch nicht gefunden wurde. Dazu ist ein Weiterdenken. Es besteht jedoch ein Unterschied zwischen „weiter zu denken“ und „weiterzudenken“.

Das Prinzip des Weiterdenken beruht darin, dass es keine geschlossenen Systeme gibt, lediglich mentale, solange man an seinen Gewohnheiten festhält. Da nutzt es auch nichts, wenn noch so viele der gleichen Meinung sind. Kollektive Selbstverarschung.

Wer beispielsweise die Verantwortung bei anderen erzwingen will, befördert selbst jenes System, dem er sich gleichzeitig zu entziehen versucht. Da nützt es auch wenig, jene ignorieren oder verstoßen zu wollen, die darauf hinweisen oder andere „vorzuschicken“, die dies „ausführen“ sollen.

Durch diesen Sumpf gilt es erst einmal zu gehen. Nicht selten liefert das System selbst das Signal zum Ausstieg. Wer allerdings nur auf Signale achtet, die sich an der Sicherung von Hab und Gut orientieren, findet sich nur im Strudel des verfallenden Systems wieder.

Die konditionierte Masse (nach dem Prinzip „Pawlowscher Hund“) funktioniert derart, dass man ihr einige geschaffene „Unzulänglichkeiten“ zuwirft, um sie so in Beschäftigung halten zu wollen, damit sie den leisen Moment des Auswegs übersieht und sich weiter in der kollektiven Waschmaschine bewegt.

Demonstrieren, Klagen, Jammern, Beschweren und Widerstand ist jedoch notwendig, damit der Betroffene irgendwann erkennt, sich seiner eigenen Kondtionierungen bewusst zu werden. Erkennt, dass er nur wie ein „Pawlowscher Hund“ funktioniert, dessen Verhalten angetriggert werden.

Erst an dieser Position zeigt sich, ob er dies durch eigene Weiterentwicklung überwindet oder ob er sich lieber an seinen Verhaltensmustern festklammert – die das alte, verfallende System ausmachen.

Das sich gegenseitige Beweihräuchern und bestätigen bereits vielmals bestätigter Unzulänglichkeiten stellt nur das Verhalten einer kollektiven Selbsthaltung dar, verbunden mit der Vorstellung, sich so gegenseitig die Angst nehmen zu wollen.

Wobei der Umgang mit der Angst zudem systembedingt noch falsch gelernt wurde.

Hinzukommt, dass man für die Annahme systemfremder Gedanken und deren Vertreten auch die Verantwortung trägt, was so manchem Akteur ein Greuel zu sein scheint und ihn selbst im alten System halten lässt, verbunden mit fortwährender (kollektiver) Problembetrachtung.
Betrachtet man an dieser Stelle die kollektive Selbsthaltung, so ist es nicht verwunderlich, wenn der Druck auf den Kessel erhöht wird. Jeder bekommt, was er bestellt.

Gewaltausbrüche spielen hierbei lediglich die Rolle einer Entladung. Sie sind Ausdruck fehlender Bereitschaft zur Einsicht, dass das Prinzip „Vom mehr des Selben“ zu nichts führt und Offenheit für neue, das eigene System verändernde Informationen noch abgelehnt werden. Dies ebenfalls beruhend auf einer Konditionierung, früher für systemfremde Informationen bestraft worden zu sein.