Erkenne das Rollenspiel und seine Abhängigkeiten

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(v1.0*) Was als alternativlose Realität gesehen wird, erscheint nur auf den ersten Blick so.
Doch so wirklich will niemand, dass sich etwas ändert, schaue ich mir die Gespräche der letzten Jahre an. Mehr ist es der Wunsch irgendwie an etwas noch weiter profitieren zu wollen, natürlich ohne jeglichen Nachteile.
Zu sehr herrscht die Illusion einer objektiven Haltung zur Welt und ihren Geschehnissen, ungeachtet der meist schnelllebigen Betrachtungen und damit einhergehenden, „gewohnten“ Vorstellungen von Lösungen und mitunter emotionalen Feststellungen, die dann mit Meinungen verwechselt werden.

Viel zu sehr wird sich mit den sichtbaren Phänomenen und Geschehnissen auseinandergesetzt, meist in einer beklagenden Weise, während in so manchem der Wunsch regiert, dass am Ende doch jemand alle befreit, ob das ein amerikanischer Präsident, der Messias, der Kaiser oder der „Führer“ ist.

Und so wird sich im gewohnten „Unterhaltungsmodus“ informiert und wenn, wird mitunter die Geschichte durch eifriges Aufzählen von Vergangenem und noch mehr unwesentlichen Details von Details bemüht. Hauptsache, es erscheint interessant. So täuscht man sich selbst darüber hinweg, etwas zu tun.

„Sie wussten alles, nur nicht das, was wichtig für sie war.“

Zu sehr funktioniert die Mehrheit durch gewohnte Sammlung und Wiedergabe von Inhalten, ohne jedoch dem Aspekt prinzipieller Muster nachzugehen, die sich aus der Geschichte und damit verbundener Fragen heraus ergeben, um anschließend deren Beantwortung nachgehen zu wollen und so das System, IN dem sich die Mehrheit auf der mentalen Ebene bewegt, in Frage zu stellen.

Für das auswendig lernen hat man früher in der Schule gute Noten bekommen. Um das System selbst, aus dem all jene sicht- und spürbaren Erscheinungen hervorgehen, macht sich aktuell kaum jemand Gedanken. Darauf kommt es jedoch an und nicht wer der nächste Vorreiter der angeblich „freien“ Welt sein soll oder der nächste Reichs- oder Bundeskanzler.

Die Mehrheit gibt sich nur allzu leicht mit den „Billigausgaben“ von Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit zufrieden, da sie auf diese Weise an ihren eigenen Denk- und Verhaltensweisen festhalten kann und so aktiver Teilnehmer des Systems bleibt.

Und wenn ihr das ganze Tamtam am Ende doch wieder „vor die Füße fällt“, sieht sie sich „endlich“ in der Lage, ihren Willen dadurch kund zu tun, die „ungerechten“ Vorgesetzten gegen „gerechte“ auszutauschen. Und damit hat sich die Mehrheit aus der Gewohnheit heraus nur wieder selbst betrogen – zumal ihr seit geraumer Zeit auch die Rechtsgrundlage dafür fehlt.

„Es ist leicht, Leute zu belügen, die sich schon selbst belügen.“ „Mysterio“, Spider-Man – Far From Home, 2019

Durch den Akt der Wahl soll an der Rolle des auf Belohnung hoffenden Untergebenen und damit verbundenen Denk- und Verhaltensweisen festgehalten werden. Das hat man davon, wenn man aus Gewohnheit handelt.

Auf der anderen Seite heißt es ja auch: „Allein könne man ja sowieso nichts machen.“ An den mitunter „mächtig“ erscheinenden Symptomen vielleicht nicht, jedoch an den Ursachen.

Da ja allzu gerne Veränderungen gefordert werden, betrifft dies im Kern die gesellschaftlichen Denk- und Verhaltensweisen, die die Mehrheit bisher in einer selbstgeschaffenen Sklaverei gefangen hält, wo Privilegien als Wertmaßstab noch vor dem Leben und dem Menschen selbst kommen.

Das hat man davon, wenn man sich auf arbeiten gehen, Geld verdienen und wieder ausgeben reduziert und es anderen überlässt, was für einen „gut und richtig“ sein soll.

Die Gesellschaft gleicht einem Kessel (Buntes), indem Konventionen herrschen, die man ihr sozusagen eingeflößt hat, woran sie irriger Weise glaubt, „weil es ja schon immer so gewesen sei“. Und wer dazu gehören will, hält sich an diese Konventionen:

Glauben an (gerechte und ungerechte) Autoritäten und Vorgesetzte, an den Wert von mit Zahlen bedrucktem Papier und „Sichteinlagen“ auf dem Konto, die Notwendigkeit von Gehorsam, an wohlwollend überlassene Privilegien, dass ihr etwas oder jemand gehören würde &c.

Dass sich die Gesellschaft vom Rest abgetrennt hat und nur in einem Scheinleben zwischen Bank, Unternehmen und Kaufladen zirkuliert, wo sie selbst dem Wertlosen einen Wert verleiht, hält sie nicht nur für alternativlos, sondern sie verteidigt es auch noch vehement. Der belohnte Sklave ist der Feind der Freiheit – somit der Feind gegen sich selbst.

Wenn Geld nur mit Zahlen bedrucktes Papier ist, was zu Beginn (weil es aus dem Nichts geschaffen wird) und am Ende nichts wert ist, warum sollte es dazwischen anders sein? Nur weil man damit „Gold“ oder andere Edelmetalle kaufen kann, die dann etwas wert sein sollen?

„Der Einzelne steht wie gelähmt vor einer Verschwörungstheorie, die so monströs ist, dass er sie einfach nicht fassen kann.“ J. Edgar Hoover, Leiter des FBI und Freimaurer