Wie immer oder anders oder anders, wie immer?

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(v1.1*) So, die Kommanull-Wahlen sind vorüber, und der Wähler freut sich nach seinem „Kreuzzug“, in den nächsten Wochen auf die ersten versprochenen Belohnungen, verbunden mit der Weiterführung seiner gewohnten Betreuung.

Dabei war es schon komisch, als die Parteiplakate mitunter „an die Straßenlampen gehängt“ wurden. Das hat schon was Symbolisches. Zumindest wurde vor der Abgabe der Stimmen reichlich gelacht, gelästert und gehetzt.
Wenn jene Hetzer wüssten, dass sie nur das im anderen gesehen haben, was sie selber in sich tragen. Hätte man im Religionsunterricht nur mehr aufgepasst, als es um „Splitter in den Augen“ ging. Na ja.

„Germany… two Points.“

„Um etwas wie gewohnt zu machen, reicht das Gewohnte. Um etwas anders zu machen, reicht das Gewohnte nicht, weshalb das Ungewohnte mitunter gesponnen und „verrückt“ aussieht“, schrieb ich vor ein paar Tagen auf Telegram.

Mir stellt sich schon lange nicht mehr die Frage, ob man mit dem Bisherigen auch in der Zukunft noch „ein Ei legen“ kann – außer, dass es zu einer dokumentierten Erinnerung wird.

Dabei ist es von Bedeutung, dass man sich mit den wesentlichen Mechanismen (Regelprinzipien) des Systems der alten Ordnung auseinandersetzt, die dann doch recht einfach zu erfassen und grundlegend zu verändern sind, was über die gewohnte Ansammlung und Auflistung von sicht- und spürbaren Unsäglichkeiten und deren fortwährende Präsentation, auf der Suche nach „Mitstreitern/-leidern“ und hauptverantwortlich-schuldigen Verursachern, hinausgeht.

Erkennbar ist jedoch, dass einer großen Mehrheit erst der „Teufel an die Wand gemalt“ werden muss, weil sie selbst das verkörpert, was sie gleichzeitig zu leugnen weiß, im Irrglauben einer „objektiven“ Weltsicht, in der Rolle als „Opfer der Umstände“.

Der Vertrag der alten Ordnung lautet in etwa: „Nur der Gehorsamsbereite wird belohnt, wenn er die wählt und anerkennt, die ihn zu belohnen gedenken.“

„Der Mensch macht sich durch Verschiebung der Verantwortung selbst zum Sklaven und schafft sich so seine Herren, die ihm sagen, was er zu tun hat.“

Doch wie sieht das umgekehrt aus?

Bevor man sich der Antwort widmen kann, bedarf es zunächst zu wissen, wie eine hierarchische Ordnung aus Untergebenen und ihren „Vorgesetzten“ sichtbar(!) zustande kommt. Nämlich indem man das junge Leben auf Gehorsamsbereitschaft erzieht und später durch wohlwollende Zugeständnisse und Aberkennung von Privilegien im „Bedarfsfall“ aufrechterhält.

Zugestandene Privilegien sind „etwas Macht“ (Fürstentum „Familie“); Teilhabe am Geldsystem, verbunden mit dem Glauben an den Wert von mit Zahlen bedrucktem Papier und seinen vielen Abkömmlingen; der Glaube an Eigentum, Besitz, Hab und Gut und das einem etwas oder jemand gehören würde. Willkommen in der alten Weltordnung.

Bisher konnte mir niemand, der in üblicher Weise von der „neuen Weltordnung“ sprach erklären, was denn die „alte Weltordnung“ im Gegenzug sei. Es wird viel erzählt, wenn der Tag lang ist, und vor allem wird viel geheult und gejammert.
Fragt man dann nach, kommt in der Regel wenig, oder jene sind gleich auf Kampf und Widerstand gebürstet – also nur die gewohnten Denk- und Verhaltensweisen, die gleichzeitig für jenes System stehen, dessen sich so mancher gleichzeitig gerne zu entziehen versucht.

Okay. Wie sieht das im Umkehrschluss aus, was wiederum ein Ablassen vom gewohnten Gegeneinander, letztlich vom „gegen sich selbst“, erfordert. Es gibt ja auch zwei Dualitäten.
Einmal die des gewohnten Gegeneinander, unter dem Aspekt der Verdrängung der Meinung des anderen und eine, die über den gewohnten Denkrahmen klassischer Erziehungsmuster hinausgeht und sich dabei des „Kategorischen Imperativs“ bedient.

„Kategorischer Imperativ“ in der praktischen Anwendung bedeutet: Welche Überschrift verbindet die wahrgenommenen und nicht selten bis aufs Blut verteidigten Gegensätze?

„Es verbindet uns viel mehr, als was uns trennt.“

Schaut man sich die oft beklagten Unsäglichkeiten in der Welt an, so handelt es sich in der Regel um Symptome (Erscheinungen, Phänomene, allgem. „Probleme“) des Systems, was der Mensch mit seinen gewohnten Denk- und Verhaltensweisen sowohl erzeugt wie auch aufrechterhält, einschließlich der damit verbundenen Konventionen, Wert- und Moralvorstellungen.

Der Mensch, der sich in Vernunft und Gewissen entfaltet, bewegt sich aus diesen gesellschaftlichen Rahmen heraus, weg vom positiven hinüber ins überpositive Recht, was auch mit Naturrecht bezeichnet wird.

Wer nun meint, der „Stärkere würde gewinnen“, der merkt spätestens dann, dass er sich bisher darin geirrt hat, wenn er die Grenze des Systems überschritten hat, denn wird das überpositive Recht auch Vernunftrecht genannt.

Mit diesem fallen jedoch alle gewohnten Vorstellungen, was die Bedeutungen von Macht, Geld, Eigentum, Besitz, Hab und Gut angeht.
Nicht zu vergessen, dass einem weder etwas, noch jemand gehört. Denn erst darüber kann man den gewohnten Denker dort halten, wo er ein williger Höriger seiner Vorgesetzten ist.

Schaut man nun genauer hin, so entledigt sich das System mit seinen Untergebenen und ihren „Vorgesetzten“ mittlerweile von selbst.
Die dem Leben abgewandte und der künstlichen Existenz zugewandte Haltung sorgt dafür, dass die Systemanhänger in ihrer gewohnten Position als Untergebene und jene als ihre Erhabenen verweilen, in der Hoffnung auf die Rückkehr des ersehnten Gestern – bei manchen sogar auf das Vorgestern.
Mitunter wird fleißig ignoriert und weitergemacht, wie bisher, selbst wenn nichts Gescheites mehr dabei herauskommt.

„Nach vorne haben sie in diesem Beitrag aber immer noch nicht geschaut, Herr Berg!“ „Wenn das Wesentliche zuvor nicht verstanden worden ist, nutzt es nichts, über die sich aus dem Prozess der Infragestellung daraus ergebenden Effekte zu schreiben, weswegen die 17 Punkte der UN-Resolution eine Steilvorlage zu ihrer Infragestellung waren, um daraus, die „wesentlichen Verhinderungen“ abzuleiten.“

Aus der Resolution lässt sich eine systemische Selbst(er)haltung ableiten, bspw. durch Verwendung von Finanzmitteln, um die Armut zu bekämpfen, die gerade deswegen existiert, weil an den Wert von mit Zahlen bedrucktem Papier geglaubt wird, während das „Beliebte“ jedoch nur von wenigen aus dem Nichts erzeugt wird, um damit die vielen „Süchtigen“ zu bedienen.
Von jenen, die geben, bis zu jenen, die empfangen, hängen ja ach so viele dazwischen, die sich ihrer anerzogenen Gier wegen, auch gerne einmal selbst bedienen oder auch jene, die dann nur etwas zulassen, wenn sie genug „Geriebenes auf die Tatze“ bekommen.
Am Ende ist die „Ausbeute“ so gering, dass man kaum etwas bewegen kann, wenn schon an den Wert des mit Zahlen bedruckten Papiers geglaubt wird. Und damit mehr „hinten“ ankommt, muss man halt auch mehr von irgendwo herbekommen.
Und wenn das nicht reicht, dann noch mal mehr des Selben – nicht selten als Dar-Lehen, während gleichzeitig die Verschuldung steigt. Offen gefragt: Was für ein Unfug ist das denn?

Einen Planeten voller Menschen, die Arbeiten gehen, um mit Zahlen bedrucktes Papier zu verdienen zu etablieren, was sie später unter den gewohnten Aspekten wieder ausgeben und mit ihren Steuern und Abgaben so eine Systemstruktur aufrechterhalten, die ihnen alles andere als gewogen ist, nur weil sie plötzlich ihrer „finanzierten Existenz“ hinterher zu laufen meinen, da mag mir niemand etwas von der Notwendigkeit von „Umwelt- und Klimaschutz“ erzählen – ebenso wenig, wie vom Unsinn der Bevölkerungsreduktion.

„Klima ist das Produkt aller auf diesem Planeten, auf der Sonne und durch den Mond stattfindenden Prozesse – einschließlich* der im Menschen gewohnt anerzogenen Denk- und Verhaltensweisen.“

*die gewohnte objektive Haltung zur Welt, ist eine Illusion.

Wenn also das „Klima“ geschützt werden soll, dann sind das höchtens die gewohnten Denk- und Verhaltensweisen, die „geschützt“ werden sollen.

All die Dinge mit denen es der Mensch heutzutage zu tun hat, löst er nicht durch Geld, sondern nur ohne Geld, ohne Grenzen bei gleichzeitiger Entwicklung in Vernunft und Gewissen, statt gewohnter Entsprechung und „Aufzucht“ als Gehorsamsbereiter.

Das was nicht ist, macht es möglich. Denn manchmal verschwinden oft beklagte Phänomene von ganz alleine, wenn man was „Gewohntes“ weglässt.

Wer kann hier im Kern noch wegschauen, wenn es sich um eine Selbstversklavung der globalen Gesellschaft handelt?

Lediglich jene, denen die Macht – wohl formuliert spricht man von „Betreuung“ – über alles geht, während die Mehrheit an vorgegebene Werte (mit Zahlen bedrucktes Papier und Arbeit) zu glauben meint, die keine sind und Materie letztlich nur dazu gedacht ist, das Gelernte zu speichern.

„Die Vorstellung, das Leben beherrschen zu wollen, gleicht dem Versuch, einen ganzen Thunfisch am Stück in eine kleine Sardinenbüchse packen zu wollen.“

Und was alles möglich ist, kann sich jeder jetzt selbst vorstellen. Es sei denn, er kann sich gar nichts vorstellen. Doch so kreativ sollte wohl jeder sein.

„Wenn Du die Regeln änderst, die dich kontrollieren, dann änderst du auch die Regeln deiner eigenen Kontrolle.“ Revolver, 2005