Vom Ursprung der Hierarchien, ihren Auswirkungen und der Freiheit in ihrem Kern

(FD, A. Berg, 29.08.2012) Ob gewollt oder nicht, bewusst oder nicht, wurde mehrheitlich gelernt, Probleme und Verantwortung zu verschieben. Dieses Verhaltensmuster gilt als kollektiv toleriert und führt bei fortgeführter Anwendung zum Phänomen der Hierarchie. Nach diesem Prinzip arbeiten mehrheitlich heute existierende Machtstrukturen.

So wählt die Masse aus sich selbst heraus ihre „Vertreter“, welche die Verantwortung tragen sollen – natürlich im Sinne ihrer „Wähler“. Hier wird der gemeinschaftliche Vertrag geschlossen und es bildet sich eine wechselseitige Abhängigkeit. Aus den Vertretern heraus werden wiederum weitere „Vertreter“ gewählt u.s.w., bis einer „oben“ angekommen ist, der die gesamte Verantwortung für alles tragen soll – jedoch weit weg von Basis und Wirksamkeit.

Die Struktur wird durch die vereinbarte Machtausübung am Leben gehalten. Nietzsche sprach in diesem Zusammenhang von „Sklaven-Herren-Moral“, aus der sich der Kernprozess heraus entwickelt:

„Der Mensch macht sich durch Verschiebung der Verantwortung selbst zum Sklaven und schafft sich so seine Herren, die ihm dann sagt was er zu tun hat.“

Die eigentliche Sache wird zunehmend aus den Augen verloren. Es bildet sich eine von Wunschdenken geprägte Scheinwelt.

So entstandene, isomorphe Strukturen (gleichgeschaltete Denk- und Verhaltensmuster, von „gleicher Gestalt“) entwickeln dann ein Eigenleben, wie wir dies aus den weltweit bekannten Strukturen her bestens kennen. Wer sich in der Hierarchie entsprechend verhält, macht Karriere.

„Wer nicht für uns ist, ist gegen uns.“ oder auch „Willst Du nicht mein Bruder sein, so schlag’ ich Dir den Schädel ein.“ sind damit verbundene Signale.

Sprechen wir vom innersten Wesen der Freiheit: für sein eigenes Denken und Handeln stets die Verantwortung zu tragen. Im Sinne eine ehrenhafte Aufgabe für jeden Staatsangehörigen und dem damit verbundenen Begriff der „Basisdemokratie und ihrer Wirksamkeit“.

Was bedeutet „Freiheit“ im täglichen Handeln? Dass man letztlich keinen „Vertreter“ für seine Interessen benötigt, was ebenfalls bedeutet, dass „Basisdemokratie“ – um real wirksam werden zu können – eine vollkommen neue Form der Organisation in der Zusammenarbeit benötigt sowie Selbstbewusstsein jedes Einzelnen und seiner Fähigkeiten, im Sinne von Kants „Kategorischem Imperativ“.

Alexander G. Berg

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