Geldmitteleinsatz allein genügt nicht

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http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,710424,00.html

Insuffizienz. Ein Begriff, der nicht nur in der Medizin sein zu Hause finden sollte, sondern als allgemeine Begrifflichkeit für die Leistungsfähigkeit von Systemen gesehen werden muss.

In Zeiten globaler Veränderungen wird weiter fleißig versucht mit Geldmitteln vorhandene Strukturen aufrechtzuerhalten, ob aus der „eigenen Tasche“ oder auf Kosten der Systemallgemeinheit. Letztlich wird es nicht viel bringen, sind damit verbundene Denk- und Verhaltensmuster längst überdauert. Die Rückkehr zum gewohnten Tagesgeschäft wird ausbleiben. Denn wurden wichtige Systemgrenzen überschritten, die den irreversiblen Veränderungsprozess der Globalisierung in Gang gesetzt haben.

So wird weiter an statischen Herrschaftsstrukturen gebastelt. Letztlich wird allen Akteuren und Betroffenen früher oder später klar werden, dass nur zeitgemäße Anpassung ökonomischer und vor allem Werte schaffender Strukturen, der einzige Schritt ist, das Schiff wieder „auf Kurs“ zu bringen. Mit dem vorhandenen Wissen bleibt dies allerdings eine Wunschvorstellung, haben Akteure und Betroffene nicht gelernt in dynamisch vernetzten Beziehungsmustern zu denken, zu handeln und zu gestalten.

Es fehlen auf breiter Ebene die Hintergründe systemischen Denkens und Handelns.

Mehrheitlich vorhandenes Wissen reicht nur zu reine Ansammlung von Strukturen, ohne sinnvolle Herstellung von Beziehungsmustern, dies nur weitere Systeminsuffizienz nach sich zieht.

Vorhandenes Denken schafft zunehmend Einzelinteressen, hinderliche Abteilungsgrenzen, hierarchische Befehlsstrukturen, fehlende Freiräume in den Funktionsbereichen, personenbezogenes Karrieredenken, mangelhafte und fehlende Informationen, Wunschdenken statt Rationalität, Emotionen statt Pragmatismus und Zunahme der Konfliktsituationen. Mehr Gegeneinander, als Miteinander.

Erst mit dem Verständnis für dynamische vernetzte Systeme (Beziehungsmuster) wird sich die Situation wieder auf normalem Kurs hinbewegen, von dem wir uns schon lange und vor allem kollektiv beschlossen, verabschiedet hatten.