Aus anderer Perspektive, Teil 1

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(v1.1*) Nachdem der Film „Der Fall Collini“ mit Franco Nero vor einiger Zeit einen recht netten und spannenden Einblick in die deutsche Rechtsprechung (EGOWiG, siehe: Verjährungsskandal) offenbart hat, macht sich der Film „Exit“ von Regisseur Sebastian Marka auf, ein „deutsches“ Pendant zu „Matrix“ zu liefern, bei dem sich das Anschauen bis zur letzten Minute wirklich lohnt.

Der Film ist eine hervorragende Grundlage, um sich auch mit der „realen Märchenstunde“ auseinanderzusetzen, in der der Mensch aktuell lebt, ohne diese in der Regel zu erkennen, weil sie subtil ist und nicht einfach mit „VR“, „MR“ (Virtual Reality, Mixed Reality) und/oder „AI/KI“ (Künstliche Intelligenz) und dem sonstigen, technologischen Drumherum abgetan ist.

Technologie dient bei genauerer Betrachtung nur als Ersatz, für die im Mensch nahezu ausgebliebene innere Entwicklung und damit auch der Hinweis auf dem wesentlichen Schlüssel aus der global selbst geschaffenen Situation. Diese beruhend auf dem vom Menschen geschaffenen System der alten Ordnung, genauer: seine es verkörpernden Denk- und Verhaltensweisen.

Ein dabei beobachtetes Verhalten ist stets die Schaffung von „Hüllen“, wo der Mensch „rein“ soll, während die „Hüllenmacher“ damit beschäftigt sind, den Menschen „befreien“ zu wollen, wie dies gerne bei der Gründung von Parteien beabsichtigt ist, während die Veränderung sich darin erschöpft, nur die „ungerechten“ durch „gerechte“ Vorgesetzte austauschen zu wollen. Also nur der übliche Humbug.

Dieses Handeln beruht darauf, die eigene Funktionsexistenz innerhalb des Systems weiter ausleben zu wollen, in der Vorstellung zu wissen, was für die Gesellschaft „gut und richtig“ sei.
Da wird gerne mit „Freiheit“, „Gerechtigkeit“, „Gemeinsam sei man stark“ oder „…das Beste, was du je gewählt hast“, um sich geworfen. Also nur die „üblichen Klamotten“.
Politische Auffangbecken für unzufriedene Wähler, jene auf der Suche nach „gerechten“ Vorgesetzten, letztlich nur im Sinne die gewohnte Schaffung von Fürstentümern und Machtstrukturen.

„Der Mensch macht sich durch Verschiebung der Verantwortung selbst zum Sklaven und schafft sich so seine Herren, die ihm sagen, was er zu tun hat.“

Die darin zu erkennende Absicht ist etwas „inhaltlich Neues“ darstellen zu wollen, was prinzipiell jedoch nur das Übliche ist.

Gemeinsam ist man nicht stark, da der gewohnte Gruppenzwang zu einer kollektiven Selbsthaltung im Sinne einer Waschmaschine wird. Letztlich wirkt da nur das klassische „Ich“, was sich auf der einen sein eigenes Fürstentum aufzubauen versucht und der Begriff „Partei“ nur eine (weitere) Abtrennung vom Ganzen ist.

Künstliche Welten, im Rahmen gewohnter Denk- und Verhaltensweisen, künstlicher Regelwerke, Rollen und Hüllen.

„Parteigesetz §37: § 54 Satz 2 des Bürgerlichen Gesetzbuchs wird bei Parteien nicht angewandt.
BGB § 54, Satz 2: Aus einem Rechtsgeschäft, das im Namen eines solchen Vereins einem Dritten* gegenüber vorgenommen wird, haftet der Handelnde persönlich; handeln mehrere, so haften sie als Gesamtschuldner.“
* Hier: der Wähler

Im Allgemeinen entsteht der Eindruck, dass die geschaffene virtuelle Realität dazu gedacht ist, die eigene als „reale Realität“ verkaufen zu wollen, die künstliche Intelligenz, in ihrer Machart, nur ein Spiegel der menschlichen, künstlichen Intelligenz ist und ein Ersatz für eine belohnt nicht eigenständig denkende Gesellschaft.

Das positive Recht, als künstliche, vom Menschen geschaffene Hülle, was auf die Person (Rolle) wirkt, die der Mensch nur spielt, während er vergessen hat, dass er sie nur spielt. Sandkastenspiele an einem Sandstrand.

Die Regeln und damit verbundene Rollenspiele stehen diametral dem Naturrecht (überpositives Recht, Vernunftrecht) gegenüber, also Fremdbestimmung gegenüber Selbstbestimmung, Entsprechung gegenüber eigenständiger, natürlicher Entwicklung.

Versklavung geschieht dabei im Sinne der belohnten Selbstversklavung, weshalb sie vom Gesetz nicht erfasst wird und so gesellschaftlich als legal anerkannt ist. Jedoch im Sinne des Lebens, ist dieser Zustand mehr als nur verwerflich.

„Herr Berg, sie werden hier fürs Arbeiten und nicht fürs Denken bezahlt.“

„Seit Anbeginn der Menschheit, streben wir nach Dingen, die außerhalb unserer Fähigkeiten liegen. Wir haben die Vögel beobachtet und Flugzeuge gebaut, um zu fliegen. Wir haben den Mond beobachtet und Raketen gebaut, um ihn zu erreichen. Im Verlauf der Geschichte, haben wir unsere eigene Evolution überholt – durch Technologie.“ Zitat, Unbekannt

Eine vom Menschen künstlich geschaffene Welt, basierend auf dem System der alten Ordnung, im Wesentlichen also seinen Denk- und Verhaltensweisen.
Jedoch hat der Mensch auch die Fähigkeit, das von ihm Geschaffene nicht nur zu a) hinterfragen, b) sondern auch in Frage zu stellen und c) darüber hinaus auch schrittweise neu zu gestalten.

Der Mensch täuscht sich nur dann selbst, wenn er der festen Meinung ist, er müsse nur die „ungerechten“ gegen andere, „gerechte“ Vorgesetzte austauschen und damit habe er etwas erreicht, um am Montag gewohnt wieder an die Arbeit zu gehen und Geld zu verdienen.

„Tauschen, täuschen.“

Mit sieben Jahren schaute ich einen „Cowboy-Film“ (mit Robert Taylor?). Zum Ende des Film starb der Held, was mich sehr bewegte, eben weil er mein „Held“ war. Eine Woche später gab es einen Ritterfilm im Fernsehen (ebenfalls mit Robert Taylor?).
Der Film war sehr spannend, bis mir plötzlich klar wurde, dass der Typ ja noch lebte, was mich verwirrte.
So fragte ich meine Mutter, warum der Mann da noch lebte, schließlich sei er letzten Sonntag ja gestorben. Meine Mutter sagte: „Das ist ein Schauspieler. Der tut nur so als ob.“

„Cowboy und Indianer, Räuber und Gen-Darm.“

Ein Kind, was sich einen Film anschaut, hält das, was es da beobachtet, für real. Es kennt den Unterschied nicht, bis jemand kommt und es darüber aufklärt.
Nicht viel anders ist es mit dieser Form der Realität, dass sie in sich nur eine Scheinwelt ist und sich durch ein kollektives Rollenspiel und damit einhergehende Denk- und Verhaltensweisen zum Ausdruck bringt.

Ein Rollenspiel, was nur deswegen als „real“ und „alternativlos“ erachtet wird, weil man dafür – anerzogen – belohnt und fürs Nichtentsprechen bestraft wird. Belohnung und Bestrafung sind Werkzeuge der Fremdbestimmung und opportuner Willkür einer Autorität.

Dass sich die Mehrheit im Haben bewegt, findet seine Ursache im Akt der Bestrafung wieder, wo der sich im Sein entwickelnde Mensch, ins Haben umgelenkt wird, um a) zu entsprechen und b)kontrollierbar zu sein. Denn die Autorität darf niemals in Frage gestellt werden.
Doch genau darum geht es: Um die Infragestellung der Autorität und darüber hinaus das System aus Autoritäten und Untergebenen an sich.

In der Familie wird das junge Leben in der Regel auf Gehorsamsbereitschaft mit maximaler Klagemöglichkeit (bei den Vorgesetzten) ausgestattet – mitunter auch durch „legalisierte“ Gewalt.
Die Rolle des Gehorsamsbereiten ist die Grundlage für die herrschende Organisationsform der (globalen) Gesellschaft, wie sie heute bekannt ist: die Hierarchie.

Die natürliche Entwicklung des Menschen wird im Akt der Bestrafung – später gefolgt von wohlwollender Belohnung durch die zuvor bestrafende Autorität – vom Bestraften mehr und mehr durch die Vorstellungen der Autorität ersetzt. Vereinfacht ausgedrückt.

Sogenannte „Staaten“, die laut Helmut Schmidt nur noch „Unternehmen“ sind, auch als „Wirtschaftsgebiete“ bezeichnet, sind letztlich nichts anderes als moderne Beschäftigungslager, wo man dem Nachkommen einimpft, dass er „mal was wird“, wenn er fleißig ist und arbeiten geht, damit er Geld verdient (Anmerkung: Er verdingt sich nur selbst.), um dann eine „Familie“ zu haben, ein Haus, ein Auto, einen Kühlschrank und ein Handy usw. Eigentum und Besitz.

Mit dem Haben entsteht auch der mögliche Verlust des Erreichten. Und genau an diesem Punkt platziert sich die Autorität.
Der „Verlust“ sogenannter Grundrechte (fiktive Zugeständnisse) gelingt nur deshalb, weil man davon ausgegangen ist, man habe diese.

Es sind jedoch nur Privilegien, Versprechungen von Fiktionen, an die meist blauäugig geglaubt wird, während (gewährte) „Freiheiten“ und „Freizügigkeiten“ mit „Freiheit“ verwechselt werden.
An diesem Punkt läuten bei mir immer die Alarmglocken, wenn in einer „Re-gierung“ und den „Parteien“ von „Freiheit“, „Staaten“ und dem „Kampf für die Freiheit“ gesprochen wird, während die Organisationsstruktur, auf der anerzogenen(!) freiwilligen Wahl von Herrschern beruht.

Freiheit ist eine Eigenschaft eines sich in Vernunft und Gewissen entwickelnden Menschen, ebenso wie der Frieden und die Gerechtigkeit. Sie benötigen nicht erst das Wohlwollen einer Autorität oder eine schriftliche Vereinbarung zwischen Re-Gierung und ihren weiter in der Unvernunft gehaltenen oder leben wollenden Untergebenen. Auch bedarf es dazu keiner Partei oder sonstigen Vereinen, um daran zu arbeiten.

Kollektive Unvernunft und Gewissenlosigkeit, die aus jener Warte gelebt werden, man könne ja nicht anders, kann man sich seiner Betreuer auch weiter gewiss sein. Man „darf“ sie sogar selbst wählen.

Der gesellschaftliche Zustand beibehaltener Unvernunft und Gewissenlosigkeit und damit verbundener Betreuung, ist die Grundlage des weltweiten Geschäftsmodells und gegenseitiger (Selbst)Ausbeutung – einschließlich der Ressourcen der Natur und damit verbundener Nebeneffekte.

„…eine der menschlichen Würde entsprechende Existenz sichert.“ Art. 23, Punkt 3, Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

„Die Natur des Menschen ist nicht die Natur.“

„Wir wollen, dass ihr es mal besser habt, als wir… (wenn ihr so seid, wie uns das gefällt.)“

Entschuldigung, wenn ich da kotzen muss.

Der Mensch, der an seinen „gewohnten“ Denk- und Verhaltensweisen festhält, ist in der Regel nicht „Herr über sich“ selbst. Und so versucht er (im Außen) lieber „Herr über andere“ sein zu wollen.

Die Vorstellung „innerhalb“ menschlicher Beziehungen und geschaffener Abhängigkeiten ein „lebenswertes“ Leben leben zu wollen, ist im Grunde illusorisch, da der Bezug zum Leben selbst, das Vertrauen an sich und das Leben, durch das „Vertrauen“ in Vorgesetzte ersetzt wurde. Siehe: „Präsidenten“, „Volksvertreter“, „Päpste“, „Bischöfe“, „Richter“, „Bedienstete“, „Bürgermeister“, „Kanzler“ usw. Auch das sind alles nur Rollenspiele und künstliche (Da)Vorgesetzte.

Was würde es zudem bringen, nur die engagierten Darsteller austauschen zu wollen, während die Existenz der Rollen unhinterfragt bleibt, während die Denk- und Verhaltensweisen der Darsteller selbst, nur das Übliche vertreten?

„Nicht das Erreichte zählt, sondern das Erzählte reicht.“

Nicht nur „Corona“ ist dazu gedacht, diesem „Spiel“ ein Ende zu setzen. Schaut man sich die offensichtlichen Beweise und damit verbundenen Verhaltensauffälligkeiten auf allen Seiten an: So hat man es mit diktatorischer Machtausübung und auf der anderen Seite die begnadete Gehorsamsbereitschaft.

Die viel beschworene „Alternativlosigkeit“ herrscht nur deswegen, weil in der Mehrheit kein Sinn in einer eigenständigen Entwicklung gesehen wird, wie sie zu Beginn des jungen Lebens der Fall war.
Und so gibt man sich lieber den Wirrungen hin und stimmt gelegentlich ein kleinkollektives Klageliedchen oder eine ergebnisoffene Stammtischdiskussion oder eine Kombination von beidem an. Also nur das Übliche.

Gewohnte Lösungsorientierung beschränkt sich in der Regel auf Verdrängungskonzepte, Kompromisse, Wunschdenken, Resignieren und Ignorieren. Nicht zu vergessen, die vollmundigen Werbesprüche unter Heranziehung üblicher Worthülsen.

„Wählen Sie uns! Für Freiheit, Gerechtigkeit und Arbeit.“

Wer sich die aktuelle Situation anschaut, wird das sklavische Dasein der Bevölkerung nicht übersehen können. Und um es gleich zu sagen: Es gibt keine „gerechten“ Vorgesetzten oder Befreier, die es dann für alle richten werden. Jeder Einzelne ist gefragt, dem Prozess seiner eigenen Entwicklung wieder nachzugehen – über das Gewohnte hinaus.

Die Hoffnung auf eine Lösung innerhalb des konventionellen Denkens und Handelns ist nach wie vor der Renner und so meinen sich manche dazu berufen, die Welt mit üblichen, traditionell-konventionellen „Lösungsansätzen“ beglücken zu müssen und ihnen anschließend wieder irgendwelche Anhänger hinterherlaufen.

Da werden Parteien gegründet, in der irrigen Vorstellung, damit etwas bewirken zu wollen. Und schon werfen sich die auf Erlösung hoffenden Untertanen in den Staub, darauf harrend, endlich die „richtigen“ Vorgesetzten zu erkieren, während sie gleichzeitig ihre anerzogene, sklavische Haltung damit auch noch zu verteidigen wissen. Und Warum? Es ist die Urangst, etwas zu verlieren, meist das Erreichte, die Existenz, das „eigene“ Leben.

Wer denkt schon darüber nach, dass ihm nie etwas gehört hat und wird, nicht einmal das Leben?

Jene wissen nicht, dass sie nur von ihren, gesellschaftlich als „normal“ deklarierten Denk- und Verhaltensweisen gelenkt werden, von denen sie sich auch noch erzählen lassen, dass sie sowieso nichts ändern könnten.

„Alleine kann man ja sowieso nichts ändern“, „“Ich muss ja auch existieren (Anmerkung: was gern mit „leben“ verwechselt wird.) usw.
Opfer- und Täterrolle sind in der Regel in einer Person vereint und werden, je nach dem wie es opportun erscheint, an den Tag gelegt.

Der Politiker, der Recht gestaltet; der Richter, der Recht spricht; der Kläger der klagt; der Gegner, der kämpft; der Polizeibedienstete, der Recht durchsetzt; der Banker, der Kaufmann, der Chef, der Arbeiter usw.
Nicht nur dies sind alles Rollen, für die jeder belohnt wird oder sich belohnen lässt, wenn er seiner Rolle entspricht.
Und alle machen sich vom Geld abhängig, was nur „Sichteinlagen“ und mit Zahlen bedrucktes Papier ist. Nur der Glaube daran, dass es etwas wert sei, verleiht ihm seinen Wert.

Und wenn man kein Geld hat, so heißt es, dann müsse man verhungern oder unter der Brücke schlafen, dann zeigt sich auf der einen Seite die Existenzangst und auch die von der Gesellschaft gelebte Unmenschlichkeit gegen sich selbst.

Das ist der Moment, wo man vor dem Tor zum Leben steht und nicht wenige scheitern und resignieren, weil sie hinter dem Tor nur das Nichts zu ahnen meinen.

Für die Gesellschaft stellt sich die Frage: Hat sie ihr Überleben überhaupt verdient, wenn sie sich aus ihrer Unwissenheit über ihre eigenen Verhalten selbst eine Welt schuf, weitab von Leben? Sicher. Schließlich geht es darum zu lernen, wie es nicht funktioniert. Es geht ja um Entwicklung.

Wie man es drehen und wenden mag, wer überall Scheiße erblickt oder erlebt, sind dies lediglich Signale, sein eigenes Denken und Handeln zu überdenken und ob das, was er da versucht, mimt und tut, überhaupt das Richtige ist – oder ob er sich nur für „gut und richtig“ erachtet.
Wer das Wahrgenommene verdrängt, darf sich nicht wundern, wenn sich die Situation (für ihn) nur weiter zuspitzt, mit einhergehendem Klagen, Jammern, Greinen, Wimmern und sich beschweren.

„Wer sich beschwert, erleichtert sich nicht.“

Dazu der Boxer Joe Louis: „Du kannst wegrennen. Doch vor dir selbst, kannst du dich nicht verstecken.“

Die meisten suchen keine „Mitstreiter“, sondern letztlich auch „Mitleider“, meist jene mit gleicher Meinung und „(Unter)Haltung“. Nur gemeinsam seien sie stark.

Veränderung will hingegen kaum jemand. Jedoch ist sie notwendig.

Aus anderer Perspektive, Teil 2