Vor kurzem in dieser Galaxie

- Lesezeit: ca. 8 Minuten

(v1.0*) Die Nacht war schwül… Bereits in der Kindheit fiel mir auf, dass irgendetwas nicht stimmt. Mein Opa sprach bereits damals darüber, ich war so acht oder neun Jahre, dass er kein „Personal“ sei und erzählte aus seiner Vergangenheit, mit den Nazis, wie die SA (Sturmabteilung) sonntags zum „Topfgucken“ in die Wohnung kam, um zu kontrollieren, dass ja kein Fleisch in der Suppe ist. Er hatte nichts Gutes für diese Zeit und die Anhänger übrig. Letztlich hatte sich das „Volk“ – nenne ich es mal so – für dumm verkaufen lassen, was sie später schwer bezahlen mussten.

Das ganze Tamtam wiederholt sich deshalb, weil sich so gut wie niemand mit den Ursachen auseinandersetzt, die zu faschistischen Strukturen führen. Und genau diese „Ursachen“ werden von der Mehrheit energisch geschützt. Das behaupte ich mal, denn sonst wäre es ja heute anders.

Verständlich mag keiner beleidigt werden oder sich „auf die Füße getreten“ fühlen. Doch wer sagt, dass er das will? Ist es nicht mehr sein „Ich“, für dass er sich hält?

Den Menschen kann man nicht beleidigen. Beleidigt ist lediglich sein „Ich“, was in allem, wo es Veränderung „riecht“, auf Kampf gebügelt ist.

Schwierig jemandem davon zu erzählen, der sich noch nie wirklich selbst betrachtet hat, was daran liegt, dass ihm das mehr oder weniger „aberzogen“ wurde.
Man entwickelt sich dann, wenn man über das eigene Denk und Handeln reflektiert, und dazu bedarf es des Feedbacks (Rückmeldungen).

Wer setzt sich – als „Normalo“ – schon mit der Gehorsamsbereitschaft auseinander, der Grundlage für den erfolgreichen Aufstieg aller Herrschaftssysteme der letzten paar tausend Jahre?

Wurde also die letzten 75 Jahre etwas dazu gelernt? Nö!

Schließlich kann man froh sein, wenn man Arbeit hat. Und da findet sich das „Problem“. Früher hat man die Menschen zur Sklaverei getrieben und heute gehen sie freiwillig, eben weil sie dafür bezahlt werden.

Die weit verbreitete „objektive Haltung“, also man selbst, unabhängig von der Welt, ist ein Irrtum. Jeder ist auf seine Weise mit dem System verbunden und wirkt durch sein Tun und sein Unterlassen am Gesamtbild Bild mit. Das bedeutet letztlich: Es gibt keine Schuldigen und auch keine Unschuldigen. Es gibt Menschen, die sich einmal mehr oder weniger darüber bewusst sind, wie sich ihr Wirken letztlich auswirkt.

Nicht zu vergessen: Das Rollenspiel an sich, was nur deswegen „alternativlos“ und „ernst“ erscheint, weil die Angst vor Veränderung und dem Verhalten, für „Neues/Anderes“ bestraft oder ausgegrenzt zu werden, die Mehrheit fest im Griff hat.

Wem es auffällt, ist das Staats-, Rechts-, Reichs- und Geschichtsthema davon nur eine Ableitung, weil es lediglich inhaltlicher Natur ist. Einmal mehr kann man die „objektive Sichtweise“ anhand der Themen erkennen.

Über das Thema „Holocaust“ findet man übrigens den Zugang zum vom Menschen geschaffenen System, durch den ersten Satz in der Bibel: „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“ Ersetzt Himmel durch „Geist“ und Erde für „Materie“, stellt sich die Frage nach dem Stattfinden des Holocaust nicht mehr.

Denn alles was zwischen „Himmel“ und „Erde“ geschieht, ist eine Form der Realität. Mehr stellt sich die Frage: Welche Denk- und Verhaltensweisen bilden die Grundlagen, warum derartige Dinge überhaupt geschehen können. Und schon ist man im Hier und Jetzt. Mit der Beantwortung überwindet man auch das Thema. Aus diesem Grund kann man ein Thema auch „durch“ haben.

Der gewohnte Denker wird sich hingegen weiter streiten und Recht haben wollen und so auch im Kreisverkehr bewegen. Merken Sie was? Es geht deutlich um Entwicklung.

Ein anderes Thema ist das positive Recht und die leidliche Diskussion, welches denn das „geltendere“ sei und damit der Kampf der Titanen um das „wahre Gestern“.
Sollte sich jemand hier „auf den Schlips getreten“ fühlen, hält er sich dadurch nur selbst von seiner Entwicklung ab.

„Eine konservative Haltung und Politik erkennt man daran, eine heute gekaufte Packung Erdnüsse, für gestern aufheben zu wollen.“

Erst neulich regte sich jemand schwer darüber auf, als ich schrieb, dass „finanzielle Freiheit“ und „Arbeit macht frei“ vom Prinzip her das gleiche seien.
Es wird immer jemanden geben, der sich angegriffen fühlt. Das ist die „Natur“ seiner Rolle. Doch ist das Rollenspiel eben jenes Spiel, was den Menschen in einer mentalen Scheinwelt verweilen lässt. In der Tat sind es nicht die Dinge, die ihn beunruhigen, sondern die Bedeutungen, die er den Dingen selbst verleiht.

Das Gefängnis ist ein mentales und daraus ergeben sich auch Gefängnisse in der Materie. Grenzen „schützen“, sehen jedoch von innen aus, wie Gefängnismauern.

Je intensiver man sich mit dem System auseinandersetzt, desto mehr verlieren die emsigen Beschäftigungen im Rahmen üblicher Donquichotterien (Symptombekämpfungen) an Bedeutung – einschließlich des üblichen Klagens und Jammerns.

Wo das Gegeneinander herrscht und gehetzt wird oder fleißig Feindbildprojektion betrieben wird, bleibt gewöhnlich anerzogen der Kampf, während die praktische Anwendung des „Kategorischen Imperativs“ das Werkzeug zur Lösung ist – wenn jene es nur wüssten.
In den Köpfen herrscht das für ernst gehaltene Rollenspiel zwischen „Gewinner“ und „Verlierer“ – innerhalb der mentalen Mauern der alten Ordnung. Klingt dramatisch. Soll es auch.

„Kampf ist lediglich eines von vielen Verdrängungskonzepten. Gewalt ist dabei nur das Werkzeug der Unwissenden – und ihren Gegnern.“

Das ganze Tamtam geht dann vorbei, wenn sich mehr und mehr auf den inneren Weg machen, das System konsequent in Frage zu stellen. Denn es wird mit den üblichen Denk- und Verhaltensweisen am Laufen gehalten.

Mit dem üblichen „dagegen sein“, also gegen sicht- und spürbare Symptome des Systems, zieht sich das ganze Geplänkel natürlich weiter in die Länge.

Die Möglichkeiten für (Selbst)Ablenkungsszenarien erscheinen hierbei unendlich – bis man das Prinzip dahinter erkannt hat und auch jene, die sich dafür stark machen – auf beiden Seiten selbst gewählter Gegnerschaft.

„Wir haben nicht gegen den Feind gekämpft, wir haben gegen uns selbst gekämpft, der Feind war in uns.“ „Chris Taylor“, Platoon, 1986