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Erst gestern telefonierte ich mit einer lieben Bekannten. Das Thema war an sich kurz besprochen und dennoch hat es eine hohe Tragweite. Warum geschehen Unfälle, Unglücke werden Fehler gemacht? Welche Rolle spielt dabei die Entscheidung des Einzelnen?

In einer uns zunehmend hektisch erscheinenden Welt, steht der Mensch dadurch mit ihr in Wechselwirkung, dass er in den Momenten seines Seins und Handelns selten im Jetzt ist. Das klingt jetzt erst einmal wie das Übliche aus der Esoterik-Szene.

Was ist denn dieses Jetzt und wie wirkt der Mensch daran? Und was hat „funktionieren“ damit zu tun?

Im Wesentlichen gilt Denken, mit dem Verstand als eine Werkzeugkiste (die man gelegentlich auch mal selbst ausräumen und neue Werkzeuge und Methoden zulassen sollte), Fühlen und Handeln – bezogen auf eine Tat-Sache zu konzentrieren.

Der (wenig wirksame) Moment liegt in der durch Unachtsamkeit (Denken, Handeln und Fühlen gehen getrennte Wege) überlagerten spontanen Entscheidung (kleinste Veränderung im Universum).
Nun macht es auch Sinn, sein eigenes Leben von geschaffener Komplexität ( Komplexität fördernde Konditionierungen und Konventionen) zu befreien, was wiederum der Befreiungsprozess an sich ist, der mit dem Wandel einhergeht.

Denkt man an etwas anderes, als die aktuelle Tat-Sache erfordert, führt das nicht nur zu einem mittelmäßigen Ergebnis in der Sache selbst.

„Schatz, schmeckst?“ „Nee, ich ess‘ es nur.“

Geschieht dabei auch ein Unglück und man achtet darauf, was an was man kurz davor dachte und der Gedanke nichts mit der aktuellen Sache zu tun hatte, kann man erahnen, was es heißt, manches Ungeschick bereits im Vorfeld zu vermeiden oder zu minimieren. Selbstbeobachtungen!

Das alles mag jetzt banal klingen, weil man ja größere „Probleme“ vor sich herschiebt. Doch ist es ein wesentlicher Faktor, ob etwas erfolgreich wird oder nicht.

Wenn man zum Beispiel zur falschen Zeit, am falschen Ort mit dem richtigen Gefühl und Gedanken unterwegs ist, so kann man sich das alles getrost ersparen.

Aber es geht ja noch weiter. Denn wenn man es schafft, sich zu konzentrieren, also Denken, Fühlen, Wahrnehmen (als Feedback) beim Handeln zusammenwirken, so geht man mit dem sich dabei Erschaffenden in eine synergetische Wechselwirkung und es setzt sich weitere, gefühlte Energie frei.

„Das Ganze ist mehr, als die Summe seine Teile.“

Erliebend. Energetisch. Wirksam. (Spricht man beim Berühren dann von wirksanft?)

Wenn man das, was man kann liebt und gern macht, so ist es wirksam für einen selbst. Zufriedenheit und Überzeugung stellen sich von ganz von alleine ein, wenn es nach dem „Jetzt-Prinzip“ geschieht. Es geht stets um die Lenkung von Aufmerksamkeit, was man auch Fokus nennt. Die Lenkung geschieht durch das Ego.

Das Ego selbst ist ein System, im Kontext eines größeren Ganzen, dessen Aufgabe es ist, die Energie vernunftvoll (Vernunft hat die Bedeutung) zu lenken und wie wir wissen, ist es von Konditionierungen und Verzerrungen überlagert und malträtiert. Siehe Befreiungsprozess. Aus der Befreiung heraus entwickelt sich auch der Prozess des intuitiven Handelns.

An dieser Stelle wird auch klar, dass Wissen (Werkzeuge), Können, Fühlen, Wahrnehmen mit der Aufgabe im Einklang sein müssen und nicht durch noch so viele Geldmittel oder Selbsteuphorisierung zum Leben erweckt oder beigeredet werden können.

Und das was man am besten kann und den Gestaltungs- und Entwicklungprozess dabei liebt, also selbst sich dabei wohlfühlt, dafür kann man doch auch Verantwortung tragen.

Eine Aufgabe, mit der man sich aus oben genannten Prinzipien selbst identifiziert, ist automatisch eine Bereicherung für das Ganze.

„Zur rechten Zeit, am rechten Ort, das Richtige tun.“

Im Kern ist es (eigentlich) einfach.

P. S. Gestalten ist ein Wirken auf der Prinzip- und Prozessebene. Man nennt es auch Organisieren. Alles andere leitet sich davon ab.