Was eine Hierarchie erschafft, was sie zusammenhält und was sie verfallen lässt

Es ist wunderbar, anhand von eigenen Erlebnissen, die Praxis von Systemverhalten näher betrachten und niederschreiben zu können. Sichtlich schmunzelnd, dass auch jene „Systemaussteiger“ nur Weiterträger jenes Systems sind, was sie gleichzeitig zu verlassen gedenken. In Zeiten des Wandels gänzlich zum Scheitern verurteilt.

Ich wiederhole diese Zeilen immer wieder gern mit ruhigem Gewissen, allein weil die Vorstellung mehrheitlicher „Systemgegner“ sich nach wie vor auf einer Reise der Erkenntnis bewegt, nicht selten sogar noch im Kreise und im stoischen Gegeneinander bewegt. Und dies nur aus einem konditionierten Verhalten heraus.

Dabei gilt es gleichzeitig zwei Wege zu gehen. Loslassen des Alten, wobei „das Alte“ in diesem Moment erkennt, dass es sich über die Zeit parasitär entwickelt hat und seine Wirte sich plötzlich in eine andere Richtung bewegen mögen. Was auch verständlich ist. Wir haben es mit einem unausgesprochenen Gesellschaftsvertrag zu tun, auf dem so manche Existenz fußt – auch die eigene. Und dies nur aus einem konditionierten Verhalten heraus.

Dies gilt auch für jene, die sich im Glauben bewegen, es genüge nur genug „Masse“ zu bilden, ohne selbst das erzeugende gesellschaftliche Verhaltensmuster (in sich) erkannt zu haben, was zu jenen Systemstrukturen führt, von denen man sich gleichzeitig verabschieden mag. In den Augen jener erkennt man ihre Verzweiflung, im Kern wehrlos und ängstlich oder verstecken sich hinter lauthalsen Parolen und gleichgeschalteten „Mitstreitern“. Und dies nur aus einem konditionierten Verhalten heraus.

Verfolgt man die Gedankengänge weiter, würde das angestrebte Ergebnis jener nach Brechts Aussage in der Tat nur „Schweine wechseln, während die Tröge bleiben.“ Und dies nur aus einem konditionierten Verhalten heraus.

Es genügt nicht, den Menschen immer nur das zu sagen, was sie gern hören mögen, denn das führt zu einer kollektiven Selbsthaltung. Und geschähe nur aus einem konditionierten Verhalten heraus.

Dieses konditionierte Verhalten ist auch der Grund, warum man seine Sache, die man voranbringen will, stets alleine machen sollte und wenn jemand mitmachen mag, geschieht dies stets bedingungslos.

Denn das konditionierte Verhalten und jede Bedingung beruhen im Kern auf dem Streben im Außen nach Liebe, Anerkennung und Aufmerksamkeit und damit verbundener Abhängigkeit – führt zu Ungleichheit und Unterwerfung.

Jene, die sich als Opfer sehen und Täter suchen, die in ihrem Sinne die Dinge verändern, manifestieren durch ihr Verhalten ebenfalls dieses Verhalten.

Also weit ab von der Souveränität.

Was Souveränität im Kern bedeutet, macht den eigentlichen Wandel aus. Denn es nutzt wenig, eine „souveräne“ Heimat haben zu wollen, wenn die Menschen unverantwortlich sind und nur wieder jene auf die Tagesordnung rufen, ihre Führer sein zu wollen.

Letztlich geht es um das Tragen von Verantwortung – und erwachsen werden.

Es nützt nichts es nur zu wissen, sondern man muss wie wie man es macht.

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