Dagegen sein ist zu wenig

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(v1.0) Selbst wenn es mittlerweile viele sogenannte „alternative Medien“ gibt, so ist ihre mehrheitliche Ausrichtung nur inhaltlicher Natur. Prinzipiell unterscheiden sie sich vom sogenannten „Mainstream“, von dem sie sich abzugrenzen versuchen, nicht wirklich.

Beide beschäftigen sich mit den tagtäglichen Symptomen, die das System für seine Gläubigen zum Besten gibt, gepaart mit dem Blick über den Grenzzaun und in die „berühmte Ferne“.
Woanders in der Welt erhofft man sich ein Signal der Veränderung, während von dort hierher geschaut wird – in der selben Hoffnung.

Mit den Mechanismen, die den Menschen die Welt in gewohnter Weise betrachten und das Geschehene bewerten lassen, wird sich noch zu wenig auseinandergesetzt, man hofft noch auf den einen oder anderen Erlöser.

Das mit dem „Führer“, der prinzipiell das gleiche wie der „Erlöser“ ist, also jemand, der für alle die Kohlen aus dem Feuer holt, scheint in den Hintergrund getreten zu sein.
Ich kann mir einfach keinen Versicherungsvertreter oder Masseur vorstellen, der das bewerkstelligen könnte.

Es reicht nicht, sich nur gut genug in den vom Menschen geschaffenen, künstlichen Regelwerken auszukennen, um dann von „Gerechtigkeit“ zu sprechen, die es anschließend auf dem üblichen Dienstweg durchzusetzen gilt.

Ich denke, die Kinderstunde ist vorbei – genau wie die jetzige – jedoch nicht für all jene, die noch auf „die kollektive Illusion von Gerechtigkeit“ zu hoffen meinen. Denn diese findet nicht dort statt, wo eine Mehrheit sich dies zu erhoffen meint.
An diesem Punkt ist übrigens das gleiche Verhalten zu erkennen – es wird nur im Außen geschaut und meist nur von „den Anderen“ gefordert.

Neulich sah ich meine erste X22-Sendung und mir wurde klar, dass eine große Mehrheit einen gemeinsamen Weg marschiert, während lediglich eine handvoll ihren eigenen Weg geht. Man lässt sie einfach.

Das Bild, was sich mir dabei auftut gleicht einem kleinen Boot, mit dem man durch die tobende See fährt, während sich überall die hohen Wogen aufbauen und wieder in sich zusammenbrechen, während das kleine Boot davon verschont bleibt.

Manche sind in letzter Zeit „nach Hause gegangen“, von dem sie einst hoffnungsvoll und motiviert gestartet waren, um etwas bewegen zu wollen, ihnen jedoch schnell klar wurde, dass es nicht ausreicht, nur einem „Führer“ hinterherlaufen zu müssen, der es dann für alle „regelt“ und man nur auf den vorbeirauschenden Zug rechtzeitig aufzuspringen meint.

„Hier lang! Da vorne ist der Krieg! Ich schick’ euch welche nach!“

Dagegen sein reicht halt nicht aus. Nichts tun übrigens auch nicht. Welches Tun führt demnach in die „richtige“ Richtung? Und was ist überhaupt unter „richtig“ zu verstehen?

So werden in stürmischen Zeiten die wieder einmal üblichen Werkzeuge vom Dachboden geholt und dann sich in allen Formen des Klagens und Jammerns fleißig geübt.

Wenn gegen eine Impfpflicht demonstriert wird, fällt keinem auf, dass es gar keine geltende Rechtsgrundlage mehr gibt, die zu einer legitimierten „Re-Gierung*“ führen würde, die jedoch Gesetze erlässt und nach Gutdünken verändert, wie es opportun erscheint. Also läuft wohl eine ganz andere Nummer.

„Ich habe keine Zeit hinzuhören, was du sagst, denn schließlich muss ich ja mit den anderen ganz laut klagen.“

Die Unterwerfung einer Gesellschaft, die sich bereits die ganze Zeit selbst unterworfen hat, für den Glauben an den Wert von mit Zahlen bedrucktem Papier und Zahlenreihen auf dem Konto, und was sie sich damit zu „kaufen“ meint, was dann ihr gehören würde – oder gar jemand.

Den Weg der Hinterfragung auf rechtliche Geltung, davor hat die Masse Angst – genauer: vor der damit verbundenen Ausgrenzung, da sie sich insgeheim, nach der Weiterführung ihrer Betreuung durch „gerechte Vorgesetzte“ sehnt, während sie in der irrigen Vorstellung auf der Straße unterwegs ist, nur gemeinsam stark zu sein.

* Anmerkung: Nur Gierige brauchen eine Re-Gierung.

Einstige Vorkämpfer haben sich dazu entschlossen, nur noch vorgefertigte Gedanken – gepaart mit reichlich Werbung – zum Besten zu geben, damit wenigstens ein paar „Flocken“ reinkommen – jene beherrscht vom „entweder… oder“.

Mittlerweile kann und will man sich keine Gedanken mehr um Alternativen machen, die herrschende Unsicherheit erscheint einfach zu groß. Wer will in diesen Zeiten schon „alleine“ aus dem Fenster blicken?

Während eine Mehrheit ihrem Tagwerk nachgeht oder andere sich auf einer Demo tummeln, sind beide gleichsam fleißig beschäftigt. Es wird sich mit allem auseinandergesetzt, jedoch die eigene Entwicklung bleibt nach wie vor auf der Strecke. Nein, nicht das übliche nur noch mehr vom Selben.

Kaum jemand setzt sich damit auseinander, dass es weder etwas nutzt, die Augen zu senken, noch reicht es dagegen zu sein, weil sich kaum jemand darüber bewusst, ist, dass es seine eigenen Konditionierungen sind, die ihn zu einem wirksamen Teilnehmer von etwas werden lassen, was sich hinter dem ganzen sicht- und spürbaren Tamtam bewegt: das System.

Gern wird von geheimen Gesellschaften und der bösen Politik geschwafelt, die für alles verantwortlich sein sollen, während sich die Masse auf ihre Rolle als „unschuldiges Opfer der Umstände“ zu berufen meint.
Andere lamentieren über einen „souveränen Staat“, während übersehen wird, dass weiter nur dem Üblichen nachgegangen werden soll – doch dieses Mal mit „gerechten Vorgesetzten“, ihren „gerechten Gesetzen“ und ausgestattet mit wahrer „Gerechtigkeit“.

Und auch an diesem Punkt tritt die Erziehung zur Gehorsamsbereitschaft deutlich zu Tage – und damit verbundener Hoffnung auf weitere Betreuung durch auserkorene „Betreuer“.

„Das Deutsche Volk… vor Gott und den Menschen…“

Doch kann ich hier jeden beunruhigen: Das Phänomen, mit dem es alle zu tun haben, lässt sich, dank der überall herrschenden Erziehung zur Gehorsamsbereitschaft und sich daraus ergebender Organisationsstruktur, global beobachten.
Damit verbundene Denk- und Verhaltensmuster sind vom Wesen her gleich, gleich welcher „Nation“ man Aufmerksamkeit schenkt.

Der Glaube an den Wert von mit Zahlen bedrucktem Papier, Zahlenreihen auf dem Konto und dass Arbeit damit zu begleichen sei, lässt alle brav bis zur Grenze der alten Ordnung eine flotte „Demonstrations-Sohle aufs Parkett legen“, während es später wieder artig an die Arbeit geht, damit Geld verdient und wieder ausgegeben wird.

Die geistige Isolierung der Teilnehmer voneinander sorgt dafür, dass sich jeder als Konkurrent erkennen mag, während man sich (über den Kaufmann) indirekt die Waren gegenseitig abkauft und mit Steuern die Betreuungsstrukturen erhält. Hallo?

An diesem Punkt ist jede Ambition, die sich auf die Rückkehr zu einem „Rechtsstaat“ besinnt, ad absurdum geführt.

Der Mensch, der vom Sein ins Haben „hineinerzogen“ wurde, lässt nur deswegen leicht steuern, indem man ihm im Glauben lässt, ihm würde etwas gehören, wäre sein Eigen, würde er „besitzen“. Während er versucht, mit Äußerlichkeiten seine innere Leere damit befüllen zu wollen, solange es ihm „gehört“.

„Dem König verlangt es nach Frieden.“ „Longshanks verlangt es nach Frieden?“ „So versicherte er es mir. Das schwöre ich. Er macht den Vorschlag, dass ihr auf den Angriff verzichtet. Und als Abfindung gewährt er euch einen Titel, Ländereien und diese Truhe voller Gold, die ihr persönlich von mir in Empfang nehmt.“ „Für Ländereien, Titel und Gold soll ich zum Judas werden?“ „Frieden wird eben so gemacht.“ „Sklaven werden so gemacht!“ Dialog „Prinzessin Isabelle“ mit „William Wallace“ Braveheart, 1995

Dass dem Menschen etwas gehören soll, sorgt gleichzeitig auch dafür, dass er es auch verlieren kann, was wiederum Verlustängste erzeugt, er sich daran klammert und unter Androhung möglicher Verluste, dann brav und artig „funktioniert“, wie es ihm geheißen wird.
Das ihm etwas gehören würde, schließt sogar die irrige Vorstellung mit ein, dass ihm das Leben gehören würde. Deshalb müsse er dafür kämpfen oder sich deswegen unterwerfen.
Ihm naht zur rechten Zeit der ersonnene Feind, der dafür verantwortlich sein soll.

Mit Corona versucht man der Bevölkerung nur ihre gewohnte Haltung zu spiegeln, während die sich damit bemüht, etwas klagenden Widerstand an den Tag zu legen oder sich mit allerlei Mitteln die tägliche Unterwerfung möglichst angenehm zu gestalten. Doch kaum jemand stellt das System infrage, IN dem das alles stattfindet. Warum?

Weil sich kaum über die eigenen Denk- und Verhaltensmuster Gedanken gemacht wird, die eben jenes System erzeugen und durch übliche Konventionen, Traditionen und Wertvorstellungen aufrechterhalten.

Der Feind erscheint nur deshalb als Feind, um durch seine Bekämpfung die eigene Persönlichkeitsexistenz zu rechtfertigen.
Hat man jedoch erkannt, dass „Feinde“ eine selbst geschaffene Kreation des eigenen „Ichs“ sind, lässt sich das Konzept und damit verbundene Handlungskonzepte infrage stellen und so an gewohnter Bedeutung verlieren.
Das ist nur ein Punkt, wo ein Um- und Weiterdenken notwendig ist – mit einer der wesentlichsten.

Ein anderer Punkt ist die Illusion, dass sich „der oder die Anderen“ erst einmal verändern müssten – gleichfalls, dass alles zuerst einmal schön sein muss, damit man sich wieder frei von Angst bewegen könne und somit erst einmal „die Bösen“ weg müssten.

„Nichts lindert Ängste besser, als ein Hauch Nostalgie.“ „Morpheus“, Matrix Resurrections, 2021

Um- und Weiterdenken sind dabei ein wichtiger Teil des Infragestellungsprozesses wie auch das Erkennen von gewohnten Verdrehungen in der Wahrnehmung und gewohntem Auferlegen von Bedeutungen.

„Set und Setting. Es geht immer nur um Set und Setting.“ „Morpheus“, Matrix Resurrections, 2021