Der Taucher, der nicht taucht, taucht nüscht

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(V1.1*) Heute ist so ein Tag, da kann man sicher noch einen weiteren Beitrag schreiben, da die Tage zuvor, nochmals die lieben Tugenden aus der Versenkung auftauchten.

„Das Wort Tugend (von mittelhochdeutsch tugent , Kraft, Macht, [gute] Eigenschaft, Fertigkeit, Vorzüglichkeit; lateinisch virtus, altgriechisch ἀρετή aretḗ) ist abgeleitet von taugen; die ursprüngliche Grundbedeutung ist die Tauglichkeit (Tüchtigkeit, Vorzüglichkeit) einer Person.
Allgemein versteht man unter Tugend eine hervorragende Eigenschaft oder vorbildliche Haltung. Im weitesten Sinne kann jede Fähigkeit zu einem Handeln, das als wertvoll betrachtet wird, als Tugend bezeichnet werden. In der Ethik bezeichnet der Begriff eine als wichtig und erstrebenswert geltende Charaktereigenschaft, die eine Person befähigt, das sittlich Gute zu verwirklichen.
Damit verbindet sich gewöhnlich die Auffassung, dass dieser Eigenschaft und der Person, die über sie verfügt, Lob und Bewunderung gebühren.“ Wikipedia

Da fangen wir doch gleich mal mit den sogenannten „Preußischen Tugenden“ an, die da lauten: Aufrichtigkeit, Bescheidenheit, Disziplin, Fleiß, Gehorsam, Geradlinigkeit, Gerechtigkeitssinn, Gottesfurcht, Härte, Mut, Ordnungssinn, Pflichtbewusstsein, Pünktlichkeit, Redlichkeit, Selbstverleugnung, Sparsamkeit, Tapferkeit, Treue, Unbestechlichkeit, Unterordnung, Weltoffenheit, Zurückhaltung, Zuverlässigkeit.

Diese habe ich von einem Bild. Wer nun genauer hinschaut erkennt, dass einige förderlich für das bekannte System sind: Gehorsam, Gottesfurcht, Selbstverleugnung.

Wer im Rahmen der Gehorsamsbereitschaft aufgewachsen ist, wird Fleiß immer als etwas ansehen, um bei anderen einen „belohnbaren“ Eindruck zu hinterlassen – siehe: Selbstverleugnung.

Gehorsamsbereitschaft und Obrigkeitshörigkeit sind zwei Eigenschaften, die dem System der „belohnten“ Unterwerfung Vorschub leisten, verbunden mit wohlwollender Überlassung von Privilegien und Grundrechten (siehe: dreiteiliger Beitrag über die Grundrechte), bis die Situation eintritt, wenn die Rolle der Obrigkeit auf einmal gefährdet ist.

„Nicht das Erreichte zählt, sondern das Erzählte reicht…zunächst.“

Je nachdem, welcher wesentlichen Eigenschaft des Menschen man Aufmerksamkeit gibt, ob dies nun die Entwicklung des Menschen hin zur Selbstbestimmung darstellt, bei gleichzeitiger Entwicklung in Vernunft und Gewissen oder die Fremdbestimmung vorgezogen wird, um nachher zu sagen: „Seht, ich habe es immer gewusst, man kann niemandem trauen und man muss die Leute kontrollieren“, weil eben Vertrauen und Gewissen weder vorgelebt noch entwickelt wurden.

An diesem Punkt erkennt man auch die Kraft die darin wirkt, die Dinge wesentlich verändern zu können. Dabei ist es von Bedeutung, es in sich selbst zu entwickeln, statt es einfach von anderen zu fordern.

Insgesamt ist es also purer Unsinn, wenn Veränderung gefordert wird, jedoch die Entwicklung von Vernunft und Gewissen weiter außen vor bleiben sollen.

Das ist ungefähr der gleiche Blödsinn, wie die Einführung von Neoliberalismus in einer Diktatur in Chile zu Zeiten Pinochets.
Das kann nur „in die Hose gehen“, wenn die gesamtgesellschaftliche Aufklärung über das System der alten Ordnung und über die Auswirkungen unentwickelter Vernunft und Gewissen unterlassen werden.

An diesem Punkt offenbaren sich die meisten „Lebens- und Staatskonzepte“ mehr oder weniger nur als eine Fortführung und Beibehaltung bisheriger Denk- und Verhaltensweisen und damit verbundener hierarchischer Organisationsstrukturen aus Vorgesetzten und Untergebenen und die gelebte Opferhaltung letztlich auch nur der Ausdruck fehlender Bereitschaft zur Veränderung darstellt.

„Wenn sich also „etwas“ ändern soll, so kann „etwas“ in der Tat wirklich nur ein „bisschen“ sein – vorausgesetzt, man erkennt das „etwas“ und dass es nur ein „bisschen“ ist und nur „etwas“ Veränderung bedarf, vorausgesetzt es ist das Wesentliche.“

Gewohnte Konzepte, klassische Politik oder gewohntes ideologisches Geschwrubel, Reichs- und Rechts-Habereien reichen jedoch nicht aus, da sie nur dazu geschaffen wurden, um ihre Verfechter und deren Anhänger sich selbst unten halten zu wollen, geblendet von Macht, Geld, Eigentum, Besitz, Hab und Gut, dass sie lieber der irrigen Meinung sind, dass ihnen etwas oder jemand gehört und auf der anderen Seite das übliche Wehklagen all jener, die meinen, es wäre so und man müsse sich „dagegen“ wehren oder das kleinere Übel wählen, während es lediglich darum geht, von den irrigen Vorstellungen insgesamt abzulassen.