Wer denn da glaubt…

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(v1.2*) … ihm gehöre etwas oder jemand und hätte somit auch etwas zu verlieren, agiert lediglich nach gesellschaftlichen Gewohnheiten und Vorstellungen, die ihn sich selbst und alle, die daran glauben, gefangen halten lassen, während er auf diese Weise auch noch zur Spielfigur jener wird, die über ihn zu befinden meinen oder die er gewählt hat, um über ihn zu befinden.

Zunächst schaut es so aus, als ob das globale Experiment einer nach künstlichen Regelwerken funktionierenden Welt gescheitert sei. Doch kann man das Geschehene auch so bewerten: Es wurde lediglich gelernt, wie es NICHT funktioniert.

Die Hoffnung, dass es endlich wieder wie gestern wird, kann man sich getrost in die Haare schmieren, gleich wie sehr man sich zum Widerstand zusammenfinden mag oder nette Klagen in der Gegend herumschickt.
Die meisten Bemühungen bewegen sich bis jetzt noch innerhalb der konventionellen Grenzen, und sorgen dafür, dass sich fleißig im Kreise gedreht wird – in der Hoffnung durch gewohnte Handlungen Veränderungen in eine gewohnte Richtung zu erreichen.

Jedoch sieht das Ganze mehr danach aus, als würde die Bevölkerung – beeinflusst durch ihre gewohnten Denk- und Verhaltensweisen – mehr und mehr von ihrem geistigen Komfortsofa heruntergewuchtet, damit sie selbst wieder lernt, wieder „auf eigenen Füßen zu stehen“, also ohne ihre gewohnten Vorgesetzten, die ihnen entweder vorgesetzt werden oder die sie sich selbst zu wählen meint.

„Ja, aber man muss doch wählen.“ „Auch das gehört nur zum Spiel, damit der „Einigungsvertrag zwischen den als gehorsamsbereit erzogenen Untergebenen und ihren sie dafür belohnenden „Herren“ aufrechterhalten bleibt.“

Dieser wird jedoch gerade aufgelöst, indem er nun maßlos übertrieben offenbart wird. Aus diesem „Vertrag“ entstehen, die in der Welt beobachtbaren Symptome, die zwar allzu gerne beklagt und belohnt kaschiert werden, jedoch die Ursache – die gesellschaftlich als „normal“ erachteten Denk- und Verhaltensweisen, weiter unbetrachtet bleibt.

„Wir haben in Perücken und Strumpfhosen vorgetanzt, wo es schief läuft. Wie tief müssen wir das Niveau für diese Entertainmentverwahrlosten da draußen hängen?“ Zitat aus „Die Anstalt“

Das Verhalten der Symptombekämpfung ist erkennbar nicht nur eine Disziplin klassischer Schulmedizin.
Es sorgt in seinem Wesen für eine zunehmende Verkomplizierung von Prozessen, die letztlich in einem Kollaps münden, der sich durch eine fest entschlossene, jedoch gleichzeitig unbewusst hervorgerufene Insuffizienz der Strukturen zum Ausdruck bringt.

Das lässt sich nicht durch klassische Denk- und Verhaltensweisen lösen, die gleichzeitig für die Zunahme verantwortlich sind.

Das im Grunde die Nummer seit einiger Zeit insgesamt zu Ende ist, lässt sich aus der „Corona-Situation“ ableiten, die letztlich nur die gesellschaftlich in den Familien anerzogene Gehorsamsbereitschaft aufzeigt, welche die Grundlage für hierarchische Systemstrukturen bildet, die nach ihrer Ausbildung durch wohlwollend zugestandene Privilegien aufrechterhalten wird.

„Schaf ist, wer sich wie ein Schaf verhält.“

„Wer sich wie ein Opfer benimmt, darf sich nicht wundern, wenn er auch wie eines behandelt wird. Das gilt auch für die Rolle des Sklaven.“

Dass es sich nur um ein Rollenspiel handelt, ist kaum jemandem wirklich bewusst.
Es erscheint nur deshalb so ernst, weil es als alternativlose Realität gesehen wird, die von den gewohnten Denk- und Verhaltensweisen einer Gesellschaft bestimmt ist, der an den ihr überlassenen Privilegien mehr liegt, während sie in sich selbst keinen zu erkennen meint oder durch äußere Besitztümer die innere Leere zu kaschieren versucht. Anerzogenes Haben und mehr des Selben, triumphiert über seine Gläubigen, während sie fest daran zu glauben meinen. Zirkelschluss.

Die Illusion des gewohnten Denkers, er müsse kämpfen, um zu überleben und er sich in der Regel nur um seine Existenz Gedanken zu machen meint, während er den „Rest“ ignoriert… der jedoch genauso denkt.

An diesem Punkt ist deutlich erkennbar, dass alle verhaltenstechnisch „in einem Boot sitzen“, und somit auch nur gemeinsam „am Schlafittchen“ zu packen sind.

Durch die „Corona“-Märchenstunde ist dies auch möglich, weil man die Gesellschaft an ihrem Systemnerv trifft: Es ist jene Vorstellung, dem Einzelnen gehöre „sein Leben“, was er durch andere, die „mit Sicherheit“ sowieso alle krank sind, verlieren könnte. Das hat man nun von einer „besitzergreifenden“ Erziehung.

An diesem Punkt ist die Mehrheit anerzogen in sich gefangen. Gefangen in der Vorstellung, ihr würde irgendetwas gehören, ihre Arbeit sei etwas wert, die mit Zahlen bedrucktem Papier oder Zahlenreihen aus dem Nichts zu belohnen sei, um die eigene Existenz, die mit „Leben“ bezeichnet wird, weiter aufrecht zu erhalten, während auf diese Weise auch die gesellschaftlich als „normal“ erachtete Selbstversklavung und ihre „notwendige Betreuung“ nur weitergeführt werden würde.

Der von seinen gewohnten Denk- und Verhaltensweisen „besetzte“ Denker, wird von anderen „besetzt“, die wiederum von anderen „besetzt“ werden.

Wenn der gewohnte Denker seine innere Haltung in Frage stellt, denn ihm gehört weder etwas noch gehört ihm jemand, wird er das erleben, was er in der Regel durch Kampf und Widerstand nicht erreichen wird.
Vielleicht erkennt der eine oder andere jetzt auch, warum ein „Land“ (mentales Gebilde, Fiktion, konstituiert aus Hüllen/Rollen/Personen) mit seinen Angehörigen „besetzt“ sein kann.

„Das meint: Man bekommt immer das, was man sich nimmt.“

Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“ A. Einstein

Nachtrag: Sammeln und Sichern von mit Zahlen bedrucktem Papier und damit verbundener Vorstellung von „finanzieller Freiheit“, ist keine wirkliche Freiheit. Es ist ein sich ungesund entwickelndes Streben nach Äußerlichkeiten, über die man irgendwann fremdgesteuert wird.
Freiheit ist eine Erscheinungsform des Menschen, der dem Leben vertraut, dass alles zur rechten Zeit geschieht, weil es für ihn da ist. Das liegt an dem im Leben ruhenden Entwicklungsprozess, mit dem er untrennbar verbunden ist, wenn er sich wieder selbst dazu besinnt, was wiederum den freien Willen erklärt.

Der „Trick“ in der alten Ordnung besteht darin, dass man dem auf Äußerlichkeiten erzogenen Menschen überlässt, dem Wertlosen einen Wert zuzuweisen, während er selbst nicht jenen Wert erschaffen darf, sondern als Gegenleistung dafür zu arbeiten hat, um jenen Wert zu erlangen.
Der „äußerliche Mensch“, hat sich Werte geschaffen, die ihn in eine gegenseitige, jedoch ungesunde Abhängigkeit gebracht haben, wo zudem die Vorstellung herrscht, dass ein mehr des Selben „die Lösung aus der Misere“ sei. Dies mitunter in der Hoffnung auf gerechte Vorgesetzte, die ihm das „Geforderte“ endlich geben, was er dann auch noch mit „Gerechtigkeit“ zu bezeichnen meint.

Die Verdrehtheit darin, kann er jedoch nicht erkennen. Und selbst wenn, lautet die Begründung meist dafür: „Ja, aber ich kann ja nicht anders“, „Der Stärkere gewinnt“, „Das machen ja alle so“ usw.

„Mehrheit ist im Alten kein Garant für Richtigkeit, sondern nur für Mehrheit.“

Wenn man erkennt, dass das, was aus dem Nichts geschaffen wird, ebenso wenig wert ist, wie das Handeln, was man dafür erbringt, um jenes (vom anderen) zu bekommen, stellt sich natürlich die Frage: Warum macht man das alles überhaupt?
Es geht darum zu erkennen, dass das Handeln stets der eigenen inneren wie auch gleichzeitig der gesamtgesellschaftlich Entwicklung dient, was auch mit der Entwicklung von Vernunft und Gewissen verbunden ist.

„Ich bin noch nicht soweit.“ „Natürlich nicht. Niemand wird das je sein.“ Dialog aus „Dr. Strange“, 2016