Das Morgen denken

(v1.2) Hier und da taucht bereits die Frage auf, wie es wohl nach der „Corona-Krise“ weitergehen mag.

„Krise ist jener Zustand, wo bisherige Denk- und Verhaltensweisen zu keinem wirksamen Ergebnis mehr führen.“

Die Frage tauchte mittlerweile drei vier Male auf. Darauf mag ich in dem Sinne antworten, dass ihre Beantwortung rein geäußertes Wunschdenken wäre. Jedoch ist die Richtung klar erkennbar. Das sagt alles und gleichzeitig auch nichts aus. Das liegt daran, dass es in jedermanns eigener Verantwortung liegt sowie damit verbunden auch seiner Denk- und Verhaltensweisen.
Es wäre ein Unding darüber zu bestimmen und zu entscheiden, was für andere „gut und richtig“ sein soll. Dies zu erkennen ist jedermanns eigene Aufgabe. Sicher kann man auch das Beste hoffen. Besser ist das Vertrauen, dass es anders wird – grundsätzlich.

„Hoffnung ist ein Bettler.“ Jim Carey

So mancher hoffnungsvolle Blick wendet sich bereits sehnsuchtsvoll in die Vergangenheit, ob es da nicht etwas gab, was man nur wieder neu erstehen lassen könne oder ob es wie bisher weiterginge oder ob nun ein „Reich“ käme oder eine längst vergessen geglaubte Zivilisation mit ihren Errungenschaften.

Einige sehen den Silberstreifen am Horizont, im Amt eines Kaisers, Königs, Reichskanzlers oder dem eines Polizeichefs einnehmen zu wollen, der berühmte Griff nach der Macht – also um das bisher als real und alternativlos angesehene Rollenspiel nur mit anders betitelten Rollen und (zwangsgeänderter) Besetzung fortführen zu wollen. Die Führerrolle wurde wegen des damit verbundenen Negativ-Images nicht mehr besetzt.

Sichtlich versucht sich hier das System durch eine neue Verkleidung in die gewohnte Geisteshaltung hinüberretten zu wollen. Stichtag ist dabei der 8. Mai 2020 bei allen staatlichen Lottoannahmestellen.
Während sich die Welt weiterentwickelt, versucht sich eine weitere Minderheit, wem die Mehrheit demnächst zu folgen hat: in die Vergangenheit. (Ich freue mich auf meine eigene Verfolgung. Ach so. Ich bin offiziell ja nicht mehr da.) Mit einem Zaun darum und der Rest soll sich wegscheren, ist es nicht getan. Das Verhalten der Abgrenzung, zeigt sich durch die angestrebte Fortführung eines „Staatskonzeptes“. So nebenbei.

„Wenn das mit der RFD geklappt hätte, wären wir sofort bei ihnen gewesen.“ Polizeibediensteter zu einem Bekannten, beide aus Fulda

Der Mensch wird sich aus dem Rollenspiel schon zu verabschieden haben, wenn er wirklich etwas „Neues“ oder bereits längst Vergessenes (wieder) erleben möchte und damit verbunden auch von seinen anerzogenen Verdrängungskonzepten, wenn er wieder Teil der Weltgemeinschaft sein mag.

„T minus 777.600 Seconds“, heißt es ab dem 30.04.2020, 0:00 Uhr.“

Die Erkenntnis, dass er nicht die Rolle ist, die er ohne es zu wissen bisher zu spielen meinte, nur weil er dafür entlohnt wurde, ist dabei von fundamentaler Bedeutung. Davon betroffen auch das Erreichte, was ihm nie gehörte.

Die Aufgabe besteht darin, die Welt neu zu denken, nicht sie zu wiederholen.

Etwas „Neues“ ist demnach nur die Wiederentdeckung des von gewohnter „Erziehung“ überlagertem. Erst wenn sich der Mensch der Aufgabe stellt, diesen Entdeckungsprozess konsequent beschreiten zu wollen, wird er daraus zunehmend „neue“ Sicht- und Handlungsweisen entwickeln.

Denn nicht wirklich wurde bis jetzt nach vorne gedacht, sondern stets nur das Gestern hervorgekramt, gegen anderes (Gestern) ausgetauscht und so wiederholt.

An den Nerven zerrende Diskussionen, welche Gesetze denn „gültig“ seien oder „gelten“ würden, oder welche Verfassung es nun endlich sei, kann man getrost mit dem Hinweis einstampfen, da sie üblicherweise nur im Rahmen der Rechtsfiktion betrachtet werden, für welches insgesamt das positive Recht steht und sich somit auch das Pendant präsentiert, was dem Menschen zuzuordnen ist: das Naturrecht.
Es nennt sich auch überpositives Recht oder auch Vernunftrecht. Vernunft, die wieder eine der beiden wesentlichen Eigenschaften sind, die den sich natürlich entwickelnden Menschen kennzeichnen.

Wer nun die übliche Frage stellt, wie man das den den anderen „beibringen“ mag, so kann er ja mal selbst denken, statt nur gewohnt fragen zu wollen. Eigenständiges Denken fördert das Denken aus sich heraus.
Gewöhne man sich daran, auch wenn es nicht bezahlt wird. Schließlich geht es um die eigene Entwicklung.
Wer der Meinung ist, „die Anderen“ bräuchten ja weiterhin Betreuung, der darf nicht vergessen, dass er auf diese Weise nur auf die Weiterführung seiner eigenen Betreuung besteht. Erst neulich rief jemand an und war sogar fest davon überzeugt.
Wer glaubt Naturrecht sei das Recht des Stärkeren, das Faustrecht, der hat es noch nicht wirklich verstanden.

„Ich glaube, wenn alle sehen, was aus nur wenigen Menschen wird, die sich ihren Fähigkeiten voll und ganz öffnen, dann werden andere erwachen. Der Glaube an sich selbst, ist ansteckend. Wir geben einander die Erlaubnis, Superhelden zu sein. Anderenfalls werden wir niemals erwachen.“ „Mr. Glass“, Glass, 2019

Um die Frage nach den „Anderen“ zu beantworten: „Zur Freiheit bedarf es nur des Mutes. Doch wisse: Es gibt nur ein Mitkommen und kein Mitnehmen.“ (Anmerkung: Freiheit ist nicht das, was allgemein darunter auswendig gelernt verbreitet ist.)

„Freiheiten sind Freizügigkeiten sind keine Freiheit.“

Und Freiheit ist auch nicht wirklich all das zu tun, was keinem anderen schadet. Das würde nämlich bedeuten, dass alles was dem Menschen schadet zu unterlassen, bspw. die Produktion von Nahrungsmitteln, von denen er krank wird, die Luft verschmutzt, den Regenwald abholzt, das Wasser verschmutzt, die Meere vergiftet und was es sonst noch so Nettes gibt. Was ist mit den Dingen, die einem selbst schaden? Wer denkt sich immer nur solch einen Müll aus?

Man hat dem einfachen Denker lediglich eine oberflächliche Handlungsregel mitgegeben, damit er nicht auf die Idee kommt, über seine eigene Unvernunft nachzudenken, die die Handlungsgrundlage jedes Geschäftsmodells darstellt, verbunden mit der Vorstellung, Probleme dort lösen zu wollen, wo sie sicht- und spürbar in Erscheinung treten. So am Rande.

Für alle Verehrer des Gestern: Es hat den Menschen hierher geführt. Es handelt sich hier um ein sich prinzipiell(!) wiederholendes Gestern, was sich aus einer anerzogenen, rückwärtsgewandten Haltung heraus ergibt, der in der Regel den Fokus auf eine Autorität legt, die schon weiß, was für einen „gut“ und „richtig“ sei, während der Fokus auf die Autorität und das von ihr Vorgegebene stets beibehalten werden soll, siehe oben: positives Recht entscheidend überpositives Recht.

Anmerkung: Wenn sich in Ihnen beim Lesen die Erwartung auf eine einfache Antwort regt, so kann ich Sie dahingehend beunruhigen, dass es so etwas nicht gibt. Es sei denn, Sie wollen sich einen Hund kaufen.

Letztlich lässt sich das nur über den direkten Dialog anregen, wo es sicher nicht einfach darum geht, Ihre Erwartungshaltung zu befriedigen, im Rahmen gewohnter Betrachtungen wie Macht, Rente, Geld, Eigentum, Besitz, Staat, Recht usw.

Die Frage ist stets, will man die Sperenzchen noch weiter mitmachen oder grundsätzlich(!) neu beginnen und wie weit ist man bereit zu gehen? Das ist dann auch der Punkt, wo man sich selbst erkennt. Der einfache Weg nur die „ungerechten“ gegen die „gerechten“ Vorgesetzten austauschen zu wollen, ist es jedenfalls nicht.

Das wäre ungefähr so, als ob man mit viel Mühe eine Gemüsesuppe umrühren zu wollen, in der Hoffnung, dass sich dadurch der Geschmack gänzlich verändert.
Am System selbst, würde sich nichts ändern. Doch genau darum geht es.
Sichtlich wurde vergessen, dass es so etwas wie Rezepte gibt, nach denen eine Suppe zubereitet wird.

Während der Einzelne fordert, dass sich etwas ändert, hofft er insgeheim, nicht davon betroffen zu sein, um weiter machen zu können, wie bisher. Authentizität ist also dringend notwendig, die dem „so tun,als ob“ entgegensteht.

Ein System besteht auch aus einem „Rezept“ und zwar eines aus jenen Regelwerken, die das Fühlen, Denken und Handeln des Menschen beeinflussen und allem, was sich daraus ableitet.
Nun hat sich der Mensch unwissentlich „eine Suppe eingebrockt“, die er mit dem gewohnten Löffel jedoch nicht mehr auszulöffeln vermag.

Das in der Mehrheit als „normal“ angenommene Wissen, dient lediglich dazu, das System in dem sich gewohnt bewegt wird nur inhaltlich neu zu gestalten, während die Regelwerke, die Prinzipien im Hintergrund die gleichen bleiben sollen, nicht erkannt werden oder erkannt werden wollen – weshalb der gefühlte Druck einfach nur weiter zunimmt.

Darüber sprechen zu wollen, erscheint zunächst so, als wolle man einem Fisch erklären, dass er im Wasser schwimmt. Allein aus diesem Grund, ist es die Aufgabe des Fisches herauszufinden, in was er da schwimmt. Erklärend: Es handelt sich hier um eine Metapher. (Anmerkung: Es hat schon einige gegeben, die sich darüber beschwerten, weil sie ja keine Fische seien.)

Dem kommt hinzu, dass es im Kern um ein System geht, was der Mensch unbewusst „gestaltet“ und eines von dem er sich unbewusst abgewandt hat.
Das Zweite kann man nur durch den Prozess der Infragestellung des ersten wiedererkennen.
Dass es ihm „unbewusst“ ist, liegt einfach daran, dass er sich mit allem möglichen Firlefanz ablenken lässt, bis hin zu Gewalt, damit er ständig beschäftigt ist und am wenigsten sich selbst betrachtet. Denn dort findet sich „das System“.
„Das System“ überträgt sich wie ein Virus auf die jeweils nachfolgenden Generationen mit nur einer Handlung: der Bestrafung.

Somit ist es sinnlos, sich ohne Hinterfragung des Systems und damit verbundenem eigenen Umprägung (Umdenken), an was „Neues“ denken zu wollen. Und was alles damit zusammenhängt… mein lieber Schwede!

Die „Nummer“ mit der alten Weltordnung lief die letzten paar tausend Jahre der Menschheitsgeschichte ab. Wen wundert es da schon ein: „Es war ja schon immer so“ oder ein: „Das haben wir noch nie so gemacht.“

Um es so zu formulieren: Sicher gibt es viele, die die Beibehaltung des Alten befürworten, also lieber auf einem Bein unterwegs sein, dafür mit der Vorstellung über „gerechte“ Vorgesetzte, die sagen, wie man am besten auf einem Bein läuft, während der ständige „Unterricht“ natürlich Geld kostet.

Falls Sie mich fragen, bekommen Sie stets meine Meinung und keine, die sich einfach der mehrheitlichen durch bloße Übernahme anpasst. Diese eigene Meinung wird in der Regel mit der Absicht verbunden sein, eine Gedankenbrücke zu bauen.

Das Morgen denkt sich nicht, indem man zurückschaut und irgendwo kramt, wo noch etwas „besser“ war als das Gestern, in dem man sich damit bewegt. Das hat nichts mit Denken zu tun, auch dann nicht, wenn man nur genug vom Gestern zu erzählen weiß.

Es geht darum, das Bisherige zu hinterfragen, warum das alles bisher so geschehen ist. Der erste Mechanismus, den man dabei vermeiden sollte, ist gewohnte Schuldzuweisung oder die Suche nach den Hauptverantwortlichen. So zumindest habe ich irgendwann mit dem Umdenken angefangen.

An diesem Punkt ist erkennbar, wie sehr man sich an Dinge gewöhnt hat, die nun zu überwinden sind – wer mag, natürlich. Selbstentschlossen ist jedenfalls besser, als sich gezwungen zu fühlen. Es gibt da auch keine anderen, die Schuld an dem Druck sind und wenn es einem noch so sehr unter den Nägeln brennt.

Es gibt viele Dinge zu klären, an die man bisher aus der Gewohnheit heraus seinen Glauben schenkte.
Wer will sich schon eingestehen, dass alles was ihm widerfährt, ihn lediglich daran erinnert, sich mit seinen bisherigen Denk- und Verhaltensweisen auseinanderzusetzen, die maßgeblich für das Handeln verantwortlich sind?

Man bekommt immer das, was man sich nimmt, und das was man „sich nimmt“, wird von den Denk- und Verhaltensweisen bestimmt, nicht von den schönen Worten, die man sich und seinem Gegenüber (auf der suche nach Mitstreitern) häufig euphorisch um die Ohren haut.

Es geht auch nicht um „Mitstreiter“, sondern um die eigene Entwicklung. Eine Entwicklung nicht im gewohnten Sinne, wo sich Neid und Missgunst daran zu reiben versuchen. Wer jetzt etwas nicht versteht oder sich nicht vorstellen kann, ist dies sehr einfach erklärbar:

„Mit dem Wissen, was man kennt, bekommt man immer nur das, was man hat.“

Die nächste irrige Vorstellung ist, sich auf Bekanntes stützen zu wollen, was mal „besser“ gewesen sein soll – als das, was jetzt ist.

„Gestern war alles besser“ ist prinzipiell das gleiche wie ein Plakat, wo draufsteht: „Morgen gibt es Freibier“. Denn was ist das letztlich das Jetzt aus der Sicht eines Morgen?

Wenn von der Rückkehr zum Rechtsstaat gesprochen wird, dann in der Regel nicht nur um irgendwelche „Verbrecher“ nochmal so richtig bestrafen zu wollen, sondern auch gewiss zu sein, dass das Erreichte weiter mit „Eigentum“ oder „Besitz“ überzeichnet werden kann, ob das nun jemand oder etwas ist, was einem „gehören“ soll.

Derartige Haltungen verkörpern nur das Alte mit all seinen Erscheinungsformen, an denen so mancher festzuhalten gedenkt, während davon gesprochen wird, dass es doch endlich mal was„ändern“ soll.
Gefühltes Leid ist übrigens ein Phänomen, was entsteht, wenn man zwar lautstark fordert, dass sich etwas ändern soll, während man insgeheim selbst nicht davon betroffen sein möchte.

Ein Opfer sieht dabei stets ein Szenario seiner eigenen (weiteren) Unterdrückung vor sich, die es natürlich nicht alleine ertragen kann und deshalb „Mitstreiter“ sucht. Systemanhänger gibt es reichlich.

„Lasst uns treffen und gegenseitig die Angst nehmen.“ Aus einer E-Mail

Noch erkennt kaum jemand, dass ihm das Anerzogene gar nicht in die Lage versetzt, über den Tellerrand zu schauen – ein globales Phänomen belohnt höriger Gesellschaftsteilnehmer.

Was das mit der eigenen Souveränität (Selbstbestimmung) zu tun hat, nur „gerechte“ Vorgesetzte oder „souveräne“ Fiktionen (Staaten) haben zu müssen, entzieht sich meiner Logik.

Wenn man die Gläubigen darauf anspricht, beruht ihre Reaktion in der Regel darauf, dass sie sich schwer tun, bisher an eine Märchenstunde geglaubt zu haben.

Das „Ich“ tut sich schwer, sich seine eigene Märchenstunde einzugestehen, der es belohnt kollektiv den Glauben schenkte diese miterzeugte. Und je älter so mancher dreinschaut, desto schwerer erscheint es ihm und um so theatralischer das Wegschauen.

Hat man erst einmal verstanden (was nicht einfach mit „darüber gehört“ zu verwechseln ist), dass einem auch das Leben nicht gehört, sondern man nur daran teilnimmt, löst sich die Angst vor dem Tod in Wohlgefallen auf, weil das Leben größer ist, als das, was sich der Mensch da so „zusammenreduziert“ hat.

So versucht sich der eine oder andere in einer Haltung, die von den gewohnten Denk- und Verhaltensweisen gesteuert wird, um am Gestern festhalten zu wollen, weil dies kein Umdenken erfordert.
Während sich die Welt bereits ändert, denken ein paar darüber nach auf diesem Boden das Vorgestern wieder einführen zu wollen und ruft nach der Monarchie.

Doch darf das alles sein, weil sich das Leben bereits auf der Überholspur befindet, was das Bisherige auf als eine nützliche Erinnerung zurücklässt, wo man lernte, wie es nicht funktioniert.

Wer kommt schon auf die Idee, dass das Tun von den Denk- und Verhaltensweisen bestimmt wird und nicht durch eine noch so große Abstimmung, was gemacht werden soll – oder ob einer bestimmt, was der Rest zu tun hat.
Es geht nicht darum, über jemanden zu bestimmen, denn dies erfordert stets eine erhabene Position, verbunden mit einer nachfolgenden Durchsetzung.

Wer kommt schon auf die Idee, sich einem anderen notfalls freiwillig zu unterwerfen, um dafür an seinen Gewohnheiten beharren zu können, weil sie dafür belohnt werden.

„Wenn ich erkenne, dass ihr nur BRD 2.0 weitermachen wollt, dann mache ich einfach nur weiter.“ „Dann bist du auch der erste, den wir dann festnehmen.“ Dialog

„Mehrheit ist kein Garant für Richtigkeit, sondern in der Regel nur für Mehrheit.“

Wenn Mehrheiten ihre Verantwortung an wenige abzugeben meinen, die ihre Meinung vertreten sollen, so stellt sich mir die Frage, warum sie ihre Meinung nicht selbst zu äußern bereit sind. In der Regel weil sie Angst vor Ausgrenzung durch die Gesellschaft haben.
Ausgrenzung ist ein Werkzeug der Fremdbestimmung, um Meinungsgleichschaltung oder Schweigen herbeizuführen. Anerzogene Gehorsamsbereitschaft macht‘s möglich.

Der Unterschied zwischen „Eliten“ und der Masse besteht im Wesentlichen darin, dass die sogenannten „Eliten“ wissen, wie die Masse funktioniert, während die Masse nicht wissen will, wie sie funktioniert, denn sie muss ja arbeiten und Geld verdienen. Die persönliche Anwesenheit der Autorität wurde bspw. durch ein Werkzeug ersetzt, z.B. durch mit Zahlen bedrucktem Papier.

Arbeiten und Geld verdienen ist auch der Motor der alten Ordnung, wo man vor Jahrhunderten die Sklaven noch zur Arbeit anhielt, geschieht dies heute freiwillig.

Mangelnde Selbstreflektion liegt auf beiden Seiten der „Partnerschaft“ aus Vorgesetzten und Untergebenen vor – konkludentes Handeln. „Es war ja schon immer so.“

Das Morgen ist dann erkennbar, wenn man das Bisherige auf der Prinzipebene in Frage stellt, also nicht versucht, nur noch mehr Details von Details in den Inhalten finden zu wollen, während die wiederkehrenden Muster des bisher Geschehenen dabei übersehen werden, welche erst Rückschluss auf die Ursachen geben – voraussetzt man sucht nicht einfach nach den Schuldigen.

An diesem Punkt kann man beide Systeme und ihre Verfechter erkennen: Auf der einen Seite die „Sammler“, deren Schlussfolgerungen im Versuch einer finalen Schuldzuweisung liegen oder jene, die sich mit den wiederkehrenden Mustern geschichtlicher Erscheinungen auseinandersetzen und die Fragen auf menschliche Denk- und Verhaltensweisen richten, die für die Geschehnisse verantwortlich waren und noch sind.

An diesem Punkt erkennt man auch die Widersinnigkeit von Schuldzuweisungen und damit auch, die meisten, die mit einem Kopfgefängnis unterwegs sind und auf Befreiung durch einen anbetungswürdigen Erlöser oder Führer warten oder sich einfach nur auf Geheiß irgendwo anzuschließen bereit sind oder jemanden suchen, der für sie das mit dem auserkorenen „Feind“ regelt.

Doch gerade darum geht es nicht, selbst wenn es noch so viele zu hoffen meinen.

Vor dem Morgen besteht zunächst die Aufgabe darin, das Gestern in seinem Wesen zu verstehen.

„Es gilt erst einmal ein Bewusstsein des Missstandes zu schaffen. Jetzt nicht gleich zu fragen: „Gib doch die Antwort.“
Ein Dutschke will keine Antwort geben. Das wäre genau die manipulative Antwort, die, ich nicht zu geben bereit bin. Denn was soll es bedeuten, als Einzelner Antworten zu geben, wenn die gesamtgesellschaftliche Bewusstlosigkeit bestehen bleibt. Die muss durchbrochen werden, dann können Antworten gegeben werden…“ Rudi Dutschke

Nachtrag: Sie wundern sich vielleicht, warum ich über das Neue nicht schreibe. Indirekt tue ich es schon. Denn der Moment, wenn man es selbst aus dem eigenen Denken heraus erkennt, versteht, das ist der Moment, dem man niemandem mit noch so schönen Hoffnungen und Erzählungen ins Ohr flüstern kann.
Das ist der Moment, wo Sie selbst (siehe: Rudi Dutschke) – und darauf kommt es an – es erfasst haben. Das sind jene Momente, wo eigenständiges Denken, Kombinieren, Abwägen, Einfühlen, Eruieren, Entblättern, Hinterfragen zu einer Erkenntnis führt, verbunden mit einem inneren Gefühl, was durch keine Euphorie zu ersetzen ist. Selbst wenn auf mancher Webseite noch so viel versprochen und vorgefertigt sein mag, was auf sie wartet, wenn Sie nur den oder den als Vorgesetzten mit seinen Regeln akzeptieren. Das ist auch der Moment, wo Sie das „gestern war alles besser“,  möglicherweise das erste Mal überwinden. Dann haben Sie es geschafft.