Das neue Nass

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(v1.1*) Wer beim Waschen schon mal auf das Wasser geachtet hat, wird erkennen, dass es nass ist. Verbesserte Ausgaben sind warmes und heißes Wasser.

Nasses Wasser hat einen weiteren Vorteil: Man kann es bequem umrühren. Auf diese Weise lässt es sich leicht aufwirbeln und kommt in eine gewisse Unruhe, die meist nur an der bewegten Oberfläche zu erkennen ist. Am Ende beruhigt es sich wieder, hat man mit dem Rühren erst einmal aufgehört.

Auch lässt es sich willig zum Kaffee machen verwenden, und wenn man den stehen lässt, so wird er kalt. Man spricht dann von kaltem Kaffee.
So manches wichtig erscheinende Thema kann auch „Kalter Kaffee“ sein. Den kann man zwar nicht trinken – selbst wenn er so heißt.

Die Bedeutsamkeit eines Themas bestimmt jedoch immer derjenige, dem es wichtig erscheint. Das ist auch gut so. So kann man sich selbst reichlich Zeit bei der Überzeugungsarbeit ersparen und diese sehr gut für die eigene Entwicklung nutzen.
Da wartet man auch nicht auf andere, die auf andere warten, was wiederum etwas mit antizyklischem Verhalten zu tun hat.

„Das neue Nass“ ist eine Kurzgeschichte aus der heutigen Aufklärung. Jene, die noch nicht erkannt haben, dass es wenig nutzt, prinzipiell inhaltlich die gleiche Nummer abzuziehen, wie dies der Mainstream handhabt. Ende der Kurzgeschichte.

Wenn übrigens „die Hütte brennt“, kann man die mit Wasser löschen, fällt mir gerade so ein. Manchmal brennt trotzdem „die Hütte“, wo Wasser jedoch nicht hilft – außer natürlich, wenn man Durst hat. Wenn die Hütte wegen „grünem Phosphor“ brennt, hilft in jedem Fall kein Wasser: Doch darüber soll der Beitrag insgesamt nicht gehen.

Lebt man auf dem Land, kann der Weg zum Meer sehr weit sein, bis man es mit den eigenen Augen erleben kann. Das Meer besteht aus Salzwasser und ist auch nass.

Besteht jedoch keine Möglichkeit, das Meer selbst zu schauen, muss man sich auf Berichte, Fotos oder Videos verlassen.
Mit wahrgenommenen Symptomen kann das ähnlich sein, schaut man sich Tag für Tag Videos an, die vom Meer berichten und doch kann man nicht wirklich selbst etwas tun, als denn zu schauen. Die passende Rolle dazu heißt Zuschauer.

Zuschauer ist jemand, der zuschaut und mitunter auch „zugeschauert“ wird – besser sich mitunter „zuschauern“ lässt.
Ein Schauer ist hingegen ein heftiger Regen, der aus Wasser besteht und man dabei nass wird, wenn man im Regen stehen gelassen wird.
Zwar überkommt einem so mancher Schauer, jedoch wird man davon nicht nass. Mit dem „im Regen stehen gelassen werden“ ist das ähnlich.

Das trifft dann zu, wenn das Niveau in den Themen der Aufklärer zunehmend sinkt, jedoch mit einer gewissen Beständigkeit.
Wasser höhlt durch seine Beständigkeit den Stein, auf den es fortwährend fließt. Der Stein wird ausgehöhlt, wie so manches Thema. Der Stein selbst reflektiert dabei nicht.

Themen, die mitunter so weit weg sind, wie das Meer, beschäftigen zwar jene in der Rolle der Zuschauer, jedoch ändert sich nur selten dadurch der geistige Aggregatzustand. Schließlich können jene nicht wirklich etwas tun, eben weil sie ja so weit weg sind – also die Themen und mitunter auch die Zuschauer.

Das Naheliegende, also man selbst, bleibt dabei aus dem Fokus und wenn, nur im gewohnten Sinne der Aufrechterhaltung der eigenen, vermaledeiten Existenz. Das nennt sich dann: „vom Regen in die Traufe“.

Wasser ist in seinem gewohnten Aggregatzustand flüssig, trotzdem ist so manches Thema deswegen nicht gleich überflüssig. Das bedeutet jedoch nicht, dass man sich an einem Thema verbissen festhält, was bei Wasser recht schwierig ist.

Die Oberfläche von Wasser reflektiert, was mitunter auch bedeutet, über so manches Thema und vorliegende Meinung ebenfalls zu reflektieren, vor allem dann, wenn so manche Reflektion letztlich doch Einfluss (einfließend) auf die eigene Meinung hat.

Ein in 2012 überflüssig gewordenes Bundeswahlgesetz bspw., hat erhebliche Auswirkungen auf die (öffentliche) Meinung des Einzelnen, was meist von ihm gerne übersehen wird, weil eben jeder seine eigene Meinung zu haben meint.
So mancher geistige Austausch findet dann mitunter in Form gefrorenen Wassers statt. Das ist im Wesentlichen überflüssig, obwohl sein Aggregatzustand fest ist.

Wasser kann man auch trinken, und es ist ein Irrglaube, das Trinken wäre überflüssig, was deswegen kein neuer Aggregatzustand ist, jedoch eine Menge Einfluss hat – vor allem auf das Denken. Gedanken fließen zwar auch, sind jedoch nicht aus Wasser. Auch sind sie nicht nass und mitunter auch nicht überflüssig.

Der Unterschied zwischen Mensch und Wasser besteht darin, dass flüssiges Wasser nahezu immer reflektiert. Es hat dem gewohnten Menschen also etwas voraus, was dem Wasser selbst nicht einmal bewusst ist – dem Menschen allerdings auch nicht.

Wenn es ums Wassertrinken und die eigene Gesundheit geht, ist gefiltertes Wasser dem Leitungswasser vorzuziehen. Die Qualität ist dabei entscheidend. So ist dies auch mit Gedanken, Meinungen und Themen.