Gestatten? Goldmann Zappanuss. Würde es Ihnen etwas ausmachen?

Das System stirbt immer schneller vor sich hin, während man hier und da zu flicken und auf der anderen zu beschleunigen versucht. Die Vorstellung, die Dinge nur beklagenswert finden zu wollen tut ihr Übriges.
Doch gibt es noch immer irgendwelche Träumer, die sich für oder über den „unfähigen Rechtsstaat“ aufplustern, während die Justiz vor Jahren schon den „goldenen Löffel“ abgegeben hat und sich nun noch vom schwindenden Glauben an sich selbst am Leben erhält. Klingt alternativlos.

„Gerechtigkeit ist in der alten Ordnung eine Sache des Geldes und der richtigen Begründung, damit man nicht bemerkt, dass es um nichts anderes geht. Vernunft, möglichst viel davon an sich zu bringen.“

„Wer nimmt, dem sei genommen. Jedoch wer gibt, dem sei gegeben.“

Der Mensch Horst Seehofer, in der Rolle als Bundesinnenminister dazu:

„Es gilt zur Zeit keine Ordnung, es gilt kein Vertrag, es gilt kein Gesetz.“

Das bedeutet jetzt nicht, sich wie „der letzte Dackel“ aufzuführen, sondern sich die Alternative dazu anzuschauen.

Es lohnt sich also der dauerhafte Blick ins überpositive Recht und damit verbundene Aufgabe des Menschen selbst – so als Tipp unter alten, einseitig Unbekannten und all jenen, die sich bisher im Recht stark gemacht haben und mittlerweile wohl „eine enttäuschte Kugel schieben“. Vermutlich ist da auch niemand mehr. Hallo? Echo?

Kritik der reinen Unvernunft
Nachfolgender Beitrag setzt ein Mindestmaß an klassischer Rechtsgläubigkeit voraus! Hinweisend: Zu riesigen Nebenwirkungen, essen Sie die Packungsbeilage, und sagen Sie nichts Ihrem Arzt oder Apotheker!

Neulich wurde im Netz von Enteignung von Kleingärtnern gesprochen.
Jemand, der seine Existenz auf der Vorstellung von Geld, Eigentum, Besitz, Hab und Gut aufgebaut hat, wird bei diesem Gedanken zumindest etwas zusammenzucken.

„Reklame: Bargeldabschaffung! Enteignung! Zwangsvollstreckung! Mein Schatz!“

Mit solchen Begriffen hält man die „Inhaber“ bei der kurzen Leine (das nennt sich Freizügigkeit), während man sie weiter plemplem macht.
Die Blogs, die darüber berichten, unterstützen das auch noch. Allein aus diesem Grunde bedarf es eines neuen Medienformats. Ständig wird die Alternativlosigkeit propagiert. Der Glaube an den Verfall ist auch wesentlich einfacher: Da braucht man nämlich nichts zu tun.

„Ja, was willst du denn tun? Was können wir machen?“

Für den andächtigen BRD-Gläubigen (GG 14): (2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.
(3) Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig. Sie darf nur durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes erfolgen, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt. Die Entschädigung ist unter gerechter Abwägung der Interessen der Allgemeinheit und der Beteiligten zu bestimmen. Wegen der Höhe der Entschädigung steht im Streitfalle der Rechtsweg vor den ordentlichen Gerichten offen.

Für den abtrünnigen Reichsgläubigen (Artikel 8, Preußische Verfassung): „Das Eigenthum ist unverletzlich. Es kann nur aus Gründen des öffentlichen Wohles gegen vorgängige, in dringenden Fällen wenigstens vorläufig festzustellende Entschädigung nach Maßgabe des Gesetzes entzogen oder beschränkt werden.“

Für die handvoll Akteure im Naturrecht (Vernunftsrecht, überpositives Recht): Eigentum und Besitz sind lediglich Erfindungen, die nur innerhalb der alten Ordnung existieren und im Kern nur dazu gedacht sind, den Menschen – weiter in der Fremdbestimmung zu halten.
Eigentum und Besitz sind lediglich von einer Autorität überlassene Privilegien, die man solange „sein Eigen nennen“ darf, solange man sich den damit verbundenen Regelwerken unterwirft.

„Willst du nicht mein Bruder sein…“

„Möchten Sie Ihren Personalausweis nicht verlängern lassen?“ „Nein, ich finde das Format so ganz praktisch.“

Eigentum verpflichtet somit zu Gehorsam.
Solange also der Glaube an Eigentum und Besitz vorhanden ist und die Vorstellung herrscht, einem gehöre etwas oder jemand, solange unterliegt man auch benevolent*-opportuner Willkür – selbst für Experten, die sich besonders freiwillig („belohnungswürdig“) unterwerfen. (*wohlwollend)

Diese Art der Instrumentalisierung wird dann auf den nächsten übertragen, bis irgendwann der Punkt erreicht ist, wo ein junger Mensch den Blödsinn zu erfahren und zu ertragen hat. Das System erzeugt sich durch seine „Funktionäre“ seine eigenen Nachkommen. Und Sie möchten das dass so weitergeht?

Selbstbestimmung erfordert die konsequente Infragestellung der mit Fremdbestimmung verbundenen Werkzeuge, Methoden und Rollen. Erwähnte ich bereits den Begriff „schonungslos“?

Dazu gehören Autorität, Titel, Pöstchen, Gehaltsstufe, Geld, Macht, Eigentum, Besitz, Hab und Gut. Die Methoden sind Belohnung und Bestrafung, in Form der Androhung und Ausführung.

Dies alles existiert nur innerhalb der alten Ordnung und dient dazu, den Menschen durch belohnte und so anerkannte Fremdbestimmbarkeit an seiner eigenen Entwicklung zu hindern.
In der Regel hindert sich jedoch der Mensch selbst an seiner Entwicklung – durch sein durch Bestrafung in der Kindheit „verletztes Ich“ und zeigt, um sich vor Veränderung zu schützen, mit dem Finger auf die anderen, die für alles „schuld“ sein sollen.

Das sieht man daran ganz prima, weil er sich lieber mit äußeren Nebenschauplätzen beschäftigt, den „Clintons“, den „Epsteins“, den „Flüchtlingen“, das Warten auf den „Führer“ oder den „Messias“ und was es sonst noch so an „wichtigen“ Personen und Themen gibt.

Da wird sich dann künstlich darüber aufgeregt und fast am nächsten Tag ist die „Sau schon wieder durchs Dorf getrieben“ – zumindest solange bis die „Szenen-Hechte“ ihren Sermon dazugegeben haben.

„Der Wunsch nach Führung führt die Suchenden zu ihren Hirten.“

So legt der Mensch seine Aufmerksamkeit auf alles, nur nicht auf seine eigene Entwicklung. Er lenkt sich lieber ab, da Entwicklung anerzogen(!) mit Schmerz verbunden ist. Doch gerade dieser Schmerz ist zu überwinden und nicht zu meiden.

Die Nummer beginnt in der Regel in der Familie, wo der junge Mensch zu entsprechen hat – selten woanders.

Es kommt noch besser: Die meisten wollen zwar, dass sich etwas ändert, verkennen jedoch, dass dies nur über die (eigene) menschlich-persönliche Entwicklung funktioniert, weil darauf das System basiert.
Die menschlich-persönliche Entwicklung hat etwas mit eigenständigem Denken und Reflektieren zu tun, was bereits in der Kindheit entsprechend bestraft und später zudem nicht belohnt wurde/wird und man sich deshalb lieber auf beruflich-persönliche Entwicklung konzentriert – bis der Absturz kommt – auf das Fundament, wo man seine menschlich-persönliche Entwicklung zuletzt noch betrieben hat.

„Sie werden hier fürs Arbeiten und nicht fürs Denken bezahlt.“ „Ja, Chef… äh… zu spät.“

„Arbeiten“ (auf Anweisung) und sogar gleichzeitig „Geld verdienen. Brauchen Sie noch einen Kredit (denn wir wollen Sie für uns arbeiten lassen).“

„So locker und leicht. Der schwimmt sogar in Milch.“

Der Mensch hat sich vor lauter Fremdbestimmung selbst vergessen zu entwickeln – ebenso wie sein Vorgesetzter.

Im beruflich-persönlichen eröffnet sich dafür „natürlich“ eine Bandbreite an Möglichkeiten individuell-gesellschaftlicher Entwicklung, wie dieses Beispiel zeigt:

„Nehmen Sie einmal den Fall eines Völkermordes. Da beschließt ein eiskalter Diktator fünf sechs Millionen Männer, Frauen und Kinder umbringen zu lassen. Dafür braucht er doch mindestens eine Millionen Komplizen. Mörder und Henker. Wie macht er das, dass man ihm gehorcht?
Indem er die Verantwortung auf viele Leute verteilt. Ein Diktator braucht einen funktionierenden Staatsapparat. Das heißt, er braucht Millionen von kleinen Funktionären, von denen jeder anscheinend eine unbedeutende Aufgabe wahrzunehmen hat.
Und jeder von ihnen wird diese Aufgabe ausführen – mit Kompetenz – und ohne Bedenken.
Und niemand wird sich klarmachen, dass er der millionste Teil eines grausamen Verbrechens ist.“ „I wie Ikarus“, 1979

Jedoch ist die „Nummer“ noch viel übler, wenn man erst einmal kapiert hat, dass das vom Menschen geschaffene System an sich gegen das Leben agiert. So mal zum darauf herumdenken.

„Ja, aber ich muss doch… ich kann ja nicht anders…“, lautet der Satz all jener, die durch ihr eigenes „Ich“ (Denk- und Verhaltensweisen, Konditionierungen, anerzogene Glaubenssätze) unterjocht werden.

Dazu braucht es weder ein Seminar, noch einen Workshop oder gar Bitcoins oder sonst was. Denken ist kostenlos – jedoch nicht unbedingt umsonst.

„Da kann man je gar nichts verdienen.“ „Stimmt. Die besten Dinge kann man (sich) nicht (er)kaufen – auch nicht jene, die sie in sich tragen.“

Ja, wieden?
Der Mensch wird Selbstbestimmung erst dann erfahren und erleben, wenn er sich öffentlich in Vernunft und Gewissen entwickelt und sein Bedarf (aus der gewohnten Unvernunft heraus), etwas unter anderem in seinen Besitz bringen und haben zu wollen, zunehmend an Bedeutung verliert.

Das wiederum funktioniert nur, wenn man dem Leben, sich selbst und seinem Handeln traut. Und auch das ist erst einmal zu entwickeln – nach so langer Zeit der Fremdbestimmung.
Die „beste Fremdbestimmung“ findet sich im Menschen selbst, wo er von einem „Ich“ (Denk- und Verhaltensweisen, darin seine Glaubenssätze) bevormundet wird, was er nur über seine eigene Entwicklung lösen kann.
Mit der Bestrafung hat er ja den Entwicklungsprozess, dies alles erst erkennen zu können, nahezu eingestellt. Deshalb lernt er auch so langsam – besser: weiß er sich vor Veränderung schützen zu wollen, während er meint, wenn er etwas Logisches einmal gehört hat, der irrigen Meinung sei, es bereits auch zu wissen.

„Es wird keinen Führer und auch keinen Messias geben, auf den es sich zu warten lohnt. Sie sind der Fahrer des Busses, auf den Sie an der Haltestelle warten.“