Aus anderer Perspektive, Teil 2

- Lesezeit: ca. 12 Minuten

(v1.0*) Es geht darum, das gewohnte Rollenspiel hinter sich zu lassen.

Das mag kaum jemand verstehen oder hören wollen, da jeder auf diese Weise betroffen ist. Wohl aus diesem Grund ist es notwendig, die Gesellschaft sozusagen „in einen Sack zu packen“ – besser: an ihren Eiern.

Die aktuell wahrgenommenen Einschränkungen und Bevormundungen sind nur deshalb möglich, da bereits die vorhandenen Denk- und Verhaltensweisen des Einzelnen in der Gesellschaft seine Bevormundbarkeit überhaupt erst ermöglichen.

Diese darin liegende Bereitschaft, sorgt auch dafür, dass sich jene nur allzu gern auf den Weg machen und von „gerechten Vorgesetzten“ (Führer, Messias, Kanzler, Volksvertreter) und „souveränen Staaten“ träumen – im Kern, um an den gewohnten Denk- und Verhaltensweisen weiter festzuhalten, da mit diesen auch das Erreichte verknüpft ist. Und wenn sich etwas ändern soll, dann bitte schön so, dass man selbst nicht davon betroffen ist. Verdrängung und Abgrenzung.

Eine Wahl ist nichts anderes, als sich a) vor der Eigenverantwortung zu drücken b) in jedem Fall der Akt der Abgabe der Würde, in der Hoffnung auf belohntes (Privilegien) Untergebensein.
Und solange diese Haltung weiter eingenommen wird, wird das alles nichts. Denn es ändert sich erst dann, wenn sich mehr und mehr Akteure selbst verändern und durch ihre geänderten Denk- und Verhaltensweisen NICHT mehr zum System der alten Ordnung gehören!

Davor empfinden die meisten Angst, weil dies für sie den Verlust des bisherigen bedeutet. Dabei sind sie in der irrigen Annahme, etwas oder jemand würde ihnen gehören und es gäbe etwas zu verlieren.

Die gewohnte Vorstellung einer alternativlosen Realität, ist in so manchem Kopf nur das Eingeständnis, die eigenen Bemühungen bereits lange eingestellt zu haben, etwas bewegen zu wollen. Viel zu schnell wird sich mit kleinen Dingen und Kompromissen bescheiden zufrieden gegeben.

So manches Konzept geht einfach nicht weit genug, und das Thema „Rechtsstaat“ fühlt sich bereits in der letzten Phase seines Aufbäumens und hat sich aus neuzeitlicher Sicht bereits überholt.

Denn wenn eine Re-Gierung von „Staat“ oder Land spricht, meint sie nicht die Menschen, sondern die in den Kernverhaltensweisen gleichgeschalteten Personen, aus denen sich der Staat konstituiert. Der Mensch lebt jedoch in keinem „Staat“.

Die Person (Rolle, Hülle) ist nicht der Mensch, sondern er spielt diese nur. Jedoch glaubt er, diese zu sein und so bewegt er sich innerhalb eines Rollenspiels. Eine Fiktion, die er für unveränderbar, alternativlos und „echt“ hält. Das ist jedoch ein Irrtum.

Die Liste der Illusionen ist mittlerweile lang: Der Mensch lebt in keinem Staat; er hat keine Richter, die über ihn befinden; er entwickelt sich in Vernunft und Gewissen; er hat keine Gesetzgeber; er kennt keine Staatsgewalt; er kennt keine künstlichen Grenzen.
Er kennt keine Vorgesetzten, er kennt kein Geld, er hat ein „Ich“, er ist nicht sein „Ich“, er sieht vordringlich seine innere Entwicklung, wie er ihr in der Kindheit einst nachging, bevor er das erste Mal dafür bestraft wurde und seine Entwicklung durch eine äußerliche und vergängliche Entwicklung im Haben austauschte.

Frieden ist für ihn eine innere Einstellung und kein Stück Papier was irgendwann vergessen wird. Technologie ist die im Haben geschehene Entwicklung, wie sie bisher im Sein zu kurz ausgefallen ist. Freiheit und Gerechtigkeit sind Phänomene seiner Entwicklung in Vernunft und Gewissen. Es gibt keine „selbstbestimmenden Staaten“, nur selbstbestimmende Menschen.

Das mit dem selbstbestimmenden Staat ist in der Weise eine Farce, weil es bedeuten würde dem Gehege jene Rechte zuzuweisen, die man den darin gehaltenen Schafen, BRD- oder Reichsschafe nicht zugestehen würde oder jene sich weiter nur vor ihrer Eigenverantwortung zu drücken versuchten. Verständlich, wenn die klassische Politik mitunter auf ihre „Schäfchen“ herabblickt.

Und es gibt immer noch ein paar Blauäugige, die auf „gerechte“ Vorgesetzte zu hoffen meinen oder sich dafür halten. Im Kern ein Verhalten der willentlichen Unterwerfung und damit verbundener Selbstentwürdigung. So hart dies klingen mag.

Und das für Geld (gelt), was im Grunde nur mit Zahlen bedrucktes Papier ist und nur in einer Gesellschaft deswegen funktioniert, weil man sich kollektiv vom Leben abgewandt hat und lieber dem „Ersatz“ hinterherläuft.

Um es mal so auszudrücken, all jene, die nicht „Herr über sich“ selbst sind, sondern von ihren gewohnten, anerzogenen Denk- und Verhaltensweisen beherrscht werden, ziehen den leichten Weg des Bisher vor.
Das gewohnte Komfortsofa mit Betreuung und dem Traum von „gerechten“ Volksvertretern, im Rahmen wohlwollend gewährter Freiheiten und Freizügigkeiten.
Jedoch bedeutet dies auch eine Existenz in Würdelosigkeit und Fremdbestimmung, gefolgt von der irrigen Vorstellung, dass einem etwas oder jemand gehören würde, während man sich auf diese Weise unter die Fuchtel anderer begibt – „finanzielle Freiheit“ als Ziel.
An diesem Punkt erkennt man deutlich, wie weit sich der Mensch von sich selbst und dem Leben abgewandt und in der Tat einen mitunter längeren Marsch „nach Hause“ vor sich hat.

Dabei handelt es sich – wie bereits erwähnt – „nur“ um ein Rollenspiel, hinweisend auf den Ausdruck: die „natürliche Person“, ist der Mensch in der Rolle als… Rechtssubjekt.

Rechtssubjekt am besten im Sinne des positiven, des vom Menschen künstlich geschaffenen Rechts und damit verbundener Weiterführung der „Betreuung“, im üblichen Rahmen aus Arbeiten und Geld verdienen und be-regiert werden.

An diesem Punkt kann man alle Parteien und Parteigründungen getrost ad acta legen, da sie im Kern nur das Alte hochzuhalten versuchen – sowohl von den Gründern wie auch ihren Anhängern. Das geht jedoch zu Ende und wird zu einer Erinnerung. Allein deswegen, weil es sich nur im gewohnten Rahmen des positiven Rechts „abspielt“.

„Wissen sie, warum sie in der Funktion als Polizeibediensteter existieren?“ „Nein.“ „Weil sie vorgeschickt werden, um die Auswirkungen gesellschaftlich tolerierter Unvernunft oberflächlich zu kaschieren.“ „Stimmt. Und ich gehe davon aus, dass dies noch eine Weile der Fall sein wird.“ Gespräch mit Selbigem in 2017

Im Übrigen ein Zustand, der bereits 1950 „beerdigt“ wurde und sich die vielen Anhänger des Rechts in einer Illusion bewegen, hinweisend §15 GVG: „weggefallen“.

Väter der Klamotte: Der BRD kamen bereits 1950 die Staatsgerichte abhanden

Um etwas verändern zu können, herrscht die weitverbreitete Meinung, dass Veränderung erst einmal „woanders“ oder „bei anderen“ stattfinden muss, weil man sich selbst ja für „in Ordnung“ hält. Ein ebenfalls bei Institutionen und ihren Rollenspielern beobachtetes Phänomen.

Doch wer weiß schon, dass die „üblichen“ Verhalten Ergebnisse einer Erziehung sind, die dem Menschen alles andere als „gewogen“ sind, da er mehrheitlich auf Gehorsam getrimmt ist und das, was er unter „Freiheit“ versteht, lediglich tolerierte Freizügigkeiten und wohlwollend überlassene Freiheiten sind.

„Freiheiten“ und „Freizügigkeiten“ weisen auf eine Autorität hin, die diese gewährt. In der Regel solange, wie das Verhältnis – bezeichnet mit freiheitlich demokratischer Grundordnung – zwischen Untergebenen und Erhobenen weiter bestehen bleibt, während die Infragestellung der Grundordnung jedoch notwendig ist.

„Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.“ Hinweisend auf Art. 20, Abs. 4 GG i.V.m. Art. 18 GG: „Wer die Freiheit der Meinungsäußerung,… zum Kampfe gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung mißbraucht, verwirkt diese Grundrechte.“

Wer weiß schon, dass die Welt – IN der er „lebt“ – durch seine Denk- und Verhaltensweisen, Entscheidungen und Handlungen mitgestaltet – wie auch all jene, die sie aus Furcht vor Veränderung, Bestrafung durch mögliche Einschränkungen und unterlassener Einmischung und mangelnde Aufklärung darüber am Laufen halten.

Auch ist es nicht damit getan, am Ende wieder einmal zu sagen, man habe nichts davon gewusst, wenn die Zeichen offensichtlich sind, jedoch der Geist des Beobachters auf Arbeiten und Geld verdienen und wieder ausgeben fokussiert ist, weil bei den Gehorsamsbereiten die anerzogene Vorstellung herrscht, dass davon „die eigene Existenz“ abhängt.

„Eine beachtliche Erfahrung, in Furcht leben zu müssen. So ist es, wenn man ein Sklave ist.“ „Roy Batty“, Blade Runner, 1982

Wie gesagt, das Kino hält einige Hinweise parat und es ist von Vorteil, sich der Rolle eines Detektivs anzunehmen, um den dingen tiefgründig nachzugehen, um so auch zwischen weiterführenden Sachverhalten und reichlich gestreuten Beschäftigungsthemen differenzieren zu lernen. Schließlich betrifft es jeden, der sich gewohnt in der Vorstellung bewegt, der Mensch lebe in einem „Staat“.

Das System selbst, ist mehr oder weniger nur eine Handvoll anerzogener oder selbst entwickelter Denk- und Verhaltensweisen, mit denen sich kaum auseinandergesetzt wird, während sie einen maßgeblichen Anteil an den weltweiten Geschehnissen haben, während die Einstellung herrscht, man „müsse“ ja schließlich nur arbeiten und Geld verdienen.

Geld wird übrigens dann gerne gegeben, wenn das Ziel den gewohnten Denk- und Verhaltensweisen entspricht, und wo es um die Erhaltung des Bisherigen geht.
In diesen Zeiten ist das ein Mittel, um mit Hilfe der üblichen Parolen und Worthülsen auf Stimmenfang zu gehen, in der Hoffnung auf Teilhabe an der Macht und als „Helden des Volkes“ gesehen zu werden.
Auf der anderen Seite die Massen, bewaffnet mit anerzogener Machtlosigkeit, auf der verzweifelten Suche nach ihren „gerechten“ Vorgesetzten.

Die Situation wird deswegen nicht besser und einige Wenige, die darüber bestimmen sollen, was für alle „gut und richtig“ sein soll, ist nur das übliche Märchen, dem sich die meisten – im Sinne ihrer eigenen, bisher unterlassenen Entwicklung – nur allzu gerne hingeben, um weiter das auf Belohnung hoffende Opfer spielen zu können.

Musikalische Nachlese: