Existenzverlust ist lediglich ein Rollenverlust

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(v1.0*)Das System, was sich im Sichtbaren durch das Rollenspiel aus Autoritäten und Untergebenen konstituiert, versucht sich im Rahmen des stattfindenden Bedeutungswandels weiter aufrechtzuerhalten.

Um es an dieser Stelle nochmals zu wiederholen: Das System ist kein Staat oder eine Gruppe von „bösen“ Menschen, die den Rest der Welt zu unterdrücken versuchen.
Dabei herrscht die irrige Vorstellung, man müsse nur intensiv genug mit dem Zeigefinger auf die Schuldigen zeigen oder gar klagen und sich beschweren, damit es irgendwann zu Ende geht.

Die „Anderen“ beim Lügen oder anderen Unsäglichkeiten ertappt zu haben, hat nichts mit Wahrheit zu tun, sondern nur mit wahren Sachverhalten. Wahrheit ist etwas ganz anderes. Wahrheit ist das, was funktioniert.
Die Lüge funktioniert bis zu einem gewissen Grad auch, wenn man ungenau oder gar nicht hinsieht, wie dies bspw. beim mit Zahlen bedruckten Papier der Fall ist.

Das System sind die in der globalen Gesellschaft anerzogenen, unhinterfragten und somit weiter wirksamen Denk- und Verhaltensweisen, die stets zur selben Organisationsform tendieren: die Hierarchie.

Jeder, der sich nicht damit auseinandersetzt, dreht sich zwangsläufig auf der Suche nach Lösungen im Kreis, bspw. in der Vorstellung nur andere Gesetze als die „gültigen“ anzunehmen, während er andere konsequent ablehnt, jedoch insgesamt übersieht, dass sie alle nur künstlicher Natur sind, siehe: positives und überpositives Recht.

Im Alten ist Mehrheit kein Garant für Richtigkeit, sondern nur für Mehrheit – vor allem dann, wenn der Fokus weiter auf die üblichen Wertvorstellungen gerichtet ist, und damit das Denken der Massen weiter in fremden Händen verweilt.

Die Vorstellung, dass einem etwas oder jemand gehören würde, sorgt für das ständige schwelen von Verlustängsten. Solange also der Glaube an Eigentum, Besitz, Hab und Gut die Köpfe beherrscht, solange finden sich die Anhänger in einer künstlich geschaffenen Abhängigkeit zu all jenen, die es ihnen wieder wegnehmen könnten – einschließlich der irrigen Vorstellung, dass das Leben einem gehören würde.

(Anmerkung: Schaut man genauer hin, kann man das Leben auch nicht töten, da lediglich die Existenz verschwindet. Das Leben ist nichts, was man in kleine Formen packen und isoliert betrachten kann.)

Ein solches Szenario funktioniert nur deswegen, weil der natürliche, innere Entwicklungsprozess bereits lange in einen äußeren umgelenkt wurde, also von der unbegrenzten in eine begrenzte Entwicklung.
Und dies nur, weil der geborene Mensch, weiter den Vorstellung einer ihm vorgesetzten Autorität entsprechen sollte, „weil es ja schon immer so war“.

War es deswegen richtig? Ja und Nein. Der Mensch schafft mit seiner invertierten Vorstellungen eine Welt, die er nur dann hinter sich lässt, wenn er das „Invertierte“ wieder invertiert. Beispielsweise vom „so tun als ob“ man vernünftig sei, hin zum vernünftig sein. Eine Entwicklung, die die Mehrheit aus anerzogenen Gründen bis heute zu verhindern wusste.

Vernunft hat nichts damit zu tun, nur genug von allem zu haben, während weiter das Gefühl rumort, möglicherweise doch nicht genug zu haben.
Das Gefühl lässt sich nicht mit weiterer Inbesitznahme von Materie beseitigen, sondern nur durch innere Entwicklung.

Vernunft ist der intuitiv getriggerte Prozess zwischen bedingungslosem Geben und bedingungslosem Empfangen. Sie ist der eigentliche Hort der Gerechtigkeit, des Friedens und der Freiheit. Gewissen ist zu spüren, was rechtens ist.“

Den Wechselschalter seiner Entwicklung – besser: zurück zu seiner Entwicklung, hält der Mensch selbst in der Hand.

Nur weiß er nichts davon, da er noch zu sehr damit beschäftigt ist, das Invertierte erhalten zu wollen, während er sich gegen den zunehmenden Druck im System wehrt, in der irrigen Vorstellung, dass „Entwicklung“ nur jener Prozess sei, der sich durch Haben und mehr des Selben zum Ausdruck bringt.

Die Menschen in den Rollen der Autoritäten und Untergebenen stehen zunehmend im Zugzwang. Man sieht deutlich, dass auch die gewohnt einfache Denke aus projizierten Feindbildern und Verdrängungskonzepten irgendwann zu keinem Ergebnis führt.
Das ist auch gut so, da für jeden der Moment kommt, sein eigenes Handeln in Frage zu stellen.

Da im Kern nur eine künstliche Trennung herrscht, um vordringlich die natürliche Entwicklung verhindern zu wollen, übt sich die Gesellschaft letztlich nur im kollektiven Verfall.
Da ja andere möglicherweise die gesellschaftliche Entwicklung behindern würden, macht auch die „natürliche Auslese“ auf einmal Sinn, wenn es um die „passenden“ Mitarbeiter im Unternehmen geht.
Doch nutzt das alles wenig, wenn das Leben an die Tür der Gesellschaft klopft und die „Normalität“ plötzlich mit einer anderen vergleichbar wird und die Erkenntnis heranwächst, dass es so, wie bisher nicht weitergehen kann, gleich welche Partei man für den Verbleib in der eigenen Stimmlosigkeit zu erwählen meint. Auch die Institution „Politik“ mit ihren bunt gefärbten Schaustellern, ist letztlich nur von künstlicher Natur.

Sein „Sein“ befüllt der Mensch der alten Ordnung mit all dem Wissen, was im Kern das Verhalten aus Arbeiten, Geld verdienen, Sammeln, Sichern und Verteidigen a) nur weiter aufrechterhält oder b) zumindest nicht gefährdet.
Das Sammeln und Anhäufen ist ihm zu Eigen, weniger das detektivische Kombinieren und Hinterfragen, um seine innere Entwicklung wieder voranzutreiben. Letzteres würde ja seine Persönlichkeit auf dem Weg zum Menschsein fördern.

Aus diesem Grund werden Menschenrechte zwar gern gefordert, jedoch nicht wirklich vorgelebt, siehe: Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.“

So übt sich der Mensch lieber an wahrheitsgetreuer Wiedergabe von Inhalten, z.B. von Geschichte. Die ist jedoch von Lügen durchzogen, und er sieht sich in der Aufgabe, die Wahrheit und den für alles schuldigen Akteur irgendwann finden zu wollen.

Alles Momente der Beschäftigung, da es vollkommen Wurst ist, wer den ganzen Kram aufgeschrieben hat, da es im Rahmen menschlicher Entwicklung um die wiederkehrenden Muster geht, mit der Frage, welche menschlichen Denk- und Verhaltensweisen für die dokumentierten Phänomene verantwortlich sind.

Das man das Hin und Her zwischen wahrer oder falscher Aussage überwinden kann, zeigt dieses Filmzitat: „Das ist ein Rätsel. Über zwei Brüder. Der eine lügt immer. Der andere sagt immer die Wahrheit. Sie treffen beide an einer Straßenkreuzung und fragen, wie man in die Stadt kommt. Die Antwort ist: Sie fragen den einen, welchen Weg der andere Bruder ihnen vorschlagen würde, und nehmen dann den entgegengesetzten.“ „Joshua Mansky“, The Coldest Game, 2019

Der Mensch, der denkt er sei seine „Denk- und Verhaltensweisen“, sein „Ich“, wird nach einer Person in der Rolle eines oder mehrerer Schuldigen suchen, während durch den Gedanken an verursachende Denk- und Verhaltensweisen, jeder Mensch betroffen ist, sich darüber Gedanken zu machen.

Mit dieser Frage nach der Ursache „faltet“ sich die dokumentierte Bühne „Raumzeit“ zu einem Jetzt zusammen.

Der gewohnte Denker hinterfragt Dinge in der Weise, möglichst schnell die Schuldigen ausfindig zu machen, die möglicherweise seine Existenz gefährden könnten – sei es der Nachbar, der „böse Politiker“ usw.
Letztlich übersieht der Gewohnte, dass er sich selbst auf Arbeiten und Geld verdienen reduziert hat, während er nur Arbeiten und am Geldsystem teilnehmen darf, wenn er schön artig ist. Das ist Fremdbestimmung vom Feinsten und subtil ist sie mittlerweile auch nicht mehr, siehe: „Das Märchen von Corona“.

Dabei geht es nicht darum Geld zu haben oder nicht, sondern darum ob man sich für mit Zahlen bedrucktes Papier und „Sichteinlagen“ freiwillig versklavt, während man sich damit auch den gewohnten Regelwerken unterwirft. Vielleicht versteht der eine oder nun den Witz von Jürgen von der Lippe:

„Fritzchen, ich geb’ dir jetzt mal zwei Mark. Dann drückst du die Oma mal ganz lieb. Sag’ aber nichts deinem Bruder.“ „Oma, das kostet aber extra.“

Wer denkt schon darüber nach, dass er die unbegrenzte Entwicklung gegen eine begrenzte getauscht hat, wenn auch nicht freiwillig, sondern in der Regel im Akt seiner Bestrafung, wo es besser war, sich zu unterwerfen und den Vorstellungen seiner Autorität weiter entsprechen zu wollen. Dieser anerzogene Mechanismus wird in den nachgelagerten Institutionen Kindergarten, Bildungseinrichtungen, Gesellschaft, Staat, Kirche und Unternehmen nur weiter ausgeformt und verfeinert.

„Es ist leicht, Leute zu belügen, die sich schon selbst belügen.“ „Mysterio“, Spider-Man – Far From Home, 2019

Das Gute daran ist: Es gibt nichts, was der Mensch nicht wieder hinbiegen könnte. Er bräuchte dies nur zu wissen, anschließend eine Entscheidung zu treffen, um sich Zug um Zug selbst verändern zu wollen.

„Der Fehler all unseres Denkens ist, dass ein jeder von uns glaubt, eine unabhängige Einheit zu sein – ein „Ich“ neben unzähligen anderen „Ichs“. Wenn wir doch in Wirklichkeit alle nur Bruchteile eines unendlichen Ganzen sind.“ „Martha zu Jonas“, Dark, 3. Staffel, 2020

Hinweisend: Selbst das Ablehnen oder Ignorieren dieser Gedanken, gehört nur zu jenen Verhalten, die das System nur weiter aufrechterhalten, während sich gleichzeitig gegen die sicht- und spürbaren Phänomene des Systems gestemmt wird. Einmal mehr erkennbar, dass die Angelegenheit eine reine Kopfsache ist.

Da erscheint es nicht verwunderlich, wenn nach dem „Klima“ das „Corona“ kam, was die Akteure nun fest im Griff hat, während sie sich wieder einmal mehr einer faschistischen Veranstaltung unterwerfen und ihre „naturgegebene“ Rolle der artigen Unterworfenen zu spielen wissen.

Nochmals zur Erinnerung: Das System sind die gesellschaftlichen Denk- und Verhaltensweisen und den Finger auf böse Jungs und Mädels zu richten, ist dabei nur eine Ablenkung.

Zwar wird sich beschwert und geklagt, jedoch nicht wirklich gedacht. Es soll sich zwar etwas ändern, jedoch soll die eigene Existenz weiter aufrechterhalten bleiben. Die Existenz ist jedoch nur eine billige, verdrehte Kopie vom Leben, dem man einst den Rücken zukehrte.

Dazu der Hinweis aus Artikel 23, Abs. 3 AEMR: „Jeder, der arbeitet, hat das Recht auf gerechte und befriedigende Entlohnung, die ihm und seiner Familie eine der menschlichen Würde entsprechende Existenz sichert, gegebenenfalls ergänzt durch andere soziale Schutzmaßnahmen.“

„Entsprechend“ bedeutet jedoch nicht „ist“. Das ist auch der Grund, warum die Würde des Menschen unantastbar ist und alles andere geschützt werden muss, weil es mit dem Menschen selbst nichts zu tun hat, sondern mit seinem „Ich“, was sich gegen Veränderungen zu schützen versucht, weil es für das Gegenteil mal bestraft wurde.

Das „Ich“ macht seinem Menschen vor, dass die Existenz des „Ichs“ und die des Menschen ein und das Selbe sei, um so auch das Geschaffene aufrechterhalten zu wollen, mit dem sich das gewohnte „Ich“ identifiziert, sich daran festklammert, nicht selten in der Vorstellung, dass ihm etwas oder jemand gehören würde.

„Mein Haus, mein Auto, mein Boot, meine Frau.“ „Meine Fresse!“

Nahezu alles ist darauf ausgelegt, den Menschen in diesem Geisteszustand „bewahren“ zu wollen, ihn vor sich selbst bewahren zu wollen, letztlich um ihn vor einer möglichen Entwicklung „schützen“ zu wollen.

Ein System vereinbarter Herrschaft und Unterwerfung spannt sich stets zwischen wohlwollendem Gewähren von Privilegien und deren Aberkennung, über harte Bestrafung und massiver Unterdrückung und möglicher Gewalthandlungen bis zum Töten auf.

Der gewohnte Denker wählt sich im Kern, um damit auch seine anerzogene Gehorsamsbereitschaft aufrechtzuerhalten, immer nur die ihm gewogenen Vorgesetzten. Jedoch geht es im Kern darum, überhaupt keine Vorgesetzten mehr zu wählen, die dann darüber befinden sollen, was für den Wähler und die Mehrheit (weiter) „gut und richtig“ sein soll.

Die ewige Hoffnung auf gerechte „Führer“ oder erlösende „Erlöser“, während man artig auf dem Komfortsofa verbleiben und warten kann, ist eine kindliche Vorstellung.

Nicht alles, was man sich in der ruhmreichen Vorstellung „gesellschaftlicher Errungenschaften“ ausgedacht hat, verdient diesen Titel, siehe: Rentensystem, wo die jüngere Generation stets für die ältere arbeitet, was nichts anderes ist, als gesellschaftlich tolerierte Versklavung.
Die meisten wissen das noch nicht einmal, da es welche gibt, die der Meinung sind, dass sie selbst für die eigene Rente arbeiten.
Sie arbeiten jedoch bis zur Rente nur für Rentenpunkte, während ihr Geld dazu genutzt wird, den Rentnern so eine Existenz zu ermöglichen.

So ist die aktuelle Situation, die sich eindeutig als faschistisch erweist, auch nicht verwunderlich.

Die anerzogene Gehorsamsbereitschaft, damit verbunden gewohnte Freizügigkeiten und der Glaube an mit Zahlen bedrucktes Papier und wesentlich die Angst vor dem Verlust der eigenen Existenz, sind die letzten Bastillen des Systems der alten Ordnung.

Die wesentliche Illusion ist, dass der Mensch denkt, er sei sein „Ich“, seine Denk- und Verhaltensweisen und ihm gehöre das Leben – gehöre irgendetwas.

Dies zeigt, dass er sich die letzten paar tausend Jahre nicht wirklich entwickelt hat. Seinen eigenen Entwicklungsprozess hat er durch einen technologischen überholt und so wurde das von ihm Geschaffene zu seine einzigen Realität. Ein großes Luftschloss.

Er schuf das Schauspiel, um seine Realität als die einzig wahre deklarieren zu wollen. Er schuf das Spielen, damit er behaupten kann, alles andere sei ernst. Er schuf die Kunst, damit alles andere nicht künstlich erscheint.

„Nvidia: Tagsüber arbeiten, abends spielen“, so ungefähr kann man den gesellschaftlichen Zeitgeist auf den Punkt bringen, der arbeitende, spielende und sich so selbst ablenkende Mensch).“

Er schuf sich Disziplinen wie die Theologie, die Philosophie, die Wissenschaft, die Psychologie, die Politik und das Recht. Disziplinen die meist von konventionellen Denk- und Verhaltensweisen durchzogen sind und einen autoritären Anstrich haben, wo die Verfechter zwar Veränderung fordern, „die eigene Bude jedoch sauber sei“.

Was da so an Unterdrückung und (freiwilliger (artig, brav)) Unterwerfung zu Tage tritt, beruht auf den gleichen Denk- und Verhaltensweisen und erzeugt auch die beiden bekannten Rollen, der des Täters und des Opfers.
Dabei handelt es sich hier um eine unnatürliche Spaltung, die in ihrer Weiterführung im Außen nach „unten“, immer wieder zu einer Täter/Opfer-Beziehung führt, die am Ende der hierarchischen Ursachen-Wirkungskette bei den Kindern ankommt. Und die sollen ja gehorsam sein!

Betrachtet man es gesamt- und global-gesellschaftlich, so kann man aus der Organisation selbst eine Wesenheit erkennen, wie sich aus dem Produkt gleichgeschalteter Individuen konstituiert.

Nebenbei: Der Mensch in der Rolle als hessischer Ministerpräsident feiert im Übrigen 10-Jähriges Jubiläum.

„Wir gratulieren ihm zum 10-jährigen Jubiläum als Hessischer Ministerpräsident und sind uns sicher, dass er auch in den kommenden Jahren einen klaren Blick für die Belange der Menschen in unserem Land haben wird!“ Aus dem aktuellen Newsletter

Ein nur unscheinbar wirkender Satz.

Denn es handelt sich hierbei um einen Irrglauben, von Menschen IN einem Land sprechen zu wollen, da sich „Land“ (politisch) immer nur auf Personen (Rollen, Hüllen) bezieht, während Menschen nicht IN einem Land leben, sondern auf dem Planeten.

Auch kann sie ihr Dasein nicht damit begründen, dass es ja viele „Menschen“ gäbe, die eine starke „Führung“ benötigen würden, wenn gleichzeitig die Entfaltung von Vernunft und Gewissen systembedingt erschwert oder gar verhindert wird.

Der Mensch, der nicht an derartige (Rechts)Fiktionen glaubt, braucht deswegen auch nicht wegzugehen, weil er bereits da ist.

Mit diesen Gedanken endet die Existenz klassischer Politik. Sie kann sich nur noch durch Ignorieren dieser Sachverhalte erwehren. Verdrängung von Sachverhalten führt in der Regel zu merkwürdigen Erscheinungsformen.

Land (politisch) ist lediglich eine geistige Überlagerung von namenlosen Boden, im irrigen Akt der Inbesitznahme (unser Land). Denn der Boden kennt seinen Namen nicht.

„Der Gedanke auf dem Papier, berührt dieses nie.“

Der Mensch steht im Leben und nicht in der Verwaltung. Da er (gegenüber seinem „Ich“) gehorsamsbereit denkt, er sei seine Person, lässt er sich verwalten. Und deswegen heißt es auch für ihn Freiheiten und Freizügigkeiten und nicht Freiheit.

Freiheit würde der Mensch erleben, wenn er sich in Vernunft und Gewissen entwickeln würde, was jedoch nicht wirklich der Fall ist, weswegen er ja auch Vorgesetzte (hat oder wählt) und Vorschriften kennt.

Er darf sich jedoch gern für vernünftig und gewissenhaft halten, demonstrieren und sich beschweren. Hauptsache er geht am Montag in der Rolle als „Arbeiter“ wieder arbeiten und Geld verdienen.

„…und die Sklaven haben sich bewaffnet.“ „Ich kann das nicht leiden, dieses Wort…das ‚S-Wort‘, das ‚S-Wort‘.“ „Verzeihung. Die gefangenen Arbeiter haben sich bewaffnet.“ „Okay, das ist besser. Das ist viel besser.“ Thor: Ragnarök, 2017

Den Missstand aus Untergebenen und (von ihm) Erhobenen, den sich der gewohnte Ich-Mensch über die Jahrtausende geschaffen hat, wurde bis zum heutigen Tage von ihm selbst verfeinert.

Dabei hat sich das Treiben der beiden entstandenen Lager aus Herrschern und Untergebenen als „normal“ etabliert, während der ganze Mummenschanz auf dem Glauben basiert, dass „Sichteinlagen“, mit Zahlen bedrucktes Papier und mit Zahlen beprägte Münzen etwas wert seien und allem, was man damit kaufen kann.

Nochmals: Im Grunde ist es der Glaube an sich, dass eine Sache (etwas oder jemand) etwas wert sein soll, während das Leben selbst dabei übersehen wird.
Der Fokus ist künstlich auf Haben und damit verbundene Existenz (des „Ichs“) umgelenkt, was sich durch fleißiges Sammeln, Festhalten und Verteidigen des Erreichten und mehr des Selben zum Ausdruck bringt.

Das ist der sicht- und spürbare Beleg gewohnt gleichgeschalteter Akteure.

„Also. Leben und Taten des Don Quichott. Worum geht es?“ „Dass jemandes Glaube an Werte sehr viel wichtiger ist, als die Werte selbst?“
„Ja, das steckt da auch drin. Aber worum geht es eigentlich? Könnte es vielleicht darum gehen, wie rationale Gedanken unsere Seele zerstören? Könnte es um den Triumph von Irrationalität gehen, um die Kraft, die darin steckt?
Wir verbringen sehr viel Zeit damit, die Welt zu organisieren. Wir bauen Uhren, stellen Kalender her, versuchen das Wetter vorherzusagen. Aber welchen Teil unseres Lebens haben wir wirklich unter Kontrolle?“ „John Brennan“, The Next three Days, 2011

Dass sie „freiwillig“ fremdbestimmt sind, beruht auf ihrer gewohnten Erziehung zur Gehorsamsbereitschaft und lässt sich am Umgang mit dem „Geld“ erkennen und der Art, wie sie an jenes zu gelangen versuchen.
Dabei sind es nicht einfach die bösen anderen, die einen unterwerfen und man ja arbeiten müsse, sondern der Glaube daran, dass etwas was wert sei, während sie artig zwischen Bank, Unternehmen und dem Kaufmannsladen nebenan „zirkulieren“, ihre Steuern zahlen und mehr oder weniger gut die Buchführung beherrschen und sich an von einer Autorität gegebene Gesetze halten.

So mancher Tinnef, der mir mitunter begegnet ist, begründeten die Kritiker damit, dass man die Masse ja betreuen müsse, während der Gedanke, ihnen alle Informationen an die Hand zu geben, um sich in Vernunft und Gewissen entwickeln zu können, ebenso schwachsinnig abgelehnt wurde. Verständlich. Wer will schon etwas fordern, was er selbst erst einmal vorleben müsse und damit seine „eigene Existenz“ damit zu Ende gehen würde?

Und wenn der Einzelne so reagiert, bleibt am Ende nur der Weg, den gesellschaftlichen Gürtel insgesamt enger zu schnallen, bis umgedacht wird. Dabei ist alles, was dem Einzelnen widerfährt nur in seiner Verantwortung zu suchen, gleich wie wild er mit dem Zeigefinger herumfuchteln mag.

Widerstand ergibt sich aus der irrigen Annahme, dass der Gegner recht hätte und man selbst nicht. Was sich im Rahmen des Kampfes und Widerstandes bewegt, ist letztlich beides nicht weit genug gedacht, weil der Entwicklungsprozess auf beiden Seiten verdrängt wird.

Schaut man sich um, weist das System selbst darauf hin, (endlich) in Frage gestellt zu werden.

Das System der alten Ordnung basiert auf dem Mechanismus, dass der Mensch denkt, er sei sein „Ich“ und so ist es von Bedeutung, ob man eine Rolle nur spielt (der Mensch hat ein „Ich“) oder ob man die Rolle ist (der Mensch ist sein „Ich“).
Darüber hinaus besteht ein Unterschied, ob man den Wert (das Leben selbst) in sich wahrnimmt/trägt oder der festen Meinung ist, Wert durch Haben zu definieren, was letztlich nur der Schein von Leben ist.

„Mit keiner Materie kann man ein schwarzes Loch füllen.“

Wer nicht „Herr über sich selbst“ ist, versucht in der Regel „Herr über andere“ sein zu wollen.

Während sich kaum jemand über die Auswirkungen seines Handelns aus Arbeiten, Geld verdienen und wieder ausgeben Gedanken macht, bilden die gesellschaftlich als „normal“ deklarierte Unvernunft und Gewissenlosigkeit, den Grundstein für das globale Geschäftsmodell wie auch damit verbundene Auswirkungen auf Mensch und Natur.

Getrieben vom Glauben an den Wert von Materie. Der Akt des Glaubens ist letztlich ein ungeschriebener Vertrag, der konkludent eingegangen wird und auch wieder gelöst werden kann. Alles geschieht nach dem Glauben!

Die Vereinbarung lautet: Mit Zahlen bedrucktes Papier ist etwas wert, definiert durch vom Menschen geschaffene Zahlen, um das Unbegreifbare auf menschliche Größe reduzieren zu wollen. Das Unbegreifbare, was er über die Zeit dann vergessen hat.
Doch selbst die Zahlen auf dem „Geld-Schein“ sind nichts Statisches und letztlich auch nur ein Behälter eine Hülle, wenn der Kaufmann den Wert bestimmt, wie viel man dafür „kaufen“ kann. So am Rande.

„00=1; 10=1; 20=1; 30=1…“

Es ist notwendig, über den konventionellen Horizont hinauszudenken und es nutzt nichts, sich auf einzelne Personen, Darsteller zu konzentrieren, um diese für so manches Ungemach verantwortlich zu machen.

„Es verursacht zwar Krach, ändert die Dinge allerdings kein bisschen… Es geht gegen das System.“ „Marty Baron“, Spotlight, 2015

„Sehen sie, wenn die Spitze eines hierarchischen Systems sich nicht mehr in Übereinstimmung befindet, wenn die Autoritäten sich streiten, gibt es keinen unbedingten Gehorsam mehr.“ „Prof. David Naggara“, I wie Ikarus, 1979