Rückbetrachtend, vorbetrachtend

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(v1.2*) Schon lange zeigt sich die Welt von ihrer bunten Seite. Jeder sagt was, jeder meint was. Meinungsfreiheit – selbst wenn so manche Meinung im Zensurhagel untergehen mag.
Das ist auch verständlich, wenn man Unternehmensdienste nutzt, kommt das auch vor.

Eines habe ich in den letzten Jahren erkannt: Was im Gestern liegt, wenn es in seinen Prinzipien hinterfragt und anschließend in Frage gestellt wurde, fühlt es sich nach einiger Zeit wie eine abgelegte Erinnerung an.
Das dabei entstehende Gefühl, entspricht der Rückkehr an einen Ort, wo man zuletzt als Kind gewesen ist. Man erkennt, wer man war, man erkennt, wer man ist und geht wieder. Ein Zwischengedanke.

Vanilleeis mit Tiefgang
Es ist empfehlenswert, eine tiefgreifende Meinung zu entwickeln und diese zu veröffentlichen. Nicht einfach eine, die sich auf Hinterhöfen und Kaffeekränzchen und in gewohnter Problemorientierung und Schuldzuweisung austobt.
Möglicherweise nur gespickt mit Problemen, die dadurch gelöst werden sollen, indem man die schuldigen Verursacher gegen „seine Lieblinge“ austauscht.

Derartiges Austauschen ändert im Übrigen nichts man System, sondern es wird nur an den Symptomen herumlaboriert, verbunden mit der kollektiven Selbsttäuschung, man müsste irgendwelche Vorgesetzten haben, die das machen, was ihre Wählerschaft will und die Wähler vor ihrer eigenen Entwicklung „schützen“.

So ein Typ rief mal an und behauptete, er sei ja souverän und die anderen müssten ja wirklich weiter betreut werden. Einen auf „belohnter Betreuungsbereiter“ zu machen und auf der anderen Seite den „gerechten Betreuer“ mimen zu wollen, mündet nur in dem, was gerade kollektiv erlebt wird.

Im Glauben, es sei die „richtige“ Handlung, ernennt das Volk (juristisch) seine Vorgesetzten, die das machen sollen, was das Volk will, während die Gewählten eine andere Vorstellung darüber haben, was für das Volk richtig sein soll – alles recht einfach gedacht.

Ein konstruktiver Erkenntnisdialog ist allemal besser, als alle gewohnten Diskussionen und inhaltlichen Rechthabereien.
Lange beobachtet, war dies ebenfalls ein Grund, sich dem System zu widmen und – statt im müßigen Hin und Her aus Gestern und Vorgestern „herumzuwabern“ wie auch, der üblichen Beschäftigung mit Symptomen und vermeintlich „verantwortlichen Schuldigen“.

An diesem Punkt kann man auch erkennen, wer sich im System bewegt, wo BRD, ein DR und auch alle anderen Staaten nur Betreuungsinstitutionen der alten Weltordnung sind – getragen von anerzogener Gehorsamsbereitschaft und angereichert mit Geschäftsmodellen, diese angetrieben durch erziehungstechnisch „gedeckelte“ Unvernunft und Gewissenlosigkeit.

An diesem Punkt ist auch erkennbar, dass die Entwicklung des Bewusstseins nicht einfach nur ein esoterischer Klamauk ist. Schon gar nicht findet sie einem verschlossenen Einweckglas, einer Welt der Dinge und Teile, statt, wo Gestern alles besser gewesen sei.

Es handelt sich – rückbetrachtend in Gang gesetzt – um eine fortwährende Entwicklung, was in einem Wandel die völlige Infragestellung des Bisherigen bedeutet.
Erkennbar wird das Ganze für die meisten dann, wenn das übliche Brimborium zu keinem nennenswerten Ergebnis mehr führt, was dann als „Krise“ bezeichnet wird. Auch ein „mehr des Selben“ führt zu nichts mehr.

„Mit dem Wissen, was man hat, bekommt man immer nur das, was man kennt.“

„Wenn gestern alles besser gewesen sein soll, was ist dann das Heute aus der Sicht von morgen?“

Es ist also wenig sinnvoll, anerzogen dem Vergangenen hinterherzuschauen und daran festzuhalten, da man auf diese Weise nicht für das Neue offen ist.
Bevor man sich jedoch in andere Richtungen und Gefilde bewegt, ist zunächst die Infragestellung des Bestehenden notwendig – besser: Es geht darum, die es verkörpernden Prinzipien und Regelwerke zu erfassen. Erst auf dieser Ebene lässt sich etwas ändern. Es ist sinnlos, für andere Regeln aufzustellen, um sie mit den üblichen Mitteln zu kontrollieren – während man kollektiv so übereinander denkt.

Um hier jeden zu beunruhigen: Lesen allein reicht nicht aus, da auch das Lernen falsch gelernt worden ist, denn Lernen ist weder ein Auswendiglernen noch ein braves Nachplappern.

„Freiheit ist alles zu tun, was keinem anderen schadet“, ist der mir seit über 30 Jahren begegnete Leitsatz, der daraus schlussfolgern lässt, dass alle ihre Jobs nicht nur in der Nahrungsmittelindustrie hätten längst niederlegen müssen.

Die Aussage über Freiheit ist demnach vollkommener Unfug und nur für den einfachen Denker als Argumentationskrücke zur Verfügung gestellt worden – ebenso die Vorstellung von „Gerechtigkeit“, „Frieden“, „Vernunft“ und „Gewissen“ wie sie bei den Vorgesetzten erwartet, nicht selten sogar „gefordert“ wird.

Die Aufrechterhaltung der alten Ordnung geschieht durch das Aufrechterhalten oder entwickeln von Strukturen, die nach einem Vorgesetzten/Untergebenen-Verhältnis funktionieren. Wer sich das nicht anders vorstellen kann, findet hierin auch seine Aufgabe, sich selbst ein Bild zu machen, wie es anders sein kann.

Die Realität entpuppt sich zunehmend als Schauspiel, wobei die Teilnehmer nur vergessen haben, dass es eines ist – sie wurden zu ihren Rollen. Es ist wohl an der Zeit, sich von den Rollen zu verabschieden, statt weiter daran festzuhalten – verbunden mit dem damit liebgewonnenen Angewohnheiten und vermeintliche„Kostbarkeiten“.

Die Autorität begründet ihr Dasein, indem sie meint, über die Unvernünftigen und Gewissenlosen verfügen zu müssen, weil sie ja eben unvernünftig seien, während sie sich selbst nicht für unvernünftig hält und alle Mechanismen stigmatisiert, die der Fortführung ihrer Betreuungsfunktion der „anonymen Massen“ entgegenstehen.
Allein aus diesem Grunde, kann man sich die Wiederholung des Alten getrost ersparen. Umdenken – besser: ein konsequentes Infragestellen ist notwendig.

Wer schon bemerkt hat, dass das gelernte Lernen nie dazu gedacht war, durch wunderbare Momente der Erkenntnis auf ein qualitativeres Niveau gehoben zu werden – mag sich über den Umgang mit Informationen selbst Gedanken machen. Meist handelt es sich um mengenmäßige Ansammlung, wo der Wettbewerb herrscht: Wer weiß das meiste?
Das nutzt jedoch nichts. Auch nicht mit Fragen, die immer wieder dahinführen oder sich die Diskutanten im Recht haben wollen gegenseitig zu erschöpfen versuchen.

„Die Frage individuell gesellschaftlicher Entwicklung lautet nicht: Hat der Holocaust stattgefunden oder nicht?“

Zu viel wird Quantität mit Qualität verwechselt, der tausendste Akteur, der eine Besetzung feststellt und die Gesetze meint anschließend herunterbeten zu wollen. Doch reicht das alles nicht aus.

Wer überall Probleme sieht und diese sammelt und allem, was damit zu tun hat, frage sich, warum er so gestrickt ist.

Es hat nie gereicht, nur die „ungerechten“ gegen „Gerechte“ auszutauschen oder den Namen einer Fiktion gegen einen anderen auszutauschen oder dieser Fiktion eine menschliche Eigenschaft zu verleihen, die man, sie zu entwickeln, den Menschen darin gleichzeitig in Abrede stellt – um am Ende wieder nur „die alte Nummer“ schieben zu wollen.

Das hat die letzten 100.000 Jahre deswegen nur funktioniert, weil es keine weitreichend vernetzte Kommunikation gab, wie dies heute der Fall ist. Als „fremd und ungewohnt“ Deklariertes konnte früher immer wieder – mehr oder weniger – elegant „beseitigt“ werden. Heute haben wir es jedoch mit einer extrem gesteigerten Informationsdichte zu tun.

Ohne entschlossene Ausrichtung auf eigene Entwicklung, dreht man sich irgendwann im eigenen Saft und an den – sage ich mal – Wissens-/Wahrnehmungsgrenzen, an denen dann persönliche Konflikte mit selbsternannten Feinden ausgefochten werden, bis Ruhe ist.

Allein aus diesem Grund, mag die mediale Verfolgungsjagd von „Reichsbürgern“ auch nur ein gewohntes Projizieren von Feindbildern vorausgehen, um durch den ernannten „Feind“ die eigene Existenz rechtfertigen zu wollen – die Existenz des „Ichs“ und seinen künstlichen Errungenschaften, wie „Macht“, „Geld“, „Eigentum“, Besitz, „Hab“ und „Gut“, dass ihm etwas oder jemand gehört oder es jemandem „gehört“, der es dafür belohnt.

„Ein Reich, was von seinen Feinden vernichtet wurde, kann wieder entstehen. Aber eins, was von innen zerbricht… das ist tot.“ Helmut Zemo, „The First Avenger: Civil War“, 2016

Wer nun meint, die anderen müssten erst mal weg, damit man sich anschließend wieder entwickeln könne, der irrt. Jene erkennen/projizieren das Problem, was sie selbst mit sich haben lediglich auf einen sichtbaren oder unsichtbaren „Gegner“.
Sie tragen den „Widersacher“ in sich selbst nicht selten verkörpert durch den verdreht anerzogenen Umgang mit dem Signal „Angst“, wo das Gefühl immer wieder verdrängt wird, bis sich daraus eine prima Panik(Abwehrreaktion) entwickelt hat.

Entwicklung ist wie ein Staffellauf, wobei die getragene Information weiter veredelt und später weitergegeben wird. Dabei entstehen Momente der Erkenntnis, die bisherige Bedeutungen der ursprünglichen Informationen häufig sogar hinter sich lassen.

Das ist bspw. dann der Moment, wo man erkennt, dass Eigentum und Besitz nur Erfindungen (und Ausdrücke für eine Besetzung) sind, Boden sich selbst keinen Namen geben kann und „Land mit Namen“ nur eine fiktive Überlagerung ist, der die irrige Vorstellung vorausgeht, dass (darin) einem etwas oder jemand gehört, der sich darin oder darauf bewegt.

„Leben Sie schon auf der Erde oder wohnen Sie noch in einem Land?“

Im Kern lässt sich der Wandel damit bewerkstelligen, dass man seine eigene Meinung mit Namen und Kontakt im Internet – im offenen Raum und somit auch in der Öffentlichkeit zum Ausdruck bringt und sich a) nicht etwas Vorgefertigtem oder einer b) Masse rasch anschließt, was nichts anderes bedeutet, als sich dahinter zu verstecken.
Einfach nur die Meinung von anderen zu verteilen, um dadurch so beschäftigt zu sein, sich selbst nicht eine eigene öffentliche Meinung zu erlauben. Das geht irgendwann nach hinten los.

Die öffentliche Meinung gibt dem Wandel ein Gesicht – und keines, was sich hinter einer anonymen Masse, einer Maske oder einem Spitznamen verbirgt.

Der selbstbestimmende Mensch entfaltet sich in seiner auf Selbstreflektion basierenden Entwicklung nicht nur in Vernunft und Gewissen, indem er auch das eigene Tun hinterfragt, statt gewohnter Verdrängung und Wahl von anderen, die einem das Denken abnehmen sollen und er so sein „Erstgeborenenrecht“ förmlich „verkauft“.

In einem Entwicklungsprozess, wie er gerade stattfindet, lösen sich auch künstlich geschaffene Strukturen und die damit verbundenen Rollen in Wohlgefallen auf – zunehmend dabei erkennbar, wie bisher eine individuell-gesellschaftliche Entwicklung (selbst) verhindert wurde und diese sich monetär zweckentfremden ließ.

Ein Werkzeug, was im Rahmen der Entwicklung dabei wie von selbst zur Anwendung kommt, ist „Ockhams‘ Rasiermesser“: Die logisch einfachste Lösung, schneidet alles andere ab. Hat man erst einmal den tieferen Sinn des Naturrechts (Vernunftrecht) erfasst, so entpuppt sich das Traktieren im positiven Recht als reine Zeitvergeudung – und allem, was damit im Zusammenhang steht.

„Einfach“ ist jedoch nicht einfach nur „einfach“. Denn nicht jedes Problem ist deswegen nur ein Nagel, weil man nur den Hammer kennt.

Was die gewohnten Staatskonzepte angeht: Der Zug mit den fremdbestimmenden, “gerechten“ Autoritäten und ihren sie anbetenden Untertanen, ist seit langem abgefahren. Wie sollte man an dieser Meinung vorbeikommen? Sie ignorieren? Es wäre nur das Übliche und würde nur zu dem führen, was alle bis heute hierher geführt hat. Also wäre es nur eine Runde im Kreisverkehr.

„Alle wollen Maoham.“

Ich kann da jeden beunruhigen: Jene die gerecht erscheinen, handeln nach dem Prinzip „Primus inter pares“ und benötigen weder erhabene Titel oder Befehlsstrukturen.

Projekte mit vielen Menschen funktionieren für alle dann, wenn alle das Bild kennen, an dem sie stets mitwirken und nicht einfach nur Befehlsempfänger sind, die nur Informationen bekommen, die genau zur Erfüllung ihrer Aufgabe notwendig sind.

Die Dinge werden dann lebendig, wenn man sie nicht einfach macht, sondern mit Liebe, Gewissenhaftigkeit, Bedacht und Sorgfalt. Erst das führt zu einer Veränderung.

„Fulguration, emergent, irreversibel, Quantensprung.“

Nachtrag: Warum ich nach „139“ keinen Beitrag über 146 schreibe, kann man hier lesen.