Darf es noch etwas Menschlichkeit sein?

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(v1.0*) Erst neulich sind mir die beiden Eintrittskarten von „Aufbruch Gold Rot Schwarz“ wieder in die Hände gefallen. Es wäre müßig zu fragen, was daraus geworden ist. Doch zumindest war es ein Anfang und eine spannende Zeit.

Ein wesentlicher Aspekt bei dem Ganzen war, dass man sich traf und miteinander sprach, egal was andere darüber dachten oder im Netz zu verbreiten meinten, man habe es nur mit einem Haufen „Reichsbürger“ zu tun.

Denn was hinter der „Reichsbürger-Stigmatisierung“ steckt, ist nichts anderes als die Angst vor dem Verlust des Erreichten, was Existenz und damit verbundene Macht, Karriere, Geld, Eigentum, Besitz, Hab und Gut angeht.

Bisher hat sich kaum jemand mit dem System an sich auseinandergesetzt. In der Regel ging es darum, die einen nur gegen die anderen austauschen zu wollen, während insgesamt die in der Gesellschaft als „normal“ angesehenen Denk- und Verhaltensweisen nie Thema waren, wo man jedoch das System wirklich „an den Eiern packen“ kann, indem man die eigenen Denk- und Verhaltensweisen hinterfragt.

All jene, die sich bisher nur darin übten, gute Mitläufer sein zu wollen: Es geht darum, die eigenen Denk- und Verhaltensweisen zu ändern, was naheliegend ist. So zeichnete sich recht schnell ein Bild ab, wo es nur darum ging, die gewohnte Existenz zu sichern und so entpuppte sich das meiste als ein Geschäftsmodell, was die meisten Akteure recht schnell wieder in die alte Ordnung fallen ließ.

Ich erinnere mich an zwei Gespräche, eines zuhause bei mir und eines auf der Veranstaltung, wo es lediglich darum ging, das „Modell von Schubäus“ vorzustellen.

Das Interesse des Angesprochen erschöpfte sich darin, dass er dafür 3.500 Euro haben wolle, wenn er eine Sendung darüber machen würde, während dort so mancher auftauchte, der sicher kein Geld bezahlt hatte und sich trotzdem äußern konnte.

Nun gut, das hat sich mittlerweile „von selbst geregelt“, wie es übrigens immer so geschehen ist, wenn konventionelles auf ganzheitliches Denken getroffen ist. Das auftretende Phänomen nennt sich übrigens „Ockhams Rasiermesser“.

Es reicht auf der einen Seite nicht, nur die „Probleme“ oder grundsätzlich etwas festzustellen, um diese oder jene durch „Lösungen“ zu ersetzen, wenn dazwischen kein Gestaltungsprozess stattfindet und die wahrgenommenen „Probleme“ nur Symptome sind, die man mit noch so viel Donquichotterie nicht beseitigen kann.

Hinzukommt, dass es auch nichts nutzt, nur ein Verteilersprachrohr zu sein, während der eigene Entwicklungsprozess gegen „fremde Meinungen“ weiter geblockt bleibt, während man nur die Konsumenten in ihren üblichen Denk- und Verhaltensweisen zu befriedigen versucht.

Denn insgesamt zu beobachten ist der fehlende Prozess, ein größeres Ganzes konstruieren zu wollen, ein vernetztes Bild, was sich nicht nur durch lose Ansammlungen von Wunschvorstellungen und Fiktionen zum Ausdruck bringt oder wie dieses oder jenes sein müsste, während überall darauf gewartet wird, dass wenige anfangen und es so weit „bringen“, dass die Wartenden nur noch aufspringen müssen. So wird das natürlich nichts.

Doch auch das ist eine gute Erkenntnis, wenn man erkennt, dass es so nicht funktioniert, denn nicht selten liegt die „Lösung“ näher, als man sich das vorzustellen wagt, indem man das Bestehende sozusagen invertiert (sozusagen die Socke links herum macht) und nicht einfach nur negiert (nur dagegen sein) oder durch das prinzipiell Gleiche zu ersetzen versucht.

Dabei ist es ein beachtlicher Unterschied, ob man etwas nur inhaltlich ersetzt (also ein Staat gegen einen anderen) oder das System in Frage stellt, WORIN das übliche Staatsgeplänkel stattfindet.
Kaum jemand, der mir bisher begegnet ist, erkennt hier einen Unterschied, weil die meisten alles hinterfragen, nur ihre eigenen Denk- und Verhaltensweise nicht, die sie die Situationen so erscheinen und erleben lassen, wovon sie dann ihr Handeln abhängig machen.

Wer weiß schon, dass dahinter die Gehorsamsbereitschaft weiter herrscht, die einfach nur nach „gerechten Vorgesetzten“ Ausschau hält und der Mangel an Selbstbetrachtung der eigenen „Prozessmuster“ durch reichlich inhaltliches Wissen übertüncht wird, was nicht selten nur auswendig „heruntergebetet“ wird.

Über die Jahre war sehr auffällig, dass man sich damit zufrieden gab, Informationen von anderen auf dem eigenen Blog zu veröffentlichen, während die eigene Meinung mehr oder weniger außen vor blieb und noch bleibt. Nicht wenige Akteure haben bis zum heutigen Tage „die Segel gestrichen“.

Anderweitig übt man sich im Hinterhof (fremdgesteuert?) oder im feuchten Keller am Aufbau staatlich erscheinender Strukturen, während die Akteure übersehen, dass ihnen die notwendigen praktischen Organisationsgrundlagen zur Gänze fehlen und es nicht damit getan ist, nur den einen oder anderen Polizeipräsidenten, Reichskanzler oder Kaiser zu ernennen.

Wer weiß schon, dass es sich hier grundsätzlich nur um Erwachsenenspiele handelt und es nicht damit getan ist, nur irgendetwas zu tun, um behaupten zu können, dass man wenigstens etwas tun würde.

Das hat nichts mit Wirksamkeit zu tun, sondern nur mit beschäftigt sein.

Und überall, wo sich mit dem Alten auseinandergesetzt wird, um es im Sinne seiner „Auferstehung“ pushen zu wollen, wirken dahinter nur die üblichen – für das System notwendigen Denk- und Verhaltensweisen, nach denen jene in der Tat „funktionieren“, ohne dass sie diese selbst erkennen können oder gar wollen.

Mittlerweile kann man sich da getrost nach hinten lehnen, da es mit zunehmender Veränderung fundamentaler Systemprozesse aufwendiger wird, das Klassische aufrechterhalten oder gar „zum Leben bringen“ zu wollen.

Der Weg durch das „geistige, jedoch tabuisierte Reichsgebiet“ war (für manche noch „ist“) notwendig, um dahinter an das System zu gelangen, IN dem der ganze Sermon mit seinen Rollenspielen stattfindet und dass es nicht ausreicht, das Bühnenstück nur durch andere Darsteller und durch Veränderung der Rollenbezeichnungen aufzupeppen.

An diesem Punkt wird es in der Regel recht schnell ruhig, wird dem einen oder anderen klar, dass es ihm mit der von ihm geforderten Veränderung, doch etwas zu weit zu gehen scheint.

Jedoch geht es nicht einfach darum, nur oberflächlich etwas zu traktieren und damit die anderen zu „überraschen“, zumal es im Alten der Mehrheiten bedarf.
All jene, die sicher irgendwann verstehen werden, dass es wenig nutzt, nur die „Ungerechten“ durch als „gerecht“ Ersonnene austauschen zu wollen, während dadurch die gewohnte Unterwerfung weiter erhalten bleibt.

Auffällig ist dabei, dass so manche der belohnten Unterdrückung den Vorzug nur deswegen geben, weil jene sich über das natürliche, nicht das künstliche Gegenstück keine Gedanken machen oder machen wollen.

Was das künstliche Gegenstück zur belohnten Unterdrückung ist? Das ist die Position des wohlwollenden Herrschers.
Das natürliche Gegenstück ist der freie Mensch, der sich in Vernunft und Gewissen entfaltet und der nicht gezwungen ist, sich für mit Zahlen bedrucktes Papier oder ähnlichem zu unterwerfen, damit seine Existenz „gesichert“ erscheint.

Denn darf man dabei nicht übersehen, dass die Existenz mit seinen mehr oder weniger wohlwollenden Vorgesetzten und die menschliche Würde und damit bestehende Bindung zum Leben, zwei verschiedene Paar Schuhe sind, siehe Art. 23, Punkt 3, Allgemeine Erklärung der Menschenrechte: „… eine der menschlichen Würde entsprechende Existenz…“

„Freizügigkeiten, Freiheiten und finanzielle Freiheit sind alle drei keine Freiheit, da sie stets einer wohlwollenden Autorität bedürfen, die sie gewährt.“

Anmerkung: Menschlichkeit ist nicht etwas, was man einfordert, sondern, was man sichtbar vorlebt.